Video: Wie Technik das DJing verändert hat – Hawtin, Parkinson, Garnier, Miller

29. Dezember 2019

1A Video-Reportage mit Hawtin, Parkinson, Garnier, Miller

Laurent Garnier im Talk mit Electronic Beats TV

Nicht ganz frisch (von 2018), aber trotz allem brandaktuell, die Doku „Beyond the Turntable: How Tech is Changing DJing“. Die außergewöhnliche Reportage hat interessante Interviews zum DJ-Technik-Thema, geführt mit Daniel Miller, Richie Hawtin, Rio Parkinson, Laurent Garnier und vielen anderen DJ-Künstlern.

Nie gab es mehr Möglichkeiten als heute, mit ultra-moderner Technik selbst zum DJ zu werden. Aber hat das der Sache geholfen, wurde der Kreativprozess dadurch gehemmt oder erhielt er vielleicht sogar einen Schub nach vorne? Electronic Beats TV ist der Frage in seiner kurzweiligen Reportage nachgegangen.

Absolut empfehlenswert und sicher auch ein Beitrag als Basis für eine Diskussion hier in der AMAZONA.de-Community. Wer macht den Anfang?

Hier die Original-Reportage on YouTube in voller Länge:

 

Forum
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    untitled one  

    Reportage ?

    Eher Werbung ! Ständig werden NI Traktor und Pioneer Produkte eingeblendet.

    Die DJs haben inhaltlich auch nichts Neues zu berichten. Beispiel: Richie Hawtin. Seit der massiven Technisierung seiner Sets klingen diese zwar wahnsinnig optimized und phatt, aber auch langweilig und simpel technoid. Alles ist möglich und inhaltlich passiert nur noch wenig. Das steht im krassen Gegensatz zu seinen früheren Produktionen, wo mit sehr wenigen Mitteln viel ausgesagt wurde.

    Ich hätte nie gedacht, dass ich Ellen Allien mal zustimmen würde, die den Technotracks auch in den DJ-Sets einen gewissen Stimmungsbogen zugesteht und die Eigenständigkeit der Produktionen bewahrt wissen will, kurz: die Tracks auch mal gespielt sein lassen will und nicht nur die Maximierung des technischen Einsatzes abfeiert.

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      HoWi  

      Das du Pioneer und NI dauernd siehst bleibt nicht aus bei einem Video über DJs. Allerdings sehe ich hier noch jede Menge anderer Brands.
      Bei Vinyl DJs wäre es dann Technics Werbung?
      Und bei Synths dann aktuell Behringer…

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        untitled one  

        Ganze dauerhafte Sequenzen in dem Dokumentar-Filmchen von der Telekom sind als Produktwerbung gekennzeichnet und kommen auch so daher. Hier überschneiden sich sogar mehrere Werbebotschaften, wenn man es mal streng nimmt; Telekom hostet NI und NI hostet Carl Cox und Pioneer hostet DJ LAurent Garnier und alle verkörpern diese Techno-Industrie, um ihren Kram an den Mann zu bringen. Zum Glück durfte ATA auch mal was sagen so als Alibi-Kritik. Immerhin kann man sich trösten: Contente sind eben nicht qualitative Inhalte und wenn die ganzen Auto Sync Fileplayer DJ Maschinen auch 1 Millionen Songs in Super HD abspielen könnten, kann es kaum mehr besser werden. Das neue Bürgertum halt … bildet sich da was ein, weil man computerisierte Musik in noch kleinere und passgenauere Einheiten zerhäckseln kann, bis wir Einsen und Nullen klingen hören. Bullshit Bingo.

        Natürlich ist es heute schwierig kulturelle Phänomene ohne die dazugehörigen Marken oder Objekte zu deuten oder zu erzählen, aber die ganze Werbe-Geschichte ist mir dann doch zu platt und gehört auch mal kritisiert.

        Zusätzlich dann diese unreflektierte alte Soße von Laurent Garnier a la „it’s all about the music and the crowd“. Nein, immer weniger, denn diese ganze Technosoße ist so eingebettet in diese Hyperkonsumgesellschaft, dass einem ganz anders wird. Das sind winner takes it all-Märkte. Wer nicht angepasst ist, geht unter.

        Vinyl ist natürlich nicht besser weil es Vinyl ist, aber symbolisch die Erzählung eines anarchischen und utopischeren Anfangs inkorporiert – für manche jedenfalls. Laurent stand früher für mich mal für was Neues. Heute sind die Leute „angekommen“. Das merkt man auch.

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          martin stimming  

          hui starke worte. auch wenn ich in diesem markt mein geld verdiene ich muss dir recht geben. im kern ist es ein hartes business ohne viel kunst stattdessen marketing marketing marketing.
          so wie in der rockmusik nachdem sie im mainstream angekommen ist?

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            untitled one  

            Ich habe vor über zwanzig Jahren auch mit Techno mein Geld verdient. Da gab es auch schon viel Konsum und Werbung, aber was in den letzten Jahren im Angesicht der etwas dringlicher wirkenden Aufgaben in dieser Welt mit der „Szene“ geschieht, kann ich immer schwerer nachvollziehen.

            In einigen Bundesländern hatte die Technobewegung tatsächlich eine Art utopischen Gehalt und eine normative Botschaft, die ein wenig die Hoffnung keimen ließ, man habe es mit einer humanisierenden Idee zu tun und man mache die Fehler, die in der Rockmusikindustrie geschahen nicht (z.B. Starkult, Werteverfall- und verkauf, Kommerzialisierung etc.).
            Manche, vllt. die Don Quichottes der Szene, verstanden ihren Arbeitsauftrag tatsächlich darin neben Spaß und Musik und natürlich auch Konsum auch die Werte Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit als Teil der Sache zu begreifen – hat man nicht so „unhip“ genannt, bedeutete das aber nicht selten, wenn man die Leute zusammentrommelte.

            Vielleicht täusche ich mich, aber im Angesicht dieser Konsum- und Produktflut, diesem Starkult, der stetigen Vernetzung der einzelnen Sparten der Technomusikindustrie und der Einflussnahme (s.o.) gehen die wichtigen und einen kulturellen Fortschritt bedeutenden Aspekte dieser Bewegung zunehmend verloren und die für das society building wichtigen Werte werden marginalisiert.

            Die Doku handelt indirekt davon, so beispielsweise, wenn diese technischen Gadgets und Möglichkeiten wie eine magische Idee beschworen werden. Schon komisch.

            Danke für’s Zuhören !

  2. Profilbild
    wunderkorg

    ja die Digitalisierung…mitm auflegen is es wie bei den Synths vs Plugins
    . Im Grunde kann jeder nach ein paar Tagen Einarbeitung mit den CDJs eine Crowd mit Autopitch durchgehenden Gekloppel und geschickten durchschlawinern von einem Drop zum nächsten am Tanzen halten. Das ist keine Raketenwissenschaft mehr. Kuratorium my ass…Heutzutage sind da ganz andere eher marketingmässige Skills gefragt um in den wichtigen Venues nen Auftritt zu ergattern. Da können die noch so drumherumfabulieren

    ach der Geruch und das Feel dieser thicken 180Gramm Vinyls ….herrlich

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