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Test: Trondheim Audio Devices SkarBassOne, Bass-Preamp, Pedal

All-in-one Lösung für Rockbassisten

28. Mai 2024

Der SkarBassOne Bass-Preamp der norwegischen Firma Trondheim Audio Devices vereint Preamp, Overdrive und Compressor in einem Pedal. Das erklärte Ziel des Entwickler und Tonmeisters Jon-Tore Dombu ist es, den Studiosound live auf die Bühne zu bringen. Dafür hat er sich ein einzigartiges Konzept überlegt und in diesem Pedal vereint.

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Preamps im Pedalformat gibt es wie Sand an Meer, braucht es da noch einen weiteren? Der norwegische Mixing-Engineer Jon-Tore Dombu beantwortet diese Frage mit „ja“ und hat ein Pedal für Bassisten entwickelt, das alle anderen ersetzen soll. Aus seiner langjährigen Erfahrung als Tonmeister im Studio wurde ihm klar, dass ein guter Bass-Sound im Wesentlichen von drei Komponenten abhängt: das mittlere Frequenzspektrum, die Zerre und der Kompressor. Während im Studio diese Parameter aufwendig mit diversen Geräten bearbeitet werden können, fällt es Bassisten live deutlich schwerer, ein gutes Ergebnis zu erzielen. Aus diesem Grund machte er sich ans Werk und entwickelte den SkarBassOne Bass-Preamp, ein Pedal, das diese 3 Elemente in Handumdrehen bearbeitet und so für einen optimalen Bass-Sound sorgen soll.

Aufbau und Verarbeitung des SkarBassOne Bass-Preamps

Unser Testgerät kommt erstmal recht unspektakulär daher. Ein klassischen Pedal, was Form und Größe anbelangt, auf der rechten Seite der Input, auf der linken der Output, ein 9 V Anschluss auf der Vorderseite und oben natürlich der Fußschalter mit ein paar Drehreglern. Alles ist in Schwarz gehalten, dazu Zeichen und Schrift in Blau und Weiß, Potiknöpfe aus Silber und LEDs, die den Betriebszustand anzeigen. Die Verarbeitung wirkt solide und gut, hier gibt es nichts zu meckern.SkarBassOne Bass Preamp

Interessant wird es aber nun, wenn man beginnt, sich mit den Funktionen des SkarBassOne Bass-Preamps von Trondheim Audio Devices zu beschäftigen. Diese sind nämlich relativ komplex und bedürfen einer gewissen Einarbeitung, da sie doch stark von den üblichen Pedalen abweichen. Ein Überblick:

Fußschalter: Dieser schaltet den SkarBassOne vom cleanen Modus in den Overdrive und wieder zurück. Bei Letzterem werden die Regler „Drive“ und „Tone“ aktiviert, bei erstem bleiben diese aus. Dies heißt im Umkehrschluss, dass der SkarBassOne nicht komplett auf Bypass geschaltet werden kann, sondern immer aktiv ist. Daher leuchtet die LED auch durch, blau steht hierbei für clean, rot für den Overdrive.

Compression: Der Kompressor wird über ein Poti gesteuert und basiert auf einer klassischen FET-Schaltung. Angaben, wie dieser genau abgestimmt wurde, gibt uns der Hersteller nicht, es wird lediglich gesagt, dass „mit schnellen Attack- und Release-Zeiten“ gearbeitet wird. Das Poti regelt den Threshold und wird im Uhrzeigersinn immer schneller/stärker. Eine kleine LED zeigt optisch an, wie stark der Kompressor ins Geschehen eingreift, von leicht mit der Farbe Grün über medium in Gelb hin zu stark in Rot.

Mid: Dieser Regler filtert die Mitten aus dem Bass-Signal, je weiter er gegen den Uhrzeigersinn gedreht wird. Er arbeitet dabei eher wie ein Highpass-Filter von 1 kHz zu 200 Hz, das heißt, dem Signal werden Frequenzen genommen, je mehr man den Regler nach links dreht.

Mix: Dieser Regler wirkt auf den ersten Moment etwas irreführend, denn man könnte annehmen, dass hier das bearbeitete zum cleanen Signalgemischt wird. Dies ist aber nicht Fall, denn „Mix“ bezieht sich auf die beiden Bänder, mit denen der SkarBassOne intern arbeitet. So wird das Signal in ein hohes und ein tiefes Band gesplittet (eine Technik, die man oft bei Zerren benutzt und unter dem Namen Multiband-Overdrive kennt) und dessen Verhältnis zueinander über das Poti geregelt wird. Steht dieses also eher links, werden die tiefen Frequenzen betont, auf der rechten Seite entsprechend die Hohen. Ein ähnliches Tool findet man z. B. auch bei den Verstärkern von AER, dort und der Namen Tonwaage.

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Im Overdrive-Modus, der durch den Fußschalter aktiviert wird, werden dann die restlichen Regler aktiviert:

Drive: Hiermit wird der Grad der Zerre bestimmt, von ganz leicht hin zu voller Distortion.

