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Free-TV Dokumentation: Die Geschichte der elektronischen Musik

Die Doku Electronic Vibrations erzählt die Geschichte der elektronischen Musik im Free-TV

9. November 2022

Die ARD hat eine Dokumentation über elektronische Musik veröffentlicht. Es ist nicht die Erste ihrer Art, aber die ARD behauptet, es sei die bisher Vollständigste. Na, dann schauen wir mal, was die Filmemacher zu erzählen haben.

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Electronic Vibrations: Ein Sound verändert die Welt“ setzt im zweiten Weltkrieg in Paris an. Pierre Schaeffer war damals im Widerstand und leitete einen Piratensender. Nach dem Krieg hatte Pierre Schaeffer die Idee, Musik aus Geräuschen zu erschaffen, die er Musique concrète nannte. Er bediente sich bei den Ton-Aufnahmen aus dem Radioarchiv, die auf Schallplatten vorlagen und kombinierte deren unterschiedliche Klänge zu einer Komposition.

Er wurde sich der Macht der Repetition bewusst und wurde zum Erfinder der Loop. 1948 wurde die erste Komposition „Étude pathétique“ fertiggestellt. Danach begann die Zusammenarbeit mit Pierre Henry, dem das letzte Werk von Jean-Michel Jarre gewidmet ist. Das Stück „Symphony Pour Un Homme Seul“ war das erste elektronische Stück, das live aufgeführt wurde und ausschließlich aus Lautsprechern erklungen ist.

Pierre Schaeffer an den Turntables

Durch den Erfolg wurden Éliane Radigue und Karlheinz Stockhausen auf Pierre Schaeffer aufmerksam und studierten bei ihm. Beide verließen aber Pierre Schaeffer schnell wieder. Éliane Radigue fühlte sich als Frau nicht respektiert und machte später mit ihren Kompositionen am ARP 2500 von sich reden. Karlheinz Stockhausen waren die Ideen nicht radikal genug und kehrte 1953 nach Köln zurück, um im Funkhaus des WDR elektronische Musikgeschichte zu schreiben. Viele elektronische Studios auf der Welt hatten das WDR „Studio für Elektronische Musik“ (SEM) als Vorbild.

Nach diesen akademischen Ansätzen macht die Dokumentation einen Sprung und wendet sich den Beatles zu und ihrem Stück Revolution 9, das sich auf dem 1968 erschienenen White Album findet und in der Tradition der Musique concrète erschaffen wurde. Die Beatles sind deshalb so wichtig, weil sie die erste Pop-Band waren, welche die Möglichkeiten eines Studios voll ausschöpften. Der Synthesizer wurde schnell von der Rock-Elite wie Emerson, Lake & Palmer, Pink Floyd, The Who und anderen adaptiert. Schnell begann mit Tangerine Dream, Kraftwerk und Jean-Michel Jarre die nächste Evolution der elektronischen Musik.

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Danach wird die Dokumentation sprunghaft, weil die gesamte Popwelt die Möglichkeiten der elektronische Musik für sich entdeckte und den Elektro-Pop erschuf. Der nächste revolutionäre Schritt war das Stück „Planet Rock“ von Afrika Bambaataa & Soulsonic Force, die das Stück „Trans Europa Express“ von Kraftwerk sampelten und mit Rap kombinieren, was als Geburtsstunde des Hip-Hop angesehen wird, und von dort ist es nur noch ein kurzer Schritt zum Techno und alle Stilblüten, die sich daraus ergeben haben und nun echte Massenphänomen geworden sind, die im Mainstream etabliert sind.

Die Dokumentation ist sehenswert, weil Menschen zu sprechen kommen, die bei der Entstehung der elektronischen Musik dabei waren. Indem Jean-Michel Jarre, Peter Baumann (Ex-Tangerine Dream), Éliane Radigue, Jan St. Werner (Mouse on Mars), Simon Stockhausen (Sohn von Karlheinz Stockhausen) und Jacqueline Schaeffer (Witwe von Pierre Schaeffer) zu Wort kommen, gewinnt die Dokumentation an Authentizität.

