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Test: reProducer Audio Labs Epic 55, Studiomonitor

Ein neuer Mitstreiter im Profi-Segment

4. Februar 2022
reproducer lab epic 55 test

reProducer Audio Labs Epic 55, Studiomonitor

Das deutsche Unternehmen reProducer Audio Labs haben hierzulande nicht allzu viele auf dem Schirm, was nicht zuletzt auch daran liegen mag, dass es erst seit 2016 existiert. Gegründet wurde es von den Machern von United Minorities, einer Firma aus Breisach, die handgefertigte Mikrofone oder Dienstleistungen im Bereich der Wartung oder personalisierten Herstellung von Outboard Gear anbietet. Das erste Produkt von reProducer Audio Labs, die Epic 5, erlebte sozusagen einen kleinen Hype auf dem internationalen Markt, in den USA sowie den asiatischen Ländern wurde der kleine, aber klangstarke Lautsprecher gut angenommen und durchweg positiv rezensiert. Durch ein platzsparendes Design, gepaart mit großem Klang, eignet sich der Lautsprecher besonders auch für problematischere Räume.

reProducer Audio Labs Epic 55, Studiomonitor test

Kann auch liegend betrieben werden: reProducer Audio Labs Epic 55

Ähnlich wie bei Amphion oder der Mittelklasse von Focal, setzt man hier ein Design mit Passiv-Membranen ein, das zu einer künstlichen Volumenvergrößerung des Gehäuses führt. Die Vorteile eines solchen Systems sind zahlreich vorhanden: Eine Box mit Reflexport oder anderen Luftauslässen erzeugt eben auch mehr Luftbewegung und Kompression, was sich bei höherem Schalldruck häufig in Rauschen oder einem Geräusch äußert, das allgemein als „Chuffing“ bezeichnet wird.

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reproducer labs epic 55 test

Wie oben kurz angesprochen erzeugt man durch die Passivmembran eine künstliche Vergrößerung des Gehäuses. Sprich, für ein und denselben Treiber kann man nun ein deutlich geringeres reelles Gehäusevolumen nutzen, um trotzdem dasselbe Ansprechverhalten und vor allem die gleiche Bass-SPL Kurve gewährleisten zu können. Durch den Verzicht auf eine Gehäuseöffnung kann man den Lautsprecher recht vielseitig positionieren. Eine wandnahe Aufstellung von Lautsprechern mit rückseitigem Reflexkanal funktioniert in der Regel zumeist nicht.

reProducer Audio Labs Epic 55

TMT Treiber und Passiv-Membran der reProducer Audio Labs Epic 55

Die reProducer Audio Labs Epic 55 bleibt dem Prinzip der Epic 5 treu, wartet aber als neues reProducer Familienmitglied deutlich ressourcenstärker auf als sein Vorgänger. Was es mit der recht unbekannten Box auf sich hat, erfahrt ihr von uns im folgenden Test.

Verarbeitung und Lieferumfang der reProducer Audio Labs Epic 55

reProducer Audio Labs Epic 55

Episches Packaging – die „crates“ der Epic 55

Die reProducer Audio Labs Epic 55 erreichen den Endnutzer in einem Packaging, das gemessen an der Konkurrenz auf einem extrem hohen Niveau ist. Angeliefert in robusten Cases (die sich mit Sicherheit nach Anlieferung und Aufstellung des Lautsprecher auch toll für das Lager zweckentfremden lassen), daher muss man sich keine Sorgen über etwaige Versandbeschädigungen oder ähnliches machen – hier könnte sich der eine oder andere Hersteller im eigenen Interesse eine Scheibe abschneiden. Die Cases sind passgenau mit festem Styropor ausgeschlagen, die Lautsprecher sitzen absolut ohne jegliches Spiel in diesen.

