Test: ADAM Audio A7

Das Kontrollpanel an der Rückseite

Das Kontrollpanel an der Rückseite

Ein Blick auf die Rückseite der Box lohnt trotzdem: Hier finden sich neben dem erwarteten Anschluss fürs Netzkabel ein symmetrischer und ein unsymmetrischer Audioeingang (XLR und Cinch) sowie erfreulicherweise gleich 3 Regler zur Klanganpassung: ROOM EQ < 150 Hz, ROOM EQ > 6 kHz und TWEETER LEVEL. Die beiden ROOM EQs sind klassische Kuhschwanzfilter, die ab den genannten Grenzfrequenzen greifen und ab dort die hohen bzw. tiefen Frequenzen progressiv um bis zu 6 dB anheben oder absenken.

Die ROOM EQs sind Kuhschwanzfilter (Shelve Filter)

Die ROOM EQs sind Kuhschwanzfilter (Shelve Filter)

Der TWEETER LEVEL hingegen beeinflusst die Gesamt-Lautstärke des Hochtöners im Vergleich zum Tieftöner und wirkt sich somit auf alle Frequenzen oberhalb der Crossover-Frequenz (2,2 kHz) gleich stark aus. Der regelbare Bereich beträgt hierbei +/- 4 dB. Insgesamt ermöglichen die 3 Regler schon eine gute Grundanpassung an den eigenen Raum.

Der Tweeter Level hebt/senkt den Hochtonbereich ab 2,2 kHz um bis zu 4 dB

Der Tweeter Level hebt/senkt den Hochtonbereich ab 2,2 kHz um bis zu 4 dB

Die beiden eingebauten Verstärker für Tief- und Hochtöner haben jeweils eine Leistung von 50 W – andere Hersteller haben da teilweise etwas mehr Leistung zu bieten. Als Frequenzgang gibt ADAM für die A7 46 Hz bis 35 kHz (bei +/-3 dB) an. Der untere Wert ist für eine Box dieser Größe ordentlich, der obere Wert erfreut vor allem meinen Hund, denn er liegt weit außerhalb des menschlichen Hörbereichs. Die gut geschriebene deutsche Bedienungsanleitung lobt daher die „volle Kompatibilität zu aktuellen Medien mit ihrer erweiterten Auflösung im Hochtonbereich, wie etwa die DVD Audio oder die SACD“. Das stimmt zwar, ändert aber trotzdem nichts am menschlichen Hörvermögen, so dass mich vor allem interessiert, wie sich der Hochtöner im Bereich bis 20 kHz schlägt.

Praxis

Der Grundklang der A7 ist, wie es sich für einen Studio-Monitor gehört, sehr neutral, kein Frequenzbereich wird überbetont oder verschluckt. Die Stereo-Abbildung ist hervorragend, und auch Räumlichkeit und Tiefenstaffelung eines Musiksignals lassen sich gut beurteilen.

Bei je zwei eingebauten 50W-Endstufen sollte man in puncto Pegel zwar keine Wunder erwarten, aber die abrufbare Leistung dürfte für die allermeisten Abhör-Situationen mehr als ausreichend sein – nicht zuletzt, weil man Nahfeldmonitore ja üblicherweise in sehr kurzem Abstand zur Hörposition aufstellt, wie der Name schon sagt. ADAM gibt als max. Schalldruck in 1m Entfernung 105 dBSPL an. Auch bei hoher Lautstärke wird das Signal frei von Verzerrungen wiedergegeben.

Etwas überrascht hat mich die für eine Box dieser Größenordnung wirklich ordentliche Tiefton-Wiedergabe. Wie die angegebene untere Grenzfrequenz von 46 Hz verspricht, kommen die A7 tatsächlich auch in den Tiefen gut zur Geltung, ohne dabei zu dröhnen. Subjektiv fehlt im Vergleich zu größer dimensionierten Boxen vielleicht das letzte bisschen Druck, dafür kommt der Bass angenehm „knackig“ rüber.
Einen kleinen Wermuts-Tropfen gibt es allerdings beim Bass: das Bassreflex-Rohr erzeugt in einem sehr schmalbandigen Bereich von ca. 58-62 Hz ein deutlich vernehmbares Luftrauschen. Wenn man die Lautsprecher mit tiefen Sinus-Tönen beschickt, fällt das deutlich auf, bei einem komplexen Musik-Signal scheint es zu verschwinden, wobei ich nicht ausschließen möchte, dass es bei dem ein oder anderen Mix, der viel Energie in diesem Bereich aufweist, doch hörbar ist. Mir ist es aber trotz genauem Hinhören bei keinem Musiksignal aufgefallen.

Wie erwartet, ist das herausragende Merkmal dieses Lautsprechers aber der Hochtöner. Beim ersten Höreindruck fallen sofort die angenehm unaufdringlichen hohen Mitten und Höhen auf, die trotz ihrer scheinbaren Zurückhaltung absolut präsent und durchsichtig sind – hier wird nichts weggelassen oder verschönert. Am Anfang ist das Hören mit solchen Hochtönern durchaus etwas gewöhnungsbedürftig, man neigt evtl. dazu, diese ungewohnte „Unaufdringlichkeit“ mit zu niedrigem Pegel der Höhen zu verwechseln. Man sollte sich also unbedingt etwas Zeit nehmen, um sich hier einzuhören, einen direkten Vergleich in einem Vorführraum bei einem Händler kann ich also nur bedingt empfehlen – lieber zu Hause mit anderen (bekannten) Boxen vergleichen!
Ihre große Stärke spielen die ADAMs daher auch vor allem bei längerer Arbeit am Hörplatz aus – die Ohren ermüden nicht so schnell, und auch nach längerem konzentrierten Arbeiten vermag man das Material immer noch zu beurteilen. Ein Wechsel zurück auf einen Lautsprecher mit klassischem Kalottenhochtöner braucht natürlich ebenfalls wieder etwas Zeit – nicht zuletzt, weil man es wohl nicht mehr so gern möchte.

