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Test: Fender AM Vintage ’56 Stratocaster BK, E-Gitarre

7. Februar 2013

Fender American Vintage 56 Stratocaster

Die erfahrenen Spieler unter unseren Lesern werden es sicher wissen. Kein Instrument von der Stange klingt und spielt sich wie das gleiche Modell mit den gleichen Komponenten. Ansonsten wären die unzähligen Reviews über Fenders Klassiker und Überdauerbrenner, der Stratocaster, schlichtweg überflüssig. Hinzu kommen natürlich die unzähligen Variationen, mit denen dieses Instrument über die Jahre hinweg weiterentwickelt bzw. für verschiedene Stile angepasst wurde. Verschiedene Hölzer für Korpus und Hals, die Hardware und auch die Lackierung sind alles Faktoren, welche den Sound eines Instrumentes maßgeblich beeinflussen. Insofern sollte jede Fender Stratocaster die Chance erhalten, mit ihren eigenen Vorzügen zu glänzen. Beweisen kann das nun die Fender AM Vintage ’56 Stratocaster BK, die wir uns zu einem Test haben kommen lassen.

Totale

— Die Fender American Vintage ´56 Stratocaster —

Lieferumfang/Aufbau/Verarbeitung

Zu einer Gitarre in dieser Preisklasse gehört ganz klar ein Koffer, und so erscheint die American Vintage Strat in einem passenden und stilgerechten Fender 50s-Tweedcase. In dessen Innern befinden sich, neben umfangreichem Infomaterial in Form des „50s Instrument Information Kit“, ein Gurt, Poliertuch, ein Kabel, Ersatzfedern für das Vintage Vibrato und sogar ein Ersatz für den Fünfwege-Schalter! Und weil es damals nun mal so war, findet sich sogar noch die verchromte „Aschenbecher-Abdeckung“ für das Vibrato im Lieferumfang. Wenn schon, denn schon.

Nach dem Öffnen des Koffers erwartet den Betrachter auf den ersten Blick nichts wirklich Spektakuläres. Eine schwarze Strat mit Ahornhals und Griffbrett eben. Wobei der Hals aus dem vollen gefräst wurde und somit kein separat aufgeleimtes Griffbrett besitzt. Die Qualität des verwendeten Ahorns muss man als sehr gut bezeichnen – umgeben wurde der gesamte Hals von einem Klarlack-Finish. Das betrifft auch das Griffbrett selbst und wird daher so manchem Spieler nicht unbedingt zusagen, ebenso wie das Halsprofil. Das von Fender so benannte „Thick Soft V“-Shaping des Halses ist schon etwas für kräftigere Hände und wird Virtuosen mit modernen Spieltechniken sicher eher abschrecken. Hier darf also noch wirklich gearbeitet bzw. um den Ton gekämpft werden, und wie wir ja alle wissen, ist ein kräftiger Hals ja nicht unbedingt schlecht für einen dicken, kräftigen Sound. Und den besitzt das Instrument zweifellos. Aber dazu später im Soundcheck mehr.

Die 21 Vintage-Style-Bünde wurden absolut sauber ins Griffbrett eingelassen, das betrifft auch den Sattel mit seiner Breite von 42 mm. Die Mensur ist mit 648 mm ebenso typisch für die Strat. Die Kopfplatte trägt die sechs Vintage-Mechaniken aus dem Hause Fender, ein String-Tree setzt die H- und E-Saite auf die richtige Höhe. Stimmungsprobleme gab es während der Testdauer nur wenige, wenn man es (wie erwartet) nicht allzu wild mit dem Einsatz des Vibratos übertreibt. Eingesetzt wurde der wuchtige Hals mittels Vierpunkt-Verschraubung in einen Erlenkorpus, den ein schwarzes Lackfinish überzieht. Makellose Qualität auch hier bei der Lackierung, denn sie wurde sehr sauber und zudem kräftig deckend aufgetragen. So deckend, dass es schwierig festzustellen ist, aus wie viel Teilen Holz der Body wohl bestehen mag.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    zuchero

    Kräftiges Halsprofil unter Minus. Hey kommt Leute was soll das?