Visualisierung der Musique concrète: Jedes Bild steht für einen anderen Klang.

Man kann natürlich fragen, ob es korrekt ist, die Dokumentation mit dem zweiten Weltkrieg und Pierre Schaeffer zu starten. Warum hat man Paul Hindemith, Leon Theremin, Oskar Sala, Friedrich Trautwein, das Trautonium und viele andere Persönlichkeiten und Entwicklungen, die weit vor dem zweiten Weltkrieg stattfanden, ausgelassen? In 51 Minuten, von denen 5 Minuten der Einleitung gewidmet sind, muss natürlich viel eingedampft werden. Trotzdem gut erzählt, wenn auch nicht vollständig und immer korrekt, wie die Dokumentation behauptet.

Hat euch die Dokumentation gefallen? Wo beginnt für euch die Geschichte der elektronischen Musik?

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Forum
  1. Profilbild
    Dirk Matten RED

    Dem von der ARD produzierte Film und unter dem Begriff „WDR KLASSIK“ veröffentlicht mangelt es an Trennschärfe beim Begriff „Elektronische Musik“, denn hier wird alles mögliche beliebig zusammengerührt. Die ARD als öffentlich-rechtlicher Sender mit Bildungsauftrag hat hier auf ganzer Linie versagt. Dass Planet Rock nicht von Kraftwerk gesampelt wurde, weiß inzwischen jeder Mensch, von daher ist die Wiederholung im Text einfach falsch. Verzichtbar.
    Und: Nicht die verwendeten Instrumente machen das Gesicht einer Musik aus, sondern wie sie komponiert wurde (Herbert Eimert, Haus-Ulrich Humpert – Das Lexikon der elektronischen Musik).

    • Profilbild
      MidiDino AHU

      Die Formulierung „Elektronische Musik“ ist derart allgemein, dass Trennschärfe nicht möglich ist. Eine Differnzierung z.B. zwischen Pop und Klassik bzw. Neue Musik wäre durch die Art und Weise von Kompositionen möglich, aber nicht durch ein Adjektiv elektronisch oder ein substantiviertes Adjektiv. Sich lediglich auf andere einige Autor und ihr altes Lexikon zu verlassen, wäre doch ärmlich.

      • Profilbild
        Dirk Matten RED

        „Elektronische Musik“ ist ein musikwissenschaftlicher Begriff, der durch Werner Meyer-Eppler geprägt wurde.
        Elena Ungeheuer – Wie die elektronische Musik „erfunden“ wurde–: Quellenstudie zu Werner Meyer-Epplers musikalischem Entwurf zwischen 1949 und 1953
        Siehe auch: Sonderheft ELEKTRONISCHE MUSIK, Hausmitteilingen des Nordwestdeutschen Rundfunks, 1954
        Ja und ich wiederhole es gerne noch einmal: Die ARD hat als öffentlich rechtliche Anstalt einen Bildungsauftrag und darf nicht zur Verdummung der Zuschauer beitragen.

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          MidiDino AHU

          Ich stehe auch musikalisch der Klassik bzw.Neuen Musik weitaus näher als dem Pop, denoch würde ich der begrifflichen Fassungen von Dazumal keinen metaphysischen Status gewähren. Die Klangerzeugung war elektronisch, betraf speziell Teile der Neuen Musik, Aber inzwischen hat sich die elektronische Klangerzeugung sehr weit ausgedehnt. Die damalige Formulierung ist heute haltlos. Die Formulierung der Autoren berücksicktigte lediglich ein Zeitphänomen.

