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Test: Behringer DDM4000

DDM4000

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Mit dem DDM4000 betrat Behringer Neuland und präsentierte bereits im letzten Jahr auf der Frankfurter Musikmesse das Konzept seines ersten digitalen DJ-Mixers. Ob auch dieser mit den Behringer typischen Eigenschaften – viele Funktionen für kleines Geld – ausgestattet wurde, lesen Sie in dem vorliegenden Testbericht.

Erster digitaler DJ-Mixer von Behringer, der DDM4000.

Erster digitaler DJ-Mixer von Behringer, der DDM4000.

Konzeption
Der DDM4000 ist ein vierkanaliger DJ-Mixer, der analoge Signalquellen wie Plattenspieler oder CD-Player wiedergeben kann und außerdem mit MIDI-Controller-Funktionen bestückt ist. Letzteres versetzt ihn in die Lage, Software-Programme wie Ableton Live oder Traktor fernsteuern zu können. Auf der kreativen Seite hat das Gerät ebenfalls zahlreiche Ausstattungsmerkmale zu bieten, wie beispielsweise zwei unabhängig nutzbare Effektprozessoren und einen Sampler.

Eingänge
Bevor man mit der Arbeit eines Mixers beginnen kann, bedarf es der Zuführung von Signalquellen und dem Anschluss an eine Verstärkeranlage. Nimmt man sich die Rückseite des DDM4000 vor die Brust, so offenbaren sich für alle vier Kanäle Line- und Phono-Kanäle, wobei letztere ebenfalls via Taster zu Line-Eingängen umgeschaltet werden können. Hier kann der Behringer-Mixer also schon einmal punkten, da manche Geräte dieser Gattung diesbezüglich Limitierungen aufweisen. Diese äußern sich dergestalt, dass nicht in jedem Kanal jede Signalart zugeführt werden kann. Auch im Bereich der Mikrofonanschlüsse gibt es die Option, bis zu zwei Sprecher oder Sänger gleichzeitig zu Gehör zu bringen. Über eine eigene Sektion auf der Oberseite des Mixers können gezielte Modifikationen des Mikrofonsignals erfolgen. So steht beispielsweise ein dreibandiger Equalizer für die Klangregelung zur Verfügung. Über ein spezielles Setup-Menü können weitere Einstellungen für diesen Bereich wie die Anpassung des Equalizers, die Panoramaverteilung der beiden Mikrofonsignale oder auch die Aktivierung eines Kompressors vorgenommen werden. Zusätzlich findet man hier auch sieben verschiedene Effekte (wie z.B. Flanger, Phaser, Delay etc.), die der alleinigen Bearbeitung der Mikrofonsignale dienen. Aktiviert werden diese Effekte über einen dedizierten Taster, ebenso wie die vor allem bei Alleinunterhaltern beliebte Talkover-Funktion, die ein temporäres Absenken des Musikpegels bewirkt.

Ausgänge & MIDI
Ausgangsseitig finden sich zwei separat steuerbare Wege. Ausgang A bietet hierbei eine unsymmetrische und eine symmetrische Variante. Letztere wurde als XLR-Ausführung verbaut und verfügt über drei Anschlüsse. Somit gibt es neben einer Links-/Rechts-Trennung auch einen eigenen Subwoofer-Ausgang inklusive einer eingebauten Frequenzweiche, die eine Aufteilung der Frequenzen auf die Anschlüsse vornimmt. Ausgang B, der zum Anschluss eines Monitoring-Systems gedacht ist, führt sein Signal über unsymmetrische Cinch-Buchsen nach außen. Für digitale oder analoge Mitschnitte stehen noch zusätzliche Ausgänge parat. Eine weitere Besonderheit hat das Behringer-Gerät im Master-Bereich zu bieten. Auf Knopfdruck kann hier ein Dynamik-Effekt aktiviert werden, der über das Setup-Menü des Mixers konfigurierbar ist und neben einer „normalen“ Kompression auch bewusst zum „Pumpen“ des Ausgangssignals eingesetzt werden kann. Die Kopfhörer-Sektion ist ebenfalls großzügig ausgestattet und bietet neben verschiedenen Vorhöroptionen auch eine Anhebungsmöglichkeit für die Mitten- und/oder Bassfrequenzen. Nicht ganz in das ansonsten gut durchdachte Layout des Mixers passt allerdings die Position der Kopfhörerbuchse. Je nach Aktionsradius des Nutzers kann es so schon einmal vorkommen, dass das Kopfhörerkabel quer über den Mixer hängt und somit die Bedienung des Geräts behindert wird. Die MIDI-Abteilung des Mixers, über die das Senden und Empfangen von MIDI-Controller-Daten erfolgt, besteht aus einem MIDI-Trio (IN/OUT/THRU).