    Ich finde es ist eine Freude eine Gitarre mit einem kräftigen HP in der Hand zu halten.
    Es gibt eh mittlerweile viel zu viele dünne Asia Hälschen auf dem Markt… und ich habe keine riesigen Pranken.
    Meine erste Gitarre zum lernen war eine Ibanez. Als es darum ging schnellere Soloparts zu spielen hatte ich das irgendwie nicht hinbekommen. Dachte, OK, bist hast zu blöd für sowas. Bis ich zufällige eine alte Les Paul von einem Freund in der Hand hielt. Seit dieser Zeit fließen die Licks nur so aus den Fingern.
    Also ich kann auf einem fetten Halsprofil akkurater und schneller spielen als auf jedem Japan Streichholz.

    • Profilbild
      Stephan Güte  RED

      Hi zuchero,

      hab lange überlegt, ob ich das kräftige Halsprofil als Minus in den Testartikel einfliessen lasse. Da aber auch die Meinung eines Testers/Autors nie wirklich objektiv sein kann (insbesondere was das Spielgefühl betrifft), habe ich es deshalb vermerkt, da ich dieses ´56er Halsprofil persönlich schon als ganz schön heavy bezeichnen würde. Aber jeder sollte das am besten selber antesten.

      Grüße,

      Stephan

  2. Profilbild
    Markus Galla  RED

    Die Frage ist doch aber bei einer solchen Gitarre nicht, ob das Halsprofil für heutige Verhältnisse zu dick ist, sondern ob es für 50er Jahre Verhältnisse zu dick ist. Wer kauft denn eine solche Gitarre? Das sind doch in erster Linie Gitarristen, die den Sound, die Spieltechniken und eben Gitarren der damaligen Zeit mögen. Hier hätte man eigentlich nur dann einen Minuspunkt vergeben dürfen, wenn die Spezifikation der „aktuellen“ Vintage Strat vom Vorbild abweichen würde. Ansonsten sehe ich das wie mein Vorredner. Wer schnell spielen möchte, kauft ohnehin eher ein Arbeitsgerät von Ibanez, Yamaha oder ESP. Wer Sound möchte, nimmt eben eine Les Paul oder Fender Strat oder eine PRS.

  3. Profilbild
    Stephan Güte  RED

    Hi Amaros,

    deinem Kommentar ist nichts hinzuzufügen. Aus diesem Grunde habe ich ja auch nicht „misslungenes“ oder gar „unbrauchbares“ Halsprofil geschrieben, weil meine Meinung ja auch nicht objektiv sein kann. Ich fühle mich prinzipiell eher auf schlankeren Hälsen wohler, hab aber auch ne Strat mit Jeff Beck-Halsprofill. Aber die AM Vintage toppt das noch um Längen.