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            Dirk Matten RED

            Dann macht mein Türgong auch elektronische Musik. Wo ist es sinnvoll, Karlheinz Stockhausen und Jean-Michel Jarre unter „elektronische Musik“ zu führen, wenn lediglich die Verwendung eines Instrumentariums (wenn überhaupt) das Gemeinsame ist. Daher meine Bemerkung, dass etwas zusammengerührt wird. Der gedankliche Ansatz, der dem Film zugrunde liegt, ist einfach nur dämlich und dient der Verdummung. Von meiner Seite ist an dieser Stelle alles gesagt.

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    Renne

    Die Begrifflichkeit der elektronischen Musik ist eben nur für die Menschen allgemein gehalten. Jeder Song, in fast jedem Genre, ist elektronisch. Von PC Hardware über Hardware Effekten, Peripherie & Co. Die ‚Fachnerds‘ wissen das. Schön, dass die Begriffe immer wieder zu den verschiedensten Darstellungen anregen.

    • Profilbild
      Dirk Matten RED

      So wird der Begriff beliebig und eine tiefergehende Beschäftigung damit unmöglich. Karlheinz Stockhausen und Jean-Michel Jarre zusammenzukochen, zeugt schon von (höflich gesprochen) einer großen Naivität, sprich Inkompetenz. Oder anders ausgedrückt: Keine Ahnung und davon ganz viel.

  3. Profilbild
    Anthony Rother AHU

    Die Doku dient als erstes der Unterhaltung.
    Sie bringt aber auch mal wieder die Geschichte der Elektronischen Musik in den Blick eines größeren Publikums das sonst damit nichts zu tun hat bzw. nichts darüber weiß.
    Eigentlich gut dass da wieder Interesse von den ÖR ist oder ?

    • Profilbild
      Dirk Matten RED

      Man könnte auch Whole Lotta Shakin’ Goin’ On von Jerrry Lee Lewis und die Mondscheinsonate von Beethoven unter Klaviermusik zusammenfassen, um diese so einem größeren Publikum näherzubringen. Vielleicht wird so klar, was für ein Schwachsinn diese Sendung darstellt. Stockhausen würde sich im Grabe umdrehen.

      • Profilbild
        Anthony Rother AHU

        Ich denke man kann in 60 Minuten nicht alle Gebiete der Elektronik so messerscharf differenziert präsentieren.
        So eine Doku würde zeitlich jeden Rahmen sprengen.

        Stockhausen war meiner Meinung nach durchaus sehr daran interessiert seine Kunst zu erklären und einem großen Publikum näher zu bringen.
        Diesen Eindruck hatte ich zumindest als ich mich mal eine zeitlang mit ihm oberflächlich beschäftigt habe.

        • Profilbild
          Dirk Matten RED

          Das hat aber nichts mit Jean-Michel Jarre, Tangerinne Dream etc. zu tun. Hier wird aber eine Verwandtschaft auf Grund von der Verwendung elektronischer Geräte suggeriert, was aber, siehe mein Beispiel Jerry Lee Lewis / Beethoven Kokolores ist. Da hat nichts mit der zeitlichen Begrenzung der Dokumentation zu tun, sondern mit dem falschengedanklichen Ansatz. Würde Stockhausen noch leben, hätte der Autor die fristlose Kündigung wegen mangelnder Kompetenz und Verschwendung von öffentlichem Geld bekommen.

          • Profilbild
            Markiman

            Ich verstehe schon den Gedanken dahinter, aber das Beispiel mit dem Klavier passt vielleicht nicht ganz. Man kann sehr wohl Beethoven und Jerry Lee Lewis als Klaviermusik zusammenfassen, um z.B. die Bandbreite des Instruments , bzw. seine Bedeutung über die letzten Jahrhunderte in Bezug zu setzen.
            In diesem Kontext kann es ja auch Sinn ergeben die Nutzung der elektronischen Klangerzeugung, deren Bandbreite und Bedeutung zur jeweiligen Zeit, bzw. durch den jeweiligen Künstler zu betrachten.