Nimmt man hier den Deckel ab, so blickt man zunächst auf Kaltgerätekabel sowie vier hochwertig anmutende Aluminium-Spikes in ihrer dafür vorgesehenen Passform. Rechts daneben befindet sich noch ein Abdeckgitter für die jeweils oben liegende Passivmembran. Unter dieser Abdeckung befinden sich die Lautsprecher.

reProducer Audio Labs Epic 55

Der futuristisch aussehende Lautsprecher aus sämtlichen Perspektiven

Der erste Blick auf diese macht klar: Das Design ist mit Sicherheit nicht für jedermann. Ist man jedoch Fan von Futurismus, Moderne oder gar Science Fiction, kommt man hier voll auf seine Kosten. Außerdem erkennt man unmittelbar Intention und definitiv auch ein Markengesicht, wenn man schon mit der Epic 5 vertraut ist. Hier hat man den Lautsprecher im Design praktisch in der Mitte einmal gespiegelt und was die Ressourcen im Bass und Mitteltonbereich anbelangt – verdoppelt.

reProducer Audio Labs Epic 55

Die reProducer Audio Labs Epic 55 in der Draufsicht

Gelinde gesagt überraschend für ein dermaßen junges Unternehmen mit wenig Bekanntheitsgrad in Kombination mit einem auf Masse gefertigten Produkt: Die Fertigungsqualität des Lautsprechergehäuses sucht meiner Meinung nach ihresgleichen. Mit all ihren Komplikationen im Gehäusedesign steht die Box auch mit der Lupe betrachtet noch absolut genial da und bewegt sich optisch wie haptisch auf und zum großen Teil oberhalb des Niveaus deutscher wie skandinavischer Lautsprecherhersteller.

Gefertigt wird zwar in China, es fällt jedoch sofort das rückseitig aufgebrachte TÜV-Siegel ins Auge. Durch die prinzipbedingte Bauart – der Lautsprecher hat innenliegend für jeden einzelnen Treiber auch ein einzelnes Gehäusevolumen – ist das Gehäuse als extrem steif und, durch Abklopfen des Gehäuses zu bestätigen, extrem resonanzarm zu charakterisieren.

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Der rückseitige Plate-Verstärker sitzt passgenau im Gehäuse, der vorderseitig angebrachte Ein-/Ausschalter ist aus dickem Aluminium gefräst und lässt sich im 90 Grad Winkel gerastert drehen, damit das Logo immer gerade steht, je nachdem ob man die Lautsprecher aufrecht oder liegend betreiben möchte.

reProducer Audio Labs Epic 55

Frisch getüvt: reProducer Audio Labs Epic 55

Der Aufbau der reProducer Audio Labs Epic 55 Lautsprecher

Der Aufbau des Lautsprechers stellt sozusagen eine Vergrößerung des ersten Modells des Unternehmens, der Epic 5, dar. Laut Aussage des Herstellers stammen sämtliche Komponenten, also sowohl die Treiber, als auch die Verstärker die diese in Schwingung versetzen, komplett aus eigener Entwicklung. Auch dies eine Aussage, die wohl deutlich weniger als die Hälfte aller großen und bekannten Lautsprecherhersteller treffen könnten.

Zweimal 5,25 Zoll große Bass-Mittelton Chassis werden durch zweimal 120 Watt RMS aus einem Class-D-Verstärker gespeist, die in der Mitte befindliche Hochtonkalotte bekommt 75 Watt RMS durch eine separate Endstufe. Jeder Treiber hat sein eigenes Gehäusevolumen und somit jeder Tief-Mitteltontreiber auch seine eigene 6,25 Zoll umfassende und phasenkohärent spielende Passivmembran – also hat der Lautsprecher eine oben- und eine untenliegende – was auch die mitgelieferten Spikes erklärt – ohne diese lassen sich die Lautsprecher in aufrechter Aufstellung nicht betreiben. Man erhält hier also eine Art D’Appolito Lautsprecher, allerdings mit angewinkelten Membranen noch auf die Spitze getrieben, sodass versucht wird, dem Prinzip einer Punktschallquelle gerecht zu werden. Die vertikale Bündelung wird durch die spiegelsymmetrische Anordnung der Tief-Mitteltontreiber gefördert.

reProducer Audio Labs Epic 55

Plate-Amp und Kühlrippen der Epic 55

Dieses Design befähigt den Hersteller dazu, auf eventuelle Phasenkorrekturen oder -schiebungen durch eine digitale Komponente wie einen eingebauten DSP verzichten zu können. Das Design ist bereits Hardware-seitig auf absolute Zeitrichtigkeit ausgelegt. So weit, so beeindruckend. Wie das Ganze für mich funktioniert, stellt sich im Folgenden heraus.

