Special: iPhone Musikstudio, Hardware & Software

2. Dezember 2009

iPhone Music

„Dies iPhone ist ein gülden Ding.“

Es herrscht nach einem Jahr AppStore bei iTunes immer noch Goldgräberstimmung, und die Erfolgsstorys überschlagen sich. Doch die Qualitätsschwankungen der über 85.000 Anwendungen sind erheblich. Es gibt Dutzende Iterationen desselben Konzepts, und die Masse der Veröffentlichungen macht es für die Benutzer schwierig, die hochwertigen Programme herauszufischen. Jedoch ist genau dieses kreative Chaos, diese Freiheit auch der Kern des iPhone Erfolgs und Lieferant einiger Innovationen.
Deswegen legt dieses Special auch seinen Schwerpunkt auf Innovation und kreative Freiheit. Anwendungen, welche die Möglichkeiten des Multitouch-Screen erforschen und nicht nur eine Klaviatur an eine Soundengine dran kleben und gleichzeitig den Benutzern die Freiheit geben, eigene Klänge und Samples zu verwenden und auszutauschen. Diese Auswahlkriterien erwiesen sich als recht effektiv, um den Umfang dieses Specials nicht ins Epische ausufern zu lassen.
Auf jeden Fall lassen die hier vorgestellten „Apps“ erkennen, dass es sich bei dieser Entwicklung um wesentlich mehr handelt als nur um gehyptes Spielzeug ohne weiteren Sinn.
AMAZONA.de hat die Apple Handhelds deswegen kritisch unter die Lupe genommen und stellt Ihnen in diesem Special die interessantesten Apps und Erweiterungen vor, die den Begriff vom „portable Musikstudio“ großflächig erweitern, wenn nicht sogar neu definieren. Wir lassen uns sogar der Aussage hinreißen, dass diese kleinen Geräte sogar eine echte Alternative für portables Arbeiten mit Musik bieten.

iPhone 2G/3G/3GS bzw. den iPod Touch 2G werden nachfolgend kurzerhand nur „iTouch“ genannt.
Dieses Special behandelt sowohl Software als auch Recording Hardware für die iTouchs.

Teil 1: iOS Software

  • I. Synthesizer
    II. Sequenzer
    III. Controller
    IV. Recording Software (2-Spuren und mehr)

Teil 2: iOS Recording Hardware

  • V. Kommerzielle Produkte S.9
    VI. DIY Lösungen / Circuit Bending S.10

I. Synthesizer

Nun haben Sie sich also einen gebrauchten 8GB iPod Touch 2G oder ein nagelneues iPhone 3GS mit 64GB geleistet und wollen nun Musik damit machen. Aber wie? Nun hier sind die besten Synthesizer für die Apple Handhelds – für Sie getestet.

Amadio – Noise.io (1)
€11,99

Noise_io 1

Noise_io 1

Nach einem Jahr hat sich besonders ein iPhone Mikrounternehmen einen Namen gemacht. Amadio Inc. haben mit ihren Apps wie Noise.io und Hexatone Pro, Star Melody und Star Guitar die Qualitätsmesslatte für iTouch-Instrumente für die Mitbewerber deutlich nach oben gelegt. Daran besteht mit Blick auf das bisherige Portfolio von Amadio keinerlei Zweifel. Über die hauseigene ioLibrary-Programmierbibliothek können außerdem noch Daten zwischen allen Amadio Programmen ausgetauscht werden. Die Funktions-Library ist natürlich auch für andere Programmierer verfügbar, und so unterstützten z.B. der „MPC-Klon“ Beatmaker oder iSequence von Beepstreet die ioLibrary. Diese Interoperabilität sollte weiter Schule machen. Ansonsten besteht noch die Möglichkeit, die Session- und Audiodaten in der ioLibrarry über WiFi auszutauschen. Auch ist die WiFi-Verbindung auch der übliche und einzige Weg, um eigene Daten mit dem iPhone auszutauschen. Die Methode hat Vor- und Nachteile gegenüber dem „konventionellen“ Datenaustausch per Speicherkarte oder Kabel und ist Geschmackssache. Das einzig wirklich Nervende ist, dass Apple dem Benutzer nicht die Wahl lässt.

Noise_io 2

Noise_io 2

Mit Noise.io hat Amadio nicht nur einen Synthesizer, sondern eine innovative Synthesizer Workstation herausgebracht. Die Software ist essentiell ein FM-Synthie, genau genommen ein ESFM-Synthi. ESFM bedeutet „Enhanced Subspace Frequency Modulation“ und ist eine Weiterentwicklung der FM-Synthese. Noise.io bietet auf der Klangebene 3 Generatoren, bestehend aus zwei Oszillatoren mit 25 vorgegebenen Wellenformen und einem Noise-Generator. Dazu kommt noch ein Mulitmode-Filter. Die zwei 2 LFOs und das S&H können zwar jeweils nur einen Parameter modulieren, doch der darf aus der gesamten Palette des Noise.io ausgewählt werden. Zur weiteren Verfeinerung steht noch eine Effektengine mit Delay, Flanger, Chorus, Phaser, Distortion und Bit-Crusher zur Verfügung. Dazu kommen noch Pitch, Transgate und Custom Step-Sequenzer, welcher einen beliebigen Parameter des Synthis modulieren kann. Die Step-Sequenzer können jeweils vier Pattern mit jeweils maximal 64 Noten verwalten. Für die Live-Performances gibt es außerdem noch 8 Controller, die frei auf alle Parameter des Synthis gemappt werden können. Als Eingaben stehen dafür jeweils die X-Achse, die Y-Achse, Muli-Touch, sowie die Roll- und Tilt-Bewegungssensoren des iTouch zur Verfügung.

Noise_io3

Noise_io3

Die üblichen Sprüche über intuitive Bedienung kann man bei dieser Funktionsvielfalt allerdings getrost vergessen. Noise.io braucht Einarbeitungszeit. Am besten mit dem downloadbaren PDF-Handbuch nebendran. Wenn man mit grundlegender Synthesizerprogrammierung nicht völlig unerfahren ist, sollte aber auch das innerhalb von zwei Stunden gegessen sein. Dabei hilft die wirklich innovative und effektive Benutzerführung. Die meisten Seiten sind zwar mit Parametern nur so angefüllt, doch von Pfriemelichkeit ist weit und breit keine Spur. Grund ist der „Ribbon-Controller“ am linken Bildschirmrand. Einfach einen Parameter auswählen und mit dem großzügig ausgelegten Band den Parameter justieren. Dabei ist das Konzept konsequent auf beinahe allen Seiten durchgehalten. Die Sequenzer haben keinen Ribbon-Controller, lassen sich aber dennoch noch gut bedienen. Wenn ich ein Software-Äquivalent nennen müsste, würde die Wahl vom Bediengefühl und vom spacigen Design her, am ehesten auf NIs FM7 oder Absynth fallen, denn auch der Noise.io bietet nicht nur ein neues Bedienkonzept, das auch beim Musikmachen einen Sinn ergibt, sondern kommt auch ohne Holzseitenteile aus. Wir haben also keine andere Wahl, als eine vorbehaltlose Redaktionsempfehlung auszusprechen.

Amadio – Hexatone (2)
€7,99

Hexatone

Hexatone

Ist Noise.io optisch schon way out, dann ist Hexatone nochmal so abgespaced und experimentell. Das App ist eine auf Samples basierende, generative Rhythmus-Maschine. Sechs One-Shot Samples, werden in einem Hexagon mit einer Kantenlänge von sechs Feldern (insgesamt 90 Felder) über fünf Funktionsoperatoren gesteuert. Jedes Feld kann gleichzeitig drei Parameter beinhalten. Über die grüne GRID-Taste wird die dreistufige Trigger-Wahrscheinlichkeit eingestellt. Je heller das Feld, desto eher wird es angesprungen. Die blaue CELL-Taste zeigt die Auswahl der fünf Operatoren Retrigger, Jump, Volume/Pan, Slice und Wait. Sie werden als weißes Icon in der Zelle dargestellt. Jeder der Operatoren kann sechs Zustände annehmen, die in Wechselwirkung mit der Feldwahrscheinlichkeit steht. Über die rote SND (SOUND) Taste wird der Note ON/OFF Parameter angewählt, der als rote Feldumrandung dargestellt wird. Das Ergebnis sind ausgefallene Frickle-Beats. Für kontrollierte Rhythmen muss man schon ziemlich seine graue Masse einsetzen, um mit der Zeit den Überblick nicht zu verlieren.
Weitere Besonderheiten sind der Import eigener Samples, die auch direkt über die Mikrofoneingänge des iTouch aufgenommen oder per WiFi importiert werden können (näheres dazu folgt im Hardware-Teil dieses Specials). Beim Speichern seiner Zufallsrhythmen gibt es zusätzlich die Option des Mixdowns in Hexatone, der dann als CAF/AppleLoop (CoreAudioFile) gespeichert wird, das direkt in Garageband oder Logic weiterverwendet werden kann. Um die CAF-Dateien in WAV-Dateien zu konvertieren, müssen diese im Hexatone Datei-Manager noch einmal exportiert werden und stehen danach im Bowser-Interface zum Download bereit. Über die ioLibrary können die WAV-Dateien auch in Intuas Beatmaker importiert werden. Mit der „Sample“-Lade-Funktion auf der PADS-Seite in Beatmaker wird die WAV-Datei aus der ioLibrary geladen. Das ist ungemein praktisch als Funktion an sich, doch die allgemeine Handhabung des Export- und Austauschprozessen ist nicht gerade intutitv. Es sollten also dringend zwei Blicke in die Handbücher (3) riskiert werden. Hexatone im Gesamten ist auch nicht 100% optimal. Die Trigger-Zellen sind sehr klein und schaffen einen tiefen Graben zwischen der Spinnen- und der Dickfingerfraktion, was den Spielspaß angeht. Wer mit dem Interface klar kommt, wird mit massig kreativen Möglichkeiten belohnt, die sonst nur in NIs Reaktor oder ähnlichen Programmen zu finden sind. Hinzukommt die Verwendung eigener Samples, die Hexatone nicht nur auf perkussive Klänge beschränken.

