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TASCAM DP-008EX: Auf 8 Spuren zurück in die Zukunft

3. April 2023
Homestudio mit Studio One als DAW

Nur 2 Meter hinter meinem Songwriting-Tisch lauert das eigentliche Studio

In den 90erjahren habe ich mit einem Bandkollegen unzählige Demos auf einem Fostex X-18 Vierspur-Cassettenrecorder aufgenommen, über einen Effektweg war ein 16bit Alesis Microverb III Hallgerät damit verbunden, das war’s. Nie wieder danach war ich derart kreativ – damals sprudelten die Songideen geradezu aus mir heraus, und in den Jahren danach mit diversen DAWs und immer mehr technischem Schnickschnack war die Tonqualität die deutlichste Verbesserung. Natürlich waren die Songs reifer geworden – besonders hinsichtlich der Songtexte. Wenn ich mir da meine alten Songs anhöre rollen sich hier und da die Fussnägel nach hinten auf.

Diese Feststellung, dass ich im Songwriting auf einem Irrweg unterwegs bin ereilte mich aber erst vor ein paar Wochen; so lange ist es nämlich her, dass ich mir für lächerliche 80 Euro auf dem Gebrauchtmarkt einen Tascam DP-008EX Recorder kaufte. Es handelt sich dabei um einen digitalen 8-Spur-Recorder mit verblüffend guten Halleffekten, Kompressoren und EQs für Inputs, Kanäle und Summe und einer Mastering-Sektion, deren auf Wunsch automatisch erzeugte Ergebnisse mir jedes Mal ein zufriedenes Grinsen ins Gesicht treiben.

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Wozu der Kauf? Zu einem guten Teil aus Nostalgie. So manches Mal hatte ich diesen Recorder (den es noch immer im Handel zu kaufen gibt) schon im Warenkorb, aber knapp 270 EUR war dann doch ein Betrag der mich zögern liess. Als ich dann aber durch Zufall auf einer Gebrauchtbörse auf ein Angebot für 80 EUR stiess war der Fall klar. Sogar ein original Netzteil war dabei, etwas, dass man bei einem Neukauf separat dazu erwerben kann (und unbedingt auch sollte, denn das Teil frisst Batterien).

Songwriting mit dem Tascam DP-008EX

Sich auf Wesentliches „beschränken“ zu müssen räumt den Blick darauf frei

Der Recorder ist im Vergleich zum Fostex X-18 von damals eine luxuriös ausgestattete Produktionsmaschine. Aus heutiger Sicht kann er natürlich nicht mit einer DAW mithalten, und vielen potenziellen Nutzern erschliesst sich dann auch nicht so ganz der Sinn und Zweck einer solchen Anschaffung in heutigen Zeiten, zumal lediglich die Aufnahme von zwei Kanälen gleichzeitig möglich ist. Um nur mal eben schnell Ideen festzuhalten eignet sich das Smartphone viel besser, weil stets zur Hand und stets bereit. Für wen ist also ein solches Aufnahmegerät überhaupt von Interesse? Die Antwort ist nicht ganz einfach zu formulieren, aber wenn du jetzt weiter liest, wirst du sie dir selber geben können.

Als Multi-Instrumentalist schreibe/recorde/produziere ich seit jeher meine eigene Musik komplett als One-Man-Show. Die Möglichkeiten, die mir dabei die moderne Technik bieten, haben meine Herangehensweise an das Songwriting völlig verändert – und das nicht nur zum Guten, wie ich aktuell fasziniert feststelle. Ich bin zu einem «Song-Bastler» geworden, so wie das sicherlich auf die meisten Leser hier auch zutreffen wird. Ich habe eine Hook-Line, ein Riff, und bastle daraus zum Beispiel einen eingängigen Refrain. Dann überlege ich mir die weiteren Parts dazu und arbeite sozusagen «auf Bestellung» aus eigenem Hause, Part für Part. Als würde ich ein Puzzle entwerfen ohne zuallererst das fertige Bild vor Augen zu haben. Ich generiere fehlende Stücke, schiebe diese im Arrangement so lange hin und her, bis es passt. Meistens kommt dann erst ein Text mit Gesangsmelodien zustande, womit sich zwei extrem bedeutende Elemente eines Songs einer zuvor modular aufgebauten Songstruktur unterordnen müssen. Es wird also alles irgendwie basierend auf einer guten Grundidee «passend gemacht».

