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Vergleichstest Subwoofer: Presonus Temblor T10, JBL LSR310S, KRK 10S, Mackie MR10S MK3, Fluid Audio F8S

6. August 2021

Fünf mal auf die Zwölf

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Vergleichstest Subwoofer: Presonus Temblor T10, JBL LSR310S, KRK 10S, Mackie MR10S MK3, Fluid Audio F8S

Vorwort

Vor einigen Jahren schrieb unser Autor Gregor Scherer den folgenden Vergleichstest von fünf günstigen Subwoofern fürs Tonstudio. Da bis auf den KRK 10S (KRK hat dafür noch den 8S sowie die neuen S8, S10 und S12 G4-Subs im Angebot) und der Mackie MRS10 (Achtung: im Test hatten wir damals den MRS10 MK3, das aktuelle Modell heißt MRS10) alle Produkte noch im Handel erhältlich sind, haben wir den Vergleichstest mit aktuellen Links, Bildern und Preisen auf Vordermann gebracht. Für viele User ist dieser Vergleichstest sicherlich weiterhin sehr interessant.

Vergleichstest Subwoofer

Mit dem Vergleichstest Subwoofer dürfen bei AMAZONA.de gleich 5 Bass-Boliden gegeneinander antreten. Weil sehr tiefe Töne vom menschlichen Gehör kaum bzw. gar nicht zu lokalisieren sind, lässt sich ein Stereosystem gut durch einen einzelnen Subwoofer ergänzen. Gerade im Projektstudio mit oftmals eingeschränktem Platzangebot und zumeist kompromissbehafteter Akustik stellt die Kombination aus kleinerem 2-Wege-System und Subwoofer oft eine sinnvolle Variante dar. Aber auch ein größeres System kann durch einen Subwoofer im Bassbereich noch gewinnbringend erweitert werden. Wir haben uns deshalb einmal fünf Subwoofer ins Studio geholt und gegeneinander antreten lassen. Wir haben uns für diesen Test das obere Einsteigersegment zwischen 350,- und 400,- Euro vorgenommen.

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Wo werden die Subwoofer getestet?

Der Vergleichstest Subwoofer fand in einem sehr gut gedämmten Raum mit hochwertigen Wandlern und passiver Lautstärkeregelung statt. Die Subwoofer wurden im Zusammenspiel mit einem geschlossenen passiven 3-Wege-System, dem Studiostandard NS-10, ebenfalls passiv und geschlossen, sowie einem sehr leistungsfähigen Verstärker getestet.

Folgende Subwoofer haben wir für den Test ausgewählt:

  • Fluid Audio F8S
  • JBL LSR 310 S
  • KRK 10S
  • Mackie MR10S MK3
  • Presonus Temblor T10

Allen Modellen des Vergleichstest Subwoofer gemeinsam ist, dass sie nach dem Bassreflexprinzip aufgebaut sind. Durch eine Öffnung im Gehäuse, dem Bassreflexkanal, wird der vom Lautsprecher rückwärtig abgestrahlte Schallanteil zur Verstärkung der Basswiedergabe verwendet. Bei gleicher Größe wird gegenüber geschlossenen Boxen so ein höherer Schalldruckpegel im Bassbereich ermöglicht. Gleichzeitig gibt es aber auch Nachteile, die sich insbesondere als verringerte Impulstreue und störenden Verzerrungen, Resonanzen und Strömungsgeräusche bemerkbar machen können.

Alle getesteten Subwoofer verfügen über professionelle symmetrische Ein- und Ausgänge. Letztere leiten das Signal an die eigentlichen Stereolautsprecher weiter. So ist sichergestellt, dass auch ohne zusätzliche Hardware ein Lautstärkeregler ausreicht.

Herstellerangaben bezüglich Leistung und unterer Grenzfrequenz kann man übrigens bei allen Anbietern getrost ignorieren, weil nur in den seltensten Fällen genau angegeben wird, was diese eigentlich genau aussagen sollen bzw. nach welcher Norm gemessen wurde.

