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Test: Steinberg UR824, USB 2.0 Audio-Interface mit integriertem DSP Mischpult und Effekten

Steinberg UR824

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Das neue Steinberg UR824 ist ein 19″-fähiges Multikanal-Interface. Damit erweitert Steinberg seine Reihe an 19″-Audiointerfaces um ein Gerät mit USB 2.0 Schnittstelle, während die bekannten MR-Interfaces auf Firewire basieren. Da USB 2.0 in wirklich jedem aktuellen PC oder Mac zu finden ist und mittlerweile auch von der Audio-Performance der meisten Treiber stark aufgeholt hat, wird es auch im gehobenen Bereich mittlerweile gerne eingesetzt.

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Schon der erste Eindruck ist positiv: Das 824 ist in einem stabil anmutenden Metallgehäuse mit knapp 30 cm Tiefe integriert. Die Verarbeitung erscheint hochwertig, und auch wie schon beim UR28M lassen Yamahas Fertigungsstätten grüßen, diesmal aus Indonesien. Auffällig, weil hochwertig, fühlen sich die Potis auf der Frontplatte an. Diese laufen geschmeidig mit dem richtigen haptischen Widerstand, sind recht stabil gelagert und obendrein auch mit der Frontplatte verschraubt.

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Rechts neben den analogen Eingängen finden wir einen mit schwarzem Siebdruck hinterlegten Bereich, der für das Monitoring zuständig ist. Er bietet gleich zwei getrennt in der Lautstärke regelbare Kopfhörerausgänge und einen größeren Regler, der für eine  möglicherweise direkt angeschossene Abhöre einzusetzen ist. Dazwischen visualisieren acht LEDs den aktuellen Sync-Zustand des UR824 und die aktuelle Samplefrequenz. Als Sync-Quellen stehen Workclock oder eine der beiden ADAT-Eingänge zur Verfügung. Einen internen Quarz besitzt das UR824 natürlich wie jedes andere Audio-Interface auch. An Abtastraten kommen die bekannten 44,1, 48, 88,2 und 96 kHz zum Einsatz. Höhere Frequenzen bleiben außen vor.
Die acht analogen Eingänge sind als XLR/Klinken-Kombibuchsen ausgeführt. Leider wurde dabei auf die XLR-Verriegelung verzichtet, was leider bis heute bei vielen Herstellen sehr beliebt ist. Zwar sitzen XLR-Stecker normalerweise recht fest im Gerät, jedoch kann es bei Arbeiten hinter oder vor dem Rack immer mal wieder passieren, dass ein Kabel aus Versehen gestreift wird und sich so der Kontakt lockert.

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Die ersten beiden analogen Eingänge sind zusätzlich mit einem HI-Z Eingang bestückt, so dass dort auch Tonabnehmer mit hoher Impedanz angeschlossen werden können. Ein -20dB Pad-Schalter ist für alle acht Eingänge getrennt vorgesehen. Phantomspeisung (48 Volt) kann den Eingängen nur paarweise zugeschaltet werden und nicht einzeln. Eine Signal/Peak LED deutet an, wenn ein Signal anliegt bzw. zeigt an, wenn ein Signal übersteuert. Die acht analogen Ausgänge sind als symmetrische 6,3mm Kunststoff-Klinkenbuchsen ausgeführt.

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Das UR824 verfügt darüber hinaus über je zwei ADAT Ein- und Ausgänge, über die weitere Geräte wie Analog-Digitalwandler angeschlossen werden können. Somit stellt das UR824 maximal 24 Eingänge und 24 Ausgänge bei einfacher Abtastrate (44,1 oder 48 kHz) zur Verfügung. Bei doppelter Frequenz (88,2 oder 96 kHz) werden pro ADAT Port nur noch vier Kanäle übertragen, womit die maximale Kanalzahl dann auf 16 (acht analog + acht digital) absinkt.
Während man koaxiale S/PDIF Anschlüsse und MIDI vermisst, gibt es einen BNC Wordclock-Ausgang und einen zwischen Ein- und Ausgang umschaltbare BNC Wordclock-Armatur. Allerdings können beide ADAT Schnittstellen ins S/PDIF Format geschaltet werden.

  1. Profile Photo
    geromusic

    Hallo und vielen Dank für den ausführlichen Testbericht! Mich würde insbesondere noch ein Wort zum Klang des UR824 interessieren – gerade, weil ich für gelegentliche Aufnahmen mit kleinen, klanglich feinen klassischen Ensembles ein Gerät suche, dass gute, sauber abbildende Vorverstärker bietet. Die technischen Werte scheinen ja nicht schlecht zu sein. Was sagt das geübte Ohr dazu? Gerade auch im Vergleich zu den üblichen Konkurrenten (RME etc.)?
    Herzlichen Dank für eine Antwort!

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      h.fin

      Wo und wie werden die Aufnahmen denn gemacht? In einem Studio mit akustisch getrennter Regie? Oder in einem Raum? Welche Mikros verwendest du?

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        geromusic

        ..es sind in der Regel “klassische” Aufnahmen: Haupt- und Stütz-Mikrofonierung, das Ensemble im Ganzen. Jazz/Rock/Pop nehme ich im Grunde nie auf, weshalb ich die umfangreichen Monitoring-Funktionen und die DSP-Effekte des UR824 eigentlich nicht brauche.
        Für die Mikros: Die üblichen Kleinmembran-Mittelklasse-Verdächtigen (Rode NT5, Oktava, Audio Technica etc.; manchmal geliehene Sennheiser MKH 8050 oder Neumänner). Ich mache nicht besonders häufig Aufnahmen; mich interessiert vor allem ein feiner, sauberer Klang der Vorverstärker und die Möglichkeit, den unproblematisch aufzunehmen (Laptop + Cubase). Da es sich v.a. um kleine Ensembles handelt, brauche ich wohl nie mehr als 8 Kanäle gleichzeitig; vielleicht mal mit der Option, einen 8-Kanal-Preamp notfalls dazuzunehmen (ADAT o.ä.).
        Ich habe mal ein RME Fireface 400 besessen und war mit dem Klang natürlich sehr sehr zufrieden. Die Frage ist für mich, ob die Vorverstärker des Steinberg-Gerätes an die Qualität heranreichen.
        Danke für ein paar Erfahrungen!!

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          h.fin

          Ich hatte mit dem 824 ein paar Aufnahmen mit einem TLM103 gemacht und die waren sehr gut und natürlich. Da du das FF400 referenzierst, das habe ich ebenfalls und bin der Meinung dass es noch neutraler klingt als der 824. Zu neutral kann aber auch schnell nüchtern werden…. aber du hast ja auch eine gute Auswahl an Mikros.

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