Tone: Ein Highcut-Filter, das bei zunehmendem Drehen gegen den Uhrzeigersinn die Höhen herausnimmt.

Wie man sieht, ist der SkarBassOne Bass-Preamp doch um einiges anders aufgebaut als die meisten Pedale. Wer sich intensiver mit den Funktionen beschäftigen will, dem sei der YouTube-Kanal von Trondheim Audio Devices wärmstens empfohlen.

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Mehr Informationen

SkarBassOne Bass Preamp – die cleanen Sounds

Hören wir zu Beginn in die cleanen Sounds des SkarBassOne Bass Preamp hinein. Als Testbass verwende ich einen klassischen passiven Jazzy mit Singlecoils. Zu Beginn einmal das Instrument ohne das Pedal in meine J48 DI von Radial, danach einmal mit.

Schnell wird klar: Hier passiert was Durchdachtes! Ohne dass man an den Reglern dreht, bearbeitet der SkarBassOne das Signal bereits von sich aus. Wir hören, wie es griffiger und knackiger wird sowie eine leichte Betonung in den tiefen Mitten erfährt. Mir gefällt das grundsätzlich gut, der natürliche Charakter des Instruments bleibt erhalten, trotzdem klingt es einfach besser. Leider bringt der SkarBassOne ein leichtes Grundrauschen mit sich, nicht super stark oder störend, aber doch so deutlich, dass es auffällt.

Als nächstes hören wir in den Mix-Regler rein, der das Mischungsverhältnis der beiden Bänder steuert. Ich drehe während des Spielens einmal ganz nach links, betone also die tiefen Frequenzen, dann einmal ganz nach rechts zu den hohen und am Ende wieder zurück in die Mittenstellung.

Hier passiert nun schon deutlich mehr. Im tiefen Register schiebt untern herum sehr ordentlich, es sind fast keine Höhen mehr zu hören. Auf der anderen Seite wird es nasal und spitz, der Bassbereich ist deutlich ausgedünnt. Ob man die extremen Stellungen braucht, bin ich mir nicht sicher, um die Mitte herum kann man jedoch mit einem kurzen Handgriff schnell und effektiv in den Sound eingreifen.

Kommen wir nun zum Mid-Regler. Dieser steht neutral ganz rechts und filtert beim Drehen gegen den Uhrzeigersinn die entsprechenden Frequenzen heraus. Ich drehe den Regler also einmal von rechts nach links und wieder zurück.

Auch hier greift der SkarBassOne Bass-Preamp in den Sound ein, jedoch subtiler als beim Mix-Regler. Dies soll wohl verhindern, dass man sich den Ton kaputt dreht, zu wenige Mitten samt Höhen klingen zwar am eigenen Ohr für sich gespielt immer ganz gut, im Bandkontext fehlt es aber dann an Durchsetzungskraft. Dies sollte hier aber nicht passieren.

Zu guter Letzt hören wir in den Kompressor rein. Ich habe das gleiche Lick in 4 Einstellungen gespielt, jeweils um eine Vierteldrehung weiter nach rechts. Die Unterschiede in der Lautstärke aufgrund der höheren Kompression habe ich nur minimal angeglichen.

Der Kompressor des SkarBassOne arbeitet einfach und effektiv und tut, was er soll. Mit zunehmender Rechtsdrehung wird das Signal griffiger und verliert an Dynamik, also genau das, was man auch von einem FET-Kompressor erwartet. Hiermit lässt sich schnell eine passende Wunscheinstellung finden.

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Trondheim Audio Devices SkarBassOne Bass Preamp
Trondheim Audio Devices SkarBassOne Bass Preamp
Kundenbewertung:
(5)

Zum Abschluss der cleanen Section mal 3 Beispiele über die verschiedenen Pickups meines Jazzbasses. Dabei habe ich die Sounds vor allem mit dem Mix- und Mid-Regler bearbeitet und etwas Kompression dazugemischt. Beispiel 1 ist eine klassische Pop-Basslinie in Mittenstellung der Tonabnehmer mit dem Mix-Regler leicht in Richtung Bassbereich, dem Mid-Regler auf ca. 13 Uhr und einer mittlerer Kompression. Der Sound ist klassisch, sauber und klar, definiert in den Bässen und mit genug Höhen, dass es knackt. Für das Beispiel auf dem Neck-Pickup habe ich Mix wie Mid fast maximal nach links gedreht, dafür nur minimal Kompression, so dass der Bass dynamisch singen kann. Der dichte 16tel-Groove über den Bridge-Pickup in Beispiel 3 hat wiederum viel Kompression, dazu auch viele Mitten (Mid-Regler eher rechts) und ebenso mehr Höhenanteile (Mix Regler auch eher rechts). Hier zeigt sich die Stärke des Kompressors, das Signal wird wunderbar nach vorne geholt, ein guter Sound!