Yudo Inc. – 8Bitone Micro Composer (4)
€1,59

8Bitone

8Bitone

Bleiben wir noch etwas bei Synthesizern. Wenn ihnen Retro-Sound gefällt, Sie wissen das ganze Commodore C-64, Atari 2800, Gameboy Nanoloop Gefiepse, dann sind Sie mit dem 8Bitone gut bedient. Der klassisch aufgebaute, unklassisch klingende quadrophone Synthie bietet neben einem Oszillator mit diversen Sägezahn- und Rechteck-Wellenformen, einem Rauschgenerator und LFO auch einen schnellen 8-Noten Arpeggiator, um die beliebten Waveshaping-Effekte der 8bit Ära nachzubilden. Um seine selbsterstellten Sound auch gleich ausprobieren zu können, bietet 8Bitone eine verschiebbare 3-Oktaven Klaviatur für Live-Performances. Da Sie aber spätestens nach der zweiten Synthesizer-Emulation mit einer Klaviatur als einzige Eingabemöglichkeit bemerken werden, welche „engen Grenzen“ diese Eingabe Methode hat, bietet 8Bitone einen durchdachten 4-Spur-Stepsequenzer an, der das Komponieren einfacher macht. An Solo, Mute, Copy Paste und Tripple Noten wurde ebenfalls gedacht. Diese und andere Funktionen, sowie die Transport- und Verwaltungsfunktionen werden über die TCR-Taste aufgerufen. Das intelligente Design erlaubt bei gehaltener Shift-Taste das vertikale Verschieben der Transportleiste. So kann man sie an einer Position offen halten an dem sie gerade nicht stört. So macht Arbeiten Spaß. 8Bitone bietet leider keine Möglichkeit des Exports der eigenen Kompositionen an. Auch nicht per WiFi oder gar als MIDI-File. Bleibt nur die direkte Aufnahme vom iTouch-Audioausgang. Trotz dieser Mankos hebt sich 8Bitone in seiner einfachen und durchdachten Bedienung und seinem eigenständigen 8Bit-Sound von den meisten anderen iTouch-Synthesizern ab, und es macht einfach nur Spaß damit zu arbeiten. Nicht zuletzt wegen des einfachen aber guten Sequenzers.

Christian Wolfe – Jasuto Modular Synthesizer (5)
€3,99

Jasuto

Jasuto

Der Jasuto stellt quasi die Synthese zwischen einem modularen System wie etwa Reaktor und einer flexiblen Touchscreen-Oberfläche à la Lemur/Dexter dar. Optisch erinnert der Jasuto an den Reactable (41) der Music Technology Group von der Pompeu Fabra University, Spanien. Der Science Fiction-Synthesizer der wohl vor allem durch Björks Volta-Tournee Aufsehen erregte. Jasuto verfügt über eine Anzahl von Klangerzeugern, Modulatoren und mathematischen Operatoren für subtraktive, additive, FM/ AM/ PM- und Hardsync-Synthese. Weitere Besonderheiten sind, dass hier keine Kabelstrippen gezogen werden müssen, was schon bei modularer Software nicht immer optimal ist. Die Objekte verbinden oder beeinflussen sich über Annährungsfaktoren miteinander. Die Module können dabei individuell in Aktionsradius und Parameterlaufweite und weiteren spezifischen Parametern verändert werden. Die Integration eines Step-Sequenzers runden das Paket ab. Jasuto ist eines der wenigen iTouch Apps, die eine wirklich innovative Implementation eines Multi-Touch-Interfaces aufzeigen. Allein dafür würde Jasuto schon zum Redaktionstipp, doch es kommt noch besser. Christian Wolfe bietet nämlich noch die VST-Variante von Jasuto zum kostenlosen Download an. So können auf dem iTouch erstellte Patches problemlos per WiFi übertragen und in der VST-Host Software auf dem Mac oder dem PC in das eigene virtuelle Studio eingebunden werden. Auch wenn das Programm mit gelegentlichen Abstürzen noch nicht ganz Bug-frei ist, ist das kein Grund, Jasuto nicht jedem zu empfehlen, der tiefschürfende Soundtüfteleien mag.

Retronyms – DopplerPad (6)
€7,99

Dopplerpad

Dopplerpad

DopplerPad ist ein Live-Performance-Sequenzer. Das App ist mit drei Screens sehr übersichtlich. Als Startbildschirm erscheint die Pattern-Organisation flankiert mit den zwei „Decks“, in denen die Loops erstellt werden können und zwischen denen per X-Fader umgeblendet werden kann. Für die klangliche Abwechslung stehen 37 integrierte Instrumente zur Verfügung. DopplerPad wurde speziell für das iTouch entwickelt, was man der Benutzeroberfläche auch sofort anmerkt. Hier sind keine kleinteiligen Menüs oder Minibuttons zu finden, sondern eine schön aufgeräumte Benutzerführung ist. Das Programm ist sehr einfach gehalten. Allerdings stellt sich DopplerPad leider genau hier selbst ein Bein. DopplerPad ist quasi der Korg Kaossilator des iPhones. Das bedeutet, dass man beim Einspielen der polyphonen, multiinstrumentalen Loops ziemlich viel Übung braucht, damit es groovt. Ist eine Note erst einmal gesetzt, wird es sehr schwierig, diese wieder zu löschen. Oft bleibt einem keine andere Wahl, als den Loop komplett neu aufzunehmen. Zum Löschen muss per Finger-Swipe vom Record-Modus in den Clear-Modus umgeschaltet werden und dann die Clear-Taste zum richtigen Zeitpunkt gedrückt werden, um eine bestimmte Note zu erwischen. Oder sie muss so lange gehalten werden, wie es nötig ist, mehrere Steps aus der Zeitlinie zu entfernen, d.h. alle Steps, die in diesem Zeitabschnitt liegen. Die Auswahl einzelner Instrumente ist nicht mehr möglich. Auch gibt es keine dedizierte Step-Sequenzer Ansicht zum schrittweisen Editieren. Alle Eingaben müssen während laufendem Sequenzer erfolgen. Auch eine Anzeige, welches Instrument gerade gespielt wird, gibt es nur beim Auswählen desselben. Um fortlaufende Arrangements zu erstellen, sollte der Benutzer sich entweder notieren, welche Instrumente er benutzt hat oder ein gutes Gedächtnis haben. Auf jeden Fall bedürfen diese Mankos dringende Updates. Als Updates in Arbeit sind allerdings schon der Audiodatenaustauch mit FourTrack (ab 3.0) von Somnia Wireworks (20) und ein integrierter Synthesizer zur Erzeugung eigener Klänge.
Die Loops können als WAV-Daten mit dem Rechner per WiFi und Browser ausgetauscht werden. Eine Möglichkeit, die Sequenzerdaten zu archivieren, gibt es nicht. DopplerPad ist bei weitem kein schlechtes Programm, und man kann ein Menge Spaß beim Jammen haben. Schließlich hielten die oben beschriebenen Funktionsweisen auch den Kaossilator nicht davon ab, ein Erfolg zu werden und sich eine beachtliche Fangemeinde aufzubauen. Für Parameter- oder Editierfreaks ist das Programm allerdings weniger von Interesse. Die Anleitung zu DopplerPad gibt es ausnahmsweise auch mal in deutsch.

Yudo Inc. – Matrix Pad (7)
€1,59

Matrix Pad

Matrix Pad

Das Live-Instrument, das sowohl eine gute Balance zwischen Live- und Step-Sequencing bietet, ist eine Zusammenarbeit mit dem japanischen Programmierer Reo Nagumu, Kopf von Yudo Inc., und dem prämierten Komponisten für Computerspiele Reo Yonaga. Matrix Pad, mit dem das gemeinsame RxR Projekt eröffnet wird, ist auch ein weiterer Beitrag zur Music Toys Serie von Yudo Inc. Das Programm ist aber alles andere als Kinderspielzeug, obwohl der Gedanke des unverbissenen Zugangs zur Musikinteraktion sichtbar dahintersteht. Aber es geht wesentlich tiefer.
Als Grundlage zur Sounderzeugung dient ein Pattern. Ein Pattern besteht aus jeweils einem 16 Noten-Sequenzer für Bass, Drums und Synthesizer, die alle über ca. dreieinhalb Oktaven gespielt werden können. Zur Variation können verschiedene Klangfarben bei Bass und Synth oder alternative Percussions bei den Drums ausgewählt werden. Auch Anschlagsstärken können pro Step variiert werden. Die Drum-Sektion kann maximal 5 Noten gleichzeitig spielen, der Synthesizer bietet Dreiklänge, und der Bass ist zweistimmig. Es gibt neun Patterns, zwischen denen auf dem Performance-Screen dynamisch umgeblendet werden kann. Als Verwaltungsfunktionen sind Speichern und Laden ebenso vorhanden wie Pattern Copy und Swap. Allerdings können die Daten leider sonst nirgendwohin exportiert werden. Das ist ein bisschen schade.
Das eigentliche Herzstück des Matrix Pad ist die Performance-Seite. Hier sind die vier Lichter Rot, Blau, Gold und Grün maßgeblich. Wobei es letzteres nur an den Bildschirmrändern gibt. Die Position der Lichter nimmt Einfluss darauf, welches der neun Pattern gespielt wird. Dabei ist Grün für die BPM-Geschwindigkeit zuständig, Rot aktiviert die Melodiespur, während Blau für Bass und Drums zuständig ist. Gold ist ein LowPass-Filter, immer aktiv, aber er wirkt nur in Verbindung mit Rot oder Blau.
In einem weiteren Optionsfenster lässt sich auswählen, welche der drei Effekte, Blau, Rot oder Grün auf die einzelnen Instrumente wirkt. Es kann allerdings immer nur ein Effekt pro Stimme ausgewählt werden. Insgesamt ist MatrixPad ein tolles Spielzeug im absolut positiven Sinne. Es macht einfach Spaß, und für das Geld kann man sich schnell wesentlich schlechtere Software kaufen und nur schwer bessere. Deswegen ist MatrixPad der Spaß-Tipp der Redaktion.

