Test: QSC K.2 Serie, Aktivlautsprecher

8. September 2017

QSC mit drei neuen Trümpfen

Zum Test stehen bei uns drei aktive Multifunktionslautsprecher der Firma QSC bereit. Es handelt sich um die neuen K12.2, K10.2 sowie K8.2. Wie der Name schon erahnen lässt, sind die Unterschiede hauptsächlich in der Bestückung der Tieftöner zu finden. Weiterhin ändern sich damit auch das Gewicht und die Größe, logisch. QSC verspricht eine Nutzung als PA-Lautsprecher, Bodenmonitor, Instrumentenverstärker und kompakterm Mikrofonverstärker. Alle drei Kandidaten werden durch dasselbe Ampmodul befeuert und besitzen ein stoßfestes ABS-Gehäuse. ABS ist im Übrigen ein sehr universelles, stabiles Kunststoff-Polymer, das sogar wieder eingeschmolzen und wiederverwendet werden kann. Vielleicht hat es auf diesem Wege ein ehemaliger Motorradhelm oder eine Kaffeemaschine nun in den Audiobereich verschlagen.

Gemeinsamkeiten

Die neue QSC K.2 Serie wird von ein und demselben Vor- und Endstufenmodul betrieben. Es handelt sich um zwei Class-D Verstärker. Der Tieftonbereich wird mit 1800 Watt Peak und der Hochtöner mit 225 Watt angesteuert. Leider ist auf den Datenblättern von QSC nicht vermerkt, wo die Trennfrequenz liegt. Ich tippe aber irgendwo zwischen 1 und 2,5 kHz. Nominelle Power ist auf alle Fälle schon mal ausreichend vorhanden und muss sich vor Mitbewerbern nicht verstecken. Somit sind auch die Anschlüsse, Anzeigen und Bedienelemente allesamt identisch. Außerdem identisch ist auch der 1,4-Zoll-Titan-Kompressionstreiber, der den Hochtonbereich abdeckt.

— Die Drei im Garten —

Eine sehr positive Nebensache ist der V-Lock-Netzstecker, der eine Einrastsperre besitzt, und somit vor versehentlichem Herausziehen geschützt ist. Des Weiteren sind unsere Schallwandler mit Gummipuffern vertikal, sowie in der Monitorschräge ausgestattet, um Rutschen und Klappern entgegenzuwirken. Alle Gehäuse sind mit einer Monitorschräge von 55 Grad gefertigt. Die Hochständeraufnahme bietet darüber hinaus eine gerade Ausrichtung an und eine um 7,5 Grad nach vorne geneigte. Die komplette K.2 Serie von QSC natürlich auch mittels M10 Montagepunkte sowie Pullback-Öse geflogen werden.

— Gummipuffer der Monitorschräge —

Das Bedienfeld

Einmal Vollausstattung bitte, lautet bei der QSC K.2 Serie das Motto! Wie auf dem Bild schon zu erkennen, sollte man mit Neutrik Combo-Buchsen sowie Miniklinkeneingang auf alles vorbeireitet sein. Es stehen insgesamt drei regelbare Eingänge zur Verfügung, wobei Letzterer die Ministereoklinke regelt. Eingang 1 ist auf Mikrofonempfindlichkeit umschaltbar und Eingang zwei auf Hi-Z, also für Instrumente direkt nutzbar, wie zum Beispiel eine Akustikgitarre mit Piezotonabnehmer. Das kann dem Nutzer die Mitnahme von einem Mischpult dann und wann ersparen. Eingang 1 uund 2 haben noch einen direkten XLR-Ausgang und Ausgang 3 summiert alle Eingänge.

Sehr selbsterklärend ist mir noch die Bedienung des DSPs aufgefallen. Mit zwei Tastern und einem Rotary-Encoder kann man schnell und logisch in den Menüs navigieren, ohne tagelang Anleitungen zu wälzen, mehr davon bitte, liebe Konkurrenz!

— Rückseite —

Die Nicht-Gemeinsamkeiten der QSC K.2 Serie

Wie bereits erwähnt, gibt die Größe des Tieftöners schon mal die Produktbezeichnung vor. Damit einhergehend versteht sich von selbst, dass ein größerer Basslautsprecher eine tiefere untere Grenzfrequenz hat. Die wichtigsten Daten sind hier nun als „Hardfacts“ zusammengefasst:

K 8.2

  • Frequenzbereich (-10 dB): 55 – 20000 Hz (-10 dB)
  • Maximalpegel SPL (@1m): 128 dB
  • Abstrahlcharakteristik: 105° achsensymmetrisch
  • Gewicht: 12,2 kg

K 10.2

  • Frequenzbereich (-10 dB): 50 – 20000 Hz (-10 dB)
  • Maximalpegel SPL (@1m): 130 dB
  • Abstrahlcharakteristik: 90° achsensymmetrisch
  • Gewicht: 14,5 kg

K 12.2

  • Frequenzbereich (-10 dB): 45 – 20000 Hz (-10 dB)
  • Maximalpegel SPL (@1m): 132 dB
  • Abstrahlcharakteristik: 75° achsensymmetrisch
  • Gewicht: 17,4 kg

Bitte zum Menü!

