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Akkordeon? C64 wird zum Commodordion

Kein Akkordeon aber C64-Bastelei: Das Commodordion

7. November 2022

Manchmal spuckt das Internet fantastische Geschichten aus, welche die Synapsen kopfstehen lassen. Heute nicht! Da sieht man also einen Typ am Akkordeon. Gähn! Vollkommen uninteressant für AMAZONA.de. Aber Moment mal! Auf dem zweiten Blick zeigt sich, dass dieses Akkordeon doch sehr merkwürdig aussieht. Das sind doch zwei Commodore C64 und ein Akkordeonbalg. Das Ding nennt sich The Commodordion.

Wie an einem echten Akkordeon spielt man am Commodordion mit der rechten Hand Melodien und mit der linken Hand spielt man Akkorde.

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Ein Blick in das Innere des Commodordion

Doch wozu dient der Balg? Der hat doch sicher nur einen rein dekorativen Charakter? Mitnichten!
Mit dem Balg ist es möglich, die Lautstärke des Commodordion in Echtzeit zu kontrollieren, um damit ein unglaublich dynamisches Spiel zur ermöglichen. Der Balg wurde übrigens vom Erfinder des Instruments aus Floppy Disks selbst gebaut. Der Balg ist luftdicht und alle Audiosignale werden von einem Mikrofon aufgenommen. Durch Zusammenziehen und Auseinanderziehen wird der Luftstrom verstärkt oder abgeschwächt. Die unterschiedlich starken Schwingungen werden vom Mikrofon abgenommen. In der Signalkette folgt nun ein Envelope Follower, der auf die unterschiedlichen Signale des Mikrofons reagiert.

Der Signalweg des Commodordion

Die zwei Commodore C64 wurden miteinander verbunden und überflüssige Teile wurden entfernt. Die Stromversorgung wird im Commodordion beispielsweise über ein Gerät abgewickelt. Drei Leiterplatten befinden sich im Commodordion. Eine verwaltet die Software, da das Commodordion ohne Bildschirm auskommen muss. Für den C64 wird eine Datasette emuliert. Eine weitere Leiterplatte mischt die unterschiedlichen Audiosignale der C64.

Außerdem hat das Commodordion ein paar Tricks auf Lager, die man an einem regulären Akkordeon nicht finden wird. Mit der linken Seite des Commodordion lassen sich beispielsweise Loops aufzeichnen. Man könnte es auch eine programmierbare Begleitautomatik nennen, denn dank der Klangerzeugung des C64 kann man natürlich auch Drums und einen Basslauf programmieren und wird zum Alleinunterhalter.

Wer mehr über das Commodordion erfahren möchte, dem empfehle ich die Homepage von Linus Åkesson, die ihr in den Links findet.

Wirklich eine gelungene Bastelei. Ich hoffe, sie hat auch dem einen oder anderem Leser und Leserin Freude gemacht.

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Forum
  1. Profilbild
    Holk

    Eine tolle performance von Maple Leaf Rag mit einem aussergewöhnlichen Instrument. Danke für den Hinweis – das hat tatsächlich Freude gemacht. Ein Balg aus Floppy Discs .. super :-)

  2. Profilbild
    Filterpad AHU

    Sehr kreativ und ein gutes Händchen für Kleinelektronik. Apropos: Wann kommt der Tyrell N6 Synthesizer als Hardware?

  3. Profilbild
    JM4

    Absolute Klangverbesserung gegenüber einem echten Akkordeon. Ich warte darauf, dass demnächst bei Altennachmittagen mit Florian Silbereisen der SID erklingt.

    • Profilbild
      lunatic AHU

      Genau das wollte ich auch schreiben. Endlich flattert die Trachtenhose und es kommt Stimmung aus der Quätschkommode!
      Also SIDereisen.

  4. Profilbild
    Ashatur AHU

    Ja wie geil ist das denn? Die Musikwelt braucht mehr von solchen verrückten Erfindern.
    Ich kann es mir gerade richtig vorstellen wie jemand auf einem Noise / Industrial Konzert mit so einem Ding die Meute rockt.

    • Profilbild
      ultravoss

      Ich bin auch für viel mehr selbstgebastelte Instrumente. Kreativität fängt schon vor dem Musizieren an. Kaufen kann ja jeder der Kohle hat.

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