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Test : Ueberschall, Popcharts

3. März 2011

Popcharts

„Einmal Bed Time in 115 BPM, etwas Gaga-Synth oben darauf und ’ne Cola zum Mitnehmen, bitte“.  So ähnlich könnte sich am nächsten Drive-in Studio diese Szene abspielen. Daraufhin setzt sich der „Küchenchef“ in Bewegung, holt die Ueberschall Pop Charts aus dem Kühlschrank, gießt die gewünschten Loops zusammen, und die fertig komponierte Sauce wird per Bluetooth auf das im Auto liegende Handy gebeamt. Abkassieren, fertig. Zukunft? Das Drive-in Studio vielleicht. Die DVD Pop Charts Library von Ueberschall mit den küchenfertigen Zutaten ist Gegenwart. Ich vermute: Damit gewinne ich sogar das Kochduell.

Bullauge

Bullauge

Installation

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Ueberschall liefert die 3,5 GB große Library auf einer DVD mit folgenden Installern aus: Standalone, AU, VST und RTAS. Die Library muss herstellerseitig über einen Challenge Respone Key freigeschaltet werden. Zwei Installation je Lizenz ermöglichen den parallelen Einsatz auf zwei Rechnern im Studio. Wer schon Samplefutter von Ueberschall hat: Der Elastik Player steht allen auf dem Rechner installierten Librarys zur Verfügung.

Überblick

An das Bullauge des Elastik-Players hat man sich ja gewöhnt. Er bietet flexible Start- und End-Schieberegler, die innerhalb der 4 Loop-Takte verschoben werden können. So lässt sich der gewünschte Loop-Abschnitt eingrenzen. Die Loops können auch hinsichtlich der Tonhöhe angepasst werden. Im unteren Abschnitt des Elastik Players sind 2 x 32 Slots frei für das Loop-Material, das dann im Songtempo oder frei laufen kann. Jeder Slot lässt sich mittels Low-, Band- oder Notch-Filter bearbeiten. Der Elastik Player ist ja ein alter Bekannter und wie man hört, demnächst ein alter Hut, der durch Elastik 2 ersetzt werden soll.

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Sound

Unabhängig vom Player ist natürlich die Library zu beurteilen. Und da ist richtig eitel Sonnenschein: Schon beim Durchhören der 10 Construction Kits kommt Stimmung auf. „Pop Charts“ streift das Genre nicht nur, sondern erwischt es zur Gänze. Beim Durchhören segeln sogleich passende Gesangslinien über die zwar einfachen aber geschmackvollen Kadenzen. Wie vielseitig die Songteile sind, hängt natürlich von der Kreativität des Einzelnen ab, aber es dürfte nicht schwer sein, aus dem Ausgangsmaterial ein paar Hits zu zaubern. Einziger Nachteil: Es sind nur 10 Construction Kits vorhanden, und wer mehr Futter will, muss eben selbst Hand anlegen. Jedes Construction Kit liegt in 5 Stereo-Stems vor – einmal als Komplett-Mix, Backing, Drums, Instruments und Drumshots. Das Tempo der 4-taktigen Original-Loops variert zwischen 89 und 126 BPM. Natürlich lassen sich alle Loops tempomäßig über Timestretching auch extrem beschleunigen und verlangsamen. Die Qualität der gestauchten Loops ist gut. Die Algorithmen hierfür kommen von z-plane. 

Library A

Library A

Unter den 10 Kits sind die wichtigsten Tempi und Stilistiken vertreten: Es finden sich mitreißende Midtempo-Nummern, Balladen und shuffliger Synthpop. Jedes Construction Kit bietet verschiedene Abschnitte eines Songs – geringfügig alterniert und soundmäßig verändert. So lassen sich schnell komplette Songideen zurechtbasteln. Soundmäßig ist alles Ueberschallmässig vom Feinsten: fette, elektronische Drums, wabernde Synth Bässe, rhythmische Arppegios und natürlich ultrabreite  Synthpads, die zusammen mit der Bassdrum eine Einheit bilden. Manche Tracks sind etwas stark komprimiert, aber drücken dadurch um so mehr. 

Der Elastik Player harmoniert ob seiner Beschränktheit ebenfalls sehr gut mit dem Genre, denn 4-taktige Loops sind auch bei Pink & Co weit verbreitet. Und weiter geht’s mit pulsierenden Stereosynths, fetten Beats, Synthgesprengel und E-Piano-Licks. Gitarren sind eher selten anzutreffen – aber wirklich vermisst habe ich sie hier nicht. 

Library B

Library B

In der B-Rubrik der Library treffen wir auf Loops, die einzeln zusammensetzbar sind und nicht einem Construction Kit zugeordnet sind. Interessanterweise finden wir viele akustische Instrumente wie E-Bass, Real-Drums (Loops je Snare, Bassdrum etc.), Pianolinien, Gitarrenloops und andere nützliche Elemente. Leider sind die Instrumente nicht wie im Rexfile-Format einzeln über die Tastatur zu spielen. 

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Fazit

PopCharts von Ueberschall macht das Produzieren von fett arrangierten Synthpop Songs zum Kinderspiel. Sie ist damit ideal für alle Werbemusikproduzenten unter Zeitdruck, Dokufilmer und Musiker, die ihre Ideen schnell und zügig umsetzen wollen. Individualität ist wie bei jeder Construction Kit Library allerdings eine Illusion.

Plus

  • Sound

Minus

  • nur 10 Construction Kits

Preis

  • 99,- Euro
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