Vergleichstest: Monitor Level Controller

11. Oktober 2006

Monitor Controller

Monitor Level Controller können ein kleines Mischpult oder den Ausgang einer Soundkarte erweitern, indem nützliche Features, wie z.B. Talkback oder der Anschluss von CD-Playern oder anderen Geräten möglich ist. Zudem kann all dies zentral geschaltet werden.
Jeder kennt auch das Problem der Lautstärkeregelung in einem rechnerbasierenden Studio ohne Mischpult. Zwar kann man Aktivboxen direkt an die Soundkarte anschließen, jedoch wird dies spätestens bei einem Rechnerabsturz oder Bug-behafteten PlugIn für die Ohren und die Hochtöner recht unangenehm. Darüber hinaus ist es für den Workflow einfach besser, einen Drehregler per Hand greifbar zu haben, mit dem man schnell mal die Abhörlautstärke angleicht.

Hintergrund
Aber warum sollte man Aktivboxen nicht direkt an den Ausgang einer herkömmlichen Soundkarte anschließen? Normalerweise sitzt in Soundkarten nach dem Digital/Analog-Wandler ein Operationsverstärker, der den Ausgang des Wandlers auf Line-Pegel bringt. Die Eingänge von Aktivboxen sind meist so ausgelegt, dass sie bei Line-Pegel ihre volle Lautstärke erreichen. Jedoch ist beim Arbeiten fast nie die volle Lautstärke erwünscht. Jetzt könnte man meinen, dass man doch einfach den Ausgang der Soundkarte leiser machen könnte. Auf den ersten Blick erscheint dies auch sinnvoll, aber man verringert damit die hörbare Dynamik. Beim digitalen Herunterpegeln werden so aus 100 dB Dynamikumfang eines DA-Wandlers schnell nur noch 30 dB oder 40 dB. Es kann also passieren, dass man mit 8, 10 oder nur 12 Bit abhört. Viel schlimmer wäre aber, wenn es einen Computer-Absturz gäbe und auf einmal wieder 0 dBFS anlägen. Dies könnte die Lautsprecher und vor allem Ihre Ohren irreparabel schädigen!

Talkback
Was ist Talkback? In Oldschool-Studios gibt es immer einen „Regieraum“ und einen „Aufnahmenraum“. Der Toningenieur sitzt im Regieraum und bedient die Technik, während der Musiker im Aufnahmeraum sein Instrument einspielt. Während einer Produktion muss der Toningenieur oft mit dem Musiker sprechen. Da nun aber der Aufnahmeraum akustisch vom Regieraum entkoppelt ist, macht es Sinn, mit dem Musiker über seinen Kopfhörer zu kommunizieren. Das Talkback-Mikrofon klinkt sich also auf Knopfdruck in den Monitor-Mix ein. Der Toningenieur hört den Musiker hingegen über das Aufnahmemikrofon.

Testfeld
Da nun ein einfacher Lautstärkeregler für ein Gerät etwas mager wäre, haben sich einige Hersteller noch eine Reihe sinnvoller Features überlegt. Die Konzeptionen der Geräte gehen weit auseinander, genau wie die Preisgestaltung und die Qualität. Im Moment ist das Feld dieser Geräte überschaubar. In diesem Vergleichstest begutachten wir folgende Geräte:

– SM Pro Audio M-Patch 2
– SM Pro Audio iNANO und Nano Patch
– Samson C-Control
– Mackie Big Knob
– SPL MTC 2381
– SPL STC- Presonus Central Station
– Mindprint Trio
– Behringer MiniMon
– SPL Volume2 und Volume8

Keines der Geräte verfügt über Soundkarten-Funktionalität. Die Konzepte betrachten den Einsatz bei vorhandener Soundkarte oder als Control-Gerät hinter einem Mischpult.