Subwoofer: Fluid Audio F8S

fluid audio f8s

Fangen wir den Vergleichstest Subwoofer mit dem Kleinsten an, dem F8S der Firma Fluid Audio. Das Unternehmen wurde von Kevin Zuccaro gegründet, der zuvor bei JBL, Cervin Vega und M-Audio tätig war.

Der Fluid Audio F8S ist der einzige 8-Zöller im Testfeld. Mit gerade einmal 7,9 kg und Ausmaßen von 34 x 25,4 x 27 cm ist er auch der mit Abstand leichteste und kleinste Subwoofer im Testfeld. Weitere Alleinstellungsmerkmale sind der Schieberegler für die Lautstärke auf der Vorderseite (unendlich – 0 dB) und leider auch die dort komplett ungeschützt angebrachte Komposit-Papier-Membran. Der Aufstellungsort des Lautsprechers sollte also tunlichst so gewählt werden, dass man die Membran nicht mit dem Fuß oder einem Gegenstand aus Versehen beschädigen kann.

Das vinylbeschichtete MDF-Gehäuse mit abgerundeten Kanten ist nett anzusehen und macht einen ordentlich verarbeiteten Eindruck. Der Umschalter für die Stromspannung lässt vermuten, dass die Class-D Ausgangsstufe von einem linearen Netzteil angetrieben wird.

Vom Fußboden akustisch entkoppelt wird das Gehäuse mittels Gummifüßen auf der Unterseite. Das verbessert die Klangqualität und schont die Nerven der Nachbarn.

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Ein- und Ausgänge sind jeweils sowohl als XLR- als auch als TRS (Stereoklinke)-Buchsen ausgeführt. Zusätzlich gibt es noch unsymmetrische Cinch-Anschlüsse. Über ein mitgeliefertes Pedal kann der Subwoofer bei Bedarf auf Bypass gestellt werden.

Zu erwähnen sind noch der Phasenumkehrregler, der sich stufenlos zwischen 0 und 180 Grad einstellen lässt sowie der „flat/punchy“ Schalter, mit dem eine Bassbetonung zuschaltbar ist.

Die Übergangsfrequenz für das Tiefpassfilter kann stufenlos zwischen 50 und 200 Hertz gewählt werden.

Praxiseinsatz des Fluid Audio F8S

Klanglich ist der F8S leider keine Offenbarung. Aufgrund deutlich hörbarer Obertöne summt und brummt der Subwoofer wie eine Hummel. Das führt zu einer hier naturgemäß unerwünschten verbesserten räumlichen Ortbarkeit des Subwoofers. Die geringe Größe macht sich im Vergleich zum restlichen Testfeld durch einen hör- und messbar verringerten Tieftonumfang bemerkbar. Unterhalb von 45 Hz sollte man nicht mehr viel erwarten. Leider ist der Klang insgesamt eher undifferenziert. Ist seriöses Monitoring gewünscht, sollte man den „Punchy“-Modus nicht verwenden.

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Vergleichsweise gut ist dagegen die Klangqualität der zu den Stereo-Monitoren durchgeschleiften Signale.

Mackie MR10S MK3

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Der Mackie MRS10 MK3 kostet aktuell 379,- Euro. Er ist eine Nummer größer und mit 12,4 kg auch schwerer als der Fluid Audio und verfügt über einen 10″ Tieftöner mit Aramid/Glasfaser-verstärkter Membran. Als einziger im Test bietet der Mackie eine klassische abnehmbare Frontbespannung.

Auch hier kommt wieder MDF mit Kunststoffbeschichtung zum Einsatz. Die mit 38,1 x 32 x 38,1 cm nicht ganz quadratische Kiste steht ebenfalls auf Gummifüßen. Als Verstärker arbeitet im Inneren eine klassische Class A/B-Endstufe.

