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Test: SPL Iron, Röhren Mastering Kompressor


Das Beste vom Besten!

Kinders, was ist nicht schon alles über den Untergang des klassischen 19-Zoll Equipment geschrieben worden. Dank einer inflationären Flut von Plug-ins, zusätzlich mit einer potenzierten Anzahl von Presets versehen, sahen bereits einige Zeitgenossen die totale Abstinenz jeglicher Hardware in nahezu allen Tonstudios dieser Welt. CPU-Leistung gegen analoge Erfahrung, warum die Arbeitsweise eines Gerätes verstehen, wenn das Preset so nahe liegt. Bis hinauf in die Ebenen der letzten High-End-Studios hallte der Abgesang und die Demontage der 19-Zoll Racks war bereits in vollem Gange. Doch es gibt durchaus noch Gegenwind, der SPL Iron im Test.

SPL Iron

SPL Iron

Aber da gibt es ja noch die Gegenbewegung. Warum muss ich jetzt an Asterix denken? „Ganz Gallien ist besetzt. Ganz Gallien? Nein, ein kleines Dorf … usw.“ Im Audiobereich heißt das Dorf Niederkrüchten und der Hinkelstein, mit dem gerade um sich geworfen wird, nennt sich SPL Iron. Dabei handelt es sich um einen Mastering Röhren Kompressor, bei dem der Begriff „Hinkelstein“ durchaus wörtlich zu nehmen ist. Vier Höheneinheiten, elf Kilogramm Gewicht, ein Produktname wie aus der Metal-Szene und ein Frontpanel, das sich auch im Steuermodul von Raumschiff Enterprise gut machen würde. Das alles flößt dem ambitionierten Nutzer mehr als nur Respekt ein.

Ach ja, der Bolide schlägt mit einem Ladenpreis von 4.290,- Euro zu Buche, auch das verschafft Respekt! Noch Fragen? Dann auf in die Top-Liga der alten Schule, dem klassischen High-End Segment.

SPL Iron Front

SPL Iron Front

Konstruktion

Primär wurde der SPL Iron als Mastering Kompressor ausgelegt, was ihn allerdings nicht davon abhält, auch als 2-facher Single Kompressor oder aber in einer Subgruppe seine Qualitäten an den Mann zu bringen. Der von Firmengründer Wolfgang Neumann entwickelte Röhren-Kompressor nennt den legendären Fairchild 670 als Vorbild für seine Entstehung, allerdings will dieser lediglich als Inspiration verstanden werden. Um es vorweg zu nehmen, einmal mehr hat SPL ein erfolgreiches Konzept weiterentwickelt und optimiert. So arbeiten beispielsweise zwei Röhren pro Kanal im Signalweg, die zusätzlich mittels einer dreifachen Bias-Regelung die Klangcharakteristik beeinflussen.

Zudem kann man über den als „Rectifier“ bezeichneten Regler verschiedene Gleichrichterschaltungen zur Erzeugung der Bias-Regelvorspannung aktivieren, die zwischen reinem Germanium, Silizium oder LED-Kennlinie umschalten. Erwartungsgemäß arbeitet SPL auch beim Iron mit der eigens entwickelten 120 Volt Technik, die ein Plus an Headroom im Bearbeitungsprozess garantiert.

Ähnlich wie auch bei anderen Schlachtschiffen aus der SPL Fertigung, zum Beispiel dem Passeq, fährt SPL auch beim Iron alles auf, was man sich an exquisitem Inhalt vorstellen kann. Beste Komponenten, die teilweise sogar als Sonderanfertigung geliefert werden, geben sich die Klinke in die Hand. Angefangen bei Mu-Metall-Eisen-Übertragern des Herstellers Lundahl, über VU-Meter, die mit einer speziellen Ballistik ausgestattet wurden, bis hin zu sehr wertigen Big Blue Potentiometern von ALPS. Lieferbar ist das Produkt neben dem klassischen Outfit in schwarz auch in einem kräftigen Rot.

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Klangbeispiele

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    • Profilbild
      pmm AHU

      Eine Frage habe ich, die allerdings weder etwas mit technischen Details, noch den Spezifikationen zu tun hat. Ich habe mittlerweile von mehreren Personen gehört, dass beim schwarzen Modell die Oberfläche um den Treshold Regler etwas empfindlich für Kratzer ist. Kannst Du das bestätigen?

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    MidiDino AHU

    Ichh freue mich, dass Tegler und SPL weiterhin analoge Geräte konzipieren, die Maßstäbe setzen können, auch und besonders für ein digitales Equipment – aber sie richten sich an Studiobetreiber, nicht an einen Musikanten wie mich. Das Verhalten der Geräte schärft allerdings die Sinne, bei allen, die zuhören können und wollen. Danke für den Test dieses Mastering-Kompressors.

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    customstudio

    Also ich finde das die Audiobeispiele gegenüber dem Original zu Tode komprimiert sind.
    Das Original klingt besser als das bearbeitete.

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      Thomaz

      Ich sitze momentan zwar nur vor durchschnittlichen Multimedia-Lautsprechern, aber eine Klangverbesserung gegenüber dem Original kann ich auch absolut nicht feststellen, eher im Gegenteil…

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