Marek Bereza – Thump (8)
€2,99

Thump

Thump

Als Drummachine sollte Thump ebenfalls besondere Aufmerksamkeit erhalten. Obwohl es wie Hexatone schon wieder mehr ist als ein reiner Drum-Sequenzer und damit flexibler ist als die meisten 808- und 909-Emulation, die für den iTouch zu haben. An sich ist Thump ein einfacher Drum-Sequenzer, der innerhalb von 2 Minuten zu verstehen ist. Aber die zwei polyphonen Synthesizer mit jeweils zwei Oszillatoren, Filter und Hüllkurven sind eine Besonderheit, und die Samples können ebenfalls noch mit Filter und diversen Effekten belegt werden. Die Länge des Sequenzers ist mit 4 Takten vielleicht etwas kurz. Und auch die 8 Pattern für die jeweiligen Synthie und Drum Spuren sind recht knapp bemessen. Dadurch bleibt jedoch alles übersichtlich und ermöglicht ein flottes Arbeiten. Im Gegenzug ermöglicht Thump das Einbinden von eigenen Samples, hat ein sauberes, dem iTouch angepasstes Interface, und ein funktionsidentisches PC/Mac-Äquivalent als Standalone-Programm. Gut, es gibt kleine Tücken. Für den Datenaustausch benötigt Thumb ein kleines JAVA-Programm, das auf Berezas Homepage für Mac und PC zum Download bereitsteht. Auch muss das erfolgreiche Einbinden von Samples nach bestimmten Vorgaben erfolgen, und die PC Variante von Thump ist momentan noch nicht ganz funktionsfähig, doch es wird fleißig an Updates gearbeitet. Auch werden alle wichtigen Fragen bezüglich der Anwendung auf der Thumb-Homepage kurz und prägnant beantwortet. Die Umsetzung auf dem iTouch und die Flexibilität machen Thump zum Redaktionstipp für Drum-Maschinen.

Strange Agency LLC – Curtis Heavy – Granular Synthesizer (9)
€1,59
Bevor wir zur den Sequenzer-Programmen für den iTouch kommen, möchten wir noch auf zwei experimentell angelegte Applikationen zu sprechen kommen. Curtis ist ein touch-sensitiver Granular Sampler. Das Schöne dabei ist, dass eigene Samples per WiFi ausgetauscht oder mit dem Mikrofon direkt aufgenommen werden können. Die lange Achse des Bildschirms definiert den Ausschnitt des zu bearbeitenden Samples. Die Größe des Ausschnitts wird über den Zwischenraum von zwei Fingern bestimmt, welcher permanent geloopt wird. Über die kurze Seite des Bildschirms wird mit einem Finger die Größe des Grains bestimmt. Bewegt man zwei Finger entlang der kurzen Seite, werden die Verwaltungsfunktionen aufgerufen. Allein schon die Darstellung der Grainsynthese ist abgefahren, und Klangzerstörung war selten so haptisch und so spaßig wie bei Curtis.

Curtis & iGenDyn

Curtis & iGenDyn

Nick Collin – iGendyn (10)
€0,0

Für diesen Preis sowieso ein Muss. Dieser Noise-Synthesizer baut auf den stochastischen Kompositionsmethoden von Iannis Xenakis (†February 4, 2001), der für die kontemporäre (Elektronische) Musik ebenso wichtig ist wie Karlheinz Stockhausen (†5 Dezember 2007) oder Wendy Carlos. Okay, mit fremden Federn schmücken kann sich jeder. Fakt ist, dass Noise selten so sexy war wie in iGenDyn. Das ist wichtig, denn der dreistimmige Synthie kann eigentlich nichts anderes, und genau darin liegt der Reiz. Der optimale Einstieg in die Noise-Welt.

II. Sequenzer und Workstations

Kommen wir zu den Schlachtschiffen. Man mag es glauben oder nicht, aber für den iTouch gibt es komplette Sequenzer, die es durchaus mit den „echten“ Sequenzern aufnehmen können. Natürlich gibt es Abstrich, sonst wäre das iPhone nicht das iPhone, sondern das möglicherweise nächste Jahr erscheinende „Apple Tablet“. Und selbst dann wäre es schon wieder zu groß für die Hosentasche.

Intua – Beatmaker (11)
€14,99

Beatmaker

Beatmaker

Ein Programm, das sich innerhalb des einjährigen Bestehens des AppStore einen Namen gemacht hat, ist der Beatmaker von Intua. Das Programm ist in seiner Funktionalität an dem bewährten MPC-Konzept angelehnt, d.h. es werden 16 Samples über 16 Pads getriggert. Umfangreiche Sample- Editierfähigkeiten, Import/Export und Effekte heben die skeptischen Augenbrauen und sind sauber implementiert. In der Pads-Ansicht werden auch sämtliche Einstellungen des Beatmakers vorgenommen. Von der Recording-Funktion über den Mikrofoneingang, über die Sample-Konfiguation bis zu den Live-Performance Controllern und dem Taktmaß befindet sich alles hier. Hat man dann sein Kit zusammengestellt, geht es zur Pattern-Ansicht.
Arrangiert wird nämlich in Patterns. Ein Pattern ist eine Step-Sequenz mit einer Länge von ein bis vier Takten, einer Auflösung von maximal 64tel Triolen und einem Taktmaß von 3/4, 4/4, 5/4 oder 6/4. Jedes Pad hat seine eigene Spur. Durch Setzen der Pads wird deren Abfolgesequenz arrangiert. Jedes Pad kann im Pattern-Sequenzer in den Parametern Anschlagsdynamik, Panorama, Tonhöhe und Groove individuell angepasst werden. Copy & Paste sowie Loop-Funktionen finden sich auch hier. Sehr schön ist auch, dass zwischen den Pattern gewechselt werden kann, ohne die Ansicht verlassen zu müssen. Hat man seine Pattern-Bausteine fertig, werden diese im Song-Sequenzer arrangiert. Da Pattern ja nur die Meta-Informationen zu den 16 Pads beinhalten, können beliebig viele Patterns erstellt werden, was aber nicht für das gleichzeitige Abspielen gilt. Da die Ressourcen des iTouch nicht unbegrenzt sind, lohnt es sich, übersichtlich und vorausplanend zu arrangieren. Denn je nach Sample-Material und Effekteinsatz liegt die effektive Polyphonie bei ca. 20 Stimmen. Auch gilt es zu bedenken, dass das RAM des iTouch auf 128MB begrenzt ist. Beatmaker unterstützt zwar Sampleraten von 8 – 96kHz und 24Bit, aber alles andere als 16Bit bei 44kHz in mono oder stereo macht auf dem iPhone keinen Sinn, weil eh alles auf dieses Format umgerechnet werden muss und somit Ressourcen verschwendet werden.
Kits, Projekte und Samples lassen sich zwischen iPhones und Rechnern per WiFi und Browser oder ioLibrary austauschen. Auch an MIDI-Export und interne Mixdown-Möglichkeiten wurde gedacht. Damit steht der Weiterverwendung in der großen DAWs nichts mehr im Wege. Beatmaker hat sich seinen Platz unter den besten Musikanwendungen redlich über das Jahr hinweg erarbeitet, und AMAZONA kann sich nur an die Empfehlungen anschließen. Wer auf die MPC-Arbeitsweise steht, wird hier glücklich werden.

Alexander Gross – Xewton Music Studio (12)
€15,99

Alexander Gross - Xewton Music Studio

Alexander Gross – Xewton Music Studio

Um es auf den Punkt zu bringen: Xewton verhält sich zum iTouch wie Garageband zum Mac.
Das Programm des Wieners bringt alles mit, was man zum Komponieren „on the Road“ braucht.
21 gesampelte Instrumente, ein beeindruckendes Effekt-Rack, zwei Effektbusse und ein 88 Tasten Keyboard mit zwei Manualen. Da sich Xewton auf MIDI-Editierung und Sequenzierung spezialisiert, sind die MIDI-Fähigkeiten entsprechend durchdacht und umfangreich und eine vollständige MIDI Import/ Export-Unterstützung eine Selbstverständlichkeit. Unterwegs also schnell ein paar Ideen arrangieren oder Einspielen und zuhause dann die MIDI-Komposition im Rechner verfeinern. Kein Problem. Auch eine Mix-Down-Funktion wurde nicht vergessen. Die technische Seite kann ebenso überzeugen. Xewton bietet bis zu 128 MIDI-Spuren und 64-fache Polyphonie. Was aber dem iTouch schon einiges abverlangt. Auch bei längeren Reiseunternehmen ist genug Raum für die Ausgestaltung der musikalischen Ideen. Zwar können noch keine eigenen Samples in Xewton integriert werden, doch diese Funktion steht schon ganz oben auf Alexanders ToDo-Liste. Die Homepage von Xewton bietet außerdem noch gute Tutorials und viele Hilfestellungen. Das Programm ist so gut durchdacht, dass jeder, der schon einmal vor einer DAW saß, sich sehr schnell zurecht finden wird. Garageband-Benutzer werden sich besonders heimisch fühlen. Die einfache durchdachte Konzeption von Xewton macht es zum Redaktionstipp für Einsteiger und Instrumental-Musiker und überhaupt. Für einen mehr als angemessenen Preis bekommt man nicht nur einen beliebigen MIDI-Sequenzer, sondern ein ausgewachsenes, professionelles Kompositionswerkzeug.