            Ich muss aber dazusagen, dass ich die Dokumentation noch nicht gesehen habe.

          • Profilbild
            Anthony Rother AHU

            Ich finde in der Doku kommt teilweise sehr gut raus wie die technische Entwicklung und der Stand der Technik heutzutage die damaligen Meilensteine überholt hat.

            Die meisten Meilensteine sind heute selbstverständlicher Bestandteil von Software oder Arbeitsschritten bei der digitalen Audiobearbeitung.

            Niemand muss heute mehr so einen Aufwand betreiben.

            Früher waren diese speziellen technischen Ausführungen Teil der künstlerischen Vision oder der Komposition.

            Mit meiner Aussage möchte ich aber in keiner Weise den künstlerischen oder visionären Wert schmälern.

            Ist mir jetzt da bei der Doku nochmal besonders aufgefallen.

  4. Profilbild
    wolftarkin AHU

    Zeitverschwendung. Und damit meine ich nicht die Dokumentation.
    Apropos im Grabe rum drehen: wenn man meint, im Namen von Leuten sprechen zu können, die sich nicht mehr wehren können, könnte das deren Drehzahl erhöhen? 🙄

    • Profilbild
      Dirk Matten RED

      Ich hatte über Jahrzehnte regelmäßigen Kontakt zu Stockhausen und kenne seine Einstellung recht gut.

  5. Profilbild
    TobyB RED

    Ehrlich, die Doku ist schlecht recherchiert und haut steile Thesen raus. Unterhaltsam aber steil und weit in den Raum rein. Also Planet Rock und Afrika Bambata als Geburtsstunde des HipHop, das tut einfach nur weh. Rappers Delight! Sugarhill Gang! 1979! Dann Kurtis Blow, 1980, The Breaks, 1981, Grandmaster Flash and the furious Five, The Message. Irgendwann 1982 kam Africa Bambata mit Planet Rock an. Funfact, die Sampler hiessen damals 1200er MK2, der Loop kam vom Vinyl.

    Ich hab ja nichts dagegen wenn U und E Musiker in einer Doku vorkommen aber bitte nicht so verquirlt und verquer. Ich halte es für überambitioniert in 50 Minuten 60 Jahre Musikgeschichte abzuarbeiten.

    • Profilbild
      Dirk Matten RED

      Ralf Hütter ordnet seine Musik auch nicht in „elektronische Musik“ ein, er nennt sie „Synth-Pop“ bzw. „Robo-Pop“. Habe mit ihm vor Jahren ausführlich darüber hesprochen.

      • Profilbild
        Anthony Rother AHU

        Ich respektiere selbstverständlich die Verschwiegenheit von Ralf Hütter und Kraftwerk.

        Aber ich finde es wäre echt an der Zeit dass Ralf Hütter bzw. Kraftwerk ein großes und offenes Interview oder Portrait machen.
        Die Geheimniskrämerei wirkt im Jahr 2022 doch etwas anachronistisch und gezwungen.

        Ein offenes Interview würde Kraftwerk viele neue und wichtige Komponenten hinzufügen.
        Teilweise als Bestätigung der technischen Ausführung ihrer Werke (vieles ist ja wirklich heutzutage kein Geheimnis mehr) und vieles würde auch zeigen mit welchem Aufwand und welcher Hingabe gearbeitet wurde.

        Meine Meinung.

        • Profilbild
          Dirk Matten RED

          Für Ralf Hütter und Florian Schneider stand immer das Werk im Vordergrund und nichts anderes. Picasso und van Gogh hatten sicherlich auch nicht darüber berichtet, welche Farben, Pinsel und Leinwände sie verwendeten. Biografien schreibt man i.d.R. erst nach dem Ableben des Künstlers, von daher ist das keine Geheimniskrämerei, sondern im Selbstverständnis eines Künstlers nur konsequent. Und ob für ein Werk viel oder wenig Zeit = Arbeit aufgewendet wurde, sagt rein gar nichts über dessen Qualität aus.

