Test: Doepfer Pocket Dial

6. September 2002

MIDI Controller

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Übersicht:

Mit dem Pocket Dial von Doepfer lassen sich Controllerdaten per MIDI an andere MIDItaugliche Geräte oder Software senden.

Der Controller bietet 16 Endlosdrehregler die sehr griffig und für die Größe des Gerätes auch sehr bequem zu drehen sind. Eine Besonderheit ist die Reaktion auf Geschwindigkeit.

Controllerdaten sind von 0-127 editierbar. Das bedeutet in der Nullstellung (also ganz nach links gedreht) ist der Wert „0“ und ganz nach rechts gedreht ist der Wert „127“. Bei vielen Controllern sind diese Steps zu vergleichen mit einem Regler an einem Synthesizer oder Mischpult. Beim Doepfer Controller gibt’s aber kein Links- oder Rechtsanschlag, da es sich um Endlosregler handelt (also keinen festen physikalischen Anschlag). Wenn man den Controller langsam nach links dreht, dann ist abhängig von der Position des Ausgangswertes eine Verminderung der Werte möglich und umgekehrt.

Kleines Beispiel:

Man möchte die Lautstärke eines virtuellen Mischpults (z.B. Cubase oder Logic) verändern und der Regler befindet sich schon auf „0“ passiert natürlich gar nichts wenn man nach links dreht. Ist der Regler aber in der Mitte seines Regelbereichs, dann wird der Wert je nach Drehrichtung nach unten oder oben verändert. Solange bis der virtuelle Regler seine max. 0 oder 127 erreicht hat. Wer dann noch weiterdreht wird keine Veränderung mehr bewirken. Zurück zur Geschwindigkeit. Die Regler des Controllers sind so programmiert, dass sie abhängig von der Drehgeschwindigkeit sind. Das heißt: für schöne weiche Reglung muss man die Regler langsam drehen und harte abrupte Reglung wird mit einer schnellen Drehung bewirkt.

Auf Grund der extrem hohen Auflösung der Werte kann es schon mal vorkommen, dass man mehr als eine Umdrehung benötigt um von 0-127 langsam zu regeln. Wer aber schnelle Veränderungen wünscht, der dreht schnell an den Reglern mit dem Ergebnis, dass jetzt schon eine viertel Umdrehung reicht um von 0 zu 127 zu gelangen. Das ist wirklich genial gelöst, denn schnelle Filterbewegungen bei Synthesizern erfordern keine verkrampften Finger mehr, um einmal von ganz links nach rechts zu gelangen, sondern eben nur eine kurze anatomisch einfache Bewegung. Andererseits weiche Fade Ins k ouml;nnen ohne die grobe 127er Rasterung erfolgen und schön langsam bedient werden.

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Bedienung:

Der Controller benötigt ein Netzteil (wird mitgeliefert) und kann in eine MIDI Umgebung auf verschiedene Wege eingebunden werden. Entweder verfügt man über mehrere MIDI In Buchsen oder hat ein MIDI-Verteiler. Der Controller kann sowohl an einen Synthie direkt oder an einen Rechner angeschlossen werden. Beim Anschluß an einen Synthie sollte man aber über mehrere Eingänge verfügen (dto.). Beim Anschluß an einen Rechner bieten sich folgende Varianten. Vom MIDIkeyboard geht’s in den Controller und über MIDI Thru weiter an den Rechner oder man hat am Rechner min. 2 Eingänge für MIDI. Ich habe eine reine VST Umgebung mit einem MIDIkeyboard und habe dies mit der ersten Variante gelöst. Als nächstes benötigt der Controller die genaue Definition welcher Regler was bewirken soll.

Die meisten Synthies haben in der Bedienungsanweisung eine sogenannte MIDIcontroller Definition. Dort steht z.B. das der Controller 1 das Volume steuert oder der Controller 42 das Cut Off Filter. Man muß jetzt nur noch jeden der Regler auf diese Werte abstimmen. Damit das nicht zur wahnsinnigen Programmierung führt, hat Doepfer die verschiedensten Synthies (Hardware und Software) sowie Mixer und Effektgeräte schon vordefiniert. Die Einstellungen lassen sich per DIP Schalter abrufen. Für PC User hat Doepfer sogar eine Software entwickelt, die in der Lage ist, parallel zum Sequenzerprogramm zu laufen um direkten Zugriff auf die Einstellungen zu haben. Natürlich gibt’s so was wie einen MIDIdump… und wer in seinem Song die Controllerbox per Programmchange steuert kann somit sein Setup hervorragend umschalten.

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Das es einen Abstimmungsaufwand gibt ist natürlich nicht zu vermeiden, aber wer erst mal seine Software Synthies oder Mixer eingestellt hat, wird auf diese Bedienung nicht mehr verzichten wollen. Es macht einfach viel mehr Spass mit den Geräten zu arbeiten. Ich habe für meinen Test die Software REASON verwendet und den Spiess umgedreht. Bei REASON z.B. kann man einen Regler auf die Controllerbox abstimmen und nicht umgekehrt. Also wenn ich eine Filter vom Synthie bedienen möchte, kann ich diesen Regler auf LEARN schalten und den gewünschten Drehregler an der Box drehen.

Ausstattung:

Der Controller hat zwar 16 Regler aber über die 4 Bänke lassen sich im Direktzugriff also 64 Controller pro Definition abspeichern. Das Gehäuse ist aus Metall und solide verarbeitet, so das man die Box ohne Probleme auch oft LIVE einsetzen kann. Pocket Dial wird mit Netzteil und einer ausführlichen Beschreibung inkl. einer Liste mit bereits vorprogrammierten Geräten ausgeliefert.

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Fazit:

Pocket Dial ist ideal für Musiker die sehr viel mit dem Rechner machen und die Geräte nicht gerne mit der Maus steuern. Dazu kommt auch noch die Tatsache, dass man jetzt auch in der Lage ist 2 oder mehr Regler gleichzeitig zu bedienen, was ja mit der Maus nicht möglich ist.

Die bequeme Steuerung der Bedienelemente von VST Instrumenten ist somit wie mit einer Hardware zu vergleichen.

Ich habe schon immer mit Controllerboxen gearbeitet und möchte nicht mehr drauf verzichten.

PLUS:

Solide Verarbeitung

16 freiprogrammierbare Endlosregler

Setup lässt sich einfach editieren und speichern

Software zu einfachen Editierung(nur für PC)

Geschwindigkeitsabhängige Kontrolle der Faderwege

Netzteil wir mitgeliefert

Ausführliche Beschreibung in Deutsch

Minus:

Software nur für PC

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