Alexander Zolotov – SunVox (13)
€3,99

SunVox

SunVox

SunVox hat keine hübsche Bedienoberfläche. SunVox hat mitunter eine frickelige Bedienung. SunVox bietet keine XY-Emulation mit Holzseitenteilen. SunVox ist einer der mächtigsten Tracker; die mir je untergekommen sind. Schaut man über die triste Linux-Oberfläche und die kleinen Pull-Down Menüs hinweg, dann lernt man einen Tracker kennen, dessen Funktionsumfang nur als vollständig bezeichnet werden kann. Zumindest kommt SunVox diesem Prädikat näher, als so ziemlich alle übrigen Musikprogramme auf dem iTouch. Sie möchten sich eigene Instrumente in additiver oder subtraktiver Synthese bauen? Bitter sehr. Sie möchten lieber eigene Samples verwenden und Editieren? Kein Problem. Sie möchten nicht nur MPC-Style One-Shot-Samples oder Loops abfeuern, sondern geloopte Multisample-Instrumente verwenden? Auch hier gibt SunVox nicht klein bei.
SunVox ist wie Reaktor im Trackerformat. Hierzu kommt noch die komplett skalierbare und durchdachte Benutzeroberfläche, und als Kirsche auf dem Sahnehäubchen können Sie Ihre Kompositionen nicht nur komplett auf PC oder Mac mitnehmen, sondern auch auf ihre Handhelds, die unter PalmOS oder Windows Mobile laufen. Für $15 gibt es nämlich SunVox für alle diese Plattformen im Bundle. Ein WAV-Mixdown und Datenaustausch über WiFi stehen selbstverständlich auch zur Verfügung. Diese breite Kompatibilität geht aber leider auch ein wenig auf Kosten der Multitouch-Integration auf dem iTouch, die nicht optimal ist. Das Programm ist aufgrund seiner Komplexität nichts für Anfänger oder Ungeduldige. Die unglaublich vielen Klangformungsmöglichkeiten und die Effektaufrufe im Tracker über Hex-Zahleneingaben fordern ihren Tribut in Form von Einarbeitungszeit und Verständnis der Materie. Hat man sich eingewöhnt; geht das arbeiten allerdings schnell von der Hand. SunVox ist definitiv für fortgeschrittene Soundbastler, denen die Welt nicht genug ist. Deswegen ist SunVox für diese Gruppe der Redaktionstipp. Der Tracker zeigt; was auf dem iPhone technisch alles geht.

III. Controller

Jetzt haben sie aber wahrscheinlich schon etliche Synthesizer auf dem Rechner oder im Studio. Aber die bleiben meisten unbeachtet, weil sie mit der Maus einfach keinen Spaß machen. Auch hier bietet der iTouch einige interessante Programme, um Ihre Softsynthies auf haptischere Weise fernzusteuern als mit der Maus. Was Sie auf alle Fälle benötigen, ist ein WiFi Hotspot oder einen WiFi-fähigen Laptop oder Rechner, um eine direkte Wireless Verbindung mit ihrem iTouch herzustellen. Apple reserviert den Datenaustausch über USB immer noch für die Synchronisation zwischen iTunes und seinen Handhelds, wie es bei allen iPods bisher üblich war. Daran hat sich leider nichts geändert. Was der Funktionalität aber nicht im Wege steht. Denn mit dem iTouch können Sie bequem Ihre Software fernsteuern – ohne Kabelsalat.

Novation – Automap für iPhone (14)
€2,39

Automap

Automap

Beginnen wir mit dem bekanntesten Programm dieser Sparte. Automap kennt wohl inzwischen jeder Software-Musiker. Das Programm mit dem jede MIDI- oder Mackie-HUI Protokoll kompatible Musiksoftware mit einer einheitlichen Bedienoberfläche kontrolliert und den eigenen Anforderungen angepasst werden kann, bidirektional versteht sich. Als Controller dienten dabei bisher die Produkte der SL-Serie von Novation, die eine bestimmte Konfiguration an Fader, Encodern und Buttons zur Verfügung stellte. Der iTouch fügt sich nun in diesen Reigen und unterstützt dabei alle Funktionen von Automap. User, Plug-in, MIDI-Instrumente und DAW, Tastenkombinationen (Automap Pro) stehen bereit. Leider kann die Controller-Konfiguration von Automap iPhone nicht verändert werden, sondern ist fix auf 26 Seiten mit jeweils zwei Fadern und 8 Buttons festgelegt.
Damit ist ein Austauschen zwischen iTouch Mappings und den Novation Controllern leider nicht möglich. Wer Automap kennt weiß, dass ohne manuelle Optimierung nicht viel geht. Das ist jedoch nicht nur Novation anzukreiden. Wenn ein z.B. ein Button ein „ON“ bei 127 sendet und nicht bei 1, dann lässt sich leider MIDI-technisch nicht bestimmen, ob das betreffende Objekt ein Fader ist oder nicht. Von inkonsistenten Nomenklaturen der Parameternamen ganz zu schweigen. Das nur als Randbemerkung. Was gilt ist, dass die investierte Optimierungsarbeit sich sehr schnell in Zeitersparnis und Bedienkomfort amortisiert. Ist man erstmal an Automap gewöhnt, will man es nicht mehr missen. Die voll funktionsfähige Automap Software gibt es zwar kostenlos auf der Novation Homepage, doch erst mit der Automap Pro Version, die nochmals $30 kostet, macht das Arbeiten Spaß. Die Pro Version unterstützt u.a. mehrere Controller gleichzeitig, Parameter-Drag & Drop und Tastenkombinationen und wird mit den neuen MKII Produkten mitgeliefert. Außerdem unterstützt Apple Logic 9 nun Automap und SL-Controller direkt. Wer also einen iTouch besitzt, dem sei Automap wärmstens empfohlen.
Für Steinberg Cubase Benutzer gibt es noch das kostenlose CubaseIC zur DAW Kontrolle und für Pro Tools Anwender Pro Remote Light von FarOut Labs mit 8 Spuren gleichzeitig mit Bankumschaltung. Mit €28,99 liegt es noch im konkurrenzfähigen Preissegment. Die „große“ Version ist mit €79,99 allerdings ziemlich jenseitig.

Hexler – TouchOSC (15)
€3,99

TouchOSC

TouchOSC

Wenn Sie kein Novation Produkt besitzen, müssen Sie aber trotzdem nicht leer ausgehen. Mit TouchOSC liefert Hexler einen Touch-Controller, der es in sich hat. TouchOSC ist ein Jazzmutant Lemur-Ableger auf Handheld-Größe. Das Bedieninterface ist komplett frei konfigurierbar und ebenfalls bidirektional. Faders, Rotary- Controls, Push-Buttons, Toggle-Buttons, XY-Pads, Multi-Faders, Multi-Toggles, LEDs, Labels stehen zur freien Verfügung. Mit dem kostenlosen Editierprogramm für Mac und PC lässt sich der Wunschcontroller auf beliebig vielen – effektiv zehn bis zwölf – Parameter-Seiten zusammenstellen. TouchOSC benutzt dabei, wie der Name verrät, das OSC (OpenSoundControl) Protokoll. Das bedeutet in der Regel: schlechte Karten für Plug ’n‘ Play-liebende Musikanten. Die Programme, die bisher OSC nativ unterstützen, sind Pure Data, Cycling 74 Max/MSP/Jitter, OSCulator, VDMX, Resolume Avenue 3, Modul8, Plogue Bidule, Native Instruments Reaktor, Quartz Composer, Vixid VJX16-4, Supercollider, FAW Circle und vvvv. So ist TouchOSC vor allen Dingen für Soundbastler interessant. Für das kostenlose Pure Data gibt es einen Patch von Chris Randall, der OSC Daten in MIDI umwandelt, um TouchOSC als MIDI-Controller benutzen zu können. Für wen Pure Data zu „Linux-artig“ ist, für den leistet OSCulator (16) dasselbe, inklusive einer schönen Benutzeroberfläche. Allerdings nur für Mac und erst ab $19. Was insgesamt immer noch unter dem Anschaffungspreis von Automap ist. Das Programm läuft sehr stabil und kann jedem experimentell orientierten Musiker oder Kontrollfreak empfohlen werden.

10baseT Interactive mrmr
€0

mrmr

mrmr

Es gibt zwar noch den funktional gleichwertigen und kostenlosen Klassiker mrmr (17). Doch dieser ist wirklich nur Kennern und Profis zu empfehlen, denen Tätigkeiten wie Webseiten im Texteditor zu erstellen immer noch Spaß machen.

Zach Gage – SynthPond
€1,59
Naugthy Panther (aka Chris Randell von Audio Damage) – Plinkton
€0,79

SynthPond & Plinkton

SynthPond & Plinkton

Weitere empfehlenswerte OSC controller sind Synthpond (43) und Plinkton (44). Diese Controller generieren die OSC-Kontrolldaten von sich aus. Es sind generative Sequenzer. Die eingebauten Soundengines der beiden Apps sind zwar zum Kennenlernen gut, aber doch eher funktional gehalten. Erst wenn die generierten Kontrolldaten per WiFi in einen Host-DAW geleitet werden, können SynthPond und Plinkton richtig genutzt werden. Zwei wirklich einfache aber spannende Programme. Generiert werden die Daten durch Kollisionen auf die eine oder andere Weise. Entweder kollidieren Erregerwellen mit Empfängern oder Pucks mit Munchies. Die akustischen Ergebnisse sind sich jedenfalls ähnlich. Für zufallsbedingte Sequenzierung zwei sehr hilfreiche und spaßige Werkzeuge.