Praxis: Klang und Nutzbarkeit der reProducer Audio Labs Epic 55

Wer denkt, aus den kompakten 5 Zoll Treibern könne ja gar kein Bass herauskommen, der ist offensichtlich nicht mit dem Prinzip der Passiv-Membran vertraut. Hier haben Hersteller wie Amphion bereits gezeigt, wo die Reise hingehen kann.

reproducer labs epic 55 test

Der große Vorteil an einem 2-Wege-System mit Passiv-Membran (der natürlich auch ein Nachteil sein kann, je nach Geschmack, Aufstellungsort, Korrekturmaßnamen und Anwendungszweck): Tief- und Mittelton kommen aus demselben Treiber, der Bass wird somit genau „zusammenpassend“ zu diesem wiedergegeben. Und das hört man auch – und zwar Fullrange, ein Subwoofer ist nicht nötig – und man hat einen schnellen und trockenen Bass mit damit einhergehend extrem unangestrengter und detaillierter Abbildung von Transienten. Dieser Lautsprecher lässt extrem tief blicken.

reProducer Audio Labs Epic 55

Detailaufnahme der Treiber der reProducer Audio Labs Epic 55

Die Passivmembranen haben einen starken Hub, der Lautsprecher kann extrem laut spielen ohne an Detailliertheit zu verlieren. Und leise kann er aufgrund der kleinen Haupttreiber genauso gut.

In meiner Regie überzeugen die Lautsprecher durchweg, man merkt sprichwörtlich, wie das Prinzip aufgeht und einfach toll funktioniert. Besonders beeindruckt hat mich die Performance des Lautsprechers im Nahfeld, trotz der eigentlich recht stattlichen Größe des Gerätes, stellte sich nach einigem Herumprobieren ein recht enges Abhördreieck mit einer Schenkellänge von rund einem Meter als Lieblings-Abhörposition heraus. Der Lautsprecher wurde ganz offensichtlich zu Ende entwickelt, ohne irgendwelche digitalen Korrekturen rastet das Klangbild perfekt ein und gerade Transienten bei elektronischer Musik sind absolut genial zu überblicken. In meinem Raum wirken die Höhen in der Präsenz etwas hintenangestellt und vielleicht am musikalischsten, das mag allerdings durch die recht starke Behandlung meiner Raumakustik bedingt sein. Und es ist zudem über die rückseitigen Möglichkeiten zur Filterung ein Leichtes, das zu kompensieren.

reProducer Audio Labs Epic 55

Die Epic 55 schräg von der Seite

Fakt ist – auch die Höhenwiedergabe schenkt mir als Nutzer eine Menge an Vertrauen. Hier lässt sich um ca. 250 Hz sowie 2,5 kHz per Kuhschwanz-Filter der Frequenzverlauf nachjustieren. Per gerasterten, hochwertig anmutenden Aluminium-Potis.

Beschicken lässt sich der Lautsprecher aufgrund seiner Topologie nur analog, hier verzichtet man dafür aber auf Kompromisse und bietet ausschließlich einen symmetrischen Eingang via XLR an. Somit eliminiert man gleich vorweg eine mögliche Quelle für Probleme in der Audiowiedergabe. Ansonsten befindet sich rückseitig neben dem Hauptschalter am Strom-Eingang noch ein Kippschalter, mit dem sich ein Auto-Standby aktivieren oder deaktivieren lässt, was den Lautsprecher auf Wunsch nach einer gewissen Zeit der Nichtnutzung automatisch in den Standby-Modus versetzt. Hier wird dem Nutzer eine Wahl gelassen, auch das ist positiv hervorzuheben.

