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Test: Pittsburgh Modular Taiga Keyboard, Synthesizer

Der Taiga nun als Keyboard-Synthesizer

29. Mai 2024

Das Pittsburgh Modular Taiga Keyboard ist ein semimodularer Synthesizer mit analoger Klangerzeugung, Klaviatur, MIDI-Funktionalität und eingebautem Eurorack-Slot. Bezüglich der Klangerzeugung baut das Gerät direkt auf dem Konzept des Pittsburgh Modular Taiga Desktop auf.

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Gemeinsamkeit Pittsburgh Taiga Keyboard & Desktop

Beiden Taiga-Versionen gemein ist:

  • eine flexible analoge Klangerzeugung mit drei Oszillatoren, die über umfangreiche Waveshaping-Möglichkeiten verfügen,
  • ein Rauschgenerator sowie ein externer Audioeingang, der sich über einen Vorverstärker im Pegel anheben lässt.
  • Das gemischte Signal wird dann durch ein Filter bearbeitet. Anschließend durchläuft es dann einen VCA, der sich aber auch als Low-Pass-Gate mit Resonanz (sprich VCA mit Filterfunktion) schalten lässt.
  • Als Modulationsquellen stehen zwei ADSR-Hüllkurvengeneratoren sowie beim Desktop Gerät ein einzelner LFO zur Verfügung (beim Taiga-Keyboard sogar zwei).
  • ein Clockgenerator, ein Sequencer/Arpeggiator und ein Zufallsgenerator.
  • Als Effekt steht ein Eimerkettenspeicher-Delay (BBD) zur Verfügung, bei dem sich die Delayzeit via zugeführter Spannung modulieren lässt.

Da es sich bei den Taiga Synthesizern um semimodulare Synthesizer handelt, ist der oben beschriebene Signalfluss nur ein Anfang. Die Signale lassen sich an den Buchsen abgreifen, so die vorgegebenen Verbindungen aufheben und neue Wege der Klangforschung beschreiten.

Unterschiede zwischen Taiga Keyboard & Desktop

Die Taiga Desktop besitzende oder an einer der Taigas interessierte Menschen fragen sich womöglich, wo die Unterschiede zwischen beiden Versionen bestehen.

Das Taiga Keyboard bietet im Gegensatz zur Desktop-Version:

  • 37 Tasten-Keyboard mit Velocity und Aftertouch
  • ein Pitchbend-Rad, klassisch mit Rückholfder
  • ein Modulationsrad, mit dem sich entweder ein temposynchroner LFO, ein Hüllkurvengenerator oder ein Zufallsgenerator (Random Source) steuern lassen
  • zwei große Klinken-Audioausgänge
  • DIN MIDI In und Out
  • MIDI via USB (Typ-B-Buchse)
  • einen zweiten analogen LFO
  • einen Eurorack-Slot mit 24 HP, 4 cm Einbautiefe und drei Anschlüssen für Eurorack-Module

Erstkontakt mit dem Pittsburgh Modular Taiga Keyboard

Als nach einem Tester für das neue Taiga Keyboard gefragt wurde, ging ich relativ unbeleckt ans Werk: Ich kenne den Taiga Desktop nur aus Testberichten und etwas Videomaterial und bin daher gewissermassen ein frisches Testsubjekt.

Ich werde mich im Folgenden hauptsächlich auf meinen persönlichen Eindruck und die Unterschiede zur Taiga Desktop-Version konzentrieren. Für die tiefere Betrachtung der gemeinsamen Eigenschaften verweise ich auf den Testbericht von Jeanne (mit sehr tollen Klangbeispielen). Dies betrifft insbesondere die Klangerzeugung, auf die ich hier nur ganz am Rande eingehen werde.

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Das Auspacken gestaltet sich schon mal ganz vielversprechend:
Auf dem Karton prangt das Gesicht eines bärenartigen Wesens, in dessen Schnauze ein weiteres Gesicht verborgen zu sein scheint. Eine Pappklappung weiter lese ich „analog is inportant“ und „the adventure begins here“ – ich bin gespannt!