SkarBassOne Bass-Preamp – die verzerrten Sounds

Schalten wie den SkarBassOne nun in den Overdrive-Modus, also mit roter LED, die wunderbar zu meiner Ciosk DC10 und dem Interface passt! Hören wir für den Anfang auch wieder in die Funktionen der einzelnen Regler rein. Für das Beispiel „Drive“ habe ich das Poti im Uhrzeigersinn in die Zerre gefahren und wieder zurück. „Tone“ wiederum ist ein Filter für die Höhen (ähnlich einer passiven Tonblende am Bass) und ist nur sinnvoll, wenn bereits etwas Zerre vorhanden ist. Daher habe ich hierfür den Drive-Regler auf 12 Uhr gefahren und gegen den Uhrzeigersinn die Höhen heraus und wieder hinein genommen.

SkarBassOne Bass Preamp

Das heimische Test-Setup!

Schnell wird klar: Hier sollte man gut aufpassen, was man macht, denn es passiert einiges! Der Drive-Regler greift massiv in die Sound ein und gibt dem Signal viel Zerre hinzu. Ob man das mag, muss jeder selbst entscheiden, mir persönlich klingt es etwas zu künstlich. Auch den Tone-Regler mag mir nur bedingt gefallen, da gibt es eigentlich bessere Features. Versuchen wir trotzdem ein paar brauchbare Sounds zu kreieren:

Auch im Overdrive-Modus bietet der SkarBassOne Bass-Preamp mehr als genug Variationen, von leichter Zerre bis zur gefühlt totalen Zerstörung ist alles möglich. Die Qualität der Zerrsounds überzeugten mich persönlich nur bedingt, da habe ich schon Besseres gehört. Trotzdem kann man sich schnell was zurechtdrehen, die Bedienung ist intuitiver, als ich zu Beginn gedacht hätte.

Ein Fazit über den SkarBassOne Bass Preamp

Die Idee hinter dem Gerät ist ambitioniert, viele Hersteller trauen sich daher nicht an solch eine All-in-one-Lösung. Jon-Tore Dombu hat es trotzdem getan und ein Pedal für Bassisten entwickelt, das wohl die wichtigsten Effekte zur Gestaltung des Bass-Sounds in einem Gehäuse vereint: Preamp, Compressor und Overdrive. Im Großen und Ganzem ist ihm das auch gelungen, der SkarBassOne Bass-Preamp bietet viele Möglichkeiten, den Ton individuell nach seinen Wünschen zu gestalten. Persönlich würde ich sagen, dass er alle 3 Rubriken gut beherrscht, jedoch nirgendwo zur Spitze gehört. Somit ist er in meinen Augen vor allem für Bassisten sinnvoll, die mit einem Pedal möglichst viel abdecken wollen, ohne sich in Unkosten zu stürzen. Für den angedachten Preis von 249,- Euro gehört der SkarBassOne ins Mittelfeld und ist somit noch erschwinglich, zumal man bedenken muss, dass man sich zwei weitere Bodentreter spart. Am Ende muss jeder selbst entscheiden, ob ihm der Sound und die Bedienung zusagt, einen Versuch sollte man diesem Pedal auf jeden Fall geben.

SkarBassOne Bass Preamp

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Fazit

Der SkarBassOne Bass-Preamp von Tronheim Audio Devices zeigt sich mit Licht und Schatten. Positiv ist das Konzept und die ausgeklügelte Schaltung, negativ die qualitative Umsetzung der Sounds. Hier habe ich leider schon Besseres gehört, allerdings heißt das nicht, dass dieses Pedal nicht seinen Weg auf diverse Boards finden kann. Wer eine kompakte Lösung sucht, die die drei großen Effekte der Bassisten vereint und ordentlich rüberbringt, darf diesem Pedal ruhig mal einige Teststunden widmen.

Plus

  • optisch ansprechend
  • gut verarbeitet
  • ausgeklügelte Schaltung

Minus

  • Sounds könnten besser sein
  • Beschriftung ungenau

Preis

  • 249,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    CDRowell AHU

    Meiner Meinung nach ist es großartig, wenn Spezialisten ihr Wissen in dieser produktiven Form in die Welt geben!😃
    Durch deinen guten Artikel habe ich auch noch was für mich dazu lernen können. 🥰 Danke!

  2. Profilbild
    ctrotzkowski

    Schöner Testbericht mit prima Klangbeispielen.
    Eigentlich gutes Preamp Pedal, aber bzgl. der Verzerrung stimme ich der Kritik zu, daß es recht künstlich klingt – wie eine billige Transistor Zerre aus den 80ern – das können andere Bass Preamps besser.

    Auch hier wieder die Frage: Warum spart der Hersteller den DI Ausgang ein? Wäre doch sonst wieder ein prima Helfer im Gigbag, falls mal grad kein Amp verfügbar wäre…. So braucht es wieder ein zweites Kistchen….

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