Test: Novation Remote 25 SL COMPACT

7. November 2007

Remote 25 SL COMPACT


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Die neue COMPACT Version des Remote 25 SL löst seinen großen Bruder keineswegs ab, sondern macht die beliebte Produktpalette preislich nach unten hin rund.

Lesen Sie bitte zunächst unseren Testbericht der Novation Remote SL: http://www.amazona.de/index.php?page=26&file=2&article_id=1394

Wie Sie auf den Abbildungen sehen können, verfügt die COMPACT über 25 Tasten, acht Drumpads, acht Endlosregler, acht frei belegbare Taster und ein Transport-Kontrollfeld. Gegenüber ihren Schwestergeräten ist jedoch aus Kostengründen auf ein Display verzichtet worden.

Die acht gerasterten Encoder fühlen sich recht gut an, da sie mit einer weichen schwarzen Gummierung überzogen sind und auch nicht allzu sehr wackeln. Leider haben sie keine Druckfunktion. Von richtig hochwertigen verschraubten Endlosreglern ist die Qualität aber leider auch aus Kostengründen etwas entfernt. Direkt darunter befinden sich acht Silikon-Taster, die genau wie die Endlosregler frei zuweisbar sind.

Unter dem Display kann man eine der vier Encoder-Bänke anwählen, daraufhin erscheinen die Parameter auf dem Display. Für die Taster gibt es ebenfalls vier Bänke. Für mich erscheint diese Anordnung einfacher und übersichtlicher als die der größeren Remote SL Modelle, ein guter Kompromiss zwischen Anzahl an Bedienelementen und Kosten.

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Auch die neuen acht Drumpads können mir mehr Wohlwollen abgewinnen als die der anderen Remote SL Modelle, da diese auch für zwei Finger groß genug sind.

Ein besonderes Schmankerl hat sich Novation mit dem neuen „Speed Dial“ einfallen lassen. Fährt man mit der Maus über einen Automap-Universal Parameter (s.u.), so kann man diese umgehend mit diesem Endlosregler bedienen. Ein mächtiges aber simples und einfaches Feature, das leider einen Haken hat, denn um den Parameter wirklich zu bedienen, muss man den Endlosregler gedrückt halten und gleichzeitig Drehen, was haptisch nicht wirklich gut zu handhaben ist. Ich würde mir hier im Control-Panel ein Häkchen wünschen, so dass das Speed Dial immer für diese Funktion konfiguriert ist und man es nicht extra drücken muss. Leider funktioniert dieses Feature ebenfalls nur mit autogemappten PlugIns und nicht mit host-internen von z.B. Cubase.

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Praxis

PlugIns per Controller zu bedienen könnte nicht einfacher sein. Ich beschreibe mal kurz die dazu notwendigen Schritte. Ich gehe davon aus, dass der Host und die PlugIns bereits installiert sind. Testumgebung ist Cubase auf dem PC.

  1. Installations-CD einlegen und starten
  2. Remote SL Compact anschließen
  3. Installation beenden
  4. PlugIn-Manager in der Taskleiste aufrufen
  5. die gewünschten PlugIns in den Automap Ordner ziehen
  6. Cubase starten und autogemapptes PlugIn starten

 

Jetzt liegen die Parameter bereits auf der COMPACT an und man kann sie mit den Reglern bedienen. Eventuell sind die Parameter noch nicht 100% sinnvoll angeordnet. Möchte man sich eine persönliche passende Belegung erstellen, so geht das ebenfalls einfach von der Hand:

 

  1. In der Automap Leiste unter dem PlugIn „Learn“ anwählen
  2. den gewünschten Parameter auf dem PlugIn kurz bewegen
  3. das dazu gewünschte Bedienelement auf der COMAPCT bewegen
  4. den nächsten gewünschten Parameter auf dem PlugIn kurz bewegen
  5. das dazu gewünschte Bedienelement auf der COMAPCT bewegen
  6. und so weiter
  7. danach den Learn-Modus deaktivieren
  8. Mit „Set As Default“ hat man diese persönliche Belegung dann für alle zukünftigen Instanzen dieses PlugIns gespeichert.

 

Diese Arbeit muss man natürlich nicht vornehmen, aber dürfte für den persönlichen Workflow Sinn machen.

Schön wäre vielleicht noch die Möglichkeit, per MIDI-Input andere MIDI-Controller ins Automap zu integrieren. Novation denkt übrigens derzeit darüber nach, auch mehrere Remote SL Geräte an einem Rechner zuzulassen.

Auffällig ist, dass die leichtgewichtete Plastiktastatur der SL COMPACT unseres Testgerätes mir persönlich besser gefällt als die unseres letzten Remote SL Testgerätes. Diese ist direkter und weniger schwammig. Das Modulationsrad unseres Testgerätes schabt leider am Gehäuse, eventuell ein „Montagsgerät“ oder der vorhergehende Tester eines anderen Magazins sollte nicht so oft ins Fitnessstudio gehen ;-). Die sonstige Qualität ist sehr gut.

Selbstverständlich kann man die Remote SL Compact auch abseits von Automap Universal in einem herkömmlichen Controller-Modus betreiben, in dem man die Bedienelemente manuell per MIDI-Befehl zuweist. Für manche Anwendungen ist das essentiell und deshalb wurde dieses Feature nicht gestrichen, sehr schön!