Das abgedruckte Tier ließ mich dann noch recherchieren, ob der Ursprung des Gerätenamens doch einen anderen Ursprung hat als ich annahm (Flora) und womöglich gar in der Fauna zu finden ist. Meine Internet-Recherche brachte dazu aber kein Ergebnis. So verweist Taiga dann wohl doch wie erwartet auf den sibirischen Nadelwald.

Außer dem Taiga Keyboard selbst befinden sich in der Packung noch:

  • ein Steckernetzteil mit verschiedenen aufsteckbaren Adaptern, um das Netzteil auch in Regionen der Welt mit anderen Steckertypen zu verwenden. Praktisch für die Hersteller, da international nur ein Netzteiltyp beigelegt werden muss. Für die Umwelt eher so lala, da meistens nur ein Adapter in Dauernutzung ist, die anderen Dinger doch in den meisten Fällen nie Verwendung finden und im Müll landen
  • ein kleiner bedruckter Zettel mit rudimentären Informationen zu einigen der Bedienelemente des Gerätes
  • zwei Tütchen mit jeweils 5 Patch-Kabeln der Marke „The amazing! Nazca Noodles“, einmal mit je 25 cm Länge, einmal mit je 50 cm Länge
  • ein Inbusschlüssel

Kann auch Eurorack-Module beherbergen

Äußeres und Anschlüsse des Pittsburgh Synthesizers

Das Taiga Keyboard ist doch unerwartet groß und macht einen sehr wertigen Eindruck. Das Gehäuse besteht aus Stahl, die Seitenteile aus Holz.
Im oberen Teil des Gerätes befinden sich außer diversen bunten Reglern noch ein paar Taster und LEDs. Einige der auf dem Gerät verteilten Taster sind mit einer Doppelfunktion belegt. Diese lässt sich dann bei gedrücktgehaltener Edit-Taste erreichen. Die dann aktivierten Funktionen werden durch Status-LEDs angezeigt.

Die Potis sind von angenehmer Schwergängigkeit und die Taster geben einen angenehmen Klick beim Druck. Ich persönlich hätte mir aber etwas breitere oder auch andersfarbige Tasterkappen gewünscht. Die kleinen Kappen gehen für mein Empfinden im Gesamtbild etwas unter.

Oberhalb der Bedienelemente gibt es ein Steckfeld mit 3,5 mm Klinkenbuchsen, um den vorgegebenen Signalfluss aufzubrechen und zu erweitern.
Das kann im Falle des Taiga Keyboards sogar mit Eurorack Modulen geschehen, die direkt ins Keyboard eingebaut werden. Die kleine Platte auf der rechten Seite zeigt den Signalfluss innerhalb des Gerätes ohne im Steckfeld gesteckte Kabel an. Mit dem mitgelieferten Inbusschlüssel lässt sich die Platte aber entfernen und schon bietet das Taiga Keyboard die Möglichkeit, Eurorack-Module einzubauen, dazu später mehr.

Die Ausgänge in der Patch-Sektion sind grundsätzlich weiß beschriftet, die Eingänge hingegen grün. Das Grün ist leider unter bestimmten Lichtverhältnissen wesentlich schwerer zu erkennen als das Weiß. Evtl. wäre hier eine andere Farbe doch günstiger gewesen.

Neben der drei Oktaven umfassenden Klaviatur fbeinden sich zwei Handräder.
Hierbei handelt es sich um das übliche Rad mit Rückholfeder (Pitchbend) und eines ohne Rückholfeder, das üblicherweise als Mod-Wheel bezeichnet wird. Außerdem befinden sich hier noch drei Taster für die Einstellung der Räder sowie Status-LEDs.

