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Test: Genelec 7050C, Subwoofer

12. November 2018

Kompakte Bassspirale

genelec 7050c

Der Genelec 7050C ist ein kompakter Subwoofer mit einem für diese Abmessungen tiefen Frequenzgang und vielfältigen Einsatzmöglichkeiten. Ob als Ergänzung für kleinere Studiomonitore oder zum Abhören des LFE-Kanals bei Surround-Produktionen, die Anschlussoptionen sind ebenso vielfältig wie die Konfigurationsmöglichkeiten. Dabei lässt die Verarbeitung keinen Zweifel daran, dass es sich um ein professionelles Produkt handelt.

Beim Genelec 7050C handelt es sich um das Nachfolgemodell der Vorgänger 7050A und 7050B mit ähnlichem Design, er eignet sich laut Genelec gut als Ergänzung zu den Studiomonitoren 8010, 8030 und M030. Neu sind ein abschaltbares Bassmanagement, ein erweiterter Frequenzgang bis 24 Hz, schaltbare Tief- und Hochpassfilter und ein höherer Schalldruck von 103 dB. Zugegeben kenne ich die Vorgänger nicht und so war ich beim Auspacken von der ungewöhnlichen Form etwas überrascht. Bei dem guten Ruf, den Genelec in der Branche genießt, stand für mich außer Frage, dass sich die Finnen etwas bei der Konstruktion gedacht haben werden.

Der Genelec 7050C im Detail

Genelec 7050C

Die Verpackungspsychologie ist ein spannendes Thema. Nicht nur von Apple kennt man ein regelrechtes Auspack-Erlebnis, Anfang der 2000er Jahre startete Siemens sogar eine Umfrage zum Thema Handy-Verpackungen. Während man jüngere Käufer mit aussagekräftigen Kartonagen und sauber präsentierten Produkten begeistert, scheint man das nach wie vor im professionellen Bereich nicht nötig zu haben. Der Genelec 7050C wird in einem passgenauen Karton geliefert und ganz umweltschonend in einem Umkarton fixiert. Mit Netzkabel und Anleitung fällt der Lieferumfang entsprechend minimalistisch aus.

Genelec 7050C Front

Die Form des Genelec 7050C ist schon interessant. Ein tonnenförmiges Gebilde mit regelrechten Griffen, wobei ich mich beim Bassport unverkennbar an die Nautilus-Serie von B&W erinnert fühle. Genelec nennt das spiralförmige Bassreflexsystem „Laminar Spiral Enclosure“, kurz LSE™. Im ersten Moment hatte ich keine Idee, wie man ihn richtig aufstellt. Die eine Seite hat ein Gitter, die andere nicht. Die beiden griffartigen Verstrebungen zeigen entsprechend der Beschriftung nach oben. Hat man ihn angeschlossen, kann man die richtige Aufstellung allerdings schnell aufgrund der Phase hören. Richtig steht er so, dass der längliche Bassport nach vorne und die Anschlüsse nach hinten zeigen, das macht auch irgendwie Sinn.

Mit 41 cm Höhe, 35 cm Breite und 31,9 cm Tiefe ist er sehr kompakt, das Gewicht von 17,3 kg ist mir zunächst gar nicht aufgefallen. Vielleicht auch deshalb, weil man ihn konstruktionsbedingt gut greifen und tragen kann. Der Treiber misst 205 mm, entsprechend 8″, wird von einem verzerrungsarmen Digitalverstärker mit 130 W Ausgangsleistung angetrieben und beschickt die erwähnte LSE™-Spirale im soliden Metallgehäuse mit einem maximalen Schalldruck von 103 dB (SPL).

Aufbau des Genelec 7050C

Genelec 7050C Gitter

Technisch ist Genelec davon überzeugt, dass die LSE-Konstruktion klassische Bauweisen entbehrlich macht. Lamina steht dabei vermutlich für die dünne Metallschicht, aus der die breite Spiralkonstruktion geformt ist. Laut Genelec entsteht dadurch ein kompaktes, dennoch langes Bassreflexsystem. Ich verstehe das so, dass man auf diese Weise den Innendruck besser ausgleicht, so dass durch den Luftstrom deutlich weniger Resonanzen und Obertonstrukturen entstehen, die das Klangbild hörbar beeinflussen und auch den Rückschall minimieren, so dass die Membran frei und kontrolliert schwingen kann. Vielleicht verzichtet man daher auch auf Gerätefüße, weil diese faktisch entbehrlich sind. In der Tat halten sich die Gehäuseresonanzen im Betrieb ziemlich in Grenzen, das gilt übrigens auch für das nicht nennenswerte Eigenrauschen.

Genelec 7050C LSE-Spirale

Der Genelec 7050C verfügt über ein internes Netzteil mit entsprechenden Schutzschaltungen gegen Überlastung und Kurzschluss. Einen mechanischen Netzschalter gibt es nicht, im Standby-Betrieb verbraucht er 0,5 W. Die Verkabelung erfolgt ausschließlich mittels symmetrischer XLR-Anschlüsse mit verriegelbaren Buchsen. Im Stereobetrieb werden die ersten zwei Kanäle genutzt, bis zu fünf Lautsprecher lassen sich durchschleifen. Dabei fängt der Subwoofer von jedem Eingang das Tiefensignal ab und teilt es elektrisch auf. Alles unter 85 Hz geht an den Subwoofer, ab 85 Hz wird das Signal in der Lautstärke unverändert weitergereicht. Der Subwoofer lässt sich von +12 dBu bis -6 dBu anpassen, dadurch lässt sich das Lautstärkeverhältnis angleichen. Als Weiteres steht ein LFE-Kanal zur Verfügung, hier kann das Signal auf +10 dBu verstärkt werden. Dieser ließe sich auch einzeln nutzen, sofern man bei Surround-Anwendungen nur das LFE-Signal über den Subwoofer leiten will.

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