Test: KRK 8S2, Subwoofer

10. August 2020

Tiefe Töne für den Budget-Bereich

krk 8s2 subwoofer test

KRK 8S2, Subwoofer

Nahfeldmonitore ohne Subwoofer sind ein heikles Thema. Nur wenige Systeme sind wirklich in der Lage, einen ausgewogenen Klang insbesondere unterhalb von 80 Hz zu liefern und wenn dem doch einmal so sein sollte, befindet man sich mit entsprechenden 10 Zöllern als Tieftöner größentechnisch fast schon im Midfield-Bereich. Da im Laufe der Musikproduktionsentwicklung nur noch wenige professionelle Studios über entsprechend große Regieräume verfügen, gehören daher gerade in Budget- und Homerecording-Bereich Subwoofer zur Grundausstattung eines jeden Studios. Um auch dem ambitionierten Nachwuchs einen kontrollierten Bassbereich für kleines Geld zu ermöglichen, hat die Firma KRK eine S-Serie von drei verschiedenen Woofern auf den Markt gebracht, bei dem uns die kleinste Ausführung, die KRK 8S2, zum Test vorliegt.

Die Konstruktion des KRK 8S2

Beim KRK 8S2 handelt es sich um eine Weiterentwicklung der KRK S-Serie, die insbesondere im verbesserten Frequenzgang angesiedelt sein soll. Schon der erste Eindruck des KRK 8S2 lässt eine Assoziation zum KRK Verkaufsschlager Rokit aufkommen, hervorgerufen durch die Gehäuseaufmachung und den gelb gefärbten 8″ Glas-Aramid Gewebetieftöner. Mit den Abmessungen von 362 x 339 x 294 mm (H x B x T) und einem Gewicht von 11,8 kg gibt es zwar durchaus noch kleinere Vertreter im 8 Zoll Bereich (und kleiner) wie z.B. den Eve Audio TS 107, aber die äußere Aufmachung bietet sich insbesondere für Regieräume mit stark begrenzten Abmessungen an.

KRK 8S2 Test

Während die großen Brüder 12S2 (12 Zoll Tieftöner) mit 220 Watt bzw. 10S2 (10 Zoll Tieftöner) mit 160 Watt „Dauerbelastung“ daher kommen, muss sich der KRK 8S2 mit einer Leistung von 109 Watt aus einer Class-D-Endstufe zufriedengeben. Dies dürfte für kleine Regieräume durchaus ausreichen, zumal der Woofer nicht dahingehend konstruiert wurde, einen größeren Regieraum entsprechend impulsfest akustisch auszuleuchten. Der Frequenzgang des Woofers hingegen macht neugierig, zumal der KRK 8S2 laut Herstellerangaben einen Bereich von 35 – 133 Hz erfasst. Für einen 8 Zöller knapp über 100 Watt ein sehr ambitioniertes Unterfangen, selbst ein sauberes Low-End von 40 Hz würde eine ordentliche Leistung darstellen. Der Maximalpegel wird mit 112,8 dB angegeben.

Das in China gefertigte Gehäuse wird aus einer Kombination von Kunststoff im vorderen und MDF-Platten im mittleren Bereich gefertigt und ist tadellos verarbeitet. Das Erscheinungsbild ist optisch ansprechend und passt sich in die verschiedenen KRK-Produktlinien ein.

Wie viele andere Produkte, die ebenfalls mit einer glatten und matten Oberfläche versehen wurden, neigt auch der KRK 8S2 zu Ansammlungen von Fingerabdrücken. Von daher – sollte der mehr oder minder als Würfel anzusehende Woofer öfter einmal versetzt werden – immer Putztuch in Reichweite aufbewahren. Der Lautsprecher wird durch ein sehr massives Frontgitter vor äußeren Einwirkungen geschützt, wobei sich unterhalb des Gitters die Bassreflexöffnung befindet, die nach vorne abstrahlt. Bekanntermaßen spielt dieser Punkt aber eher eine untergeordnete Rolle, da sich die Bässe ohnehin kreisförmig vom Lautsprecher aus in den Raum abstrahlen. Das Gehäuse sitzt auf einer durchgehenden Gummiplatte, die auf der Unterseite des Gehäuses aufgeklebt wurde.