Rückseitig gibt es dann noch:

  • den Netzanschluss für das externe Netzteil (DC 15 V)
  • einen Netzschalter
  • MIDI In und MIDI Out, dankenswerterweise als klassische 5-polige DIN-Buchsen
  • getrennte Ausgänge für linken und rechten Kanal ,jeweils als 6,3 mm Mono-Klinkenbuchse
  • eine USB-Buchse für MIDI via USB und Firmware-Updates
Die rückwertigen Anschlüsse des Taiga Keyboards

Die rückwärtigen Anschlüsse des Taiga Keyboards

Klaviatur und Spielhilfensektion

Die Klaviatur ist wohl die augenfälligste Änderung des Taiga Keyboards gegenüber der Desktop-Version.

Die Klaviatur weist einen für mein Empfinden kurzen Tastenhub auf, lässt sich aber sehr angenehm spielen.
Die Tasten sind anschlagsdynamisch, geben also je nach Anschlagsstärke variierende Velocity-Werte via MIDI und Spannungen via CV-Buchse aus aus. Zudem steht sogar Aftertouch zur Verfügung.
Leider hatte mein Testgerät bezüglich der Aftertouch-Funktion einige Probleme:
Die schwarzen Tasten funktionierten grundsätzlich gut, die weißen Tasten mussten aber sehr nahe auf Höhe der schwarzen Tasten gespielt werden, um Aftertouch-Werte auszugeben. Zudem waren die Werte von Taste zu Taste bei konstantem Spiel dann sehr unterschiedlich. Nach Rückfrage versicherte mir der Hersteller, dass die genannten Probleme nicht generell bei den Geräten der Serie bestehen. Ein leicht inkonsistentes Verhalten der Aftertouch-Sektion war aber bekannt und wurde im letzten Firmware-Update (leider bereits nach Rücksendung des Testgerätes) behoben.

Über den Rädern befinden sich zwei Taster, um den Oktavbereich der Klaviatur in 7 Schritten umzuschalten, 5 LEDs zeigen dabei den eingestellten Bereich an.
Außerdem lässt sich hier über eine Tastenkombination der Frequenzbereich von LFO 1 und LFO 2 umschalten.

Das Modulationsrad lässt sich vielfältig nutzen

Das Modulationsrad lässt sich vielfältig nutzen

Das Modulationsrad lässt sich zur Beeinflussung unterschiedlicher Modulationsquellen verwenden und an einer mit „Multi „bezeichneten Buchse abgreifen. Zudem ist diese Funktion auch auf einige Ziele normalisiert, dann aber leider verwirrenderweise mit Mod-Tool bezeichnet. Ich aber erst einmal eine Weile kopfkratzend nach dieser mysteriösen Quelle gesucht, aber wenn man das erst einmal weiß, geht es.

Die vier möglichen Modi des Modulationsrades sind:

  • 0-5 V Output, verschiedene Möglichkeiten einer konstanten Spannungsausgabe
  • Decay-Envelope – eine kleine Hüllkurve mit veränderbarem Decay
  • Clock Sync’d LFO – ein temposynchroner LFO mit veränderbaren Teilern, meint: Der LFO ist immer synchron, braucht aber je nach Einstellung zum Durchlaufen einer Schwingungsform nur einen Takt oder mehrere Takte. Seit dem letzten Firmware-Update verfügt der LFO der Mod-Wheel-Sektion über Dreick, Sinus, uind Sägezahn.
  • Random-Voltage – ein Generator, der temposynchron zufällige Ausgangspannungen generiert, ebenfalls mit veränderbaren Teilern.

Die 0-5 V sind flexibel konfigurierbar. Vier Möglichkeiten stehen zur Auswahl:

  1. eine Drehung des Rades bewirkt die Ausgabe von 0 V bis 5 V
  2. eine Drehung des Rades bewirkt die Ausgabe von 5 V bis 0 V
  3. eine Drehung des Rades bewirkt die Ausgabe von 0 V über 5 V bis 0 V
  4. eine Drehung des Rades bewirkt die Ausgabe von oder 5 V über 0 V bis 5 V

In den letzten beiden Modi wird der mittlere Wert jeweils in Mittelstellung des Rades ausgegeben wird – sehr schön. In den anderen drei Modi steuert das Modulationsrad dann jeweils die Ausgangsspannung von Random-Voltage, Decay-Hüllkurve oder dem clocked LFO, also die Modulationsstärke. Gibt der LFO Rechteck aus, auch die Pulsbreite.