Tascam DP-008EX Mehrspurrecorder auf Schreibtisch

Recorder, Kopfhörer, Notizbuch und Stift: mehr braucht es nicht.

Im Gegensatz dazu mein 30 Jahre jüngeres «Ich», mit einer Flasche Rotwein und Gitarre auf dem Boden sitzend, mein Song-Notizbuch und ein Bleistift. Damals kam alles irgendwie auf einer einzelnen Welle daher, Ideen musste man sich merken und ich konnte sie mir nur merken, wenn sie richtig gut waren. Und wenn dann auf Cassette aufgenommen wurde, musste der Song bereits fertig und beherrscht sein, denn Punch-In und Punch-Out konnte man bei diesen Geräten später auf der Aufnahme als «zirpen» hören – vor allem, wenn man die Stelle kannte.

Zurück zur Frage, für wen denn nun ein Recorder wie der DP-008EX heute, 2023 überhaupt interessant sein könnte – ich will versuchen, dass zu beantworten, indem ich mein persönliches Aha!-Erlebnis schildere.

In meinem Studio habe ich einen Teil des Raumes als «Songwriting-Bereich» eingerichtet, Teppich, Sofa, ein kleiner Schreibtisch vor einem Fenster, dass auf einen gemächlich dahin fliessenden Fluss blickt. Dort lagern auch alle meine Gitarren stets griffbereit. An diesem Schreibtisch packte ich den TASCAM Recorder aus und, wie man das so macht, unterzog ich ihn einem Funktionstest. Nennt mich einen Spiesser, aber den Tag davor hatte ich eine Reihe Videos auf YouTube geschaut, in denen die Bedienung sehr gut erklärt wird (einen Link dazu findest du unter diesem Beitrag). Ich erstellte eine Songdatei, schnappte mir eine Akustikgitarre und…ein paar Stunden später hatte ich einen kompletten Song inklusive Text geschrieben und mit mehreren Gitarrenspuren nebst Gesang aufgenommen und fertig gemastert. Ohne Weinflasche. Ich weiss nicht, wann mich das letzte Mal ein Instrument oder technisches Gerät so dermassen inspiriert und kreativ beflügelt hatte.

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Songwriting-Schreibtisch

Die Wiege hoffentlich zahlreicher neuer guter Songideen

Normalerweise höre ich meine eigenen Songs in Dauerschleife und mache mir dabei Notizen bezüglich all derer Details, die ich verbessern und verändern will. Hier war es schiere Zufriedenheit, etwas cooles geschaffen und offenbar den Weg zurück auf den Holzboden im Dachzimmer von einst gefunden zu haben. Diese ungehobelte Demo-Version habe ich schliesslich neben der im Anschluss im «richtigen» Studio aufgenommenen zusammen als B-Seite sozusagen auf Spotify, Apple-Music etc. veröffentlicht (der Song heisst «I Killed A Man Today», Links dazu unter diesem Beitrag). Ein Tascam DP-008EX ist also für jeden bestens geeignet, der (oder die) Songs als Ganzes ausarbeiten will, anstatt sich Part für Part entlang zu hangeln. Im Gegensatz zur ollen Bandmaschine gibt es hier keine Störgeräusche, wenn man die Aufnahme per Fussschalter ein- bzw. ausschaltet, und sogar ein «Auto-Punch-In/Out» lässt sich mittels Markern nutzen. Du kannst jedem Kanal einen separaten Hallanteil beimischen und dabei aus einer Vielzahl verschiedener Hallarten von Raum über Platte bis hin zum Konzertsaal wählen. Es stehen Kompressoren bereit, die entweder bereits bei der Aufnahme agieren oder zu einem späteren Zeitpunkt hinzugefügt werden. Parametrische 3-Band-EQs helfen, wo es nötig ist, und das Mastering kann man hier (und wahrscheinlich nur hier) am Ende sogar einer Automatik überlassen (ich kann nicht glauben, dass ich so etwas gerade schreibe).