Silicon Studios – iTM (18)
iTM Keys, iTM DJ, iTM Pad, iTM Matrix, iTM Tilt, iTM MCU je €4,99
iTM MidiLab €0

iTM

iTM

Wem Automap zu wenig und TouchOSC zu viel ist, für den gibt es noch andere Alternativen. Silicon Studios aus Spanien haben sich dieser Sparte angenommen und liefern ein Set aus einzeln erwerbbaren Controllern, die alle einen bestimmten Zweck erfüllen. iTM Keys, iTM DJ, iTM Pad, iTM Matrix, iTM Tilt sind MIDI Controller, die genau das tun, was ihr Name suggeriert. Für ihre Programme benötigen Silicon Studios die eigene bidirektionale Niedrig-Latenz-Server Applikation von iTouchMIDI.com (42) für Mac und PC. Die Homepage enthält auch Einrichtungshilfen.
Die WiFi Klaviatur von iTM Keys ist mit 8 Oktaven hervorragend dazu geeignet, einen Soft- oder Rack-Synth auszuprobieren, wenn das fette Master-Keyboard gerade nicht zur Hand ist.
DJ ist ein kleines funktionales Steuerpaket für eine DJ Software oder jedes andere MIDI-fähige Programm. Damit muss sich der Laptop-DJ nun nicht mehr dauernd hinter seinem Bildschirm verstecken, sondern kann aktiv auf der Bühne tätig sein. Das trifft aber auf alle iTouch Apps zu.
Matrix, Pad und Tilt richten sich dabei eher an die Live-Situationen aus. Matrix ist ein einfacher Mononome-Ableger mit einer einzelnen Seite, die eine maximale 8×8 Button-Matrix enthalten kann. Als Daten können Notenwerte mit On/Off-Triggern (64/127) auf allen 16 MIDI-Kanälen gesendet werden. Leider können die Buttons nicht als Schalter konfiguriert werden, da sie beim Loslassen automatisch ihren OFF-Befehl senden.
Pad bietet auf fünf Seiten jeweils einem XY-Controller und drei Buttons, die ebenfalls ON/OFF-Status bei 0 und 127 liefern. Alle Controller senden MIDI-CC. Die Kanalvergabe und die Controller-Nummer sind dabei festgelegt. Eine besondere Position nimmt dabei der X-Button ein.
Zweimaliges Drücken speichert die XY-Position des Pads. Wird der X-Button danach nur einmal betätigt, so dass er leuchtet, springt der „Joystick“ automatisch nach dem Loslassen auf die gespeicherte Position zurück. Die Speicherung wirkt dadurch wie eine Kalibrierung. Wird die Position gespeichert, danach zu einem anderen Pad hin- und wieder zurückgewechselt, befindet sich der „Joystick“ auf der kalibrierten bzw. gespeicherten Position. Das ist sehr praktisch, um Parametersprünge zu vermeiden, ist aber etwas umständlich gelöst. Eine automatische Positionsspeicherung wäre praktischer, ist aber kein echtes Manko.
Tilt liefert im Prinzip die gleiche Funktionalität wie Pad, nur dass hier die Bewegungssensoren des iTouch als Controller dienen. Die Funktion des Parameter-Lock sind hier besser implementiert, und die Frage liegt nahe, warum Pad und Tilt nicht in einem App kombiniert wurden. MCU ist ausschließlich für die DAW-Kontrolle von Ableton Live, Mackie Tracktion, Reason und Logic zuständig und benötigt auch ein eigenes Server-Programm.
Auf der Testkonfiguration mit iPod Touch und MacBook über WiFi-Router als auch über Direkt-Netzwerk zeigten sich die iTM Server allerdings etwas zickig. Meistens wurde in diesem Setup der Server nicht gefunden oder all zu schnell wieder vergessen, während Automap und TouchOSC keine Probleme hatten. Es sollte sich daher jeder von der Funktionalität und Kompatibilität seines Setups mit den iTMs überzeugen und sich das kostenlose, funktionsfähige iTM MIDI-Lab ansehen.
Wenn es läuft, machen auch die anderen Apps keine Probleme. Auch gibt es ausführliche Hilfestellungen auf der iTouchMIDI Homepage.
Obwohl alle iT M Apps ihre spezifischen Aufgaben sehr gut erfüllen und auch in sinnvollen Grenzen konfigurierbar sind, wäre es vielleicht insgesamt praktischer gewesen, alle Funktionen in einer Applikation unterzubringen. Wahrscheinlich spielte die erwähnte niedrige Latenz ein Rolle oder eine geschickte Verkaufstrategie, um eine höhere Preisregion zu vermeiden. Insgesamt liegt der Anschaffungspreis immer noch Rahmen von Automap oder TouchOSC mit OSCulator. Wenn die iTMs laufen, dann tun sie dies ohne Mucken, und es macht viel Spaß damit zu arbeiten. Deswegen sprechen wir auch hier eine Empfehlung aus, wenn auch unter dem Vorbehalt der vorhergehenden Prüfung der WiFi-Verträglichkeit mit Ihrem System.

IV Recording Software

Zwar ist ab OS 3.0 schon ein VoiceMemo-Aufnahmeprogramm im iTouch integriert, das auch seine Aufgabe erfüllt, doch ist dieses nur sehr rudimentär ausgestattet. In seiner Form dürfte es wohl kaum die fortgeschrittenen Bedürfnisse unserer Leser befriedigen. Deswegen werfen wir einen Blick auf den Markt der Aufnahmeprogramme, die es wirklich in sich haben.

McDSP – RetroRecorder (19)
€2,39

McDSP Retro Recorder

McDSP Retro Recorder

McDSP ist in Sachen Audiosoftware ein Urgestein. Seit einer Dekade prägt der McDSP Sound viele Musikalben, und es dürfte nicht einen Pro Tools User geben, der McDSP nicht kennt. In jüngster Zeit hat die Firma die Messlatte für Audioqualität für den Rest der Plug-in Industrie wieder einmal deutlich höher gelegt, indem sie mit der neuen Retro-Serie Vintage-Emulation neu erfindet, inklusive den ersten wirklich übersteuerbaren Plug-ins überhaupt.
In dieses Feld fällt nun auch der Retro Recorder in grünem McDSP Retrodesign und der sogenannten ALX Technologie unter der Haube, welche satte 30dB mehr Signallevel aus jeder Aufnahme herauskitzeln soll. Besonders umsichtig ist dabei, dass die ALX-Veredelung nachträglich gewählt werden kann. Sie ist also kein Muss. Während sich die Audioqualität keine Schlappen erlaubt, sind mit dem iPhone-Mikrofoneingang Aufnahmen in 22kHz und 44kHz machbar. Die Bedienungsführung könnte intuitiver und ausführlicher sein. Das Aufnehmen ist einfach, aber rudimentär, denn ein Pausieren der Aufnahme gibt es nicht. Stattdessen wird eine neue Datei erzeugt. Auch das Datei-Management der Aufnahmen ist etwas mager. Außerdem haben Aufnahmen keinen automatischen Zeitstempel im Namen oder sonst ein sinniges Präfix. Stattdessen gibt es nur die Möglichkeit auf der Startseite, den Titel der Aufnahme einzugeben. Wird vor Starten einer neuen Aufnahme der Titel nicht verändert, wird durchnummeriert. Auf der Management-Seite findet sich auch die Funktion für Vor- und Zurückspulen. Insgesamt sind diese Features nicht so optimal gelöst. So mancher wird das ausführliches F.A.Q. auf der RetroRecorder Homepage zu würdigen wissen. Um die Aufnahmen schließlich vom iPhone herunter zu bekommen, wird ein WiFi Hotspot benötigt, an dem sowohl iPhone als auch Computer angemeldet sind. Ist das gewährleistet, gibt uns der RetroRecorder beim Aufrufen der Exportfunktion eine HTTP-Adresse, von welcher die Aufnahmen dann per Internet-Browser heruntergeladen werden können. Das funktioniert dann auch hervorragend.

Bias – iProRecorder (20)
€2,39

Bias - iPro Recorder

Bias – iPro Recorder

Auch die Firma hinter diesem Stereorekorder steht seit 1995 mit ihrer Software Peak und Soundsoap im Audiobereich für Qualität. Bias Inc. stellt nun mit dem iProRecorder ihr erstes iPhone App vor, das sich natürlich direkt mit der Peak Software über WiFi verständigen kann. Alternativ können die Aufnahmen auch per Browser herundergeladen oder per E-Mail über den BIAS-Server verschickt werden. iPro unterstützt Aufnahmen in 44kHz über den Mikrofoneingang, und die Dateiverwaltung ist zwar um einiges umfangreicher als beim Konkurrenten, aber ebenfalls gewöhnungsbedürftig. Das Spulen über Jog-Wheel ist perfekt gelöst, und ein Pausieren der Aufnahme ist auch möglich. Auch Timer-Aufnahmen sind möglich. Die Marker-Funktionen, die in Version 3.0 dazu kamen, sind zwar hilfreich, könnten aber noch verbessert werden. Um sie zu setzen, spult man zu entsprechenden Stelle und setzt den Marker. Leider kann dieser nachträglich nicht in seiner Position editiert werden. Nur löschen und neu setzten ist möglich. Einen Zeitstempel im Namen, Präfix oder Suffix gibt es auch hier nicht. Dafür bietet iPro aber GPS-Stempel und Photo Anhänge auf dem iPhone. Der iPro nicht so intuitiv zu bedienen wie es sein könnte. Zum Teil auch, weil die Preferences des Programms in die iPhone-Systemeinstellungen verlagert wurden und nicht in das Programm selbst. Als Abhilfe gibt es aber ein umfassendes F.A.Q. auf der Bias Homepage, welches sogar aus dem iPro selbst aufgerufen werden kann. Nach ein paar Aufnahmen sollte man sich jedoch eingewöhnt haben. Auch hier funktionierte der Datenaustausch per Browser über WiFi korrekt und problemlos. Zusätzlich wird noch der komfortable Bonjour Service unterstützt, auch für Windows. Der Bonjour Service-Installer ist auf der Apple Homepage erhältlich.