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Fazit

Kurz gesagt: Dieser Lautsprecher war für mich eine absolute Überraschung. Ohne große Erwartungen den Betrieb aufgenommen, wenig von der Marke gehört, bei genauerer Recherche herausgefunden, dass hier einiges an Entwicklung betrieben wurde, um dort hinzukommen, wo man am Ende gelandet ist. Und am Ende zu dem Schluss gekommen, dass das Prinzip durchweg aufgegangen ist.

Dieser Lautsprecher ist zudem extrem „pflegeleicht“ und kann in vielen verschiedenen Abhörumgebungen betrieben werden. Die einzigen Punkte, über die ich immer wieder stolpere, sind nach meinem Empfinden im Test-Kontext für professionelle Anwender recht marginal zu werten: Das Design muss einem gefallen, es ist bei Weitem nicht neutral – und der Name trägt so dick auf, dass er beinahe unseriös wirkt.

reProducer Audio Labs EPIC 55 klingt eher nach einer Mischung aus Bandmaschine und Blockbuster und wird der realitätsgetreuen und organischen Abbildung des Lautsprechers meiner Meinung nach nicht gerecht.

Der wichtigste Punkt zu guter Letzt: Mit einem Preis von 1.649,- Euro pro Stück (UVP) ordnet sich der Lautsprecher am unteren Ende der Platzhirsche wie den Neumann KH 310 oder den EVE Audio SC 3070 ein und ist beispielsweise rund 400,- Euro pro Stück teurer als eine KS Digital C88-Reference – eine Focal Twin 6 Be bekommt man für ca. das gleiche Geld.

Mag man das Closed-Box-Prinzip mit Passiv-Membran. so bekommt man allerdings im Falle der Epic 55 meiner Meinung nach das beste Preis-Leistungs-Verhältnis geboten. Ein Pärchen große Amphions mit Endstufe kostet ungefähr das Doppelte. Dementsprechend beim nächsten Lautsprecherkauf die Epic 55 unbedingt mit in die Kaufentscheidung einfließen lassen!

Plus

  • Klang
  • Verarbeitung

Preis

  • 1.649,- Euro (pro Stück)
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Forum
  1. Profilbild
    Tarause

    Das Design und der Name wirken auf mich sehr martialisch.
    Bei sowas beschleicht mich dann immer gleich das Gefühl, dass zuerst die Marketer das Sagen hatten und der rest der Meute dann irgendwie das Beste daraus machen musste, was die Marketing-Abteilung so befahl.

    Tatsächlich finde ich das auch etwas unseriös. Ich weiß nicht, ob so das optische Statement des Lautsprechers aus psychologischer Sicht bereits den Klang manipuliert. Mich jedenfalls würde das sofort stören.

    Einen Lautsprecher eher nicht zu sehen oder zumindest ein neutrales Gerät zum Arbeiten (Man muss mit den Dingern ja vernünftig hören – nicht sehen) finde ich persönlich viel viel besser.
    Das lenkt mich alles nicht so ab.

    • Profilbild
      tomeso

      Dass das Design nicht jeden Geschmack trifft und daher polarisiert kann ich verstehen, dennoch hat das Design in erster Linie akustische Gründe. Der grundsätzliche Aufbau der Epic 55 entspricht, wie Eingangs im Text erwähnt, einer D’Appolito Anordnung.
      https://de.wikipedia.org/wiki/D%E2%80%99Appolito-Anordnung

      Die abgeschrägten Seiten wiederum dienen (wie auch bei den kleinen Epic 5) vor allem der Laufzeitkorrektur und zur Vermeidung von störenden Reflexionen und Resonanzen.
      Ich vermute allerdings, dass der „martialische“ Eindruck vor allem durch den fehlenden Kontext der Bilder entsteht. Die Monitore sind mit nur 19 cm Breite eher schlank und wirken neben einem 27″ iMac fast schon filigran. Unseriös ist das aber sicher nicht.

