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Test: FGN, Neo Classic Stratocaster, E-Gitarre

13. April 2010

FGN Neo Classic

„Die Gitarrenwelt ist nicht mehr so wie Du Sie kanntest. Anspruch und Qualität heißen jetzt FGN Guitars.“ Das bekommt man zu lesen, wenn man auf die deutsche Homepage von FGN-Guitars surft.

Der heutige Test behandelt mal wieder einen Klassiker: die Neo Classic Strat von FGN oder auch Fujigen. Ein japanisches Unternehmen, das seit 1960, also sage und schreibe 50 Jahren, Gitarren herstellt. Jetzt fragt man sich natürlich: Muss man das kennen? Habe ich davon schon mal was gehört? Gitarren aus Japan, na gut, aber taugen die etwas? Ich muss zugeben, mir ist zwar bekannt, dass vor allem diverse japanische Gitarren aus der Vergangenheit bis heute einen sehr guten Ruf genießen was Verarbeitung, Holz und Klangverhalten betrifft, aber von dem Namen Fujigen hatte ich bis dato noch nichts mitbekommen. Und das, obwohl Fujigen so lange schon Geschichte schreibt. Unter anderen fertigte die Firma als so genannter OEM (Original Equipment Manufacturer) Gitarren und Bässe für z.B. Ibanez, Greco, Yamaha, Fender und bis heute Epiphone. Dass man in einem solchen Zeitraum und bei Auftraggebern mit bedeutenden Namen nicht um eine gewissen Erfahrungsschatz herum kommt, dürfte auf der Hand liegen.

Die brandaktuelle „neue“ Marke FGN mit der Fujigen, die seit Anfang des Jahres versucht, die Welt zu erobern, bietet diverse Modelle an. Es geht von modernen eigenen Gitarrentypen bis zu fast eins zu eins Nachbauten von Klassikern wie der Les Paul und der Stratocaster. Und genau so eine Strat aus der Neo Classic-Reihe läuft heute durch das AMAZONA.de Testlabor.

-- Die FGN Neo Classic Stratocaster --

— Die FGN Neo Classic Stratocaster —

Konstruktion

Die Gitarre wird mit einem Gigbag geliefert. Deshalb, dem Herstellungsort und des Preises zur Folge waren meine Erwartungen ehrlich gesagt erstmal nicht so hoch angesiedelt. Was wird es wohl sein, ein weiteres, der unzähligen Modelle im mittelklassen Strat-Kopien-Genre? Doch wie so oft sollte man sich manchmal auch im zunehmenden Alter von seinen Vorurteilen lösen. Schon alleine das Gigbag überzeugt mich auf Anhieb. Es ist sehr gut verarbeitet und hat einen großen, gut laufenden, doppelt verschließbaren Reißverschluss. Dezent in schwarz ist es sehr gut und stimmig gepolstert, und es trägt sich angenehm. Drei Taschen stehen zur Verfügung, von einer großen, über dem DIN A4 Format, bis zu einer kleinen im Stimmgerätformat. Eine runde Sache soweit. Mitgeliefert werden noch zwei Innensechskantschlüssel für den Halsstab und die Saitenreiter am Steg der Gitarre und eine Bedienungsanleitung für die Gotoh Magnum Lock-Mechaniken.

Ich muss schon sagen, mir wurde gleich nach dem ersten Blick bewusst, dass es sich hier um eine Strat, wenn auch nur Stratkopie, der Oberklasse handelt. Rein vom Aussehen unterscheidet sich die FGN nur durch die Kopf-Form minimal vom Original. Ansonsten erscheint sie mir in einer wunderschönen Dreiton Sunburst-Lackierung, mintgrünem Schlagbrett und einem einteilig geschraubtem Ahornhals mit Palisandergriffbrett. Der dreiteilige Erlenkorpus ist angenehm im Gewicht und wie auch der Hals mit Polyesterlack versiegelt. Schade, wenn das jetzt noch Nitrolack wäre, würden die Oldschool Purist im Kreis hüpfen. Trotzdem ist die Lackierarbeit sehr gelungen, wobei der Hals nur mit einer dünnen Schicht Lack versehen wurde, um das Handling angenehmer zu gestalten. Man sieht dies wunderbar an dem Lackabsatz vom Übergang von Kopf zum Hals.

Generell gibt es nicht wirklich etwas zu bemängeln, was die Verarbeitung betrifft. Die 22 Medium Bünde sind gut abgerichtet, und der Hals ist gerade. Der Knochensattel ist sehr gut eingepasst, es gibt keine Ecken und Kanten. Die Saiten werden durch ein Gotoh GE102T Vintage Vibratosystem und, wie schon erwähnt, durch ein Gotoh Magnum Lock System gespannt. Die Mechaniken, das Vibratosystem und der Rest der Hardware sind vernickelt.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    75631

    Ich kann nicht ganz verstehen, wieso man die Gitarre nicht erstmal ordentlich stimmt, bevor man Soundfiles dazu ins Netz stellt?!?

    • Profilbild
      Michael Fendt  RED

      Hallo 75631, und danke für den konstruktiven Beitrag.
      Das kann man natürlich so sehen bzw. so hören, und es stimmt gewissermaßen auch. Doch auf der anderen Seite kann man die Kirche auch mal im Dorf lassen, zumal ich die Gitarre auch sehr hart gespielt hatte und, wie im Test beschrieben, ist sie auch nicht die stabilste in Stimmung halten. Wie auch immer kann ich natürlich verstehen, daß das jemandem mit einem guten Gehör negativ auffällt. Somit werde ich mich sicher in der Zunkunft mehr bemühen was die Intonation bei den Soundbeispielen betrifft. Viele Grüße, Michael

      • Profilbild
        75631

        Ich wollte da auch nicht zu sehr „krümelkackern“, aber für manche Leute ist das unterbewusst ein Gegenargument – mich selbst lenkt es beim Bilden einer Meinung eher ab.

        Die Beispiele an sich finde ich im Übrigen super, vor allem, dass die gleichen Chords & Riffs durch die verschiedenen Pickup-Positionen gespielt werden!

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