AudioFile Engineering – FiRe (21)
€7,99

Audiofile Engineering - FiRe

Audiofile Engineering – FiRe

Der 2-Spur Field-Recorder ist besitzt noch Overdub-Funktion und ist von den Verwaltungsfeatures auch am besten ausgestattet. Verschiedene Timer-Aufnahmen, Echtzeit-Waveform-Anzeige, dB-Meter, direkte Webserver, FTP und Soundcloud Unterstützung setzen den Maßstab in dieser Kategorie. Außerdem ist FiRe das am einfachsten zu handhabende Programm für lineare Aufnahmen, und deswegen sind große Erläuterungen überflüssig. Wenn das kein Qualitätskriterium ist.
Gerade haben Blue, die Mikrofonhersteller, eine leicht funktionsreduzierte kostenlose Version mit dem Namen Blue FiRe (22) veröffentlicht. Es ist zwar auf das Blue Mikey (36), das Mikrofon für den Docking-Port des iTouch optimiert, aber glücklicherweise nicht darauf beschränkt. Deswegen arbeitet Blue FiRe auch mit dem internen Mikrofon des iPhone und weiteren externen Handsfree-Mikrofonen anderer Hersteller zusammen. Unbedingt antesten. Damit ist jetzt auch offiziell, dass das Mikey mit iPhone und iPod Touch kompatibel ist.

Somnia WireWorks – FourTrack (22)
€7,99

Somnia Wireworks - FourTrack

Somnia Wireworks – FourTrack

Nicht nur einen sondern zwei Schritte weiter geht das Programm FourTrack von Sonoma Wireworks. Denn wir haben es hier mit einem Vierspurrekorder zu tun, wie der Name schon andeutet. Betrachtet man das Interface, so fühlt man sich unweigerlich auch an einen 4-Spur Kassettenrekorder aus den 80ern oder frühen 90ern erinnert. Das Interface ist rudimentär aber völlig ausreichend für einfache Aufnahme-Sessions. Es verbergen sich jedoch einige kleine Besonderheiten in der Bedienung, die leicht übersehen werden können. Da ist beispielsweise das umfangreiche Metronom. Es bietet keineswegs nur ein einfaches Klick als Begleitung, sondern richtige Percussion-Sounds wie Clap, Bells oder HiHats und gar drei komplette Schlagzeugrhythmen im 3/4, 4/4 oder 6/8 Takt. Für ungerade Takte gibt es die unbetonten x/4 Preset-Clicks. Das ist schonmal recht umfangreich, könnte aber weiter ausgebaut werden. Auch Lautstärke und Panorama für den Click lässt sich einstellen. Um die BPM-Geschwindigkeit zu ändern, dreht man einfach am Scrub-Wheel unter der BPM Anzeiger oder ermittelt die Geschwindigkeit mit dem Finger per BPM-Tap.
Um ein Signal aufzunehmen, wählt man im Hauptfenster einen Track aus, um ihn in Bereitschaft zu versetzen. Danach wird mit dem großen roten Record-Schieberegler die Aufnahme gestartet. Das ist etwas gewöhnungsbedürftig und ist am Anfang etwas verunsichernd, weil die Aufnahme auch direkt nach Aktivierung beginnt und nicht etwa eingezählt wird. Somnia empfiehlt deswegen ein eigenes Einzählen als Referenzpunkt. Hat man einen Track aufgenommen, geht man zum nächsten über. Da FourTrack nur den internen oder externen Mikrophoneingang als Audioquelle unterstützt, kann immer nur auf einer Spur in mono aufgenommen werden. Die Qualität ist dabei auf 44kHz in 16Bit festgelegt. Auch offenbart sich beim ersten Anschauen nicht die Tatsache, dass FourTrack eine Overdub-Funktion besitzt. Einfach aber effektiv. Mit dem Scrub-Wheel unter der Zeitanzeige kann man nicht nur schnell durch die Aufnahmen spulen. Die Zeitanzeige ist gleichzeitig auch die Positionsanzeige für die Aufnahme, wie man sich denken kann. Möchte man also z.B. eine Phrase neu einsingen, dann muss man nicht von vorne anfangen, sondern spult zur exakten Position und nimmt ab diese Stelle den neuen Take auf. Das alte Material wird dabei zwischen Start- und Endzeit mit der neuen Aufnahme überschrieben. Alles andere bleibt erhalten. Der Record-Slider ist dabei leider etwas umständlich zu handhaben, wie gesagt, Gewöhnungssache eben. Gehen einem mal die Spuren aus, können alle Spuren auf zwei gebounced werden. Die Originalaufnahmen bleiben dabei erhalten, wenn in einen neuen Song gebounced wird. Das gibt einem dann nochmal Luft. Sind schließlich die Aufnahmen im Kasten, können sie bequem über WiFi-Sync per Browser auf den großen Computer übertragen werden. Als zusätzlichen Pluspunkt bietet FourTrack ab Version 3.0 die Integration von „Audio Paste“ – dem Kopieren von Audioinhalten aus anderen Programmen, wie z.B. dem Performance-Sequenzer DopplerPad oder Heartbreaker Instant Drummer. Auch Retronyms hauseigene Sequenzer-Software Riffworks unterstützt die direkte Einbindung von FourTracks. Insgesamt kann das Programm überzeugen, es füllt seine Nische Perfekt aus. Als Alternative geistert zwar noch das funktionsähnliche GigBaby! (23) von ioMetrics im iTunes Store herum, doch hat dies schon lange keine Updates oder sonstige Liebe erfahren, leider. Aber es kostet auch nur €0,79. Wenn der Autor die Syncprobleme der Spuren beheben würde, wäre es eine echte Alternative und definitv eine Empfehlung wert. RecordStudio Pro von 1fourFIVE (24) ist zwar mit €3,99 etwas billiger als FourTrack und bietet auch einen vergleichbaren Funktionsumfang, doch kein Audiopaste oder sonstige Interoperbilität.

Yudo Inc. – RecTools08Pro (25)
€14,94

Yudo - RecTools08pro

Yudo – RecTools08pro

Wer mehr braucht, für den gibt es RecTools08 vom japanische Label Yudo Inc. Was RecTools allerdings bietet, lassen die bisher vorgestellten Programme alt aussehen. 
Das App ist nicht nur ein einfacher 8-Spurrekorder. Es ist eine komplette, nicht lineare und nicht-destruktive DAW. Es werden Mono- und Stereoaufnahmen in 16Bit und 44kHz unterstützt, die dann auch über WiFi per Browser exportiert werden können. Die Benutzerführung ist dabei sehr gut durchdacht, so dass sich die sich die vielfältigen Point & Touch Handgriffe nicht selbst im Weg stehen und Funktionen ausgeführt werden, die man gar nicht haben will. Deswegen ist ein geringer Lernaufwand von Nöten, um mit dem Programm klar zu kommen. Besonders das Arbeiten mit Audioclips wird vor allem Pro Tools Anwendern sehr vertraut vorkommen, denn mit den Regions von RecTools lässt sich identisch arbeiten. Dabei kann das Edit-Fenster mit den üblichen iPod-Fingergesten stufenlos gezoomt werden, was das Arbeiten erheblich erleichtert. Zwar reicht das Zoom nicht bis auf Sample-Ebene, ist aber auflösend genug, um auch feine Schnitte zu handhaben. Im Mixer-Fenster wird dann die Lautstärke und das Panning eingestellt. Zusätzlich steht noch ein 3-Band-Equalizer für jeden Track zur Verfügung. Auch der Audio Pool, mit dem Aufnahmen zwischen Sessions ausgetauscht werden können, ist eine Besonderheit. Leider kommt es bei diesem App vergleichsweise häufig vor, dass es unaufgefordert den Dienst quittiert. Aber trotzdem wird der Schaden begrenzt, denn Backup-Funktion und Auto Save leisten hervorragende Arbeit, um die Integrität der Session zu sichern. Einziges wirkliches Manko ist die Begrenzung auf sieben Minuten Aufnahmezeit. Der Preis von €14,94 ist dennoch in jedem Fall gerechtfertigt, und auf der Homepage gibt es auch gute Dokumentationen und Tutorials (26).
Es gibt auch noch RecTools02 für 2-Spuraufnahmen für €10,49, und die Monoversion ist sogar schon für €0,79 zu haben. Beide Versionen sind mit den gleichen uneingeschränkten Editierfunktionen ausgestattet und erlauben neben Aufnahmen von bis zu 12 Stunden am Stück in CD-Qualität das Setzen von Markern. Warum sollte man sich also mit weniger zufrieden geben? RecTools unterstützt neben den üblichen Hands-Free Sets sowohl das Alesis ProTrack (33), die Logitec iRecs (34, 35), als auch das Tunewear CAPSULE Mikrofon (37). Definitiv der Redaktionstipp für Audiobearbeitungsprogramme.

Harmonic Dog – MultiTrack 16 Track Recorder (27)
€11,99

Harmonic Dog - MultiTrack - 16 Track Recorder

Harmonic Dog – MultiTrack – 16 Track Recorder

Dieser 16 Track Recorder ist genau nach dem benannt, was er leistet. Das Programm macht einen sehr stabilen und soliden Eindruck und hat ein schönes Hilfeforum. Allerdings bietet es bisher keine Regions-Editierung wie RecTools oder sonstige Besonderheiten, ist also vom Funktionsumfang zur Zeit eher mit FourTrack zu vergleichen. Nicht-destruktives Arbeiten, Audio Pool, Effekte und Automation stehen aber schon auf der ToDo-Liste. Es lohnt sich auf jeden Fall, das Programm im Auge zu behalten!

Teil 2: Recording Hardware

V. Kommerzielle Produkte

Wie Sie sehen, gibt es jede Menge Möglichkeiten, aufgenommenes Material direkt im iTouch weiter zu verarbeiten. Dadurch entstehen kreative Möglichkeiten, die weit über das hinaus gehen, was ein herkömmlicher Mobile-Recorder bisher zu leisten vermag. Das ist der große Pluspunkt. Was die Aufnahme-Hardware angeht, so gibt es sowohl professionelle als auch einige günstige Lösungen. Doch ist dieses Feld von der Industrie ansonsten eher unbestellt. Doch wo ein Wille ist, ist auch ein Lötkolben. Wir zeigen Ihnen sämtliche Möglichkeiten, mit dem iTouch gute Aufnahmen zu machen.