      • Profilbild
        Umusaza

        Dem kann ich zustimmen – weitestgehend keine parallelen ‚Wände‘ in der Box – somit eben vieles getan, um interne Reflexionen zu vermeiden. Ein sehr aufwändig zu konzipierendes und zu bauendes Gehäuse im Vergleich zu ‚Standardboxen‘ im quasi Brikett- oder Paket-Format.
        Optik polarisiert immer … man kann’s ja nicht allen recht machen!

        Aber – ich lese nun durch die erwähnten ’19 cm Breite‘, dass die Box viel kleiner ist als dies auf den Fotos erscheint ! Anfangs dachte ich, dass das Standboxen sind, die nicht unter 120 cm Höhe haben … es fehlt aber wirklich ein Foto, wie diese auf einem Studiotisch stehen, im direkten Vergleich neben Bildschirmen oder einer Colaflasche oder so; nur dann kann man wirklich abschätzen, wie groß die Lautsprecherboxen wirklich sind und wie deren außergewöhnliche Form sich in einem solchen Umfeld ‚ansieht‘ (oder anfühlt) !

        • Profilbild
          Filterpad AHU

          Jetzt wo du es erwähnst fällt es mir auch auf. Breite und Höhe lassen sich anhand der Bilder nicht einschätzen. Dem muss ich zustimmen und das war der Grund nachdem ich suchte, was mir noch irgendwie fehlte. Vl. sogar zwei Bilder: Einmal hoch aufgestellt und beim anderen breit aufgestellt, da beides bei diesen Monitoren machbar ist. Dies neben einem ganz normalen Bildschirm positioniert. Bei der Colaflasche, die vermutlich aus heiterem Himmel fällt, werden viele denken: „Die Götter müssen verrückt sein!“ ;) Aber auch damit man die originale „Lichtfarbe“ einschätzen kann (meine damit das betrachten bei herkömmlichen Zimmerlicht). Danke für diesen guten Ansatz. Herr Grandl und Vincent: Bitte ergänzen. :)

          • Profilbild
            Umusaza

            Gelle – da fehlt dem Anschauer etwas, was die Größe der Boxen in Bezug zu etwas setzt, was bekannt ist – ob nun Bildschirm oder Colaflasche oder was auch immer!
            Ich kenne Edel-HiFI-Boxen von Bower & Wilkins, die durchaus ähnliche Formen haben – allerdings aber ausgewachsene Standboxen mit ebenfalls quasi-futuristischen Konturen darstellen … vielleicht wurde ich durch diese ‚B&W’s in Richtung ‚Standboxen‘ gelenkt, als ich die Bilder sah …
            In der Tat war es für mich ausschließlich die Abbildung des sehr edlen Transport-Cases, das mich in meiner Denke ‚Standboxen‘ zum Zweifeln brachte, weil zumindest die Boxenbeschläge auf deutlich kleinere Abmessungen der Boxen darin schließen ließen.
            Den Vergleich mit der Cola-Flasche auf dem Studiotisch möge man mir verzeihen – also Cola-(Viel-)Trinker mit Cola-Erfahrung in 27 Ländern der Welt kann ich von der Stubenfliege bis zum Bagger reale Größen von was-auch-immer millimetergenau abschätzen, wenn daneben zum Vergleich eine Cola-Flasche steht …