Grenzen? Eine Menge. Einschränkungen? Wenn dein Glas immer halbleer ist, ja. Ich habe bei meinem Test-Song ausschliesslich die eingebauten Kondensator-Mikrofone genutzt und sogar den Gesang darüber aufgenommen – es sollte ja nur ein Test werden. Genau genommen sang ich gleich dazu, als ich die erste Gitarre einspielte. Um das Lautstärkenverhältnis zwischen Akustikgitarre und Gesang zu bestimmen, stellte ich das TASCAM DP-008EX auf eine IKEA-Box, damit dessen Mikrofone näher an meinem Mund als an der Gitarre seien. Es hat etwas enorm befreiendes, so nah am Prozess zu sein.

Fostex X-18 Mehrspurrecorder im Goldrahmen

In Gold gerahmt und noch immer verehrt: Fostex X-18 mit dem alles begann

Nur für Singer-Songwriter? Ganz und gar nicht, doch spätestens wenn ein Drum Kit dazu kommt, wird es etwas anspruchsvoller. Eine Aufnahme dessen über die eingebauten Stereo-Mikrofone eignet sich nicht, da die Becken sehr vordergründig wären. Hier würde ich von Presonus ein Set kaufen, dass insgesamt 7 Mikrofone für eine komplette Drum-Abnahme beinhaltet und trotzdem mehr als bezahlbar ist (Mics plus Kabel plus Stative für unter 500 EUR). Dazu ein kleiner Analog-Mixer, aus dem ein Stereo-Mix des Schlagzeuges in zwei der acht Eingänge des TASCAM geht. Da das integrierte TASCAM Metronom für diesen Fall zu leise ist, sollte der Drummer sich ein eigenes Metronom auf einen Kopfhörer schicken und die Drums so einspielen (Vorzähler nicht vergessen). Danach können Bass, zwei Gitarren, Keys und zwei Vocals dazukommen, und wer noch mehr Spuren braucht, kann per Bouncing wie in alten Tagen zum Beispiel Bass und Schlagzeug wieder auf eine Stereospur zusammenlegen und auf diese Weise einen weiteren Kanal freibekommen, auf dem der Bass war. Oder noch mehr, je nachdem, wie viel man bouncen möchte oder muss. Doch damit nicht genug! Wer will, kann auch die einzelnen Stems – also die einzelnen Spuren – exportieren und in eine DAW importieren und dort quasi weiter ausbauen oder in einem gewohnten Mixing-Umfeld mischen und finalisieren. Ebenfalls unter diesem Beitrag findest du Links zu einem Album von Sammy Wells, einem Schüler aus den USA, der ein ganzes Album mit einem TASCAM DP-008EX aufgenommen hat und dem man seine Liebe zu den Beatles in jedem Takt anmerkt. Du findest dort auch einen Link zu einem etwas eigenwilligen Video auf YouTube, in dem er den Entstehungsprozess dieses Albums dokumentiert hat.

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Fazit
Seit ich den TASCAM DP-008EX habe bin ich wieder zu alter Songwriting-Form zurückgekehrt. Der kleine Recorder zeigt mir zudem, ob es sich wirklich lohnt, einen Song im «richtigen» Studio aufzunehmen, denn etwas, dass auf dem 8-Track funktioniert, wird auch auf der grossen Orgel knallen. Vorausgesetzt, man müllt es nicht mit Plugins zu...
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Forum
  1. Profilbild
    xooloox

    Ein schöner Bericht. Bei dem Überangebot von Möglichkeiten die man so hat, ist es gar nicht so einfach sich auf das Wesentliche, dem Songschreiben, zu konzentrieren.