Der DDM4000 zeigt sich recht anschlussfreudig

Der DDM4000 zeigt sich recht anschlussfreudig

Kanal- und Crossfaderausstattung
Die vier Kanäle des Mixers sind mit einem Dreiband-Equalizer ausgestattet, der in allen Bändern als Kill-Equalizer arbeitet und eine Anhebung von 12 dB erlaubt. Neben den EQ-Potis untergebrachte Taster dienen als Kill-Switches oder dem Abrufen von selbst gewählten Equalizer-Einstellungen. Die Vorverstärkung ist in jedem Kanal separat justierbar und eine optische Kontrolle des Eingangspegels ermöglicht eine zweifarbige LED-Kette. Über einen Fader, dessen Faderkurve drei unterschiedliche Verläufe haben kann, erfolgt die Lautstärkenkontrolle. Jeder Kanal kann dem Crossfader mittels Knopfdruck zugewiesen werden und eine LED gibt Auskunft über den aktuellen Zuweisungszustand. Für den Crossfader kann die Faderkurve stufenlos angepasst werden, und die Ausstattung mit einer eigenen Equalizersektion erweitert seinen Aktionsradius.

Kreativabteilung
In der Mitte des DDM4000 befindet sich ein Display, das den Nutzer mit vielen nützlichen Informationen versorgt, die er während seines Gigs benötigt. So werden beispielsweise die gerade geladenen Effekte und die von den Beatcountern ermittelten Geschwindigkeiten angezeigt. Wie eingangs erwähnt, stehen zwei unabhängig voneinander nutzbare Effektprozessoren zur Verfügung, die beide mit neun Effekten bestückt sind. Ihre Verschaltung kann auf unterschiedlichen Kanälen erfolgen oder hintereinander im gleichen Kanal. Alle Effekte sind editierbar und können zum Songtempo synchronisiert werden. In ihrer Auswahl befinden sich unter anderem Flanger, Echo, Hall und Filter. Für jeden Effekt besteht außerdem die Möglichkeit, seine Wirkungsweise auf bestimmte Frequenzen zu beschränken, somit ist ein sehr gezielter Einsatz der Effekte möglich. Ein weiteres Tool, das Behringer dem Mixer mit auf den Weg gegeben hat, ist ein Sampler mit zwei Speicherplätzen. Samples mit einer Länge von bis zu 32 Sekunden können hierüber im nicht permanenten Speicher des Geräts abgelegt werden. Die aufgenommenen Signale können dabei aus einem der vier Kanäle oder auch dem Mikrofonkanal stammen. Die Wiedergabe der Samples erfolgt als Loop oder One-Shot und das sowohl vorwärts als auch rückwärts. Optional kann das Triggern des Samples auch über den Crossfader gesteuert werden. Eine eigene Effekteinheit im Samplerbereich ermöglicht die Simulation eines Plattenspielerstoppens.

Das Display sorgt für einen Überblick beim Arbeiten

Das Display sorgt für einen Überblick beim Arbeiten

Praxis
Der DDM4000 bietet eine sehr große Funktionsausstattung und viele Parameter können zusätzlich noch an die Vorlieben der User angepasst werden. Über eine Speicherfunktion ist es möglich, die im Setup-Menü des Mixers konfigurierbaren Einstellungen festzuhalten. Wer sich mit den Details des Mixers auseinandersetzen möchte, kommt an dem gut geschriebenen Handbuch nicht vorbei und sollte auch eine gewisse Einarbeitungszeit in die Bedienbesonderheiten des Geräts investieren. Gerade wenn Sie auch die MIDI-Controller-Eigenschaften des Mixers nutzen wollen, ist es unabdingbar, die vielfältigen Arbeitsmodi genau zu studieren und die Auswahl so zu treffen, wie sie für den individuellen Anwendungsfall am besten ist. Die Zusammenarbeit mit Software Programmen wie Traktor oder Ableton Live klappte im Praxistest ohne Beanstandungen, was auch an der Tatsache liegt, dass sich beide Applikationen über MIDI-Learn recht einfach konfigurieren lassen. Die Haptik des Mixers sowie seine Klangqualität sind ordentlich und gehen auch hinsichtlich dessen, was der Hersteller für den Mixer an monetärer Gegenleistung erwartet, vollkommen in Ordnung.