SM Pro Audio – M-Patch 2

Monolith
Der Nachfolger des M-Patch erscheint in einem schwarzen, backsteinförmigen Gehäuse und hat gegenüber seinem Vorgänger größere Regler, sowie einen Kopfhörerausgang. Der Kopfhörerausgang ist im Gegensatz zum Lautstärkeregler aktiv betrieben. Möchte man diesen nicht benutzen, so kann man den M-Patch 2 auch komplett passiv – d.h. ohne Netzteil – betreiben.

Auf der Rückseite wird klar, dass der M-Patch 2 erstrangig für professionelle Audioqualität gebaut wurde. Die Ausgänge für die Aktivlautsprecher sind als symmetrische XLR Buchsen ausgelegt. An Eingängen stehen aber auch zwei Chinch-Buchsen, ein 3,5 mm Klinkeneingang und zwei XLR-Klinke Kombibuchsen zur Verfügung.

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Das Konzept ist naheliegend und einfach: ein analoger Lautstärkeregler mit Patchfunktion, der ohne Stromversorgung auskommt. Die Verarbeitungsqualität ist stabil und gut, genauso wie die Audioqualität.

PLUS
++++ hochwertige Audioqualität
+++ angenehme Haptik der Potis
++ stabile Konstruktion
++ Kopfhörerausgang

MINUS
– Schalter schwergängig

Preise
UVP: 139 Euro
Straßenpreis: ~130 Euro

Forum
  1. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Erfahrungen mit Samson:

    Viele taugliche Features, ausreichende Soundqualität für Homerecording und ein nettes Aussehen. Die Regler lassen sich gut bedienen, das Problem der "Fehlbedienung" durch enge Potis haben sich bei mir nicht gezeigt.
    Hervorragend ist die Kombination aus Dim, Mute und Mono/Stereo, die ich beim Mastern und Mixen ständig verwende.

    Negativ:
    -Lautstärke auf 0 läßt immer noch leise Musik durch, nur mute löst dieses Problem
    -Der Talkback Taster könnte von mir aus gerne ein Schalter sein, da ich gerne auch damit Skype.
    -Es könnten mehr symmetrische Anschlüsse sein. Trotzdem ist es ausreichend und wenn man sich mehrere Montorpäärchen leisten kann, wird man wohl eh auf ein anderes Produkt zurückgreifen

    Feature-Wunsch:
    -Mono Sub Out

    Resummee:
    Insgesamt bin ich hochzufrieden mit dem Grät und kann es weiterempfehlen. Es hat meinen Mini-Mixer von Behringer am PC total verdrängt.

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      daslicht

      Also mein TC Level Pilot beeinflusst das Panorama negativ.
      Beim leise Regeln verschiebt es sich nach links.

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    Presonus Central Staion

    Ich besitze seit 3 Monaten eine Presonus Central Staion und bin sehr begeistert von diesem Produkt.
    Ich habe zwar keinen Vergleich zu den anderen hier getesteten Monitor-Controllern, aber ich besaß zuvor ein Mackie d8b Digitalpult und habe mein Monitoring über dieses Pult gemacht.
    Nachdem ich die Central Station angeschlossen hatte, stellte sich wirklich ein klangliches Aha-Erlebnis ein. Diese Klarheit, Ehrlichkeit, Detailtreue und Durchsichtigkeit kannte ich zuvor von meiner Abhöre garnicht (Genelec 1031, Blue Sky Media Desk).
    Auch die umfangreichen Ein- und Ausgänge, sowie die Möglichkeit, die angeschlossenen Abhören pegelmäßig abzugleichen finde ich klasse.

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    Hinweis zum M-Patch:

    Das hier vorgestellte Produkt wird kaum noch angeboten, SM Pro Audio hat nämlich vor einigen Monaten den Nachfolger M-Patch 2 auf den Markt gebracht.
    Dieser bietet identische Routingmöglichkeiten (übrigens mit 2 statt den merkwürdigerweise oben angegebenen 3 Eingängen) und unverändert passive Elektronik.
    Neu sind ein höheres Gehäuse und dementsprechend ein größerer lautstärkeregler sowie ein Kopfhörerausgang, für dessen Betrieb man dann allerdings ein Stromkabel in den Controller stecken muss.
    Aufgrund dieser zusätzlichen Features ist der Preis auf 125€ (Straßenpreis) gestiegen.