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Die Bassreflexöffnung befindet sich auf der Rückseite. Dort sind auch der Lautstärkeregler (-30 dB bis +6 dB) und der Regler für die Grenzfrequenz des Tiefpassfilters untergebracht. Diese kann zwischen 40 und 180 Hz stufenlos gewählt werden. Die Bezeichnung „Crossover“ ist irreführend, weil kein Einfluss auf das durchgeschleifte Signal genommen wird.

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Die Polarität des Mackie Subwoofers ist zwischen 0 und 180 Grad umschaltbar. Eingänge liegen als XLR und TRS (6,3 mm Stereoklinke) vor, die Ausgänge sind dagegen nur als Klinkenbuchsen ausgeführt.

Als Besonderheit gibt es eine Auto-Power-Funktion, die wahlweise bei eingehendem Signal den Verstärker ein- sowie nach längerer Stille ausschalten und dadurch Strom sparen soll. In der „Off“-Einstellung wird der Subwoofer ausgeschaltet, das Signal aber trotzdem durch die aktive Elektronik zu den Monitoren weitergeleitet.

Die Stromversorgung kann zwischen 220V und 110V Netzspannung umgeschaltet werden, auch hier arbeitet daher vermutlich ein lineares Netzteil.

Einsatz des Mackie MRS10 Mk3 Subwoofers im Tonstudio

Im praktischen Einsatz kann der Mackie den Frequenzgang typischer kleiner Studiomonitore gut nach unten erweitern. Der Bass geht dabei erwartungsgemäß tiefer herunter als beim Fluid Audio. Allerdings sind auch hier die von Physik und Budget gesetzten Grenzen klar hörbar, d.h. der praktisch nutzbare Umfang liegt etwas unterhalb von 40 Hz. Dreht man laut auf, kommt es zu Resonanzen und Strömungsgeräuschen.

Problematisch fand ich die Qualität des zu den Stereolautsprechern durchgeschleiften Signals. Die Mitten werden anstrengender und das Signal klingt abgeschliffen und weniger klar.

Presonus Temblor T10

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Auch der amerikanische Hersteller Presonus ist seit Längerem am Markt aktiv und verfügt mittlerweile über eine breite Angebotspalette, insbesondere im Prosumer Audiobereich.

Der Temblor T10 kostet aktuell 379,- Euro und ist mit 17,9 kg nochmals deutlich schwerer sowie mit 32 x 40 x 40 cm auch ein gutes Stück größer als der Mackie.

Das Material der Wahl ist wieder vinylbeschichtetes MDF. Der 10“ Tieftöner wird durch ein abnehmbares massives Metallgitter gut geschützt. Die Bassreflexöffnung befindet sich gleich darunter. Angetrieben wird das Chassis von einer Class A/B Endstufe. Gummifüße auf der Unterseite vermitteln einen sicheren Stand.

Auf der Rückseite gibt es einen Lautstärkeregler, der von -30 dB bis +6 dB reicht. Außerdem einen Phasenumkehrschalter (0 oder 180 Grad) und einen Ground-Lift-Schalter, der bei etwaigen Brummschleifen für Abhilfe sorgen kann.

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Ein Fußschalter zum Ein- und Ausschalten des Subwoofers ist im Lieferumfang inbegriffen. Der Anschluss erfolgt über eine Klinkenbuchse.

Das Tiefpassfilter kann stufenlos zwischen 50 Hz und 130 Hz eingestellt werden. Für die Ausgänge gibt es noch ein zuschaltbares Hochpassfilter mit Eckfrequenz 80 Hz. Wird das Tiefpassfilter ebenfalls auf 80 Hz gesetzt, gibt es im Ergebnis also eine „echte“ Frequenzweiche.

Neben TRS- und XLR-Ein- und Ausgängen gibt es noch unsymmetrische Cinch-Eingänge sowie einen XLR-SUB OUT zu vermelden. Letzterer erlaubt beispielsweise den Anschluss eines weiteren T10.