Die für mich jeweils spannenderen Parameter (bei der Hüllkurve die Decay-Zeit und beim LFO/Random-Source die Teiler) lassen sich zwar ebenfalls mit dem Modulationrad ändern, hierfür muss aber gleichzeitig die Multi-Function-Taste gedrückt werden. Womöglich lässt sich dieses Verhalten ja in einem Firmware-Update noch umkehren, also ohne die Taste zu drücken, mit dem Modulationsrad die Decay-Zeit variieren können.

Aber auch in der derzeitigen Umsetzung bringen die Modulationsmöglichkeiten jede Menge an zusätzlichen Möglichkeiten und Spielspaß.

Im folgenden Video kommen in einem Sound das Mod-Wheel, im anderen der Arpeggiator zum Einsatz:

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An den Buchsen der Control-Sektion lassen sich die aus MIDI-Daten gewandelten Signale als Spannung abgreifen

Das Taiga Keyboard im MIDI-Verbund

Im Gerät befindet sich ein komplexer MIDI-CV-Wandler. Eingehende MIDI-Befehle für Tonhöhe, Note-on, Velocity, Tempo, Start, Stop, Pitchbend, Modulations- und MIDI-CC werden direkt zur Steuerung einiger Module wie den Oszillatoren, Hüllkurvengeneratoren oder dem Arpeggiator verwendet oder als Spannung bzw. Gate-Signal an dedizierten Buchsen ausgegeben.

Die Möglichkeiten der Einbindung sind durchdacht: So lässt sich z.B. die eingehenden MIDI-Clock teilen, bevor sie dann an die Buchse ausgegeben bzw. Clock-gesteuerte Module weitergereicht wird.

Die Oszillatoren können separat von der Keyboard bzw. MIDI-Tonhöhensteuerung ausgenommen werden. Dies geschieht bei gedrücktgehaltener Edit-Taste durch Druck auf die jeweilige Seed-Taste (sonst für die Schwingungsform-Modi zuständig) in der Oszillatorsektion.
Leider befinden sich die LEDs, die den Zustand „MIDI auf Tonhöhe“ aktiviert/deaktiviert anzeigen, aber nicht direkt neben den Seed-Tastern, sondern weiter oben neben den jeweiligen Coarse-Reglern der Oszillatoren. Das ist erstmal etwas verwirrend, folgt anderseits aber auch einer gewissen Logik.

Die Oszillatoren lassen sich einzeln von der MIDI-Steuerung entkoppeln

Das Low-Pass-Gate lässt sich bei Bedarf direkt via MIDI (ohne die Hüllkurve) steuern – Note-on-Befehle öffnen das Gate dann.
Dadurch ist der zweite Hüllkurvengenerator dann frei für andere Aufgaben als die Lautstärkesteuerung. Zudem lassen sich beide Hüllkurvengeneratoren einfach der Kontrolle durch MIDI Noten entziehen: einfach via Patchbay direkt den jeweiligen Eingang verwenden, um sie stattdessen z. B. von der Clock oder einem LFO zu triggern.

Auch an eine Funktion wie Local-on/off wurde gedacht, Keyboard und Klangerzeugung sind dann also voneinander getrennt nutzbar. Der Einsatz des Taiga Keyboards als Masterkeyboard bietet sich also durchaus an, wenn der gebotene Tastaturumfang ausreicht. Durch die im letzten Firmware-Update nachgereichte USB-MIDI-Funktionalität wird dieser Gedanke noch attraktiver.

