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Test: Richter Strings Acoustic, Westerngitarrensaiten

Auf dem Ionenstrahl zur Westerngitarre!

8. November 2022

Richter Strings Acoustic Test

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Man hätte es sich denken können, aber nachdem die erst kürzlich veröffentlichten E-Gitarren und E-Bass Saiten des bekannten Gitarrengurt-Herstellers von der Fachpresse mit großem Wohlwollen aufgenommen wurden, geht Richter Strings noch einen Schritt weiter und veröffentlicht nunmehr drei unterschiedliche Westerngitarrensaitensätze in zwei verschiedenen Ausführungen. Auch hier stellt sich Lars Richter und seine Mannschaft einer weltweiten, schon übermächtig anmutenden Konkurrenz und wirft erneut deutsches Knowhow, kombiniert mit zusätzlichem Made In Germany,
in die Waagschale. Schauen wir mal, was das Unternehmen aus dem schwäbischen Allmersbach
so alles zu bieten hat.

Das Konzept der Richter Strings Westerngitarre

Wie auch bereits im Test der E-Gitarrensaiten von Richter Strings, siehe hier, basiert auch die Herstellung der Westerngitarrensaiten auf dem Prinzip von hochwertigen Grundmaterialien, kombiniert mit einem neuen Verfahren in der Herstellung, der Ionen-Bedampfung. Wer sich mit dem Thema noch nicht beschäftigt hat, hier noch einmal eine kurze Zusammenfassung des Verfahrens. Richter Strings verwendet eine ionenstrahlgestützte Beschichtungstechnik, die es erlaubt, extrem dünne Beschichtungen aufzutragen, die laut Richter Strings die Korrosion an den Saiten deutlich verlangsamt, aber keinerlei negative klangliche Auswirkungen mit sich bringen soll. Leider, aber verständlicherweise konnte ich von dem Verfahren keine Fotos besorgen, da Richter Strings den Prozess der Ionen-Bedampfung nicht offenlegen möchte.

Zudem verfolgen Richter Strings konsequent den „Support Your Local Dealer“ Aspekt, bei dem Richter Strings laut eigenen Angaben ausschließlich auf Kooperationen im Bereich Metallverarbeitung, Verpackungsmaterialien etc. aus der örtlichen Region setzen und somit lokale Arbeitsplätze sichern.

Richter Strings Acoustic Test

Richter Strings Acoustic, Vorderseite

Zum aktuellen Zeitpunkt bietet Richter Strings drei unterschiedliche Sätze zum Verkauf an:

1.) 12 – 53 Acoustic: (012 – 016 – 024W – 032W – 042W – 053W)

Die Saiten bestehen aus Rundstahl mit einem hohen Carbonanteil, wobei die Wicklung mit einer Kupferlegierung überzogen ist.

2.) 12 – 53 Acoustic PH: (012 – 016 – 024W – 032W – 042W – 053W)

Der Kern der Saite besteht aus hexagonalem Stahl, ebenfalls mit einem hohem Carbonanteil, wobei die Wicklung aus Phosphor-Bronze besteht.

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3.) 13 – 56 Acoustic PH: (013 – 017 – 026W – 035W – 045W – 056W)

Auch hier besteht der Kern der Saite aus hexagonalem Stahl, ebenfalls mit einem hohem Carbonanteil, wobei die Wicklung aus Phosphor-Bronze besteht.

Dünnere Sätze, wie zum Beispiel ein 011 oder gar ein 010 Satz, befinden sich zurzeit nicht im Angebot des Herstellers, da der überwiegende Teil des klassischen Westerngitarrenspielers ein traditionelles Strumming pflegt, das mit dicken Saiten deutlich mehr Volume an den Tag legt als mit dünneren Saiten. Wie bei Westernsaiten üblich, sind auch hier alle G Saiten umsponnen, zumal die meisten Stege bei Westerngitarren bzgl. ihrer Oktavreinheit diesem Zustand angepasst sind. Dies bedeutet aber auch, sofern man einmal die Wicklung der Saiten außen vor lässt, dass es sich bei den G-Saiten um die dünnste Saite des Satzes handelt und diese bei gleichmäßigem Anschlag am ehesten von einem Bruch gefährdet sind.

Richter Strings Acoustic Test

Richter Strings Acoustic Rueckseite

Preislich unterscheiden sich die Phosphor-Bronze-Saiten bei Richter Strings deutlich von den Kupfersaiten, liegt der Ladenpreis im direkten Vergleich doch mehr als doppelt so hoch. Wahrscheinlich ist dieser Fakt auch den aktuellen Rohstoffpreisen geschuldet, die im Moment allesamt Kapriolen der unangenehmen Art schlagen.

