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20 Years ago: April 1980

1. April 2000

April 1980

DER OBERHEIM FÜR 3.300,-

hieß damals die Schlagzeile der aktuellen Oberheim Anzeige. Und das war wahrlich eine Sensation, denn zu einem Bruchteil der sonstigen Kosten eines Oberheim-Synthesizers konnte man plötzlich den Original-Oberheim-Sound erwerben. Gemeint war der monophone Analogsynthesizer OB-1. Zum Vergleich: Zeitgleich erschienen auf der Frankfurter Musikmesse der große Bruder OBX als vierstimmige Version für DM 7.650, die sechsstimmige Version für DM 8.900, sowie die achtstimmige Version für DM 9.850 (Preisliste Synthesizerstudio Bonn).
Der OB-1 war als waschechter Lead-Synthesizer konzipiert, verfügte über 2 Oszillatoren sowie einen umschaltbaren Low-Pass Filter mit 12dB oder 24dB Flankensteilheit. Die selbsterstellten Sounds lassen sich auf acht Programmplätzen speichern, was für die damalige Zeit noch ein besonderes Feature war. MIDI war dem OB-1 fremd. Heute zählt der OB-1 zu den echten Raritäten, da in Deutschland nur wenige Stückzahlen verkauft wurden.

Oberheim OB-1

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Im April 80 standen dann auch erstmals die Produktneuheiten der Frankfurter Musikmesse in den Musikläden. KAWAI hatte beschlossen, seine Produkte von nun ab unter dem Namen TEISCO zu verkaufen. Das Top Modell der neuen TEISCO-Serie stellte der monophone TEISCO 110F dar, der aber bald darauf wieder in Vergessenheit geriet. Einen richtigen Messeknaller hatte hingegen die Firma MOOG mit dem Moog Prodigy gelandet, der für unter DM 1.000 in die Läden wandern sollte. ROLAND stellte den SATURN-09 (SA-09) vor, der in seiner Bedienung dem Roland PROMARS sehr ähnlich war, jedoch auf Speicherplätze verzichtete. Der SA-09 gehörte ebenfalls zu den monophonen Solo-Synthesizern, verzichtete jedoch auf einen stimmbaren, zweiten Oszillator und setzte stattdessen einen Sub-Oszillator ein. YAMAHA baute seine CS-Serie nach unten hin aus, um ebenfalls in der Low-Budget Preisklasse konkurrenzfähig zu sein. CS15D hieß das duophone wuchtige Schwergewicht, das 29 Presets und einen programmierbaren Speicherplatz hatte. Der Clou: man konnte einen Presetsound mit dem frei programmierten Sound mischen. Über zwei getrennte Ausgänge ließen sich beide Klänge sogar getrennt in ein Mischpult leiten.

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KORG hatte seinen Messeknaller bereits vor der Messe lanciert, so dass der Korg SIGMA bereits in der damaligen April-Ausgabe vom FACHBLATT getestet werden konnte. Nachdem Korg sich mit dem MS10 und dem MS20 bei den Musikern soeben einen Namen gemacht hatte und immer beliebter wurde, folgte mit dem SIGMA ein monophoner Presetsynthesizer, dessen Klänge sich nur in geringem Maße verändern ließen.

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Korg Sigma

Noch eine Randanekdote: In den Ausgaben Januar und Februar 1980 des FACHBLATTS, gab es ein zweiteiliges Feature über TANGERINE DREAM plus ausführlichem Interview mit Edgar Froese, welches der damalige Fachblatt-Redakteur Gerald Dellmann durchführte.

Die Fotos zum Interview wurden von Monika Froese, der Frau des Stars, geschossen. Nach Veröffentlichung der Story erhielt das Fachblatt eine Rechnung für jedes veröffentlichte Foto über DM 30, Grund genug für die Fachblatt-Redaktion, in der April-Ausgabe einen Sonderartikel über FROESE zu veröffentlichen, in dem der Vorfall nochmals minutiös beschrieben wurde. Headline dieses Artikels: FROESE IST BÖSE

 

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