KRK 8S2 Test

KRK 8S2 – Rückseite

Wendet man sich der Rückseite des Gehäuses zu, so findet man dort alle Regel – und Stellelemente. Bereits auf den ersten Blick erkennt man, dass der KRK 8S2 für ein Produkt seiner Preisklasse über ein umfangreiches Arsenal an Regel- und Eingangsmöglichkeiten verfügt. Zunächst sollte man sich vor Augen führen, dass es neben den symmetrischen XLR- und TRS-Steckern auch noch über das für den Consumer-Bereich wichtige unsymmetrische RCA-Steckerpaar verfügt und dies sowohl als Eingang als auch als Ausgang.

Unterhalb der insgesamt 12 Buchsen gibt es eine Anschlussbuchse, mit der man den Subwoofer mittels eines Klinkenfußschalters deaktivieren kann. Den rechten Bereich der Rückseite runden eine Betriebs-LED, der On/Off-Schalter und die Kaltgerätesteckerbuchse ab. Linksseitig empfangen uns 2 Regler und 6 Schalter, die von oben nach unten folgende Funktionen bekleiden:

  • Volume-Regler: regelt die Gesamtlautstärke des Woofers
  • Crossover: Es lässt sich zwischen 4 versch. Frequenzen (70 Hz, 80 Hz, 90 Hz, 100 Hz) wählen
  • Input-Sensitivity: Eingangsempfindlichkeit des Woofers, kann zwischen Normal und High (für Heimelektronik empfohlen) wählen
  • Polarity: Phasenschalter, um eventuell auftretenden gegenphasigen Auslöschungen entgegenzuwirken
  • Standby: schaltet den Woofer nach 30 Minuten Inaktivität aus Stromspargründen in den Standby-Modus
  • Ground Lift: verhindert Erdungsbrummschleifen, die gelegentlich im Studiobetrieb auftreten können

Der Volume-Regler des KRK 8S2 ist zudem sehr fein gerastert, was eine feinfühlige Einstellung des Woofers erleichtert. Eine 0 dB Anzeige sucht man vergebens, hier gilt es nur den Woofer zwischen „Min.“ und „Max.“ nach Gehör hinzuzumischen. Im Gegenzug muss man bei der Wahl der Crossover-Frequenz schon mächtig Kraft am Regler einsetzen, um ihn zum Umschalten zu bewegen, allerdings verringerte sich der Widerstand, nachdem man den Regler ein paar mal gedreht hatte.

KRK 8S2 Test

KRK 8S2 – Seitenansicht

Der KRK 8S2 in der Praxis

Schalten wir den Woofer ein, zeigt uns die zweifarbige LED auf der Rückseite ein orangenes Signal, das bei anliegendem Pegel zu grün wechselt. Auf der Vorderseite zeigt uns eine weiße LED die Aktivierung des Systems an. Nebengeräusche irgendeiner Art wie z. B. Netzbrummen o. ä.  konnten während des Betriebs nicht wahrgenommen werden. Als Testmaterial habe ich verschiedene Referenzaufnahmen, Referenzmixe, verschiedene Einzelinstrumente und einige Produktionen, die ich selber erstellt habe, genommen, um einen möglichst umfassenden Klangeindruck zu erhalten.

Zunächst gilt es, abhängig von den Satelliten die optimale Crossover-Frequenz zu finden, was sich als gar nicht so leicht herausstellte wie allgemein hin angenommen. In meinem Studio 2 stehen für den Normalbetrieb 2 Stck. Eve Audio SC 204, die im Normalfall mit einem Eve Audio TS 107 nach unten hin abgesichert werden. Daan wurde der KRK 8S2 angeschlossen, um die Funktion des TS 107 zu übernehmen. Um das Klangmaterial unterhalb der vergleichsweise kleinen 4-Zoll „Tieftöner“ der Eve Audio Satelliten möglichst allumfassend zu übernehmen, hinterließ die 100 Hz Einstellung den besten Eindruck, allerdings neigte der Woofer in dieser Einstellung recht schnell zum Dröhnen. Auch eine Veränderung der Platzierung bzw. die Aktivierung der Phasenumkehr konnte dies nicht verhindern.

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Dies änderte sich umgehend, als ich die Trennfrequenz auf 90 Hz, besser noch auf 80 Hz stellte. Hier rundete der Woofer sehr schön nach unten hin ab, hinterließ allerdings ein Frequenzloch im Bereich von dem eben genannten Bassbereich. Dies konnte ausgeglichen werden, indem ich die Satelliten etwas mehr in die „Basspflicht“ nahm, was sich mit den Eve Audio sehr gut umsetzen ließ. Das Ergebnis war eine rundum zufriedenstellende Frequenzabdeckung bis in den Tiefbassbereich.

