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Test: Tech 21 SansAmp Geddy Lee MP40 Limited Edition, Bass Preamp

Geddys Sound und mehr fürs Board!

11. Oktober 2022

 Test: Tech 21 SansAmp Geddy Lee MP40 Limited Edition, Bass Preamp

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Geddy Lee und Rush sind Kult! Das Power-Rock-Trio aus Kanada ist mit Sicherheit nicht jedermanns Geschmack, aber aus rein „bassistischer Sicht“ gibt es (hoffentlich) keine zwei Meinungen! Die explosive und einzigartige Mischung als Groove und solistischen Einlagen, der verzerrte Sound, der sich perfekt mit dem der Gitarre mischt und die hohe Virtuosität, das alles zeichnet den Ausnahmemusiker aus und hat definitiv Alleinstellungsmerkmal!

Geschichte des SansAmp Geddy Lee

Hierfür braucht es natürlich besonderes Equipment und entsprechend war es nur eine Frage der Zeit, bis Geddy zusammen mit der New Yorker Firma Tech 21 einen Signature-Preamp entwickelten, der große Wellen schlagen sollte. Der GED-2112 gehört heute zu den Klassikern unser den Rack-Preamps und wurde bei uns auch bereits getestet – hier der Link.

Geschmäcker und Trends ändern sich aber mit der Zeit und so sind große Rack-Systeme irgendwie aus der Mode gekommen, wer trägt noch gerne schwere Sachen mit sich herum? Pedale und Boards sind klar auf dem Vormarsch und entsprechend haben die Jungs von Tech 21 es sich nicht nehmen lassen, das Konzept des GED-2112 in ein kleines Format umzuwandeln und auf den Namen Tech 21 SansAmp Geddy Lee DI-2112 hört. Dieser beinhaltete alle Funktionen der Rack-Version, kommt aber deutlich kleiner und handlicher daher, wenn auch immer noch relativ groß und unpraktisch für das Pedalboard. Also musste es nochmal kleiner werden, einige Feautures wie der DI-Ausgang wurden gestrichen, heraus kam der Geddy Lee YYZ Signature SansAmp, der bis heute der größte Verkaufsschlager in dieser Reihe ist. Weil der Markt aber konstant bedient werden muss und Geddy nach einiger Zeit wieder einige neue Ideen hatte, sollte damit nicht Schluss sein und voilà: Tech 21 SansAmp Geddy Lee MP40 Limited Edition. Das ist derjenige, den wir uns hier im Test anschauen!

Aufbau und Konstruktion des Bass Preamp

Mit den Farben Schwarz, Grau und dunklem Rot ist dieses Pedal im Unterschied zu seinen Vorgängern eher unauffällig. Das Design ist angelehnt an das Rush-Album „Moving Pictures“, das bis heute als eines der Meilensteine der Band gilt. Im soliden Metallgehäuse verarbeitet macht der MP40 einen guten Eindruck. Mit einer Breite von 9 cm, einer Länge von 11 cm und einer Höhe von 4 cm haben wir hier ganz typische Maße für einen Preamp in Pedalforamt, der problemlos auf jedem Board Platz finden sollte. Mit 6 Reglern, 2 kleinen und 2 großen Schaltern wird der zwar recht voll, die Bedienung geht aber einfach von der Hand, doch dazu später mehr. An den Seiten finden wir die obligatorischen Ein- und Ausgänge sowie einen Anschluss für das Netzteil. Das MP40 kann aber auch mit Batterie betrieben werden, das Fach hierfür befindet sich auf der Rückseite und lässt sich dank Klappverschluss schnell und einfach öffnen. Ganz klar, hier haben wir ein gut durchdachtes Pedal von einem Musiker, der weiß, wie es geht!