  2. Profilbild
    Tomtom AHU 1

    Was für eine schöne Story! Ich konnte alles direkt auf meine eigenen Anfänge übertragen, bei mir war es der Fostex X-28 und ein Nanoverb II – und was soll ich sagen: auch bei mir war es die kreativste Zeit überhaupt. Ich glaub ich such mir jetzt auch so ein Schnäppchen! :) Übrigens: der Song ist der Hammer, wobei ich die 8-Track Version fast noch besser finde! Chapeau!

  3. Profilbild
    Mattvank

    Ich würde das alles nicht zu sehr idealisieren den im Grunde geht es doch immer um Ordnung am
    ,, Arbeitsplatz´´.
    Passendes Gegenstück kann hier sehen: Auf Youtube, Rachel Collier :

    Ableton + 2 tiny controllers Darkshade LIVE in the garden

    • Profilbild
      Fadermaster

      @Mattvank Hab das Video mal angeschaut, danke für den Tipp. Ich denke es ist klar, dass es sich dabei um ein Playback handelt…in der elektronischen Musik ist ein so minimalistischer Arbeitsplatz tatsächlich möglich; neben mir hat mal einer im Flieger auf einem Langstreckenflug an einem iPad und mit einer winzigen Midi-Tastatur so richtig tolle Elektro-Tracks aufgenommen. Beneidenswert.

  4. Profilbild
    bluebell AHU

    Wunderbarer Artikel. Hat mich an meine Band-Zeiten mit 4-Spur-Portastudio erinnert. Da ging noch eine der vier Spuren für den Timesync zum Roland Hardware-Sequenzer (mit Z80-Prozessor) drauf.

    Wenn ich mich recht entsinne, hatte ich damals ein Alesis Microverb, Yamaha DX7, Roland S10, Korg DW8000.

    • Profilbild
      Fadermaster

      @bluebell Wir bouncten die vier Spuren immer auf ein sehr hochwertiges Cassetten-Deck, und die Cassette mit dem Mixdown kam dann wieder für zwei weitere Spuren zurück in den TASCAM. Reine Stromgitarren-Crew ohne Tasten, und die Trommel kam von einem Yamaha RY-30 Drumcomputer, den ich live mit Fingern über die Pads einspielte während der Gitarrist dazu spielte. Das waren immer die ersten beiden Spuren, die (zusammen) aufgenommen wurden.

  5. Profilbild
    THo65

    Hallo Fadermaster,
    Danke für den sehr informativen und sehr unterhaltsamen Artikel.
    Ich konnte mir früher nie einen Mehrspur-Rekorder leisten, aber ich kann das alles sehr gut nachvollziehen. Als ich mich von meiner DAW verabschiedet habe, habe ich zunächst mit zwei Zoom-Rekordern im pingpong-Verfahren gearbeitet.
    Mittlerweile nutze ich das Tascam Model 12, das auch bis zum Mastering alles bietet, sogar inkl. MIDI-Clock, die ich als Master nutze.

    • Profilbild
      Fadermaster

      @THo65 Leisten konnten wir uns das damals auch nicht, aber dann gabs halt zwei Wochen Reis und Nudeln. Ein Model 12 wäre noch was – wegen der einfach zugänglichen EQs. Das ist am 008 ein bisschen fummelig.

  6. Profilbild
    Aljen AHU

    Ein schöner, befreiender Beitrag, gerade als Tascam Porta Two-Veteran habe ich mit einem lachenden und einem tränenden Auge gelesen. Was hat mich gefreut, dass es noch andere Künstler gibt, die DAWs für den kreativen Prozess nicht unbedingt für hilfreich halten. Obwohl ich keine Songs schreibe, sondern „nur“ meine Klangbasteleien mit Synths und etwas Gitarre aufnehme, bin ich auch nie mit DAWs (im Aufnahmeprozess) warm geworden.

    Im Gegenteil, der ganze Schmonzes mit Computer starten, anschließen, Software starten, Aufnahme drücken, merken, dass der Anschluss nicht funktioniert, dass dafür 17 ganz dringende Updates mit Nagscreens nörgeln…ist mir so anregend wie ein Liebestöter.

