Test: Charvel Joe Duplantier Pro-Mod SD S2HH, E-Gitarre

28. Februar 2017

Tele mit Turbo zum Sparpreis

— Charvel Joe Duplantier Pro-Mod SD S2HH —

Bei unserem westlichen Nachbarn Frankreich gehört die Band Gojira zu einem festen Bestandteil der dortigen Deathmetal-Szene. Von den Künsten des Sängers und Gitarristen Joseph „Joe“ Duplantier scheint die Artist Relation Abteilung bei Charvel bzw. dem Mutterkonzern Fender wohl so angetan, dass sie dem Künstler ein Signature-Instrument spendieren. Eines aus dem Charvel Custom Shop in Kalifornien zum entsprechend stolzen Preis und ein weiteres, deutlich günstigeres Modell aus indonesischer Fertigung, das nun bei uns zum Test eingetroffen ist. An Fenders Klassiker, die Telecaster, erinnert wirklich nur die Optik – die schneeweiße Charvel Joe Duplantier Pro-Mod SD S2HH ist nämlich viel, viel böser!

Facts & Features

Bei einem Verkaufspreis von nur wenig über 500,- Euro ist das Fehlen einer Tasche bzw. Gigbags zu verschmerzen und so befindet sich im Lieferumfang der Charvel Joe Duplantier Pro-Mod SD S2HH lediglich das nötige „Bordwerkzeug“ in Form eines Inbusschlüssels zum Einstellen der Halskrümmung. Der im Tele-Style gefräste Body besteht aus Nato, einem schnell wachsenden, mahagoniähnlichen Tonholz, das überwiegend in Asien zu finden ist und dementsprechend auch von vielen asiatischen Gitarrenbauern genutzt wird. Sehr schwer scheint das verwendete Holz nicht zu sein, denn die Joe Duplantier Pro-Mod SD S2HH überrascht beim Erstkontakt mit einem überraschend niedrigen Gewicht und ruht zudem perfekt ausbalanciert auf dem Schoß.

Das Instrument ist bis auf die Halsrückseite komplett von einer satinierten, schneeweißen Lackschicht bedeckt. Die Qualität der aufgebrachten Lackierung kann man als zufriedenstellend bezeichnen, leichte Verarbeitungsmängel zeigen sich lediglich im Bereich vom Hals-Korpus-Übergang, hier wurde mit dem Lack etwas zu sparsam umgegangen, was sich durch eine raue Oberfläche zeigt. Dafür ist der Übergang aber sehr ergonomisch gestaltet und erlaubt der Greifhand so ein müheloses Bespielen bis hinauf zum letzten Bund. Insgesamt betrachtet besitzt der Korpus nur ein Shaping und das befindet sich auf der Decke in Höhe der Armauflage. Die Rückseite hingegen ist komplett ebenflächig und besitzt eine Ausfräsung für das Elektronikfach, das erfreulicherweise versenkt eingesetzt wurde und so der fetten Gürtelschnalle nicht im Wege steht.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    uelef  

    Na, die Joe Duplantier von Charvel kommt aber verdammt gut weg bei dem Test. Ich habe mir eine bei Thomann bestellt. Aber sie ging nach ein paar Tagen zurück, ich bekam ein Austauschmodell. Der Grund lag darin, dass sie absolut nicht bundrein war. Ich habe viel ausprobiert, aber das Problem war, dass bei der G-Saite (hier war es am extremsten) beim ersten Bund eine Abweichung von +12 Cent vorlag. Absolut inakzeptabel. Sie klang immer verstimmt, wenn man Akkorde in den tiefen Lagen gespielt hat. Beim Sattel stimmte was nicht, aber da hab ich mich nicht selbst rangetraut. Und das Austauschmodell? Hatte leicht abgemildert das gleiche Problem. Außerdem schnorrt hier B-Saite – bekomme ich auch nicht weg, weil es wieder ein Problem des Sattels sein dürfte.
    Ich habe sie jetzt behalten, weil mir die Gitarre im Weiß gut gefällt und sie was Besonderes ist. Aber eine hohe Fertigungsqualität ist was anderes. Ich werde sie mal von einem guten Gitarrenbauer einstellen lassen … Dann passt es hoffentlich. Ansonsten ist sie wirklich gut bespielbar, und die Pickups sind für günstige Pickups nicht schlecht, wenn auch – wie im Test erwähnt – nich gerade vielseitig.
    Aber insgesamt: Vorischt bei dem Schmuckstück!

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      Stephan Güte  RED

      Hey :)

      Vielen Dank für deinen Kommentar, der mich ehrlich gesagt wundert. Unsere Testgitarre war diesbezüglich Tip-Top in Ordnung, aber vielleicht hast du einfach zwei Modelle der gleichen, qualitätstechnisch etwas missglückten Charge bekommen … die Sachen von Fender (Charvel gehört ja dazu) sind auch im niedrigen Preisbereich echt vollkommen OK, hab ja auch gerade noch die Adrian Smith da – ebenfalls sehr ordentlich!

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