Test: VOX VT100X, Gitarrenverstärker

31. Januar 2017

VOX gibt 100 Prozent!

Die kleinen Modeling Amps mit der Valvetronix Technolgie von VOX waren in der Vergangenheit immer wieder gern gesehene Gäste bei uns. Die kleinen Verstärker mit einer prunkvollen Familiengeschichte bieten in der Regel eine große Auswahl an vielen verschiedenen Sounds, eine Menge Extras wie Effekte und dank guter Lautsprecher und einer echten Röhrenendstufe einen fantastischen Sound für vergleichsweise wenig Geld. Doch auch die kleinen Lieblinge werden immer größer und stärker und so sind nach den VT20 und VT40 Modellen jetzt auch die dicken Brummer mit 100 Watt in der Valvetronix Familie flächendeckend vertreten. Der VOX VT100X, den wir diesmal zum Test haben, ist das Flaggschiff der VTX-Serie, die mit dem größten Funktionsumfang und ein paar netten Extras glänzen soll. Schauen wir uns das Ganze mal an.

Vox VT100X

— Vox VT100X —

Facts & Features

Der VOX VT100X ist mit 60 x 26 x 48 cm schon ein ziemliches Paket und orientiert sich wie beinahe alle anderen modernen Amps von Vox auch im optischen stark an den ultimativen Klassikern des Traditionsherstellers. Die Front wird fast komplett von einem Stoffbezug im Karomuster eingenommen und der große VOX-Schriftzug auf der linken Seite in goldenen Lettern darf natürlich auch nicht fehlen. Ansonsten ist die gesamte Pressholzkiste mit einem schwarzen Kunststoffüberzug versehen und steht stabil auf vier Gummifüßen. Auf der Rückseite ist der Verstärker komplett geschlossen, die einzige Öffnung bildet ein Lüftungsschlitz auf der Oberseite. Ein Griff aus Metall und ledrig anmutendem Kunststoff bietet leichte Transportmöglichkeiten.

Bedienelemente und Anschlüsse

panel

— Übersichtliches Bedienpanel auf der Oberseite —

Ebenfalls auf der Oberseite des Verstärkers befindet sich die komplette Bedieneinheit des VT100X, ganz so wie auch bei den großen Vorbildern aus den 60er und 70er Jahren, denen auch die klassischen Chickenhead-Potikappen entliehen sind. Links befindet sich der Input für die E-Gitarre, natürlich in 6,3-mm-Klinkenformat. Darunter ein gleichgroßer Anschluss für den optionalen VFS5 Footswitch. Rechts davon kann über ein gerastertes Chickenhead-Poti zwischen den insgesamt elf verschiedenen Verstärkermodellen gewählt werden. Hierunter befinden sich natürlich zwei Varianten des legendären AC30, aber auch andere britische und amerikanische Verstärkerauswahl.

Ebenfalls sind drei der Positionen für Userpresets reserviert, die sich so auf festen und schnell zu erreichenden Stellen ablegen lassen. Auch können die Presets, wie sie bei der Wahl der Verstärkermodelle mittels Poti geladen werden, über den manuellen Modus abgerufen und editiert werden. Auf insgesamt acht Anwenderspeichern lassen sich dann auch verschiedene Kanäle abspeichern und abrufen. Dies erfolgt entweder über die auf dem Verstärker vorhandenen Wahltasten, den Fußschalter oder auch über die ToneRoom Software, mit der sich der Verstärker über USB steuern lässt. Dazu aber später mehr.

Rechts vom Modellwahlpoti finden wir die üblichen Tonregelungsmöglichkeiten eines Gitarrenverstärkers, bestehend aus einem Gain-Regler, einem Dreiband-EQ und einem Lautstärkeregler für die aktuelle Auswahl, den aktuellen Kanal. Nebenan befindet sich der Lautstärkeregler für die Endstufe. Die Vorstufenverstärkung wird beim VT100X von eines 12AX7 Röhre übernommen, die sich an einer gut sichtbaren Stelle geschützt hinter einem Kunststoffgitter an der rechten Seite befindet. Daneben lassen zwei weitere Gummitasten Veränderungen des Sounds zu. Der Bias-Shifter ändert den Klangcharakter des Amps zwischen warm und kalt und der Class-Knopf lässt den Spieler zwischen zwei Modi der Ansprache der Vorstufe und deren Kompression wählen.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Sokrates

    Die Soundbeisspiele könnten noch optimiert werden. Amazona sollte mit einem Tonstudio zusammenarbeiten, welches die Soundbeispiele standardmäßig erstellt. Ich vermute, der Redakteur bekommt die Instrumente nach Hause geschickt und versucht dort sein Bestes. So klingen die Beispiele auch.