    Dafür ein Mischpult, das jederzeit auf Knopfdruck aufnehmen kann (Tascam DP-24SD): Knopf drücken, aufnehmen. :) Besser noch, meine 1010music bluebox ist zwar beizeiten launisch, dafür paßt sie als Aufnahmestudio in die Hemdtasche.

    Witzigerweise ist es in der Tat so, dass es sich (jedenfalls bei mir) mit kreativen Werkzeugen so hält wie mit dem berühmten Hammer, dessen Besitzer ja bekanntlich überall lauter Nägel wahrnimmt. Selbst mit Tascam Dp24 gegenüber 1010 bluebox sind die Inspirationen recht unterschiedlich.

    • Profilbild
      Fadermaster

      @Aljen Nun, mit Templates lässt sich auch an einer DAW relativ schnell und einfach eine Idee aufnehmen. Ich bin da einfach hilflos den vermeintlich unbegrenzten Möglichkeiten ausgesetzt. Den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen, das trifft es gut. Mit dem 008 nehme ich erst was auf, wenn der Song mehr oder weniger steht – davor ist alles auf Papier und im Kopf. Das ist es, was für mich (!) so gut funktioniert.

      • Profilbild
        Aljen AHU

        @Fadermaster „Relativ“ ist genau der Punkt. interessiert absolut. Relativ zu den meisten Menschen in Madagaskar bin ich superreich. Templates nutze ich gern in Logic zum Nachbearbeiten. Templates zum Aufnehmen nutzen mir hingegen reichlich wenig, wenn sie auf einem Rechner liegen, der erst hochgefahren, Software gestartet, Hardware angeschlossen, neue Datei gesichert werden muss. Und das ist noch der Idealfall. Meist funktionieren irgendwelche notwendigen Updates nicht.

        Demgegenüber: roten REC-Knopf mal eben am Mischpult drücken, aufnehmen.

        Ich wüsste nicht, warum ich mir diese ganze Computerei in diesem Fall antun sollte, wenn es auch so geht.

        • Profilbild
          Fadermaster

          @Aljen Ich kann mir zum Mastern keine teuren Outboards leisten, spätestens da muss die DAW ran…ein Model 24 wäre tatsächlich was 🫢

  7. Profilbild
    Killnoizer

    Hardware. Das ist es was ich brauche, letztendlich bin ich nach vielen Versuchen bei einem TASCAM DP32 gelandet ( und es ist sehr unwahrscheinlich das sich das jemals wieder ändert ) .
    Allerdings muss ich leider sagen das die Hersteller durch den kompletten Verzicht auf MIDI sich selbst einen Teil der Käufer absägen, grade im Homerecording ist mir das unbegreiflich . Ansonsten ist das 008 wirklich attraktiv, wegen MIDI würde ich aber auf noch ältere Geräte zurückgreifen ( ZOOM hat tolle Kisten gebaut ) . Und ein Effekt Send ist auch nicht verkehrt . Danke für den Bericht , und willkommen zurück in der real world !

    • Profilbild
      Fadermaster

      @Killnoizer Ich habe einem Musikerkollegen gerade zu einem Tascam DP32SD verholfen – auch gebraucht für wenig Geld in fast neuem Zustand gekauft. Erstaunlich, wie solche Geräte immer wieder abgestossen werden; wohl weil man mit falschen Erwartungen herangeht. Wir werden demnächst mal damit arbeiten und ich freue ich schon darauf. Midi fehlt in der Tat, so richtig erklären kann ich mir das auch nicht. Was ich am 008 (auch) toll finde ist die Kompaktheit – si gerade an der Grenze zu „zu klein und fummelig“.