        • Profilbild
          Vincent AHU

          Hi zusammen,
          wie im Test erwähnt haben die HMTreiber nur „süße“ 5,25′ – darauf basierend kann man sich die Dimensionen der Box vielleicht etwas besser „zusammenreimen“? Sie ist auf jeden Fall größer als eine Focal Shape Twin – und ungefähr gleich groß wie eine Adam A77X. Leider, leider, leider, sind die Lautsprecher schon wieder auf dem Weg in den Vertrieb und ich werde solche Bilder nicht mehr persönlich nachreichen können.
          Dennoch: Da erschrickt man regelrecht davor, was bei der Membrangröße im Endeffekt aus dem LS herauskommt. Parallele Wände, vor allen Dingen bei diesem kleinen Volumen, haben tatsächlich nur eine sehr geringe Auswirkung auf durch das Gehäuse bedingte Resonanzbildung – hierzu gibt es diverse Beispiele und Vergleiche im Internet. Viel wirkungsvoller ist eine entsprechende Dämpfung im Inneren des Gehäuses – zumal sich mit dieser, ist diese gut gewählt, ähnlich wie eben auch mit einer Passivmembran noch eine künstliche Volumenvergrößerung des Gehäuses erreichen lässt. Das spannendste an der Gehäuseform sind meiner Meinung nach die „gekippten“ Membranen – eigentlich ein relatives No-Go wegen untypischem Raumeinfluss… Neben meinem 27er Mac sahen die LS auf jeden Fall immernoch sehr dominant aus – für den Moment fand ich persönlich das auch ganz in Ordnung.
          Im Internet gibts bereits einige Bilder des Lautsprechers „In Natura“. :)
          Liebe Grüße,
          Vincent

  2. Profilbild
    Filterpad AHU

    Das Design sieht man eher vorteilhaft. Höhen zur Ohrmitte und die tiefeneren Mitten von oben und unten. Volumen sollte also vorhanden sein. Das dass Design eher an Hi-Fi Boxen für’s schrankwandgroße Flatscreen-Heimkino erinnert, darüber lässt sich sicherlich streiten. Der Schalter zur Wahl des Standbyemodi ist sehr genial. Ich wüsste gar nicht, welche Einstellung man dauerhaft bevorzugen würde. Unauffällige Höhen und pflegeleichter Hörgenuss kann sehr angenehm sein. Ist es aber auch ein Garant für detaillierte und präzise Wiedergabe? Da hätte mir noch ein Vergleich zu Mitbewerbern interessiert, aber der kann ja noch kommen.

    • Profilbild
      Vincent AHU

      Hey Filterpad !
      Abseits der von Dir angemerkten subjektiven Kritikpunkte, welche ich gemeinhin teile war das „pflegeleicht“ in diesem Falle eher darauf bezogen, dass die Box aufgrund ihrer Bauweise in vielen verschiedenen Abhörszenarios genutzt werden kann. Sie funktioniert im großen wie im kleinen Dreieck und ist auch für schlechter behandelte Räume nutzbar. „Detailliert und präzise“ definiert sch im allgemeinen entweder über Zeit- oder Impulsrichtigkeit oder ein bündiges Frequenzdiagramm – im Falle der Epic 55 steht ersteres absolut vor dem zweiten, vor allen Dingen kann man sich mit den Epic sehr gut auf Transienten und Dynamikstufen konzentrieren! Ich hoffe auch, dass wir sie mal gegen die Platzhirsche antreten lassen können!
      Liebe Grüße,
      Vincent

  3. Profilbild
    TheTick123

    Toller Testbericht, vielen dank dafür.

    Könntest du bitte noch ein wenig auf die Basswiedergabe eingehen? Du schreibst, dass die Epic „tief“ runtergeht, aber laut der Spezifikationen erreicht sie „nur“ 40Hz (bei +-3db). Da schafft ja die KH 310 (zumindest laut Datenblatt) ja doch mit 34Hz etwas mehr.

    • Profilbild
      0gravity

      Als stolzer Epic5 Besitzer ( nochmal danke @amazona :)) ,die auch über einen 5,25″ Tieftöner mit einer 6″ passiv Membrane verfügen, ist mein persönlicher gefühlter Eindruck, dass die tiefer als die im Datenblatt genannten 45Hz gehen. Ich hatte die Epic5 in einem kleinen Raum parallel zu meinen Adam T8V betrieben, die offiziell bis 33Hz runtergehen. Obwohl bei Subbässen ein kleiner Unterschied zu hören war habe ich die Epic5 behalten, weil mir das Klangbild ausgewogener erschien und insgesamt besser gefiel.
      Und für geringe bis mittlere Lautstärken im Nahfeld fehlt mir da unten rum nichts.