Rein technisch betrachtet haben wir im inneren des MP40 zwei unabhängige Preamps, einer für cleane Sound und einer für verzerrte, die stufenlos miteinander gemischt werden können. Über „Bypass“ wird das Pedal an- und abgeschaltet, womit man ihn sowohl als Booster oder kompletten Preamp nutzen kann. Wer das Pedal als Preamp nutzt, hat aber auch die Möglichkeit, nochmals die Lautstärke anzuheben. Hierfür sorgt der Fußschalter mit der Beschriftung „Boost“, der gute 12 dB hinzufügt.

Tech 21 SansAmp Geddy Lee MP40 Limited

Tech 21 SansAmp Geddy Lee MP40 Limited

Kundenbewertung:
(2)

Herzstück des Pedals ist der „Mix“-Regler, der die beiden Preamps miteinander mischt. „Deep“ ist hierbei ein komplett cleaner Kanal, der ein von Geddy Lee bevorzugtes Voicing bekommen hat. „Drive“ ist entsprechend die Zerre, zu dem auch der 3-Band-EQ gehört. Mit dem gleichnamigen Regler steuert man den Grad der Zerre, mit dem „Master“ den gesamten Output. „Tight“ und „Shape Filter“ sind weitere zusätzliche Voicings, mit denen man den Klang bearbeiten kann, auch diese funktionieren aber nur bei verzerrten Preamp. Was sich erst mal nach sehr vielen Reglern und Möglichkeiten anhört, wird in der Praxis schnell sehr einfach. Schauen wir uns die Sounds des MP40 mal in einigen Beispielen mal an.

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Klangbeispiele des SansAmp Geddy Lee

Zu Beginn hören wir uns mal das cleane Signal des Preamp an. Als Bässe habe ich meinen Sadowsky NYC Modern, meinen Fender Preci sowie meinen Fretless von Oliver Lang dabei. Alle Bässe spiele ich passiv, zuerst hört man den Sound ohne MP40, dann mit. Um nur den cleanen Preamp zu hören, muss man den Mix-Regler ganz richtig deep drehen. Der Master ist je nach Bass so eingestellt, dass ohne wie mit Preamp die gleiche Lautstärke zu hören ist.

Clean macht der MP40 schon mal eine gute Figur. Ich mag das voreingestellte Setting, der Ton wird etwas fetter unten herum, ohne jedoch zu matschen. Allein mit dieser Funktion lässt sich super arbeiten, so kann man den MP40 als Booster verwenden, um sich im Solo Gehör zu verschaffen oder einfach „nur“ als zweiten Sound, wenn es mal rockiger zugeht. Hier liegt auch sicherlich die große Stärke des Preamps, Geddy Lee ist ein Rocker und entsprechend ist dieses Pedal auch für diese Musik ausgelegt! Am deutlichsten gewinnt in den Beispielen für mich der Fender, hier bereichert der MP40 den Sound genau um das, was es braucht. Der Sadowsky mit Slap-Linie bekommt auch etwas mehr Definition in den Mitten, aber auch mehr Boom bei den Bässen. Ob man das mag, muss jeder selbst entscheiden, meines wäre es nicht. Der Fretless verliert durch das Pedal wiederum etwas an scharfem Charakter und Sound wird weicher und runder, was im Kontext einer Rock/Pop-Band sehr passend ist.

Steigen wir etwas tiefer in die Sounds ein! Es soll weiterhin clean bleiben, jedoch darf es etwas mehr Biss und Knack bekommen. Also mische ich nun zur Hälfte den Zerrkanal über den Mix rein und setze die Zerre bei 3 an.  Die Bässe sind +2, die Höhen ebenso, die Mitten mit -3 raus damit es eigentlich keine hörbare Distortion gibt. Das erste Beispiel ist ein klassische Basslinie auf dem Hals-PU die nicht zerrt, aber dennoch einen schönen tiefen Growl im Ton hat, um sich im Bandmix gut durchsetzen. Nehme ich den Tight-Schalter hinzu und gehe auf den Steg-PU, bekomme ich einen wunderbar trockenen Sound für Fingerfunk.