Die Verarbeitung ist gut. Einziger Kritikpunkt sind hier die etwas fummeligen, kleinen Drehschalter für Lautstärke und Tiefpassfilter.

Presonus Temblor T10 im Einsatz

Nach dem Einschalten signalisiert das matt leuchtende, blaue Logo Betriebsbereitschaft. Zudem ist auch ein leises mechanisches Brummen, das wohl vom Trafos ausgeht, vernehmbar.

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Der Bassbereich reicht noch etwas tiefer herunter als beim Mackie. Der Klangeindruck ist straffer und direkter. Die umfangreichen Einstellmöglichkeiten erlauben eine gute Anpassung an die Abhörsituation. Prinzipbedingt erzeugt bei sehr starken Belastungen natürlich auch der Temblor hörbare Störgeräusche.

Beim Signal für die Stereolautsprecher gibt es diesmal wenig zu beanstanden.

JBL LSR 310 S

JBL ist ein in Studiokreisen seit vielen Jahrzehnten etablierter Hersteller, der zur Harman- und die wiederum zur Samsung-Gruppe gehört.

Im Gegensatz zum restlichen Testfeld hat JBL den Tieftöner nicht vertikal (in Richtung des Hörers), sondern horizontal (Richtung Fußboden) unter dem Gehäuse angebracht. Weil dort normalerweise niemand hinkommt, wurde auf einen Schutz via Bespannung oder Gitter verzichtet.

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Der JBL hat das mit 44,8 x 38,1 x 39,8 cm (H x B x T) größte Gehäuse im Test und thront auf ebenfalls recht wuchtigen gummierten Füßen. 15,6 kg bringt er auf die Waage. Auf der Vorderseite befindet sich die Bassreflexöffnung aus Hochglanzkunststoff, die ihn ein wenig nach Briefkasten aussehen lässt und vom Hersteller als „Slip-Stream-Port“ bezeichnet wird.

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Die Rückseite bietet XLR- und TRS-Eingänge, die Ausgänge sind ausschließlich im XLR-Format ausgeführt. Als einziger im Test ermöglicht der LS310 S die Wahl zwischen -10 dB und +4 dB Eingangsempfindlichkeit. Die Phase kann zwischen 0 und 180 Grad umgeschaltet werden.

Im LSR 310S steckt eine Frequenzweiche mit fester Frequenz von 80 Hz. Dabei handelt es sich um eine echte Übergangsfrequenz, d.h. der Tiefbassanteil des an die Stereo-Monitore weitergeleiteten Signals wird ebenfalls beschnitten. Alternativ dazu lässt sich „external“ wählen – dann arbeitet allerdings gar kein Filter. Zusätzlich gibt es noch einen „extended“-Modus für mehr „Wumms“, auf den man für Monitoring-Anwendungen aber besser verzichtet.

Eine Wahlmöglichkeit für die Stromspannung gibt es nicht, vermutlich verfügt der LSR 310 S über ein Schaltnetzteil, das den Class-D Endverstärker antreibt.

Tonstudio Praxis

Der Bass des JBL Subwoofer geht noch etwas tiefer herunter als der Temblor, erscheint dabei allerdings etwas schwammiger. Das Stereosignal empfand ich ähnlich wie beim Mackie als anstrengend und etwas abgeschliffen. Mangels Einstellmöglichkeiten beim Tiefpassfilter war ein flexibles Anpassen an verschiedene Hauptmonitore nicht so leicht möglich. Ohne externe Frequenzweiche muss man die interne mit ihren 80 Hz nutzen – bei sehr großen oder sehr kleinen Monitoren nicht optimal. Das Tiefpassfilter scheint übrigens steiler als bei den anderen zu sein, von den Mitten ist beim JBL weniger zu hören als beim Rest.