Fazit
Mit dem DDM4000 hat Behringer einen gut gelungenen und sehr großzügig konfigurierbaren digitalen DJ-Mixer aus dem Hut gezaubert. Viele Detaillösungen sind nahezu einzigartig und auch nicht bei Mixern zu finden, die deutlich teurer sind. Somit wird die Suche nach echten Alternativen durchaus schwierig. Die große Menge an Funktionen und Einstellungsmöglichkeiten hat natürlich zur Folge, dass man sich eingehend mit dem Gerät auseinandersetzen muss, bis man es komplett ausreizen kann. Der DDM4000 empfiehlt sich für Anwender, die einen Mixer mit vielen Funktionen suchen, der zudem auch als MIDI-Controller nutzbar ist.

PLUS
- viele kreative Funktionen
- frei kombinierbare Effekte
- MIDI-Controllerfunktionen zur Softwaresteuerung
- günstiger Anschaffungspreis

MINUS
- Platzierung der Kopfhörerbuchse

PREISE
Herstellerpreis: 475 Euro
Straßenpreis: 329 Euro

  1. Avatar
    Felix

    also für den preis echt krass, wenn ich da an mein nuo 4 denke ;)

    • Avatar
      Andreas

      Den Mixer gibt es noch gar nicht zu kaufen!
      Wie willst du ihn also bewerten können?!?!

      • Avatar
        Felix

        also ich weiß ja nicht was mit dir abgeht, aber ich hab ihn auf ebay schon zu kaufen gesehen, und auf der musik messe konnt mann ihn auch schon testen…
        Außerdem habe ich mich auf den Artikel text bezogen…

  2. Avatar
    Atze.Peng

    Also als Mittelklassen DJ der noch lernt is das teil echt genial…

  3. Avatar
    Tronic S.

    einem DJ der noch lernt, wären das ein paar zu viele Tasten und es würde ihn wahrscheinlich abschrecken. Ich hab es selbst für meine Arbeit mal getestet. Da ich einen Pioneer DJM-800 als mein eigen nennen kann, hab ich natürlich sehr hohe Ansprüche an das Gerät gehabt. Das einzige was mir positiv aufgefallen ist, das man 2 Effekte auf ein Signal schicken kann z.b. Flanger und denn Echo(was bei dem DJM-800 nicht geht). Ohne die entsprechende Bedienungsanleitung würde ich damit nicht auflegen. So viele Funktionen, macht ein sehr schnell wirr.
    Der Preis ist recht günstig für das Modell. Man sollte es aber vorher bei seinem Freundlichen an testen. Oder mein kleiner Tipp: Reloop DSP-40 / denn finde ich als gut nach gebauten Pioneer DJM-600
    MfG Tronic S.

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    Chaos

    Zu viele Tasten?
    Jammer jammer :D
    Ich hab mir das Teil gekauft find finde es 1A.
    Weiß auch das Behringer nen eher schlechten Ruf hat aber für den Preis ist der Mixer Nr1 und dann können mir andere sagen was sie wollen.
    Was noch mal die Tasten angeht:
    1. es sind nicht zu viele bei dem was es kann.
    2. Nach 2-3 mal auflegen hat man schon eine Routine wenn man nicht dumm ist :D
    3.Bei Midisteuerung sind die Tasten sehr sinnvoll.
    4. Die Mixermenüs und Anleitung sind sehr verständlich.

    Preisleistung nach meiner Meinung SUPER!

    LG
    Chaos

  5. Avatar
    TIGERBEAT

    Habe mir den Mixer auch zugelegt und bin zu 99% zufrieden mit dem Mixer. Ausstattung und Technik sind der Hammer. Der Klang ist sehr gut. Die Effekte und der Sampler funktionieren 100%ig und hören sich gut an. Verarbeitungsqualität ist der Preisklasse angemessen O.K. Fehler wie beim DJX 700, z.b. das der Kanal offen bleibt wenn das Effektgerät auf einen bestimmten Kanal zugewiesen und aktiviert ist obwohl der Fader ganz unten ist gibt es nicht.

    Für den Preis von 327€ erhält man ein Pult was dem DJM 800 an Möglichkeiten weit überlegen ist. Das Handling lässt sich schnell erlernen und ist nach kurzer Zeit intuitiv. Meiner Meinung nach gibt es im Moment für den Preis nichts besseres auf dem Markt.

    Ein paar Kritikpunkte habe ich trotzdem:

    1)Die Kopfhörerbuchse ist sowas von bescheiden platziert…
    2)Keine Klinke/XLR Kombibuchse für den Mic Kanal (Nur 2 normale XLR)
    3)Keine XLR Buchse auf dem Gerät. Beide befinden sich hinter dem Gerät
    4)Wenn ein Effekt einem Kanal zugeordnet ist zieht man mit dem Fader auch den Effekt leiser.
    5) Kopfhöhrerausgang übersteuert bei hohem Kanal Gain

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