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18. Februar 2022

Test: Fender American Acoustasonic Telecaster – eine gelungene Hybrid Gitarre

Eigentlich war ich nur auf der Suche nach einer neuen Akustik-Gitarre, als ich zufällig über eine Vorstellung der Fender Acoustasonic Player gestolpert bin, die als Nachfolger der erfolgreichen Fender Acoustasonic vorgestellt wurde. Die Player lag noch in dem von mir festgelegten Budgetrahmen, wobei ich eigentlich immer schon mit guten Argumenten überzeugt werden konnte, mehr Geld auszugeben, genauso wie ich auch häufig mit weniger ausgekommen bin, das Produkt zu finden, das meine Wünsche zufriedenstellend erfüllt.

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Das Konzept der Acoustasonic fand ich interessant, auch wenn die Idee nicht ganz neu ist. Aber in diesem Fall war ich sofort von dem Akustiksound sehr positiv überrascht. Sie erinnerte mich von der Optik sowie Bauweise an eine Godin Acousticaster, die mein Bruder (R.I.P.) mal besaß, mich damals aber nicht wirklich überzeugt hatte, was den Akustik-Gitarrensound angeht. Noch flexibler war dann die Line 6 Variax, die mein Bruder sich als nächstes zugelegt hatte, die noch viel mehr konnte, nämlich neben einer verschiedenen E-Gitarren-Simulationen z.B. auch 12-Saiter Simulation, Banjo, Dobro bis hin zu Sitar, sogar open-Tunings auf Knopfdruck. Für mich klang alles aber viel zu künstlich, absolut nicht authentisch.

Daraufhin hab ich mal auf dem aktuellen Markt umgeschaut, und mich dann aufgemacht, im hiesigen Musikgeschäft einen direkten Vergleich beim persönlichen Ausprobieren und Anspielen anzustellen. Dort war nicht die Player verfügbar, sondern nur das teurere Vorgänger-Modell, die in erster Linie sich von der Player nur dadurch unterscheidet, dass sie neben dem Steg-Piezo und dem Singlecoil noch ein Body-Sensor Mikrofon verbaut hat.

Vom ersten Augenblick war ich schon einmal von der Bespielbarkeit angetan. Die Gitarre liegt super angenehm in der Hand, hat eine schön flache Saitenlage, und abgesehen von den stärken Saiten, der umwickelten G-Saite wie halt bei Akustikgitarren üblich, fühlt es sich schon fast nach E-Gitarre an, aber es ist ganz klar eine Akustikgitarre, das was ich eigentlich suchte.

Ich hab nicht lange gefackelt, nachdem ich mich relativ schnell für die Tele-Form entschieden hatte – Strat und Jazzmaster sprachen mich optisch nicht an – bestellte mir eine Acoustasonic Tele in Natur, auch nicht die günstige Player, sondern die größere Schwester, die American Acoustasonic Tele – keine Kompromisse!

Die Gitarre kommt mit einem hochwertigen Softcase :

Die Verarbeitung der Gitarre macht einen hervorragenden Eindruck. Das Gewicht ist mit knapp über 2kg deutlich geringer als eine durchschnittliche E-Gitarre, sogar weniger als die typischen Dreadnought Western. Im Lieferumfang befindet sich neben Bovedo Luftentfeuchterpack (vermutlich eine Dreingabe mit Marketing Hintergrund) eine Kunstledertasche mit diversen Utensilien, wie QuickGuide, Qualitätsprüfungszertifikat etc. auch ein Imbusschlüssel für die etwaige Halsjustage sowie ein über 3m! langes USB Kabel zum Laden des Akkus (Bei der Player wurde der Akku durch ein Batteriefach für einen 9V Block ersetzt). Die Ladebuchse als Micro-USB befindet sich neben der Klinkenanschlussbuchse.

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Die Form ist vom Body bis zur Kopfplatte ganz klar der Tele nachempfunden. Auch die Mensur mit 648mm ist identisch. Der Hals ist mit einem schon gemaserten Ebenholz Griffbrett versehen.

Von der Tele abweichend besitzt sie eine Akustikgitarren-typische Saitenaufhängung und Steg aus Holz, sowie ein Schallloch, das vom Durchmesser nur 6cm anstatt den üblichen 10cm misst.

Es gibt einen 5-Wege Schalter, einen Volumenregler und einen A/B Regler für verschiedene stufenlos einstellbare Variationen.

Direkt am Audiointerface angeschlossen und über meine JBL Studiomonitore wiedergegeben bin ich soundtechnisch sofort überzeugt, mit dieser Gitarre die richtige Wahl getroffen zu haben, was den zuvor im Musikgeschäft erworbenen Eindruck bestätigt. Die Gitarre dann an meinem kleinen MesaBoogie Röhrenamp über eine 1x12er Palmer mit Celestion V30 betrieben macht auch deutlich, dass sie über E-Gitarren-Optionen verfügt. Auch die Akustik-Sounds klingen über den Boogie nach Akustikgitarre, natürlich genauso, als wenn ich eine Akustikgitarre dort anschließe.

In unplugged Sessions mit ein paar Kollegen zeigen sich sogar gegenüber reinen Akustikgitarren deutliche Vorteile, weil sie durch die Mischungen der verschiedenen verbauten Pickups mit mehr als nur einem Sound aufwarten kann. Die E-Gitarren Sounds mal außen vorgelassen, kann ich die Sounds schnell so anpassen, dass sie mal mehr für Strumming, mal für besser Picking geeignet sind. Die Durchsetzungsfähigkeit gegenüber anderen Instrumenten ist beeindruckend.

Im Proberaum mit der CountryRock-Band, wo ich eigentlich hauptsächlich Keyboard spiele, kann sie sich direkt über die PA angeschlossen auch gut behaupten, harmoniert mit den Akustiksounds gut mit der Strat des E-Gitarristen.

Ich werde sie auch bei der Tanzmucke einsetzen, wo ich neben Keyboards auch gelegentlich zur Gitarre greife, mal A- mal E-Gitarre. Hier werde ich sie über ein Moeer GE200 spielen, sowohl die A- als auch die E-Gitarren-Sounds, auch hier direkt in die PA ohne Amp, weil wir dort SilentStage Setup fahren. Ich hab mir bereits die benötigten Presets auf dem Mooer erstellt, und ich brauche dort zukünftig nur noch eine Gitarre im Gepäck zu haben anstatt wie sonst eine E-Gitarre und eine Akustik-Gitarre.

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Fazit
Für mich ein sehr gelungener Kompromiss, mit einer Gitarre sowohl akustische als auch E-Gitarren Sounds zu liefern. Ganz klar Schwerpunkt als Akustik-Gitarre, die auch als solche authentisch rüberkommt, im Gegensatz zu E-Gitarren wie der Variax oder E-Gitarren in Verbindung mit Simulation in Form von VA- oder Effektgeräten. Die Gitarre ist in jeder Hinsicht seinen Preis wert.

Plus

  • Bespielbarkeit
  • Gewicht
  • Soundvielfalt
  • Durchsetzungsfähigkeit

Minus

  • leicht kopflastig
  • keine Akkuzustandsanzeige
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