KRK 10S2

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Wie eingangs bereits erwähnt, ist der KRK 10S der einzige Subwoofer aus diesem Vergleichstest, der nicht mehr im Handel erhältlich ist, wohl aber über den Gebrauchtmarkt und in Form des kleineren Modells S8S sowie den aktuellen KRK Subwoofern:

Optisch setzt sich der KRK 10S2 im markentypischen Design mit abgerundeten Kanten und knallgelbem Lautsprecherchassis deutlich vom Rest des Feldes ab. Statt Gummifüßen kommt zudem eine Schaumstoffmatte zum Einsatz.

Sonst ist wieder Vieles gleich. Die Bassreflexöffnung findet sich vorne unter dem durch ein Metallgitter gesicherten Lautsprecher. Auf der Rückseite gibt es den Lautstärkeregler (unendlich bis +6 dB) und symmetrische Ein- und Ausgänge in XLR- und TRS-Ausführung. Zusätzlich sind auch unsymmetrische Cinch Ein- und Ausgänge vorhanden.

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Anders als offenbar noch bei der Vorversion verfügt der 10S2 in seiner aktuellen Fassung über kein stufenlos einstellbares Tiefpassfilter. Stattdessen gibt es wie beim JBL eine echte Frequenzweiche und zwar mit den wählbaren Übergangsfrequenzen 60, 70, 80 oder 90 Hz.

Weitere Kippschalter regeln die Phase (0 oder 180 Grad), Standby ein/aus sowie Ground Lift ein/aus. Zudem gibt es eine Klinkenbuchse für einen Fußschalter, der allerdings nicht im Lieferumfang inbegriffen ist.

Praxiseinsatz im Tonstudio: KRK 10S

Nach dem Einschalten leuchtet eine dezente weiße LED hinter dem Lautsprechergitter auf. Der 10S2 klingt angenehm straff und druckvoll. In dieser Hinsicht ist er besser als die anderen Subwoofer. Allerdings geht er nicht ganz so tief herunter wie der Temblor. Bei höheren Lautstärken fängt auch er hörbar an zu scheppern.

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Problematisch ist die deutliche Veränderung des durchgeschleiften Signals. Es klingt merklich pappiger, höhen- und detailärmer.

Messungen zum Vergleichstest Subwoofer

Um die Höreindrücke bezüglich des Signals, das nach Durchlaufen der internen Elektronik für die Stereolautsprecher bereitgestellt wird zu objektivieren, habe ich noch einige Messungen durchgeführt. Rein technisch ist es nicht sonderlich kompliziert, eine akustisch transparente Zwischenstufe zu bauen. Erfahrungsgemäß wird allerdings im unteren Preissegment viel gespart und dieses Ziel oft verfehlt.

Interessant ist insbesondere der Vergleich zwischen Presonus und KRK. Bei den typischerweise durch einen passiven Lautstärkeregler abgeschwächten Signalen mit niedriger Amplitude zeigt der KRK 10S2 gegenüber dem Temblor T10 bereits deutlich erhöhte Verzerrungen. Interessant sind auch die Einstreuungen der 50 Hz Netzspannung, die sich durch ausreichende Spannungsfilterung im Gerät vermeiden ließe.

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Erhöht man die Eingangslautstärke am Subwoofer weiter, so clippt der KRK früh, während der Presonus noch akzeptabel erhöhte Verzerrungswerte erzeugt.

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Der JBL bietet übrigens ähnlich niedrige Verzerrungswerte wie der Presonus Subwoofer, allerdings mit einem in der psychoakustischen Wahrnehmung als störender empfundenen Obertonspektrum.

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Fazit

Welcher Sub hat den Vergleichstest Subwoofer nun gewonnen?