    • Profilbild
      amazonaman AHU

      Das glaube ich auch, vor allem die Tester sind unterschiedlicher Meinung, und schicken das Signal nicht in die Lautsprecher die man dann mit dem Mikro abnimmt sondern direkt ins Pult, Distortion sounds klingen dann wie wenn Papa morgens den Rasierer vorm Spiegel schwingt, uuuuhhhh da wirds mir ganz anders. Nebenbei sind diese Rechtecksignale so scharfkantig dass sie normale weich aufgehängte Hifi Laustsprecher in null komma nix zerschneiden, bzw. zerstören. Mußte ich als 17 jähriger damals leidvoll erhahren, als ich den boss verzerrer an meine geliebte hifianlage angeschlossen hab, und die teueren Boxen im Eimer waren. Seit dem weiss ich bescheid.
      Beurteilungsfähig ist der direkt ins pult sound auch nicht, da Gitarrenboxen und Mikros einfach einen ganz anderen Sound liefern.
      Für mich würde es reichen wenn einer der Gitarre spielen kann zumindest über box und mikro aufnimmt. Für weitere Beispiele gibt es ja youtube.

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      tilmann.seifert RED

      Hallo Sokrates,
      Vielen Dank für deinen Kommentar. In der Tat bekommen wir die Testgeräte üblicherweise nach hause geschickt und stellen auch da die Soundbeispiele her, wobei wir uns natürlich möglichst viel mühe geben. Die Option mit dem Studio dürfte an dem logistischen Aufwand und den damit verbundenen Kosten scheitern, freuen würde ich mich darüber aber auch. Hauptsächlich versuche ich jedoch über meine Eindrücke und den Artikel an sich meine Bewertung abzugeben und zu begründen. Es empfiehlt sich immer, ungeachtet des Produktes und des Testurteils, sich einen eigenen Eindruck von dem Gerät zu verschaffen, wenn Interesse daran besteht und es sich einrichten lässt. Ich werde aber trotzdem versuchen, die Qualität meiner Soundbeispiele im Rahmen meiner Möglichkeiten zu verbessern um euch Lesern eine möglichst realistischen Eindruck der Testinstrumente zu vermitteln. Beste Grüße und Grooves.
      Tilmann

  2. Profilbild
    amazonaman AHU

    Achja zum VOX fällt mir auch noch ein, dass die Firmen nichts besseres einfällt als die ohnehin seit 60 Jahren bewährte Technik durch Simulationen zu ersetzen. Frage mich was das letztendlich für einen Sinn haben soll. Manchmal ok wird es billiger, aber trotzdem nicht besser. Für mich bleibt eine Röhre eine Röhre und da hilft kein ultraschneller DSP der ihn ersetzen will. Übler finde ich jedoch alle bisher mir bekannten Speaker simulationen. Sie klingen alle anders, wenn auch nicht schlecht, aber nie wie das echte Vorgehen mit Speaker und Mikro. Und ehrlich gesagt, so schwer und teuer ist die Mikrophon abnahme doch auch nicht. Aber jeder wie er will.

  3. Profilbild
    Dahausa

    …“ernsthaften Kandidaten für einen Konzertverstärker, der sich auch in einer lauteren Umgebung behaupten kann“…

    Ist es wirklich noch so, dass irgendeine Band über ihre Backline mit eigenem Verstärker beim Konzert Krawall macht? Irgendwie bin ich der Meinung, dass dieses Argument mittlerweile überflüssig ist, da alles über die PA kommt. Oder liege ich da falsch? :)

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      Zetahelix

      Auf der Bühne kann man eigentlich nie genug Power haben, um sich gut hören zu können. Backline hin oder her.

  4. Profilbild
    Straight

    Laut Test-Bericht hört sich der Amp klasse an. Die VT – Serie von VOX habe ich bisher noch nicht angespielt. Sie mag gewiss einen geilen Sound haben, aber ich ich hol mir doch keinen Amp von einer Marke mit der ich zufrieden bin um eine andere Art von Amp zu simulieren. Ich bleib da eher Fan von den einfachen Amps.

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