Aufnahmen mit dem internen Mikrofon

Der einfachste Weg ist, einfach das eingebaute Mikrofon des iPhones zu benutzen. Da der iPod Touch über kein internes Mikrofon verfügt, entfällt für ihn diese Möglichkeit. Die Gruppe The 88 (28) hat ihre Single komplett mit dem internen iPhone Mikrofon aufgenommen. Einen Bericht in englisch ist über den Link im Verweis zu lesen. 
Das bedeutet für Sie: einfach das iPhone hinlegen, Aufnahme drücken und loslegen. Die Aufnahmequalität liegt bei maximal 44kHz in 16Bit in Mono.

Aufnahmen mit externen Mikrofonen

Die zweite Möglichkeit besteht darin, ein externes Mikrofon zu benutzten. Dazu kann für das iPhone und den iPod Touch prinzipielle jedes Elektret-Mikrofon benutzt werden, das über den erforderlichen 4-poligen 3,5mm Klinkenstecker verfügt. Dazu gehören neben der von Apple erhältlichen Handsfree Mic/Kopfhörer-Kombination auch das Shure MPA-3C (29) das mit €33 das teuerste seiner Art ist. Das Griffin SmartTalk (30), das audio-technica AT335i (31) und das Monster iSoniTalk (32), liegen alle unter der €20 Grenze. Diese Handsfree-Adapter liefern nur das Mikrofon, an dem sich dank integrierter 3,5mm Standard-Klinkenbuchse beliebige HiFi-Stereo Kopfhörer anschließen lassen. Auch hier beträgt die maximal Qualität 44kHz bei 16bit in Mono. Seit dem OS Update 3.0 kann auch jedes BlueTooth kompatible Mikrofon und Handsfree-Set benutzt werden.

Hands-Free Mikrofon (Monster iSoniTalk)

Hands-Free Mikrofon (Monster iSoniTalk)

Alles schön und gut, aber wie steht es mit professionellen Mikrofonen und Line und DI-Eingängen und Stereo?

iTouch Mikrofone

iTouch Mikrofone

Um die letzte Frage zuerst zu beantworten: Um Stereoaufnahmen mit dem iPhone und iTouch zu machen, wird prinzipiell ein externes Mikrofon benötigt, das über den flachen 30-poligen Docking Port angeschlossen wird.
Die einfachste und teuerste Antwort darauf ist das Alesis ProTrack, das mit ca. €180 fast so teuer und mindestens dreimal so groß ist wie der iTouch 2G. Dafür hat das ProTrack alle Eigenschaften, die man von einem professionellen Recorder gewohnt ist: zwei XLR/Klinke 6,3mm Kombi-Eingange mit 48V Phantomspeisung für Kondensatormikrofone, Instrumenten DI- und Line-Level-Unterstützung, sowie eingebaute X/Y Stereomikrofone für die Direktaufnahmen. Für das Abhören der Aufnahmen steht ein 6,3mm Stereokopfhörerausgang zur Verfügung. Angeschlossen wird das ProTrack über den Docking-Port. Der iTouch dient dann letzten Endes nur noch als Speicher- und Steuerungsgerät. Die A/D Wandlung findet im ProTrack mit maximal 16bit bei 44kHz in mono oder stereo statt und wird auch so im iPod abgespeichert. Der ProTrack ist kompatibel mit den iProRecorder von Bias, FiRe von Audio Engineering und einer Anzahl weiterer Aufnahmeprogramme aus dem iTunes Store.

Die japanische Firma Logitec (nicht zu verwechseln mit der amerikanischen Firma LOGITECH, welche die Mäuse und Keyboards herstellt) hat ebenfalls zwei sehr interessante und preiswertere Alternativen anzubieten. Das sind einmal das LIC-iREC03P (34), ein professionelles kleines X/Y Stereo Mikrofon, das für ca. ¥7000 (ca. €50) plus Versand zu haben ist, sowie das LIC-IREC01 (35) für knapp ¥6000 (ca. €40). Beide Geräte besitzen auch einen 3,5mm Stereo-Line-Level Eingang und einen mini-USB Port.
Als weitere Option gibt es noch das Mikey von Blue (36), dem HighEnd Mikrofonhersteller, für rund €50.

VI DIY / Circuit Bending Lösungen

Okay, werden manche sagen, das ist mir aber immer noch zu teuer oder zu unflexibel, um ein iPhone oder einen iTouch in meinem Studio einzubinden. Nun, dann bleiben Sie dabei. Denn jetzt kommt Butter bei de‘ Fische, und wir betreten die Electronic Bent-Ecke dieses Themenkomplexes.
Die folgenden Bauanleitungen sind nach besten Wissen und Gewissen zusammengetragen. Für Fehler in der Präsentation und durch Nachbau entstandene Schäden an Geräten oder Personen wird keine Haftung übernommen.

Eigentlich ist es ganz einfach, mit dem iPhone/iTouch alle möglichen Audioquellen aufzunehmen, allerdings gibt es zur Zeit keinen mir bekannten Aufnahmeadapter, der kommerziell erhältlich ist, und ich habe wirklich gesucht. Deswegen werden Interessenten nicht darum herum kommen, sich selbst einen Aufnahmeadapter zu basteln. Das größte Problem dabei wird wohl das Auffinden des vierpoligen 3,5mm Klinkensteckers sein. Dieser Stecker ist auf dem asiatischen Markt sehr weit verbreitet, in Europa muss man schon zum Elektronikfachhandel gehen.

4-Poliger 3,5mm Klinkenstecker

4-Poliger 3,5mm Klinkenstecker

Es gibt aber auch A/V Adapter für DVD Player, die den vierpoligen Klinkenstecker nutzen. Dieses Kabel eignet sich hervorragend zum Herstellen unseres Aufnahmeadapters.
Die Pin-Belegung des vierpoligen Klinkensteckers ist dabei wie folgt (38):

Spitze = linker Kanal Ausgang
1. Ring = rechter Kanal Ausgang
2. Ring = Erdung
3. Ring = Mikrofon Eingang.

Sollten Sie einen separaten vierpoligen Stecker wie den abgebildeten benutzen, dann ist darauf zu achten, dass der 3. Ring die Erdung ist. Das bedeutet, dass Sie einzelne isolierte Kabel für alle Leitungen benutzen müssen und keine Koax-Audiokabel oder ähnliches, damit die Erdung keinen Kontakt mit den Ringen bekommt. Wenn Sie außerdem den Mikrofoneingang gleichzeitig mit den Stereoausgänge betreiben wollen, benötigen Sie jeweils ein Erdungskabel für jeden Kanal. Bei meiner Version habe ich mich für zwei 3,5mm Klinkenbuchsen entschieden. Eine zum Anschließen eines Stereokopfhörers und eine für ein Elektret Mikrofon. Achten Sie beim Herstellen des Adapter auf die Kontaktbelegung der anzuschließenden Geräte.
Nun ist aber Elektret-Eingang des iPhones nicht wirklich kompatibel mit Line-Level Geräten. HiFi-Geräte arbeiten mit einer Spannung von 5V, während Elektret-Mikrofone mit 2,7V arbeiten. Wir brauchen also noch ein Dämpfungsglied. Um den HiFi-Level auf Elektret-Level zu bringen, benötigen wir mindestens eine 20dB Dämpfung. Diverse Dämpfungsglieder gibt es im Musikfachhandel ab €20. DI Boxen kosten erheblich mehr.
Aber es geht auch billiger.

Dazu brauchen wir einen Wiederstand mit 10kOhm und einen mit 1kOhm. Metallfilmwiderstände sind vorzuziehen. Die bringen die HiFi-Ausgangsspannung auf Elektret-Level. Hinzu kommt noch, dass die Elektret-Schaltung noch 1,5V unpolarisierte Phantomspannung für das Mikrofon benötigt, die auch am Eingang anliegen. Da wir vermeiden wollen, dass diese Phantomspannung andere Geräte möglicherweise beschädigt, muss diese ebenfalls eliminiert werden. Ein „trockener“ Keramikkondensator mit einer Kapazität von 10µF leistet diese Arbeit hervorragend. Die Bauteile werden dann wie im folgenden Schaltbild auf einer Experimentierplatine aufgebaut und anschließend in ein Metallgehäuse gebettet, um Einstrahlungen anderer elektrischer Geräte und Kabel zu vermeiden. Sollte eine größere Dämpfung benötigt werden, erhöht man einfach den Wert von R1.

Die Schaltplan für den Elektret Mikrofone Adapter

Die Schaltplan für den Elektret Mikrofone Adapter

Die diskrete Umsetzung Elektret Mikrofon Adapter

Die diskrete Umsetzung Elektret Mikrofon Adapter

Das Gesamt Bild des Elektret Mikrofon Adapter

Das Gesamt Bild des Elektret Mikrofon Adapter

Es besteht zusätzlich auch die Möglichkeit, über den Docking Port des iPhones Audioaufnahmen zu tätigen, sogar in stereo und ohne Dämpfungsschaltung. Für alle, die also einen 30-poligen Docking Stecker zu viel haben, hier die relevanten Pin-Belegungen (39):

Pin 29: GND Audio & Video (-)
Pin 28: rechter Audioausgang
Pin 27: linker Audioausgang
Pin 26: rechter Audioeingang (REC)
Pin 25: linker Audioeingang (REC)

Die Nummerierung folgt der Ansicht des Docking-Steckers auf der Lötseite. Im Verweis finden Sie den Link (40) zu einem DIY Projekt, das eine vollständige Breakout-Box für den Dockingstecker beschreibt. Ich wünschte, diese Schaltung würde in Serie gehen. Im iPodLinux (39) Verweis finden Sie weiter Informationen zu den iTouch Steckerbelegungen.