Bzgl. der Tatsache, dass die Westerngitarrensaiten von Richter Strings als beschichtete Saiten zu sehen sind, vertritt Richter eine ganz eigene Philosophie. Die Ionen-Bedampfung der Saiten soll nicht nur einen wirksamen Korrosionsschutz auf den Saiten bilden, sondern auch positiv in das Klanggeschehen eingreifen, indem die Saiten klanglich unbeschichteten Saiten ebenbürtig sind, ihren „glockenklaren Klang aber sehr, sehr lange behalten“. Wie auch bei den E-Gitarren und Bass-Saiten binden sich die Ionen an der Oberfläche und bilden einen fest verbundenen Abschluss, der nicht abziehbar oder abkratzbar ist.

Richter Strings Acoustic Test

Richter Strings Acoustic am Instrument

In der Praxis

Entnimmt man die Saiten der Verpackung, fällt zunächst positiv auf, dass die Saiten trotz der vergleichsweise kleinen Tütendurchmesser nach der Entwicklung sehr weich und gleichmäßig durchhängen. Gerade bei starken Plain-Durchmessern neigen die Produkte einiger Konkurrenten zu einem steiferen Schwingungsverhalten, was sich gerade in der Ein- und Ausschwingphase bemerkbar macht. Keine noch so kleine Delle oder Verbiegung lässt sich feststellen, so dass die Saiten einen gleichmäßigen Bogen beschreiben, wenn man sie zum Beispiel in der Mitte über einen Finger legt.

Richter Strings 12-53 Acoustic PH

Richter Strings 12-53 Acoustic PH

Kundenbewertung:
(2)

In der Tat kann man keinerlei haptische Beschichtung erkennen, die zu einem Unterschied im Spielgefühl zu unbeschichteten Saiten führen könnte. Die Saiten klingen sehr ausgewogen, gleichmäßig und bieten eine gute Abstimmung innerhalb der Lautstärken der einzelnen Saiten. Auch das Gleiten und Rutschen über die Saiten bietet keinen höheren oder geringeren Widerstand, als man es von regulären Saiten gewohnt ist. Ich habe die Saiten jetzt seit ca. 5-6 Spielstunden im Gebrauch und kann keinen klanglichen Verlust feststellen, sofern man die Saiten nach jedem Gebrauch ordnungsgemäß abtrocknet, was sich aber wohl von selbst erklären dürfte. Der Klang bleibt stets klar, glockenartig und enttäuscht in keiner Situation.

Wer Freude am Ausprobieren hat und einem deutschen Hersteller einmal eine Chance geben möchte, sollte die Richter Strings Westerngitarre auf jeden Fall einmal ausprobieren.

 

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Fazit

Mit den Westerngitarrensaiten hat die Firma Richter Strings ein weiteres heißes Eisen im Feuer, was das Portfolio ihrer neuen Saitenmarke angeht. Die Saiten klingen hervorragend, haben trotz ihrer Beschichtung keinerlei haptische Unterschiede zu unbeschichteten Saiten und halten die klanglichen Eigenschaften sehr lange.

Unbedingt ausprobierenswert!

Plus

  • Klang
  • Verarbeitung
  • Beschichtung

Preis

  • Von 6,90 € bis 16,50 €
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Forum
  1. Profilbild
    Nick MD

    Danke für diesen Tipp. Ich kannte diese Saiten bislang nicht.
    Auch erscheint mir der Preis sogar recht günstig, v.a. wenn man bedenkt, dass diese Strings anscheinend länger halten und – im Falle der E-Gitarrensaiten, wie im o.a. verlinkten Artikel zu lesen ist, selbst bei brachialer Spielweise nicht reißen.
    Wie immer passt hier die Redewendung: Wer billig kauft, kauft zweimal.

  2. Profilbild
    janschneider

    Wirklich teurer als die Elixir Nanoweb sind sie auch nicht, insofern käme es mal auf einen Versuch anmit den Phosphor Bronze….

  3. Profilbild
    Woody

    Schade, dass „noch“ kein Custum-Satz verfügbar ist – etwa 11/52, sonst würde ich sie gerne testen. Der Preis unterscheidet sich (derzeit) kaum von Elixir; ein Test wären es die Richter-Strings also grundsätzlich wert.

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