Die Menüführung der QSC K.2 Serie ist äußerst simpel gehalten und intuitiv. Im Grunde funktioniert das Ganze wie eine ESC- oder Back-Taste, eine „Return“- oder Bestätigungstaste sowie dem Endlos-Encoder-Rad zum Navigieren. Das Menü ist sehr umfangreich und bietet mehr als übliche Hausmannskost. Neben sehr vielen Anwendungspresets ist ein Vierband-EQ mit zwei voll-parametrischen Mittenbändern am Start sowie ein Delay-Funktion mit bis zu 100 ms (das entspricht 34 m) Verzögerung. Wieder ein Gerät weniger im Handgepäck! Natürlich gibt es auch Lo-Cut-Parameter zum korrekten Anbinden an Subwoofer.

— Menüführung leichtgemacht —

Klangeindruck

Voller Vorfreude über den Klang der QSC K.2 Serie konnte ich mich nun der Fütterung mit meinem persönlichen Referenzmaterial widmen. Bei allen Hörtests war der EQ deaktiviert und das Soundpreset „Default“ gewählt, was einer neutralen Einstellung entspricht. Der Lo-Cut war auf „No Sub“ eingestellt, also die Box darf zeigen, was sie drauf hat. Meine Titel sind:

  • AC/DC – Back in black
  • Al Jarreau – Compared to what
  • Dire Straits – Money for nothing
  • Marcus Miller – Panther (live)
  • Steely Dan – Babylon Sister

Was auffällt ist, dass eigentlich nichts auffällt. Die drei Leichtgewichte werden nacheinander ausgetauscht, um eine Vergleichbarkeit herzustellen. Alle Probanden klingen in der Grundsubstanz absolut ähnlich, was natürlich am gleichen Hochtontreiber liegt. Aber auch im Bass- und unteren Mittenbereich sind sich die QSCs relativ ähnlich. Nicht zuletzt in den Mitten und im Umgang mit Transienten kann man die akustischen Gene ausmachen. Ein sehr analytischer, trockener Klang, der sehr sauber nach oben hin auflöst und bei größeren Lautstärken nicht matscht oder zerrt. Natürlich merkt man im Subbass-Bereich einen Unterschied zwischen Acht- und Zwölfzöller, aber alle K.2 klingen in sich konsistent.

Ein persönlicher Test unter „Live“-Bedingungen mit QSC K8.2 und K10.2 als Monitor-Wedge fiel von meiner Seite sehr positiv aus. Beide Boxen wurden auch hierbei im „Default“-Preset full range angesteuert. Auf resonierendem Bühnenboden ist das mit den Bässen und unteren Mitten oftmals anders als auf Hochständern. Ich war über das Ergebnis jedenfalls sehr erfreut, insbesondere beim kleinsten Spross der Familie, dem K 8.2, der sich angenehm rückkopplungsfrei durchgesetzt hat.

Fazit

Wohlklang, wem Wohlklang gebührt, fällt mir dazu ein. Die neue QSC K.2 Serie wartet mit sehr vielen praxisnahen Details auf. Es ist nicht zuletzt die Summe der Kleinigkeiten, sondern natürlich der sehr ausgewogene Klang bei einem sehr gesunden Preis-Leistungs-Verhältnis. Meine persönlichen Highlights sind die V-Lock-Stecker, das Gewicht der drei jeweiligen Größen und die gepufferte Monitorschräge. Allesamt Argumente, die ein Rentalunternehmen vielleicht eher auf dem Schirm hat als der gemeine Teilzeitnutzer. Jedoch merkt man hier einfach, dass es Informationsrückläufe aus dem „Tagesgeschäft“ gegeben haben muss, sonst würde man sich solche Features zugunsten des Preiskampfes eventuell sparen. Die elf Werksprogramme decken zudem ein großes Feld an Möglichkeiten ab, ohne selbst Hand anlegen zu müssen. Alles in allem eine absolute Empfehlung aufgrund von Qualität und Variabilität.

Plus

  • Klang
  • Klangbeeinflussung via Presets sowie EQ
  • Gewicht
  • Instrumenten-Preamp (Hi-Z)
  • Verarbeitung

Minus

  • -

Preis

  • QSC K 8.2: 749,- Euro
  • QSC K 10.2: 799,- Euro
  • QSC K 12.2: 899,-Euro
Forum
  1. Profilbild
    lerxt

    Danke für den bericht, aber piezo’s ohne preamp zu gebrauchen mit dem Hi-z input? Der grund weshalb piezo’s ekligkeit wird zugemutet, ist deren benutzung unter fehlanpassung. Piezo’s brauchen keinen Hi-z sondern einen eher Super Hi-z eingang. Piezo’s brauchen unbedingt einen korrekten impedanz umwandler.

    Wenn im bericht ‚piezo incl preamp‘ ist gemeint, die brauchen ja überhaupt keinen Hi-z input wegen des preamps.

    • Profilbild
      Michael Baum  RED

      Da gebe ich Dir natürlich recht. Viele Akustik-Gitarren haben sogar noch EQ-Shaping Presets, welche das Ganze noch schwieriger machen ;->

      Es geht auch eher um die Tatsache ,dass die Möglichkeit besteht mit Kleinst-Besteck. LG

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