Gehen wir noch mehr ins Detail, um genauer zu sein, in die 60er und 70er. Kaum ein Label hat die Musik so geprägt wie Mowtown und der Bass-Sound von James Jamerson ist legendär: Fender Preci mit Schwamm, Flatwounds und Ampeg Amp mit leichter Zerre. Eigentlich ganz einfach und trotzdem schwer zu kopieren – doch mit dem MP40 klappt das. Mein moderner Fender ist zwar etwas zu aggressiv, um ganz original ranzukommen, aber es funktioniert trotzdem. Und wenn es etwas mehr heavy sein darf für den Power-Funk wie James Brown mit Bootsy Collins am Bass, passt der Preamp wie die Faust aufs Auge. Schön dreckig im Ton, eine ganz leichte Zerre und viel Druck unten herum, da bleibt kein Auge trocken! Hier zeigt der MP40 auch so richtig seine Nähe zu den Röhren, obwohl er komplett analog aufgebaut ist. Mir gefällt das richtig gut und vermisse nichts!

Nun ist aber genug der moderaten und kultivierten Töne, wir wollen richtig in die Zerre gehen. Nun bin ich für diese Art von Sounds kein Experte, jedoch sind die Anforderungen an einen Basston eigentlich immer dieselben: Er muss die Band tragen, das Fundament und Teppich bilden, ohne dabei den Drums und der Gitarre in die Quere zu kommen. Der MP40 ist das dank Mix-Regler genau dazu in der Lage, hier mal ein paar Beispiele mit verschiedenen Grade an Zerstörung:

Man hört, wie unterschiedlich die Zerren klingen können. Von ganz leicht und clean bis zu einem sehr heftigen, fast schon fuzzigen Overdrive ist mit dem MP40 alles möglich. Grenzen sind fast keine gesetzt, der Spielspaß ist immens. Hier noch ein paar Beispiele für verschiedene Sounds, die beim Jammen mal eben schnell entstanden sind:

Zum Abschluss der Klangbeispiele hören wir einmal rein, wie Geddy Lee das so macht:

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Sein Sound ist extrem prägnant und tendenziell eher höhen- als basslastig, trotzdem hat er Tiefe im Ton – einfach nur extrem cool!  Mit dem dem MP40 sind all diese Nuancen zu verwirklichen, es ist ein wirklich ein toller Preamp, extrem vielseitig in den Sounds, aber trotzdem immer mit Charakter. Natürlich ist er mehr im Kontext von Rock/Pop und härterer Gangart anzusiedeln, jedoch habe ich nicht das Gefühl, dass er mich musikalisch irgendwie einschränkt. Ob als Booster, als Overdrive oder als reiner Preamp, hier bekommt man eine schöne Allzweckwaffe mit tollen, qualitativ hochwertigen Sounds. Mir persönlich hat der Test richtig gut gefallen, so dass ich ihn gar nicht mehr zurückgeschickt habe.

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Fazit

Wenn ein Meister seines Faches sich mit einem anderen zusammentut, kann es eigentlich nur gut werden. Dieses Pedal bestätigt diese Annahme zu 100 %, denn hier wusste jeder genau, was er tut. Der SansAmp Geddy Lee MP40 von Tech21 ist ein Preamp allererster Güte, der von hochwertigen cleanen Sounds bis hin zur gröbsten Verzerrung alles bietet, was der ambitionierte Bassist aus dem Segment Rock/Pop benötigt. Die ausgeklügelte Schaltung lässt keine Wünsche offen und zeigt, was analog alles möglich ist. Ob als Booster, zweiter Sound on Stage oder all-in-one Lösung, mit diesem Pedal wird man definitiv glücklich werden!

Plus

  • schönes Design
  • übersichtliche Anordnung
  • durchdachte Schaltung
  • vielseite und hochwertige Sounds

Preis

  • 399,- Euro
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Klangbeispiele
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