CURiOS iOS Musikmagazine #7 : Komponieren mit dem iPad

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Fugue Machine
von Alexandernaut
€ 9,99, iTunes

CU07_Fugue_0566
Fugue ist ein MIDI-Sequencer, aber nicht einfach der nächst Beste, sondern ein Multi-Playhead-Sequencer. Was das bedeutet, erläutern wir hier im einzelnen.
Fugue besteht dabei erst einmal aus einer acht Oktaven Piano-Roll mit maximal 32 Noten.
Zur Zeit gibt es nur eine kleine Anzahl von Skalen und eine chromatische fehlt ganz. Neben dem Umstand, damit nur gängige Harmonien erzeugt werden können, stellt sich hier das ganz konkretes Problem, bei dem diverse Drum-Maschinen nicht angesteuert werden können, weil die entsprechenden Noten auf den Skalen fehlen. Da Fugue ja nur MIDI-Daten generiert, können diese ja zur Ansteuerung von allem Möglichen dienen, nicht zur Erzeugung von gar lieblichen Melodaien.
Entwickler Alexandernaut versicherte uns aber, diesen Makel in einem kommenden Update zu beheben und dann sogar eigene Skalen definieren zu können. Damit wäre der größte und einzige relevante Kritikpunkt von Fugue schon mal aus dem Weg geräumt.

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Unter der Notenrolle befinden sich das Alleinstellungsmerkmal von Fugue, die vier Abspielmarker, mit jeweils eigenen Transport- und Notenkontrollen. Unter „Style‟ wird die Abspielrichtung angegeben, vorwärts rückwärts und Pingpong. Das „Tempo‟ kann für jeden Marker in Relation zur MIDI-Clock bis zu 64 mal langsamer oder 8 mal schneller, eingestellt werden. Punktierte und ganze Noten sowie Triolen sorgen für interessante Verschiebungen. Unter „Start‟ wird angegeben, welche Note in der Sequenz für diesen Marker die Anfangsnote darstellt. „Invert‟ dreht die Sequenz harmonisch horizontal um. Wer aufmerksam mitgelesen hat, wird bemerkt haben, dass Invert und ein Wechsel der Abspielrichtung sich gegenseitig aufheben. Oktave und Pitch sind selbsterklärend relative Verschiebungen zu den programmierten Noten. Velocity kann für die gesamte Sequenz und pro Note eingestellt werden. Dazu einfach die Note halten, bis zu weiß umrandet ist und dann mit drei Fingern auf dem Bildschirm nach oben oder unten wischen.
Rechts befindet sich der globale Pitch-Regler. Mit ihm lässt sich die gesamte Sequenz ohne Aufwand um maximal eine Oktave transponieren.
In den Voreinstellungen lassen sich nicht nur umfangreiche MIDI-Konfigurationen anpassen, Fugue kommuniziert dabei nicht nur mit allem, was CoreMIDI versteht, sondern hier befindet sich auch die hervorragende, animierte Hilfesektion, die alle Funktionen von Fugue anschaulich erklärt.
An Editierfunktionen gibt es nur noch ein Ein-Finger-Auswahlrechteck und die Optionstaste in der linken, oberen Ecke, mit der die ausgewählten Noten kopiert werden können. Obwohl ich mich im Editorial über Shift-Tasten ausgelassen habe, muss ich zugeben, dass diese eine hier gut im Konzept funktioniert und Ausnahmen bestätigen bekanntlich die Regel. Zumal die Drei-Finger- (Velocity) und die Zwei-Finger-Geste (Verschieben) schon vergeben sind. Dass die Shift-Taste hier funktioniert, ist wohl maßgeblich auf das aufgeräumte klare Interface von Fugue zurückzuführen und sollte nicht zum unüberlegten Nachmachen motivieren!
Fugue ist in seiner Funktionsweise einzigartig und liefert Ergebnisse, die sich anderweitig nur mit sehr viel Aufwand bis gar nicht erzeugen lassen. Die Anwendung ist dabei nicht nur für Anhänger der akademischen Musikkomposition, Seriellen, Zwölftonmusik und Bach-Fugen interessant. Fugue schafft es, eine ansonsten schwierige und komplizierte Kompositionspositionsarbeit in die wesentlichen Faktoren zu zerlegen und auf einfache, verständliche Art darzubieten. In dieser Fähigkeit zeigt sich oftmals das Genie und Multi-Playheads sind die Zukunft!

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