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            Anthony Rother AHU

            Das Werk ist schon extrem oft bearbeitet worden.
            Noch mehr Verarbeitung vom Werk sehe ich kritisch.

            Viele großen Künstler haben über ihre Werke gesprochen.
            Autobiographien schreibt man meist zu Lebzeiten, es geht mir aber auch nicht um eine Biographie.

            • Profilbild
              Dirk Matten RED

              Kraftwerk sehen ihre Kunst im Fluss. Das konnte man sehr gut beim Konzert am 28. August auf der Hofgartenwiese in Bonn beobachten – bestes Konzert aller Zeiten.

              • Profilbild
                Anthony Rother AHU

                Das Konzert war nicht mein Thema.

                Vielleicht erkennen Kraftwerk ja doch noch irgendwann den Wert eines ausführlichen Portraits / Interviews.

                Ich würde es mir wünschen.

                • Profilbild
                  Dirk Matten RED

                  Deren Wert ist das Werk und nichts anderes. Es gibt schon einige Interviews mit Ralf Hütter über die Jahre, über die Verfahrensweise, die Instrumente und den Zeitaufwand sprich er aber nicht. Interessant sein Text im ZEIT-Magazin:

                  Ich habe einen Traum

                  „Der Weg ist der Weg“

                  Ralf Hütter träumt im aktuellen ZEIT-Magazin:

                  „Manche Leute wachen morgens auf und wissen: Ich muss zum Nordpol. Das ist bei mir nicht so. Das Wort Traum gehört nicht zu meinem Wortschatz. Es gibt Visionen, das schon. Aber ein besseres Wort ist für mich: Konzentration.
                  Wir bei Kraftwerk haben die 168-Stunden-Woche eingeführt. Das bedeutet, dass wir nicht zwischen Leben und Arbeit unterscheiden. Mir erscheint diese Trennung künstlich. Arbeit ist für uns nicht negativ besetzt. Sie ist kein Prozess, der am Montag losgeht und am Freitag aufhört. Gedanken kommen einem ja überall. Das Bedürfnis nach Phasen von Belastung und Entlastung – das erscheint mir sinnvoll. Aber es gibt keinen Zwang zur Freizeit.
                  Es fühlt sich gut an, Teil der Maschine zu sein. Es ist ein befreiendes Gefühl. Auch weil ich mich selbst als Individuum zurückstelle. Wir spielen die Maschinen, und die Maschinen spielen uns. Wir spielen auf das Tonband, und dann spielt das Tonband zurück. Komponieren als Zusammenfügen. Wir arbeiten dabei auch mit Zufällen und mit Spontaneität.
                  Musik stößt in Bereiche vor, die ich mit Worten nicht darstellen kann. Sonst wäre ich vielleicht Poet geworden. Wir haben vor langer Zeit für Kraftwerk die Vorstellung einer Musik entwickelt, die man mit geschlossenen Augen sehen kann. Als Studentenband sind wir Hunderttausende von Kilometern gefahren. Man kennt diesen Zustand: Man fährt und fährt. Eines Tages machten wir aus diesen Erfahrungen den Song Autobahn, in dem Autos mitspielen: Die Motoren summen in Obertonreihen, wir haben das mit Synthesizern gemischt. Es gibt in der Rockmusik eine Reihe von Songs, die sich um Autos drehen. Aber in ihnen geht es immer um Egos, ich und mein Auto. Von der Fahrbahn hat eigentlich keiner gesprochen. Die Fahrbahn ist ein graues Band, weiße Streifen, grüner Rand. Schon damals haben wir bei Konzerten manchmal die Bühne verlassen, und die Leute tanzten weiter. Das war die Idee: Der Musiker zieht sich zurück oder schafft sich sogar ab. Die Musik spielt sich selbst, wird Teil eines weltweit vernetzten Systems, verbreitet sich wie ein Virus.
                  Das Stück hat sich immer weiter entwickelt, wie ein Weg, der einen immer weiter führt. Nicht: Der Weg ist das Ziel. Sondern: Der Weg ist der Weg. Freier Gedankenfluss. Komposition im Fluss. Fluxus. Musik im Gedächtnis der Finger. Die Finger finden ihren Weg allein. Das ist wie beim Radfahren: Man denkt nicht mehr. Ein Fahrrad ist wie ein Musikinstrument. Es geht immer vorwärts. Wenn ich mir eines wünsche, dann: immer weiterzumachen. Music non-stop.“