Allerdings gab es bei meinem Keyboard noch einige Schwierigkeiten mit der Velocity-Ausgabe: Es ließ sich nicht der volle Bereich ausgeben. Auch das Pitch-Rad hatte MIDI-seitig noch Probleme, da es auch ohne Berührung permanent Werte ausgab. Diese Probleme waren bei Rückfrage an der Hersteller aber schon bekannt und wurden laut meinen Informationen im letzten Firmware-Update behoben.
Leider konnte ich das, wie auch die USB MIDI Funktionalität, aber nicht mehr testen.

Bereit zu großen Taten: Im Gerät finden Module bis zu 24 HP (TE) Platz

Ein Zuhause für Eurorack-Module

Das Frontpanel lässt sich leicht mit dem mitgelieferten Inbus-Schlüssel entfernen und eröffnet die weite Welt der Eurorak-Module. Hier ist natürlich alles möglich, was die gegebene Breite von 24 TE (HP) nicht übersteigt.

Die maximale Tiefe der Module darf 60 mm betragen, da gehen glücklicherweise also auch nicht Skiff-freundliche ältere Module.
Das Taiga Keyboard bietet drei Eurorack-Stromanschlüsse mit Verpolungsschutz. Bei einer Breite von 24 HP könnten beim Einbau kleinerer Module durchaus auch mehr als derer drei Platz finden. Ein Anschluss mehr wäre nicht zu viel gewesen, aber ich will da nicht meckern. Bei Bedarf wäre dann einfach noch ein „aus eins macht zwei Stromanschlüsse“ Adapter nötig und möglich.

Den exakten Wert des maximal für zusätzlich eingebaute Module zur Verfügung stehenden Stroms konnte mir der Hersteller leider nicht mitteilen,  es sollen pro Spannung (+12 V,-12 V und 5 V) aber mindestens 500 mA sein. Zur Befestigung der Module werden dann M3-Schrauben verwendet. Das Eindrehen der Schrauben benötigte bei meinem Gerät teilweise etwas mehr Kraft, als würde sich das Gewinde noch schneiden müssen.

Drei Module können sofort eingebaut werden

Die Möglichkeit, in einem ohnehin schon so potenten semi-modularen System noch einfach weitere Funktionen zu ergänzen, ist wirklich toll.
Ich habe z. B. eine Turing-Machine eingebaut, zwar bietet das Taiga Keyboard eine ähnliche Funktion, die Zugänglichkeit ist beim dedizierten Modul für mich aber ungleich besser. Zudem vermisse ich bei den Taiga Hüllkurvengeneratoren die Möglichkeit der Spannungssteuerbarkeit und das Regelverhalten des Decays bei ADSR 2 ist für mich etwas schwierig, da es sich für perkussive Klänge nur in einem Bereich von 5 mm nutzen lässt, darüber hinaus wird es dann unendlich lang.
Daher habe ich ein Hüllkurvenmodul eingebaut, um die oben genannten Probleme beim Schrauben an perkussivem Klanggut zu umgehen.

Taiga Keyboard hat drei Freunde zu Gast

Im folgenden Video kommen zwei Sounds zum Einsatz, einer nur unter Einsatz der Taiga Klangererzeugung, einer unter Zuhilfenahme der eingebauten Module:

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Und ein Video mit einem schmucklosen Dronesound, bei dem Mod-Wheel und externe Module zum Einsatz kommen:

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Der Sound des Pittsburgh Modular Taiga Keyboards

Das Taiga Keyboard klingt tendenziell immer eher weich und cremig. Auch bei extremen Modulationen sind mir selten harsche Klärte untergekommen. Die Oszillatoren sind mit ihrem Waveshaping sehr ergiebiges Klangfutter und die zwei Filter klingen irgendwie immer gut.
Ich persönlich bin nicht wirklich ein Fan von BBD-Delays und schätze ein gutes Digital-Delay oder auch einen Hall im Modularsystem mehr, aber das ist Geschmacksache. Andere Menschen sehen es genau anders herum.

Da die Klangerzeugung der des Taiga Desktop entspricht, verweise ich für tiefergehende Betrachtungen auf den zugehörigen Testbericht.