Der Fluid Audio F8S macht eigentlich nur Sinn, wenn der verfügbare Platz einem keine Wahl lässt. Klanglich kann er mit dem Rest aber nicht mithalten. Für den Mackie MR10S MK3 spricht sein Preis. Der JBL LSR 310 S kommt am tiefsten herunter, dabei mangelt es ihm aber ein wenig an Präzision. Die Mitbewerber bieten beim Tiefpassfilter mehr Flexibilität. Der KRK 10S2 erzeugt den knackigsten Bass, das durchgeschleifte Signal wird allerdings deutlich beeinträchtigt. Der Presonus Temblor T10 bietet sauberen Tiefbass, flexible Einstellmöglichkeiten und beeinträchtigt das Stereo-Signal nur wenig. Bis auf die zu klein geratenen Drehschalter auf der Rückseite und das minimale mechanische Trafobrummen gibt es keine ernsthaften Kritikpunkte.

Wer eine externe Frequenzweiche besitzt, vor allem Wert auf eine sehr gute Impulsdarstellung legt und mit einer praktisch nutzbaren unteren Grenzfrequenz von ca. 35 Hz gut leben kann, sollte den KRK nehmen. Ansonsten ist der Temblor T10 insgesamt die beste Wahl.

Preis

  • Mackie MR10S (Nachfolger zu unserem Testmodell): 379,- Euro
  • Presonus Temblor T10: 379,- Euro
  • Fluid Audio F8S: 339,- Euro
  • KRK S10 G4 (Nachfolger zu unserem Testmodell): 399,- Euro
  • JBL LSR 310S: 399,- Euro
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Forum
  1. Profilbild
    bluebell  AHU

    Schöner, hilfreicher Test mit klaren Aussagen. Auf die Idee, das durchgeschleifte Signal kritisch zu betrachten, muss man erst mal kommen. Wer hätte das gedacht, dass es da so große Unterschiede gibt.

  2. Profilbild
    xmario  

    spannender test und intr. wie unwissend div hersteller offenbar sind denn niemals sollte bei verwendung eines subs den monitoren ein low vut gesetz werden. NEVER! der sub ist immer nur eine ergänzung! MERKEN!

    • Profilbild
      ctrotzkowski  

      Hi XMario,
      ich finde Deine Aussage bzgl. des „Never“ einzusetzenden Low-Cuts etwas missverständlich.

      Wenn Du damit meinst, daß die Subs keinen Crossover-Filter einsetzen sollten (oder, wie Gregor und Felix korrekt schreiben eine externe Frequenzweiche die Signale zwischen Sub und Monitoren aufteilt), dann ist das leider physikalisch falsch.

      Richtig ist Deine Aussage, daß ein Sub im Studio eine Ergänzung zu den Monitoren sein soll (und damit keine unnatürliche Bass-Überhöhung).

      Wenn Du aber keine Frequenzweichen innerhalb oder außerhalb des Subs für einen Crossover einsetzt, dann wird ganz zwangsläufig eine unnatürliche Bass-Überhöhung die Folge sein.

      Der Sub kann ja gar nicht „wissen“, wo bei den Satelliten die untere Grenzfrequenz ist, und wie steil diese in der Praxis praktisch ausfällt. Deshalb ist es eben die Aufgabe der Frequenzweiche mit ihrem Crossover, genau dieses Problem zu lösen: Die Cutover-Frequenz soll genau dort liegen, wo sowohl Sub als auch Monitor ihre Kennlinie noch nahe 0db haben, um den Sub genau dort mit definierter Steilheit nach oben und den Monitor nach unten zu begrenzen. Nur dann werden Frequenzen, die beide Systeme „können“, an keinem Punkt doppelt und somit überhöht wiedergegeben.

      • Profilbild
        xmario  

        Hallo kurz und knapp: den Sub nach oben begrenzen ja, die Monitore nach unten nicht! nochmals: NEVER! Dieses wissen kommt von einer der besten wenn nicht der besten Studiobaubude auf diesem Planeten und der name dieser fängt mit N wie Norden an. Ja dort wo die Monitore an Power verlieren kommt der Sub dazu aber Monitore nach unten niemals cutten!