  8. Profilbild
    Tai AHU

    Wer gute Musik macht, wird das mit jedem Equipment machen. Ich selbst (mache keine besonders gute Musik) habe diese aber auch schon mit jedem der aufgezählten Methoden gemacht. Ich kann 10 Kanthölzer mit dem Fuchsschwanz kürzen, ich favorisiere die elektrische Kappsäge.
    Ich weiss, dass die Beschränkung der Zahl der Werkzeuge durchaus sinnvoll sein kann. Ich mach das auch öfter. Ich nehme zur Produktion des nächsten Songs ausschliesslich Stock PlugIns.
    Wenn mal ein signifikantes Album (nach Nebraska) mit einem 4- oder 8-Spur gemacht wurde, und nicht mit DAW und PlugIns, wie fast alle Produktionen seit Jahren, gebt Laut. Versteht mich bitte nicht falsch, wenn jemand sagt, ich mach das am besten mit meiner Vierspur, prima. Nur ich selbst wünsche mir das nicht zurück.

    • Profilbild
      Fadermaster

      @Tai Geht ja nicht um produzieren, sondern Songwriting bis hin zu einer brauchbaren Demo-Aufnahme aus der sich die Qualität der Grundsubstanz eruieren lässt. Zum Produzieren wünsche ich mir die 4-Track-Zeiten beileibe auch nicht zurück 😉

      • Profilbild
        Killnoizer

        @Fadermaster Mit 32 Spuren auf dem DP32 ist das komplette Produzieren allerdings möglich. Mastering tools , EQ und Kompression ist an Bord , und gleichzeitig können 8 Eingänge aufgenommen werden, Und MIDI geht damit auch , wenn man möchte. Ich benutze dafür den Effekt Send 2 und einen alten Yamaha Tape to Midi converter , YMC 10 , funktioniert perfekt mit diversen Sequenzern .

  9. Profilbild
    gdop

    Hallo Fadermaster,
    tolle Geschichte und so, so, so sehr nachvollziehbar. Ich (auch One-Man-Band) hatte meine „kreativste Zeit“ vor 30 Jahren mit einem 1040st, einem DS-8, SC-55 und TG100. Aufgenommen über einen Fostex2016 auf einen Denon DAT Rekorder. Jede Aufnahme ein „Take“. Nix mit Einzelspuren. Aber natürlich MIDI.
    Heute bin ich (selbst gewähltes) Opfer der Möglichkeiten der DAW.
    Damals habe ich auf Montage gearbeitet. Heute will ich nach Vollzeit Bürojob nicht auch noch in meiner Freizeit ständig in den Monitor gucken.
    Bei den „ganz kleinen“ fehlt mir die Clock. Also doch Model 12…?
    Irgendwann ist ja wieder Weihnachten… 😅

    • Profilbild
      Fadermaster

      @gdop Jo der gute alte Atari. Mein damals bester Kollege hatte so ein Ding mit einer 20MB (ja, MB) Festplatte. Die war riesengross, schweineteuer und in einem externen Gehäuse mit grossem Kippschalter an der Rückseite. Wenn er die Festplatte einschaltete machte das ganze Teil immer einen kurzen „Hüftschwung“.

  10. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    We come from different planets….. aber dieser Artikel ist Gold Wert! Eine Ergänzung zu deinem Song:
    „I killed a man today…“, a man who looked like me. Ist jetzt zwar FSOL aber f..k auf das Genre! Hab einen wunderbaren Tag du Spiesser! 🎹🎸🔥🧡

  11. Profilbild
    growler

    Back to the roots!

    Bei dem ganzen Plugin-„Gerümpel“ auf der Festplatte sollte man sich wirklich wieder mehr auf das Kompononieren beschränken und sich erst erst danach(!) in den Tiefen der Plugins verlieren.

    Durch diese Beschränkung merkt man sehr schnell, ob ein Song funktioniert oder nicht.

    Ein nachahmenswerter Ansatz. 👍

    • Profilbild
      Fadermaster

      @growler Ich werde demnächst mal einen fertig gemischten Song von mir nur mit Studio One Plugins aus dem Lieferumfang neu mixen. Ich befürchte, das wird kaum Unterschied machen. Dieser ganze Plugin-Wahnsinn bringt nur den Entwicklern wirklich was 😏

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