Fazit

Wie in der Einleitung bereits erwähnt, liegen die A7 preislich in einem hart umkämpften Feld und sind zumindest von der Größe dem ein oder anderen Mitbewerber unterlegen. Davon sollte man sich aber nicht täuschen lassen, denn wie jede(r) weiß, kommt es auf die Größe nicht an. Die klanglichen Eigenschaften der Box wissen absolut zu überzeugen: ein neutraler, ehrlicher Grundklang, vollkommen ausreichender Pegel, gute Tiefton- und hervorragende Höhen-Wiedergabe. Das herausragende Merkmal ist – wie bei den meisten ADAM-Lautsprechern – der Hochtöner, den man, wenn man sich einmal daran gewöhnt hat, nicht mehr missen möchte. Mir zumindest wird der Umstieg auf meine alten Studio-Lautsprecher mit klassischem Kalottenhochtöner sehr schwer fallen.
Wer plant, sich in Kürze neue aktive Nahfeldmonitore für sein Studio anzuschaffen und nicht mehr als 1.000 Euro für ein Paar ausgeben will, sollte die A7 unbedingt in einen Vergleich mit einbeziehen.

Plus
+++++ sehr ehrlicher, neutraler Klang
++++ dank ART-Hochtöner angenehmes und ermüdungsfreies Arbeiten möglich
+++ gute Einstellmöglichkeiten durch ROOM EQs und TWEETER LEVEL
++ 5 Jahre Garantie
+ gute Verarbeitung

Minus
— Luftrauschen in Bassreflex-Rohr in kleinem Bereich um 60 Hz

Preise
UVP 470 Euro / Stück
Straßenpreis ca. 400 Euro / Stück

Forum
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    AMAZONA Archiv

    Sehr schön, dass diese wirklich sehr guten Lautsprecher getestet wurden, ich habe schon länger darauf gewartet. Ich besitze die A7 seit ca. 3 Monaten und werde sie bestimmt nicht mehr hergeben. Ich liebe diesen luftigen, knackigen Sound, der mich vom ersten Hören an begeistert hat. Lobenswert zu erwähnen wäre da noch der sehr nette und hilfsbereite Support in Berlin.

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    AMAZONA Archiv

    Habe die ADAM“s auch seit ca. 3 Monaten und bin auch sehr zufrieden damit! Absolut geiler Klang-kein Vergleich zu meinen doch schon angestaubten passiven Tannoys System 600! Hab mir allerdings 3 wochen nach dem Kauf der A7 noch den ADAM Sub 8 dazugeholt wegen dem Tiefgang-ne geile Combo!

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      AMAZONA Archiv

      Ja, auf den Sub8 spare ich auch schon. Aber jetzt nicht falsch verstehen – die Monitore gehen auch so schon verhältnismäßig tief in den Keller. Wenn man aber clubtaugliche, bassbetonte Musik produziert ist auch der Bereich unter 50 Hertz enorm wichtig, damit man später keine Club-PA schießt ;-)
      Beides zusammen (A7 + Sub8) ist sicherlich ein Dreamteam im bezahlbaren Bereich.

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    AMAZONA Archiv

    Bin auch sehr angetan von meinen A7! Frage an Dich, Franz: Da Du Deine A7 mit und ohne Sub gehört hast: Mit dem Sub8 sollte das beschriebene Luftrauschen doch aufhören, da die besagten Frequenzen von ca. 58-62 Hz dann vom Sub übernommen werden… Stimmt das?

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    AMAZONA Archiv

    Hi, Volker, muss ganz ehrlich sagen, dass mir dieses Luftgeräusch so noch nicht aufgefallen ist! Aber wie du schon schreibst, sollte es in der Tat nicht auftreten, da diese Frequenzen ja vom Sub übernommen werden, je nachdem wie die Trennfrequenz eingestellt ist!

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    AMAZONA Archiv

    Seit 30 Jahren besitze ich eine Revoxanlage.In dieser Zeit hatte ich einige LS und war bis vor einem Jahr nur unzufrieden.Da ich ein kleines unsymetrisches Musikzimmer habe,schob ich meine Unzufriedenheit darauf.Dann kam der Rat.Aktiv LS.Habe alles Geld zusammengerafft(1500) und in Europas größtes Musikhaus Thoman.Der Verkäfer spielte mir ca 12 LS in der Preisklasse 500-1500 Euro vor.Ich hatte die Augen geschlossen um nicht von der Optik abgelenkt zu werden.Absoluter Testsieger,mit Abstand Adam A7 für 800 Euro das Paar.Klasse,meine Hochachtung vor der Firma.Gruß Uli

  6. Profilbild
    Electric

    Interessant wäre noch zu wissen, wie sich die Monitore bei kleiner Lautstärke machen und wie gut der untere Mittenbereich wiedergegeben wird. Denn es sind die Mitten wo sich eine Menge abspielt und sich die Spreu vom Weizen trennt.

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