        • Profilbild
          ctrotzkowski  

          Ich rate bzlg. derart verallgemeinernder Aussagen zur Vorsicht – der Weg zur Scheißhausparole (sorry) ist hier generell nicht weit, wenn ein ach-so-berühmtes Studio eine pauschale „NEVER EVER“ Aussage raushaut – die in diesem Fall fast sämtlichen Herstellen und auch den Autoren dieses Artikels widerspricht. Die „diversen Hersteller“ sind eben nicht pauschal so „unwissend“ wie behauptet.

          Zum Thema Studio-Mythen: Schau Dir mal Alan Parsons „The Art & Science of Sound Recording“ an: Der Grandmaster äußerst sich dort selbst nur wenig über Audio-Philosophie, aber läßt u.a. die teils völlig gegenteiligen Überzeugungen der berühmtesten Sound-Engineers gegeneinander antreten. Sehr unterhaltsam.

          Zur Sache: Der o.g. Test bezieht sich auf ProSumer Geräte, die wohl nur in den seltensten Fällen mit High-End Monitoren betrieben werden, welche ggf. einen perfekt linearen Lowend bis zu ihrer Grenzfrequenz bieten, der keiner Korrektur bedarf. Insofern Du also Studio-Monitore der passenden Preisklasse einsetzt, sind die in der Nähe ihrer Grenzfrequenz eben nicht linear. Das ist auch der Fluch und Segen der Baßreflex Bauweise, daß dort künstlich die Grenzfrequenz gesenkt wird, aber auf Kosten der Linearität und Präzision. Genau dort wirkt der Crossover, der den suboptimalen Tiefbass der Prosumer-Monitore durch den spezialisierten Subwoofer ersetzt.

        • Profilbild
          bluebell  AHU

          Es ist sehr sinnvoll, kleine Nahfeldmonitore nach unten zu cutten, wenn ein Subwoofer diesen Bereich übernimmt. Dann erspart man dem kleinen Tiefmitteltöner des Nahfeldmonitors eine Menge Hub im für ihn anstrengenden Bereich, und die tiefen Kicks tönen weniger nach „plopp“.

          Im Einzelfall darfst Du das gerne anders machen, die Geschmäcker sind ja verschieden. Es gab sogar Lautsprecherboxen ganz ohne Frequenzweiche: Piezo-Hochtöner und Tiefmitteltöner ohne irgendwas Vorgeschaltetes. Oder Modelle von JBL und Electro Voice, bei denen die Frequenzweiche aus einem einsamen Kondensator vor dem Hochtöner bestand. Kann man alles tun. Muss man aber nicht.

        • Profilbild
          Armin Bauer  RED

          Hallo xmario,

          nett wäre es, wenn du diese generelle Aussage auch irgendwie begründen könntest.
          Ich denke schon, du hast da was einfach falsch verstanden.
          Wenn Studiomonitore bei Sub Betrieb nicht begrenzt werden sollten, wieso dann überhaupt Frequenzweichen? Lassen wir die einfach weg, in PA, Monitoren, HiFi-Boxen oder selbst zwischen Woofer und Tweeter in deinen Monitoren und lassen einfach jeden Speaker lustig vor sich hinquäken, das kann heiter werden.
          Sinn macht deine Aussage allerhöchstens in Systemen, die mit einem Infra gefahren werden, der sich in Bereichen befindet, wo der Studiomonitor gerade schlapp macht. Aber wo gibt es das in der Studiowelt?
          Und bluebell hat natürlich recht, wenn du die Tops von der Basslast befreist, die einfach am meisten Energie benötigt, kann der Tiefmittenbereich viel befreiter aufspielen.
          Probiers doch einfach mal selbst aus. Lass deine Monitore mit Sub ohne Trennung laufen und schalte dann eine Weiche dazwischen. Wenn die erste Version besser klingt, steht zu nahezu 100% dein Bass falsch.

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