Hier der Link zum Test der Taiga Desktop Version

Hier nichtsdestotrotz ein Video, in dem ein wenig von der Glide-Funktion, aber auch der Möglichkeit die Oszillatoren in Intervallen zu stimmen Gebrauch macht:

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Das Taiga Keyboard in der Praxis

Die Drehregler des Taiga Keyboards haben einen angenehmen Abstand zueinander und weisen beim Drehen einen angenehmen Widerstand auf.
Ein geringer Abstand der Drehregler zueinander wurde in der Desktop-Version zuweilen bemängelt. Beim Taiga Keyboard lässt sich auch für mich als Wurstfingler alles sehr bequem einstellen.
Auch bezüglich der teils als zu hell empfundenen LEDs bei der Desktop Version ist mir beim Taiga Keyboard diesbezüglich nichts negativ aufgefallen – die LEDs leuchten in einer angenehmen Intensität.

Die Bedienelemente weisen einen angenehmen Abstand zueinander auf

Zu Beginn der Testphase lag mir noch keine Bedienungsanleitung vor, so dass ich das Gerät erst einmal spielerisch  erkunden musste.

Der Einstieg in die Taiga-Welt funktioniert wunderbar ohne Bedienungsanleitung. Alles, was sich drehen lässt, ist für den Synthesizer erfahrenen Menschen schnell zu durchschauen und der auf dem Modulpanel abgedruckte Signalfluss ist auch sehr hilfreich.

Die Beschriftung der Buchsen und Regler ist weitestgehend einleuchtend.
Viele der über Taster änderbaren Parameter und Module sowie die Funktionen auf der EDIT-Ebene waren für mich aber nicht selbsterklärend.

Die über Taster erreichbaren Funktionen der Dynamics Sektion sind leider mit kryptischen Zeichen versehen. Rein optisch hat sich mir nicht erschlossen, welche Modi sich hinter den jeweiligen via LED angezeigten Zuständen verbergen.
Generell hat es bei mir auch ein bisschen gebraucht, bis ich verstanden hatte, dass die LEDs der Shape -ektionen bestimmte Funktionen anzeigen. Was sie allerdings genau anzeigen, hätte durchaus ein wenig deutlicher sein können. Ein kleines ausgeschriebenes „Arpeggiator Mode“ z. B. neben den Zeichen der LEDs in der Shape-Sektion von Oszillator 1 wäre sicher hilfreich.
Auch die MIDI-Einstellungen und die tieferen Ebenen des Arpeggiators und Funktionen wie die Random-Source waren für mich nicht ohne Weiteres zu durchschauen. Und auch das Verstellen über die doppelt belegten Tasten ist leider nicht unbedingt intuitiv.

Die Controlsektion erfordert Einarbeitung, bietet fdafür aber viel

Die Control-Sektion erfordert Einarbeitung, bietet dafür aber viel

Hier hilft nur ausprobieren und am Anfang bei vielen Funktionen dann doch nur ein Blick ins Handbuch.
Dieses ist gut nach Funktionen gegliedert und übersichtlich. Leider existiert es nur in englischer Sprache.
Mit den nötigen Informationen gewappnet lassen sich die Funktionen dann nach etwas Einarbeitung auch ohne Anleitung gut bedienen.

Tatsächlich sind besonders die im Taiga Keyboard hinzugekommenen Funktionen des Modulationsrades wirklich großartig. Da lohnt sich das Einarbeiten.
Der Arpeggiator mach großen Spaß beim Spielen – an einem Keyboard immer eine Freude.
Und die Hold-Funktion ist praktisch, um eine ganze laufende Sequenz zu transponieren, aber auch für Drone-Sounds.

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Fazit

Das Pittsburgh Modular Taiga Keyboard behebt die teils bemängelten zu hellen LEDs der Desktop-Version und bietet viel Platz zwischen den Potis und Tastern.

Die Klangerzeugung mit drei Waveshaping-Oszillatoren und zwei Filtern ist mit dem Taiga Desktop identisch und weiß durch einen kraftvollen und eigenständigen Klang zu gefallen.