    • Profilbild
      Vincent AHU

      Hi TheThick!
      Die -3dB Angabe der Hersteller ist meist entweder nicht korrekt oder in anechoischen oder einfach unrealistischen Messumgebungen abgenommen worden. 40Hz bei -3 bei lautem Pegel aus einem Meter Entfernung nehme ich der Epic 55 aber ohne weiteres ab (ich habe auch gemessen, kam bei 44Hz raus – hatte hier aber auch brandneue Chassis die nicht eingespielt sind, einwobbeln senkt immer nochmal Impedanzverlauf und Frequenzkurve um ein paar Hz). Eine KH 310 ist ein per DSP entzerrtes Closed Box Design (ohne Passiv Membran) – somit auf dem Papier ein ineffizientes aber präzises Design. Unter Pegel wird die Epic die 40Hz deutlich sauberer spielen als eine KH310 (obwohl die ja glaube ich 8,5’er als Bässe haben. Der Bass der Epic 55 könnte im allgemeinen als „schnell“ bezeichnet werden, hier rastet baulich bedingt alles sehr gut mit den Mitten ein – ohne digitale Helferlein. Der Überblick in den Mitten ist dafür wieder ein Mü dürftiger. Es ist halt ein völlig anderes Prinzip. Eine KH ist eine klassische Dreiwege Box die natürlich genial zuende gedacht und ein Klassiker in dritter Generation ist – mit dediziertem Mittentreiber. Am Ende entscheiden Raum, Raumakustik und Geschmack welcher Bass wo besser funktioniert. Für die Anwendung im Mastering (im EBU-Raum mit bündiger Nachhallzeit, etc.) bräuchte man für beide LS ohnehin noch eine Basserweiterung.
      Liebe Grüße,
      Vincent

  4. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Klasse , dass es neue Firmengründungen gibt und das auch noch im Monitormarkt.

    Aber was mich doch überrascht: Chinaproduktion und Preise ähnlich KH310, Geithain 906 oder PSI A17 (PSI und Neuman stehen hier) . Wie gut muss die reProducer sein, um gegen ziemlich große Unternehmen (Sennheiser-Neumann) bzw. hoch spezialisierte Manufakturen anzutreten (Geithain, PSI) , die ihre Monitore und Komponenten teilweise komplett inhouse selbst entwickeln und bauen (Lautsprecher-Chassis , Elektronik , Verstärker, Frequenzweichen, Gehäuse) ?

    Aber gut , hören würde ich die ReProducer schon mal gerne, gerade um meine Voreingenommenheit auf die Probe zu stellen.

    • Profilbild
      Vincent AHU

      Hi Martin,
      ich bin völlig bei Dir und freue mich auch total darüber nochmal was neues zu sehen!
      PSI und Neumann sind ein geniales Päärchen – die Epic 55 würde ich eher mit den PSI vergleichen.
      „Gut, besser oder schlechter“ ist immer so eine Sache bei Monitoren – und richtig, du hast es schon indirekt am Rande erwähnt, Hersteller wie Neumann produzieren ihre Membranen (…) garnicht In-House – und die KH310 wurde jetzt schon verdammt oft und viel gebaut, vergleichen mit der Epic ein Massenprodukt. Die Damen und Herren drüben in Geithain fahren da glaube ich eine deutlich bessere und gesündere Produktionsphilosophie als so ziemlich jeder andere Lautsprecherhersteller – wirklich ganz anders. Es gibt heutzutage viele Wege ans Ziel zu kommen und, das muss ich nicht sagen, viel des Endpreises definiert sich über Produktionsmarge und Bedingungen – und Markenidentität und dergleichen mehr.

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