  4. Profilbild
    Zoppo

    Hallo Stephan,

    leider hat dein Test bei mir Kopfzerberechen hinterlassen, als Aufklärung betrieben. Ist dir eigentlich aufgefallen, dass es sich bei dem „Ersatzschalter“ um einen Vintage 3-Wege-Schalter handelt? D.h., Fender hat den neuzeitlichen Fünfwegschalter nur eingebaut, da die meisten wegen der Zwischenstellung diesen eh‘ einbauen würden, den 3-fach allerdings für diejenigen beigelegt, die das Instrument auf absolut Vintage trimmen möchten. Warum steht in deinem Test nichts darüber, dass die Tone-Schaltung ebenfalls „neuzeitlich“ ausgeführt wurde, der Toneregler beeinflusst Middle- und Stegpickup. Wäre doch interressant zu wissen oder? Demgegenüber, ein Kommentar zur Halsdicke (Vintage), ein nicht ganz korrekter Kommentar über die Lackierung. Bei dieser handelt es sich um eine neuartigen Lackierungsart handelt, die einerseits dünner als die bisher übrlichen ist, andererseits den Klang in Richtung korrekten Vintageklangs trimment. Oder der Kommentar in Bezug auf die Anzahl der verbauten Holzteile? Einserseits war der Hauptgrund für die Erfindung der Sunburstlackierung in den 50 Jahren das Problem des Fehlens qualitativ hochwertiger 1-Piece Tonhölzer, d.h. schon damals wurde „verschleiert“, dass es sich evtl. nicht um ein 1 Piece-Body handelte. Dies trifft im übrigen z.B. auch auf die Limited Edition Eric Clapton Signatur Strat zu, diese besteht wie das Original aus zwei Teilen.
    Zum Schluß dann noch der Kommentar zum Halsprofil? Man kann vor die, mit modernen Flitzefinger-Gitarrenhälsen ausgerüsteten Gitarren soviele Bodentreter montieren wie man möchte, einen vollen Stratsound wird man dadurch nie hinbekommen. Dazu gehört eben auch ein etwas kräftiger Hals. Wie nennt sich die Gitarre noch? Fender American Vintage 56 Stratocaster! Es wäre aufschlußreich gewesen, die Gitarre mit einer echten 56 Stratocaster zu vergleichen und in diesem Zusammenhang eine Bewertung abzugeben, alles andere ….

    • Profilbild
      Stephan Güte  RED

      Hi zoppo,

      vielen dank für deinen sehr ausführlichen und fachlich sehr tiefreichenden Kommentar, die den Artikel für Detailinteressierte sehr gut ergänzen! :)

      Stephan

      • Profilbild
        Zoppo

        Hallo Stephan,

        man tut was man kann. Bin seit einigen Wochen auf der Suche nach ’ner neuen Strat. Hab‘ daher etliche on- und offline Bibeln zu dem Thema gelesen. Tatsache ist, dass Fender einiges an Arbeit in die neuen Strats gesteckt hat. Also nicht nach dem Motto „Hier haben wir bereits eine Serie, bretzeln wir die noch ein wenig auf“ sondern wirklich eingehende Beschäftigung mit den echten Vintage-Gitarren und dadurch bedingt etliches an Neu- oder besser Altentwicklung :-) Dazu gehören u.a. die Pickups, die neue Art der Lackierung (Fender Flash Coat Lacquer) sowie endlich mal ein Sattel aus Knochen.

        Der Sound der Vintage gefällt, der Hals ist an und für sich auch o.k – hatte sie erst letzte Woche mal in der Hand. Ich hatte 15 Jahre lang ’ne Custom Shop 62er Timemachine, die war halstechnisch noch etwas heftiger. Beim Hals der neuen Vintage hab‘ ich nur ein Problem mit dem Radius (ich glaube 7,85″), dadurch kann man ein sauberes Bending ab dem 12. Bund so gut wie vergessen. Ausser man erhöht den Saitenabstand und lässt den Hals nachjustieren (aber wer will das schon).

        Na ja, warte eh‘ noch auf meinen neuen Amp aus den U.S.A. (63er Vibroverb Clone), wenn dieser da ist, werd‘ ich mich mit der 56er in Esche/Ahorn und der 58er in Esche/Ahorn mal eingehender Beschäftigen.

        Ich würde es jedenfalls begrüssen, wenn letztendlich ’ne Strat, ein Kabel und einr Amp für den optimalen Sound reichen würden. Hab‘ lange genug mit Pedalen rumhantiert.

        In diesem Sinne einen freundliche Gruß Zoppo

        P.S. Wenn’s dann nicht die Fender wird, wird’s eventuell eine (bis auf den Halsradius) originale 56er Maßanfertigung von Haar.

  5. Profilbild
    Stefab Boss

    Naja Hals und Body nix auszusestzen da ich selber Strat Spieler bin und sei euch mal einig Japan hin China Her da gibt es nix daran zurütteln STrat bleibt eben Strat

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