Das Leatherman-Verbot, Katastrophe für Roadies!

10. Juli 2019

Was hat sich getan am Multitool-Verbot?

Vor knapp zwei Jahren haben wir einen Artikel geschrieben, der sich mit dem Thema Zweihandwaffen befasst hat. Als Musiker denkt ihr euch jetzt, dass ihr mit Waffen ja sowieso nichts am Hut habt, aber wer von euch hat denn schon mal ein Multitool benutzt? Die Roadies unter euch sollten spätestens jetzt hellhörig werden. ;-)

Denn wie gesagt gibt es in Deutschland seit zwei Jahren ein Gesetz, das Multitools als sogenannte „Einhandwaffen“ klassifiziert und als diese dürfen sie nicht in der Öffentlichkeit getragen werden. Wer hier nicht aufpasst, den erwarten empfindliche Strafen. Für die Juristen unter euch haben wir HIER nochmal den gesamten Gesetzestext verlinkt. Aber bevor hier Aktionismus ausbricht, einige Einschränkungen gibt es doch und wir können euch von vornherein sagen, meistens seid ihr auf der sicheren Seite. Und wie sich das genau verhält, versuchen wir euch in den folgenden Zeilen zu erklären.

Nicht verboten, da kaum mit einer Hand arretierbar

Wir haben ein paar Tipps für euch, wie ihr euer Multifunktionstool auch weiterverwenden könnt, ohne rechtliche Probleme zu bekommen. Und lieber warnen wir euch einmal zu viel, als einmal zu wenig, oder? An dieser Stelle wollen wir ausdrücklich darauf hinweisen, dass wir hier keine Rechtsberatung sind. Am Ende seid deswegen natürlich ihr selbst für die Dinge verantwortlich, die ihr macht. Zuerst können wir euch entwarnen. Solltet ihr ein Multitool besitzen, das keine einhändig arretierbare Klinge hat, seid ihr fein raus. Habt ihr genauso ein Modell und benutzt es auf der Arbeit, gibt es ebenso keine Probleme. Erst auf dem Heimweg könnten euch Schwierigkeiten erwarten, solltet ihr den Leatherman offen mit euch herumtragen. Hier empfiehlt es sich daher eine verschließbare Tasche mitzuführen, in der ihr den Leatherman nach getaner Arbeit einpacken könnt. Als verschließbare Tasche gilt alles, was nicht eben mal flott aufgemacht werden kann. Ein Reißverschluss reicht also nicht aus. Also um das Ganze deutlich klarzustellen. Habt ihr ein Multitool, bei dem ihr mit nur einer Hand eine Klinge ausfahren könnt, die danach starr ist, solltet ihr euch besser die genauen Regeln zu Gemüt führen. Ist dem nicht so, könnt ihr eure Tools getrost weiter benutzen.

Genau erklärt und mit Bildmaterial unterlegt wird das Ganze noch einmal durch dieses Video.

Jetzt ist wieder eure Meinung gefragt. Wusstet ihr von diesem Verbot? Und im generellen, wie seht ihr die Sache? Findet ihr das übertrieben, oder sollte man hier eurer Meinung keinen Unterschied machen und eine klare Grenze ziehen. Wir hoffen wir konnten ein paar Unwissende informieren und vor unnötigen Strafen bewahren. Jetzt sind wir auf eure Meinungen gespannt. Also haut in die Tasten!

Leathermans on YouTube

Über die kleinen Helferlein gibt es im Netz einiges an Videos.

Forum
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    Larifari  

    Wow…tatsächlich habe ich einen Leatherman als Backuptool für den Aufbau dabei. Im Verbund mit guten Tape eine mächtige „Waffe“. Von dem Verbot wusste ich nix – werd mich aber die Tage mal genauer schlau machen inwiefern mein Exemplar davon betroffen ist. Vielen Dank.

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      TobyB  RED

      Du kannst es auf Tour weiter mitführen. Und Verbot ist nicht richtig. Vermutlich wurde das Gesetz und dieser Paragraph unscharf formuliert. So das dieser Unfug im Raum steht. Ich war neulich Trucks bei Bryan Adams in Oberhausen zählen, da hatten die alle Leathermans, einige zwei am Gürtel. Der Polizei war das dermassen egal. Ein Typ hatte 3 Rollen Gaffa und zwei Leathermans am Gürtel.

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    lightman  AHU

    Jau, wieder so eine lächerliche Reglementierung. Die können mich mal, ich nehme mein Multitool wie gehabt in der Hose mit, wenn ich auf Einsatz bin.

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      dilux  AHU

      eine höchst unbedachte äusserung inklusive trotzigem aufstampfen…daß an waffengesetzen nichts lächerlich ist, zeigt ja wohl das beispiel usa und deren viel zu liberale handhabung dieses themas. daher finde ich, lieber ein bischen mehr als zu wenig…und wenn man mal genau hinschaut, ist der aufwand wohl doch vertretbar

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        lightman  AHU

        Ich arbeite in der Feuerwerksbranche mit Schwerpunkt technische Pyrotechnik, wir bauen u. a. Waffen für Übungs- und Filmzwecke um, daher bin ich bezüglich der gesetzlichen Hintergründe und des leider immer weiter um sich greifenden gesetzgeberischen Aktionismus bestens informiert. Sicherheit wird nicht durch Symbolpolitik geschaffen, sondern ist eine Sache der Einstellung, und Freiheit wiegt schwerer als Sicherheit. Die Regelung ist in der Tat schwammig formuliert, aber es gab schon Fälle, wo etwa eine im Auto mitgeführte und bei Aldi gekaufte Astsäge oder in der Hosentasche getragene Airsoft-Munition zu mehrwöchigen Ermittlungen nebst Beugehaftandrohung führte. Die schwache Formulierung führt genau zu solchen Auswüchsen, und es wird von Jahr zu Jahr schlimmer.

        Ein potentieller Straftäter lacht sich den Buckel krumm über solche Gesetzesänderungen, während normale Menschen zunehmend eingeengt und grundlos kriminalisiert werden. Wenn du derlei Auswüchse gutheißt, ist das deine Sache, ich für meinen Teil werde mich auf den zivilen Ungehorsam berufen und meinen Werkzeugkoffer so lassen, wie er ist.

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      TobyB  RED

      Ligthman entspann dich, das ist so nicht ganz richtig. Möchtest auch ein Helles?

  3. Profilbild
    Franz Walsch  AHU

    Aufgrund der heftigen und schnell tödlichen Verletzungsgefahr (verbluten etc.) wurde dieses Gesetz erlassen. Einen potenziellen Täter wird nichts abschrecken.
    Mir macht der entlassene Sternekoch mit seiner Messersammlung unterm Arm mehr Angst. Außerdem hat ein Cutter auch eine feststehende Klinge (siehe auch 9/11).

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