Klanglich geht der KRK 8S2 vergleichsweise weich zu Werk. Der Lautsprecher wirkte zu keiner Zeit überfordert, wenngleich ich auch nur moderate Lautstärken, wie in einem Studio 2 meistens üblich, verwendet habe. Was mir ein wenig zu denken gibt, ist die Tendenz zum Aufschwingen in kleinen Räumen. Der Woofer erledigt seine Arbeit tadellos, allerdings gibt es einen bestimmten Punkt in der Lautstärke, wo der KRK 8S2, abhängig von den Raumabmessungen und seiner Geometrie anfängt, sich einem dezenten Dröhnen hinzugeben. Durch geschickte Positionierung kann man diesen Effekt zurückdrängen, aber wer hat in einer kleinen Regie schon die Möglichkeit, mit der Aufstellung eines Woofers räumlich zu experimentieren.

Erwartungsgemäß mag das System weder die Platzierung nahe an einer Wand noch unterhalb des Tisches, beides führt nur zu besagter undifferenzierter Wiedergabe. Platziert man den KRK 8S2 hingegen frei im Raum und hat den entsprechenden Akustikbau durchgeführt, überzeugt das System auf ganzer Strecke, insbesondere wenn man den Ladenpreis in die Überlegung mit einbezieht. Auch hält sich der Achtzöller sehr tapfer, was den „echten“ Tiefbassbereich angeht. Auch wenn die Konstruktion nicht die entsprechende Luftmenge eines 10 oder 12 Zöllers bewegen kann, so schafft es der Lautsprecher in Zusammenarbeit mit dem Gehäuse, einen guten akustischen Überblick zu vermitteln, was sich so alles gerade im Bassbereich tummelt und einem evtl. über eine große Abhöre oder im Live-Bereich die saubere Basswiedergabe verhagelt.

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Zusammenfassend lässt sich dem KRK 8S2 ein gutes Zeugnis erstellen. Der Subwoofer macht, was er soll und wird gerade bei preisgünstigen Satelliten eine ebenfalls günstige Ergänzung darstellen, um basslastigen Mixen vorzubeugen.

Fazit

Mit dem KRK 8S2 bietet der Hersteller einen preiswerten Subwoofer an, der viel Qualität fürs Geld bietet. Die Einstellungsmöglichkeiten sind umfangreich, der Grundklang gut, die Verarbeitung makellos. Wer im Budget- und Homerecording-Bereich eine Ergänzung für seine Nahfeldmonitore zu besseren Kontrolle im Bassbereich für kleines Geld sucht, sollte den Woofer auf jeden Fall einmal antesten.

Plus

  • Preis-Leistungs-Verhältnis
  • Anschlussperipherie
  • Verarbeitung

Preis

  • 343,- Euro
Forum
  1. Profilbild
    earl75  

    Hallo Axel,
    vielen Dank für den Test, speziell auch die Betrachtung des Themas Aufstellung.
    Du schreibst über die Verbesserung bei Plazierung frei im Raum und entsprechendem Akustikbau. Wie hast Du das für Dich in Deinem Studio gelöst? Steht der Sub erhöht neben dem Desk?
    Besten Dank und Grüße!

    • Profilbild
      Axel Ritt  RED

      Hallo Earl,
      danke für das Lob.
      Der Eve Audio TS 107, den ich regulär in meinem Studio B nutze, besitzt eine Passivmembran auf der Unterseite des Gehäuses und produziert dadurch eine sehr gleichmäßige und weiche Abstrahlung.
      Er steht auf dem Fußboden des knapp 20 qm Regieraums leicht seitlich versetzt mit genügend Abstand zur nächsten Wand.

      • Profilbild
        earl75  

        Danke für Deine prompte Antwort – was ein Service ;-)
        Da ich auf ein Paar SC 203 hinarbeite, ist der Hinweis auf den TS 107 wertvoll!
        Danke, stay healthy

  2. Profilbild
    Filterspiel  AHU

    KRK selbst empfiehlt den Sub für die Rokit 4 und 5 G4 (Seite zeigt G3, linkt aber auf G4), gibt es da Erfahrungen im Zusammenspiel, ich könnte mir vorstellen, dass sich durch den Verband innerhalb eines Herstellers positive Effekte seitens der Abstimmung zeigen könnten. Nicht ganz selbstlos die Frage, da ich die Rokit 5 G4 hier zu stehen habe und in Zukunft vielleicht erweitern würde.

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