Fazit

Dieses Special beleuchtete nach unserer Auffassung auch nur einen Ausschnitt der absoluten Highlights. Leider findet sich im AppStore z.B. bis dato keine brauchbare DJ Software für das iPhone wie Traktor oder Torq. Für diesen Zustand ist ausschließlich Apple verantwortlich, das diese Art von Programmen völlig blockiert. So wartet z.B. Amidio seit sieben Wochen auf die Zulassung von TouchDJ. Andere DJ-Apps wurden ebenfalls zurückgewiesen oder mussten mit nicht austauschbaren „ROM-Samples“verkrüppelt werden. Kritik gibt es vor allem an Apples undokumentierteren Zulassungsrichtlinien und der mangelnden Organisation im AppStore. Doch was trotzdem auf keinen Fall vergessen sollte ist, dass die iPhone Entwicklungsrestriktionen im Vergleich anderen „Konsolen“ praktisch nicht existent sind. Nie war es einfach, für eine kommerziell erfolgreiche Konsole Programme zu entwickeln. Konkurrenten wie etwa der Google/Verizons Android fristet dagegen bisher leider nur ein Schattendasein.
Auch das professionelle Aufnehmen mit dem iPhone auf der Hardware-Seite ist noch ausbaufähig. Ob der Markt dafür noch zu klein ist oder die Hersteller noch nicht auf die Möglichkeiten aufmerksam geworden sind, bleibt erst einmal ungeklärt. Das Hauptargument liegt in erster Linie in der Fähigkeit zur direkten, kreative  Weiterverarbeitung der Aufnahmen vor Ort. Etwas, das kein anderer noch so professioneller Mobile-Recorder zu bieten vermag. Dafür kann man schon die eine oder andere Unwegsamkeit in Kauf nehmen.
Es ist gewiss nicht alles Gold was glänzt, und wie lange die durchschnittliche Lebensdauer eines iPhone-Apps ist, muss sich ebenfalls erst noch zeigen. Doch wir sind dem mobilen Studio de facto näher als jemals zuvor. Daran lässt sich nicht rütteln.

Das Handheld-Format, das „unterwegs Komponieren und Performen“, das eigentlich aus einer aus ganz anderen Ecke kommt, macht gerade seinen größten Sprung in einer Geschichte. Viele Programme der alten Garde sind inzwischen zu Klassikern geworden: PSPseq, PSP-Rhythem, LGPT, die kommerziellen Produkte Beatorator oder Traxxx für Sony PSP.  Nitrotracker, Korg DS-10, LSDJ, PixelH8s Music Tech Pro Performer, DSToneSynth für den Nintendo DS.  Nanoloop und Little Sound DJ für Gameboy und viele andere. In diesen Reigen gesellen sich nun die Apple Handhelds iPhone und iPod Touch hinzu und stellen ein ganze „Underground-Szene“ kurzerhand auf Mainstream um.
Ob das wichtig ist? Und wie! Der umsatzstärkste Sektor im AppStore – die Spiele – dienen den beiden Entertainment Giganten Sony und Nintendo quasi als Marketing-Präzedenzfall. Denn eben durch das boomende iPhone-Phänomen haben auch sie geschnallt, dass Download-Shops und Mikrounternehmen ein lukratives Geschäft sind. Deswegen beobachten sie den AppStore-Markt und seine Preisentwicklung sehr genau und werden entsprechen handeln. Handy war gestern, das Netbook- Handheldzeitalter hat gerade erst begonnen.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Markus Schroeder  RED

    Nachtrag zu den DJ Apps:

    Touch DJ und Sonorasaurus wurden nur Tage nach der Redaktionsfreigabe dieses Artikels im AppStore zugelassen.
    Einen Bericht zu den beiden Apps gibt es, voraussichtlich nächste Woche.

    beste Grüße an alle,
    Markus :D

  2. Profilbild
    p.lange  AHU

    *Seufz*… Wenn ich denke, dass fast die einzige funktionierende Musik-App für mein Windows-Telefon ein „Piano“ ist, das durch die viehische Latenz nur als Stimmpfeife nutzbar ist, und ich dafür auch noch ein paar Euros ausgeben musste…

    Dennoch, ich bleibe tapfer und neide Euch Eure iPhones nicht ;-)

    Phil

  3. Profilbild
    Michael Kathke

    Wow! Eine wirklich umfangreiche Darstellung mit brauchbarem Hintergrundwissen. Da ziehe ich meinen Hut!

    Zum Thema innovative Bedienung fehlt aber doch noch ein sehr wichtiger Vertreter. Der Vierstimmige Bebot! Nicht vom simplen Äusseren täuschen lassen. ;-)

    Wivi Band ist eine unglaublich gut klingende physical Modelling App mit 15 authentischen Blasinstrumenten!

    Ich finde auch die iDrum’s haben eine besonders durchdachte und sehr gut umgesetzte Bedienphilosophie.

    Zwar nur Tastatur und VA aber meines Erachtens doch Herausragend in der Qualität sind NLog und MegaSynth.

    Gruß,
    Michael

    • Profilbild
      Markus Schroeder  RED

      Danke für die positiven Kommentare! :D

      Ja, das mit der Auswahl war gar nicht leicht, denn die gesamte Kandidatenliste umfasst mindestens nochmal soviele Apps.

      Vielleicht gibt es ja eine Fortsetzung, wenn sich genug Leser dafür interessieren.

  4. Profilbild
    Jonson

    Etwas verspätet – aber Danke auch von mir für diesen Bericht. Jetzt, da ich endlich einen iPod Touch habe, konnte ich diesem Text einiges entnehmen. Kompliment auch für die lange Linkliste – sehr hilfreich! :0))

    @WattSekunde:
    Habe mir iDrum „Ministry of Sound Anthems“ geladen. Grundsätzlich gut gemacht, wenn auch einige wichtige Dinge fehlen: Kein Decay und Pitch für die einzelnen Samples, und vor allem kein „Swing“-Parameter? Habe ich das übersehen, denn es shuffled ja doch teils ganz ordentlich…?

    Grüße,
    Jonson

  5. Profilbild
    scheng-fou

    danke für den tollen artikel! habe schon so einige sachen ausprobiert und paar apps wieder gelöscht, wobei es wirklich viele „lite“ versionen gibt zum ausprobieren, die ich danach gekauft habe.

    mich würde ja noch interessieren was du von „randgrid“ , „technobox“ und „bleepbox“ hälst…

    2 apps die mir fehlen sind noch das „fingerbeat.app“ ist wirklich intuitiv und kult um mal eben paar stücke zu machen, auch wenn es keine nachträgliche soundbearbeitung ermöglicht,
    sehr nett auch „tweaky Beat“ für elektrosessions.

    • Profilbild
      Markus Schroeder  RED

      hi, scheng-fou

      freut mich das dir der Artikel gefallen hat.

      technobox und Drumtracker hab ich auch. Ich finde, es sind schöne und gut klingende Drum-Maschinen, leider ohne eigene Sampleeinbindung und letzten Endes ‘nur’ ein X0X-Klone. Das hat sie leider für den Artikel disqualifiziert, im Gegensatz zu Thump. Aber ihre Konzepte sind stimmig, keine Frage. Besser als die meisten iPhone X0X Klone auf jeden Fall. Das Interface von Drumtracker gefällt mir persönlich etwas besser, als das von Techno Box.
      Was Bleep!Box betrifft, ist mir das Bedienkonzept auch etwas zu unübersichtlich, aber verschmerzbar nach einer Eigewöhnungsphase und für einen vollwertigen moduliebaren Synthesizer mit Sequenzer nicht überteuert. Erinnert mich etwas an den Korg DS-10.

      Ich glaube der ursprüngliche Grund warum es Bleep!Box nicht in den Artikel geschafft hat, war SunVox. Da die Synthie/Sequenzer Sparte schon mit Noise (besser) und 8Bitone (8Bit-Sound!) abgedeckt war.

      Im Übrigen wurden für Bleep!Box und 8Bitone Exportfunktionen nachgereicht, sodass die Kompositionen auf dem Rechner gesichert werden können. Das wertet die Apps nochmal deutlich auf!

      Beatmaker gefällt mir zwar von der Benutzerführung besser, macht aber nur Samples.

      Zu Randgrid und Fingerbeat kann ich jetzt nichts sagen, aber im US-Appstore haben sie recht gute Bewertungen. Da TweakyBeat kostenlos ist kann man eh nichts falsch machen (RUNTERLADEN!).

      Aber wie du sagst, machen es einem die kostenlosen Lite Versione leicht die Apps anzutesten und herauszufinden was einem gefällt.

      Ich möchte an dieser Stelle auch nochmal einen Aufruf machen:
      Wenn euch weitere Tests über iphone Musik-Apps interessieren schreibt es bitte der Redaktion!

      Ich hab Material zur Genüge ;)

      • Profilbild
        scheng-fou

        danke für die schnelle ausführliche antwort,

        finde auch gut die auswahl die du getroffen hast und verstehe auch den aspekt.
        die von dir vorgestellten sachen gehen tatsächlich auch weiter als die von mit erwähnten.

        vielleicht ist ein weiterer artikel als orientierung für „itouch-neueinsteiger“ ganz gut um einen überblick zu bekommen was man sich echt sparen kann und was noch echt nett oder geil ist. ( grade auch viel mit dem erstmal voll simpel aussehenden „bebot“ am experimentieren… )
        – unter dem musiker-aspekt. denn es gibt viele rezensionen, aber dein artikel war der erste wirklich fundierte und eben aus der elektoniker-ecke, und nicht reine consumer-kritiken.

        also : sehr gerne, pack dein fundiertes wissen aus! ich schreibe auch sehr gerne der redaktion… denn spätestens mit dem neuen akai ipk25 und spätestens mit dem ipad wird es sehr spannend was den profesionelleren markt angeht…

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