Das Taiga Konzept wurde um viele nützliche Funktionen erweitert:
Die Klaviatur ist gut ins bestehende semimodulare Taiga Konzept integriert worden und kann auch für anderen Geräte als MIDI, USB-MIDI oder MIDI zu CV Interface genutzt werden. Das Taiga Keyboard lässt sich im Großen und Ganzen komfortabel bedienen – besonders die Teile, die direkt die analoge Klangerzeugung betreffen. Und die neuen Spielhilfen bieten viele inspirierende, performative Möglichkeiten. Einige der Funktionen erschließen sich aber nicht auf Anhieb, sondern erfordern vorab einen Blick in die Bedienungsanleitung (oder ein Tutorial).

Die Möglichkeit, das Gerät um Funktionen zu erweitern, indem einfach Eurorack-Module eingebaut werden, gibt es in der Art meines Wissens momentan in keinem anderen Standalone-Synthesizer mit Keyboard und macht das Taiga Keyboard zu einem möglichen Kandidaten als Klangforschungs- und Masterkeyboard-Zentrale für die einsame Insel.

Plus

  • kraftvoller, eigenständiger Klang
  • semimodulare Konzept erlaubt vilefältige Routing-Möglichkeiten
  • einfach erweiterbar durch Eurorack-Module
  • Klaviatur bietet Aftertouch
  • Modwheel-Sektion bieten vielfältige Möglichkeiten

Minus

  • Probleme mit dem Aftertouch beim Testgerät
  • unterschiedliche Beschriftung mit Mod-Tool einerseits und Buchse mit Multi andererseits ungünstig gewählt
  • Das Grün der Eingangsklinkenbuchsen ist allerdings unter bestimmten Lichtverhältnissen etwas schwer abzulesen
  • einige Funktionen erfordern Studium der Bedienungsanleitung

Preis

  • 1.299,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Filterpad AHU 1

    Optisch wie auch in der Umsetzung mit dem integrierten Slot für ein oder zwei Module gefällt mir dieser Tiga sehr gut. Vielleicht übernehmen diese Idee auch andere Hersteller, evtl. sogar mir eigenen Modulen damit diese farblich zueinander passen. Bei den neueren Moogs wäre dies doch eine Idee: Der Federhall beim Grandmother und der Delay des Matriarch je nach belieben austauschbar. Den Preis finde ich auch ok, wobei man noch evtl. Module dazu addieren muss. Somit summiert es sich nach oben. Aber zusätzlich einen schönen Hall, EQ oder gleich einen neuen VCO hat doch was!

  2. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Wenn schon nicht das Ei des Columbus, dann schon wenigstens Sie Ei Off Se Taiga.

  3. Profilbild
    Flowwater AHU

    Hätte ich meinen »Ur-Taiga« nicht schon, wäre ich echt ins Grübeln kommen. Die beiden Slots für zusätzliche Module haben echt was. Auf der anderen Seite: Noch eine Tastatur (Platzbedarf)? Sei’s drum. Ich habe jetzt meine Desktop-Version und habe Spaß dran. In Anbetracht dessen, dass ich mir das Gerät gekauft habe, um mal ein wenig in »Eurorack« hinein zu schnuppern, ohne mir gleich ein ganzes System hin zu stellen, war das ein Erfolgskauf.

    Das mit dem Regelverhalten der Hüllkurven ist mir auch aufgefallen: Bei meinem Desktop-Gerät allerdings in allen beiden und bei A, D und R. Das sind gefühlt nur wenige Winkelminuten in denen sich perkussiv etwas abspielt. Da muss man echt mit sehr spitzen Fingern ran gehen, was mit der engeren Frontplattenbestückung zusätzlich eine Herausforderung wird. Stört mich aber nicht soooo sehr.

  4. Profilbild
    chardt

    Auch wenn mich der Synth als solcher jetzt nicht so flasht: Die Idee mit den Modul-Steckplätzen ist extragut, sollte ruhig von anderen Herstellern nachgemacht werden!

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