                  http://for.....?p=1940140

                  • Profilbild
                    Anthony Rother AHU

                    Dass das Werk für den Künstler das wichtigste sein sollte ist klar.

                    Es gab über die Jahre ja aber immer wieder Kraftwerk Interviews.
                    Das ist ein Widerspruch zu dem vorher gesagtem.

                    • Profilbild
                      Dirk Matten RED

                      Vielleicht, vielleicht, warum, warum

  6. Profilbild
    mfk AHU

    Ich halte Yello für wesentlich wichtiger als Kraftwerk.
    Und Einstürzende Neubauten haben als „Rock-“ Band mehr für die Entwicklung getan als Jean-Michel Jarre mit seiner Fahrstuhl-Musik.

    …Haut mich nicht…

    • Profilbild
      KallePeng

      Für mich war tatsächlich Hotbutter der Anfix mit elektronischer Musik. Bei Kraftwerks Elektro pop fehlte mir immer der Groove. Ich halte den Hype um Kraftwerk für überschätzt.
      Mit Bostich fing ich an Yello vorwärts und rückwärts zu sammeln.
      Yello, das ist ganz großes Kopfkino. Bei Titeln wie La Habanera, oder The Race, oder The Rythm Divine laufen Filme vor meinem inneren Auge ab.
      Ich liebe Jean Michel Jarre oder Vangelis mit Ihren kompositorischen Konzeptalben.
      Heute lande ich bei meinen Suchen im Netz nach neuer Begeisterung extrem oft bei den Franzosen, die es verstehen, großartige elektronik mit live gespielten Instrumenten bei Events life auf die Bühnen zu bringen. Beispiele hier: Laurant Garnier, oder die Konzerte am Pont Du Gare.
      Und noch ein Trend nötigt mir Begeisterung und Respekt ab: Z.Zt. werden unglaublich viele Elektronik Klassiker auf Akustischen Instrumenten gecovert.
      Und da ist er dann, der Groove, ohne digitalem Humaniser.

  7. Profilbild
    meise

    Ich finde es eigentlich gut, wenn in einer Geschichte über elektronische Musik der Bogen von der Musique concrète zur populären Musik gespannt wird. Die willkürliche Auswahl von Protagonisten und Zeitpunkten verhindert aber, dass der Film seinem Anspruch gerecht wird, die Geschichte der elektronischen Musik zu erzählen.
    Während wichtige Meilensteine fehlen, bekommen andere einen falschen Stellenwert. Pierre Schaeffers Ideen waren großartig, aber nicht der Startpunkt der elektronischen Musik (siehe Telharmonium, Theremin, Lichttonorgel etc.). Auch die Beatles kannten das Doctor Who Thema von Delia Derbyshire schon seit Jahren, als sie die genannte Platte gemacht haben.
    Außerdem sollte die Entwicklung elektronischer Instrumente in so einer Geschichte einen größeren Stellenwert bekommen. Don Buchla gegenüber ARP und Moog zu vernachlässigen ist mit Blick auf die meisten Zuschauer vielleicht noch nachvollziehbar. Dass E-Gitarre und elektronische Orgeln nicht erwähnt werden, ist dagegen sehr seltsam.
    Diese Doku zeigt letztendlich nur eines deutlich: Eine wirklich gute Doku zum Thema gibt es noch nicht.

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