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Fazit

Novations Remote SL Serie ist inzwischen fast ausgereift, auch wenn es hier und da ein paar kleine Verbesserungen geben könnte. Dank der sehr guten Update-Politik von Novation für dieses Produkt dürfte es aber nicht lange auf Updates warten lassen. Die COMPACT ist also eine willkommene preisgünstige Variante der Remote SL Serie. Toll wäre natürlich eine Verbesserung des SpeedDials und eine Integration dieses Features in die anderen Remote SL Modelle.

PLUS

+++++ Einzigartige Controller-Technik

++++ Breites Display

+++ AutoMap Universal

++ kein Netzteil im USB Betrieb notwendig

+ SpeedDial

+ angenehme leicht gewichtete Plastiktastatur

MINUS

— Display spiegelt stark

– SpeedDial Funktion verbesserungswürdig (s.o)

 

Preise

 

Remote 25 SL COMPACT

UVP: 349 Euro

Straßenpreis: 300 Euro

Remote 49 SL COMPACT

UVP: 419 Euro

Straßenpreis: 400 Euro

Hersteller / Vertrieb

www.novationmusic.com

 

 

Forum
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    AMAZONA Archiv

    Hallo! \r\n\r\nSchöner Test, aber da ist etwas unlogisch: Unter dem Link zu dem anderen Test steht, dass aus Kostengründen auf das Display verzichtet wurde, unter Minus steht, dass das (nicht vorhandene?) Display stark spiegelt. Ich traue einfach mal meinen Augen und behaupte, das Ding hat ein Display! ;)

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    AMAZONA Archiv

    Man muss schon genau lesen :-)

    Es wurde auf EIN Display verzichtet, bedeutet dass es anstatt zwei nur noch eins gibt. Die Bilder zeigen ja doch recht deutlich dass es bei der COMPACT ein Display gibt und bei den anderen SLs zwei. Spiegeln tun sie alle!! ;-)

    Grüße,
    Thorsten

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    AMAZONA Archiv

    Also bin sehr angetan von der Remote serie, habe selbst die Zero sl … Nur wie sieht es aus mit dem universal automap in FL studio… Als gewrappt sind meine Plugins, Parameter werden auch auf der SL angezeigt!!! Auch der Server läuft im Hintergrund… Nur es passiert nichts wenn ich an den endlos reglern dreh…
    Woran kann das liegen???

    Dieses Problem hab ich jetzt schon gewiss ein Monat und da dacht ich mir schreib ich doch mal hier rein… Der novation support ist nämlich alles andere als gut, die antworten mir net :(

    Fals jemand was weiß bitte sagt mir wie ihr es geschafft habt…

    Achso in Ableton funzt das automap ganz easy…

    Aber das Universal Automap halt net…

    danke im vorraus

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    AMAZONA Archiv

    Über die Qualität der Tastatur steht leider nichts im Test… oder hab' ich das übersehen?
    Ich finde das Layout der Controller auch übersichtlicher als am großen SL.
    Schade, daß das Novation typische Touchpad und der Joystik eingespart wurde… Am Preis kann es kaum liegen, denn auch im XioSynth ist beides vorhanden und der ist trotz zusätzlichem Synth und Audio Interface sogar noch billiger…
    Wer ohne Automap und PC nur mit Synth Modulen arbeiten will könnte gelegentlich über die konservative Auswahl an zuweisbaren Midi Befehlen stolpern… an dieser Stelle hat Rolands PCR Serie mehr zu bieten.

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    AMAZONA Archiv

    An und für sich ein klasse Teil, Automap funktioniert tadellos (Version 2.1), aber es gibt ein paar Probleme, die v.a. dann in Kraft treten, wenn man so wie ich mit externen Synths arbeitet:
    1) Program Change lässt sich nur auf Tastern legen. K.a. wer diesen Murks verbrochen hat, aber wenn man die Novation als Masterkeyboard einsetzt, ist diese fehlende Funktion purer Wahnsinn. Klar kann man die Stepfunktion verwenden, aber wenn man z.b. Preset 126 will und man ist grad auf 127 am Novation, „darf“ man 126 mal den Button drücken. Eigenartig, dass das in keiner einzigen Review erwähnt wurde…
    2) Sysex und Editor: Bug, weil wenn man mittels Editor einen Sysexstring erstellt, fehlt beim Übertragen der Wert, den man verändern will. Äußerst nervig, wenn man mehrere Sysexmeldungen erstellen will. (Muss am Gerät nachjustiert werden)
    3)
    Controllerwerte werden zwar zum Synth geschickt, retour gehts leider nicht…d.h. Wertesprünge sind unvermeidlich.
    4) Das Display spiegelt leider und Kontrast kann man auch nicht nachjustieren – ist aber das geringste Manko, gegenüber den nur 40 Speicherplätzen, die einen „Poweruser“ doch zu wenig sind.
    Aber dennoch: Mit Abstand das beste Remotekeyboard am Markt.

    • Avatar
      AMAZONA Archiv

      Ich habe die Probleme des vorigen Posting an den Support weitergeleitet und heute gleich (!) eine ausführliche(!!!) Antwort bekommen:
      Bzgl. des Program Change Problems: Bedankten sich für meine Info und haben es den Entwicklern weitergeleitet und mir folgenden Tipp gegeben:
      „You can use
      the ‚data/select‘ dial to change program when the program LED is lit.“
      Bezüglich Problem 2 (Sysex): This is an issue our developers are aware of and will be addressed in future updates.

      Zumindest habe ich das Gefühl vom Support ernst genommen worden zu sein und habe eine detailierte Antwort bekommen – das sollte man als fetten Pluspunkt gelten lassen.
      Nach wie vor kann ich eine absolute Produktempfehlung geben.

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