    Auch wenn ich mir für künftige Generationen des Geräts eine Talkback-Funktion und mehr Eingangskanäle wünschen würde, bin ich mit diesem Gerät bis jetzt sehr zufrieden und finde es in Anbetracht des Erscheinungsdatums dieses Vergleichstests schade, dass lediglich das inzwischen vom Markt genommene Vorgängermodell Beachtung fand.

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    @ KLINKE

    Danke für den Hinweis. Das haben wir nicht absichtlich gemacht. Nun ist der M-Patch 2 drin ;-)

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    Samson C-control

    Entweder ich hab Riesenpech oder Samson hat Probleme mit der Verarbeitungsqualität: Vor einem Monat gekauft ist jetzt schon mein zweites (!) Gerät defekt (ein Ausgangskanal bleibt stumm – gleichen Fehler hatte schon mein Erstgerät). Außerdem gibt es einen kleinen (für manche aber entscheidenen) Fehler in der Beschreibung: Über den Cue-Out (für die Kopfhörermischung: Darauf wird das Talkbackmikro geroutet) lässt sich nur einer der 4 Eingangspaare hören. Playback von der DAW plus Talkback plus Mikrosignal von einem Mischpult z.B. ist nur über einen weiteren Minimixer machbar. In der Anleitung steht's anders. Samson bestätigt den Fehler. Schade… Wäre sonst ein prima Teil.

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    AMAZONA Archiv

    Nochmal Samson c-control

    Drittes Gerät auch kaputt. Händler murmelte was von "Ja ich weiß, es ist immer der linke Kanal…". Schade.

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    AMAZONA Archiv

    Bei mir ist nun auch schon nach wenigen Monaten das zweite Gerät defekt! Allerdings beidemale ein anderer Fehler…

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    AMAZONA Archiv

    Vorsicht mit diesen Vergleichstests
    die oft nach dem Schema aufgebaut sind das billigere Geräte mehr kritisiert werden als teuerere Geräte.Zum Beispiel werden hier die Cinch Anschlüsse des Behringer Minimon als nicht professionel kritisiert, aber auch der C-Control hat Cinch Anschlüsse. Man kann, wenn man die Cinch Anschlüsse beim Behringer umgehen will das 2te Speaker Paar an die Cue Out Ausgäne anschliessen die wie die
    Ausgänge A 6.3mm Jacks sind

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      AMAZONA Archiv

      Vosicht vor solchen Kommentaren, denn wir haben sehr wohl auch beim Samson die fehlenden XLR Anschlüsse kritisiert. In Grunde genommen geht es aber um Symmetrie und Unsymmetrie.

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    AMAZONA Archiv

    aktiv versus passiv:
    bei SPL Volume 2 im Web steht: "da
    passive Schaltungen bei Pegeländerungen auch Impedanzen verändern und so einen linearen
    Frequenzgang verhindern.". Was ist da dran? Ist der SM Pro Audio – M-Patch 2 dem SPL Volume 2 klanglich unterlegen?

  10. Profilbild
    Tobias Kasper

    guter Testbericht, nur schließe ich mich meinem Vorredner an, dass es mir scheint, als sei teurer = besser.
    Ich arbeite mit dem TC Levelpilot, vorher mit den SM Audio Teilen.
    Ich merke keinen Unterschied.
    Auch konnte ich den BigKnob testen – nix anders als zuvor…
    Die Dinger zun alle, was Sie sollen – wie beim Auto, die fahren alle.
    Ob jemand die Extras braucht, ist je nach arbeitsumfeld individuell und jeder muss das passende Teil für sich finden.
    Denn laut und leise machen die alle ;-) mfg

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