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Test: Genelec 8350 APM, Studiomonitor


Einsparer für den Raumakustiker?

Seit Mitte 2016 verfügbar: Der neue Streich aus dem Norden, die Genelec 8350 APM mit dem Genelec Loudspeaker Manager (GLM™). Dieses Package haben wir heute auf dem Audio-Seziertisch.

 

Genelec 8350APM

Genelec 8350 APM

Über Genelec muss man generell nicht mehr viel erzählen. Vor allem in professionellen amerikanischen Recording Studios steht in den meisten Fällen mindestens ein Paar des Herstellers, das sagt ja schon viel aus. Natürlich sorgt ein somit geschaffener quasi Standard immer für Reibung und Kritik, zumal die Konkurrenz nicht schläft bzw. den Markt belebt.

Dass Studioabhören eine sehr persönliche Angelegenheit sind, muss ich immer wieder erwähnen. Ein schönes Beispiel sind in diesem Fall die Yamaha NS10, die ja (immer noch) sehr oft als Referenzspeaker genannt werden. Aber eher, weil sie tatsächlich nicht besonders gut klingen. Wenn man auf ihnen einen Mix hinbekommt, so sagt man, klingt er überall. Hier scheiden sich natürlich auch die Geister. Denn theoretisch kann man ja somit auch auf Hi-Fi Boxen mischen, wenn man sie denn gut kennt. Aber eine lineare Transparenz, Tiefe und ein differenziertes Stereobild bieten einem nur speziell dafür entwickelte Studiomonitore, hier bleibt für mich kein Zweifel.

Genelec Loudspeaker Manager (GLM™)

Die zweite, wichtige Komponente ist immer die Raumakustik. Ecken fern von 90 Grad, schwingender Boden, Absorber und Kompensation von Raumeinflüssen im Monitorsystem sorgen für eine ideale Abhörsituation. So was gibt es natürlich meistens nur in Studios mit starkem kommerziellen Background, denn das bedeutet eine größere Investition. Dass ein Raum trotz größter Bemühungen immer noch gewisse Resonanzen aufweist, ist leider meist unumgänglich. Zumal die Wenigsten sich ein Studio bauen lassen, sondern Räumlichkeiten anmieten.

Genelec Loudspeaker Manager GLM

Genelec Loudspeaker Manager GLM

Hier kommt der Genelec Loudspeaker Manager (GLM™) ins Spiel. Digitale DSP-Filter machen es möglich, durch den Raumsound gepushte Resonanzen zu reduzieren. Die Finnen liefern hier für rund 500,- Euro extra ein System, das aus einem Netzwerkinterface zum Anschluss an einen Computer und einem Messmikrofon besteht. Die Lautsprecher werden über Netzwerkkabel mit diesem Interface verbunden. Eine Software, frei zum Download auf der Genelec Homepage, erledigt den Rest. In dem virtuellen Raum positioniert man die Abhören und das Mikro im Sweetspot (die Abhörposition). Startet man das Einrichten, ertönt ein Sinuston durch das gesamte Frequenzspektrum, danach wird graphisch dargestellt, wie sich die Resonanzen in der gegebenen Praxis verhalten. Das System gleicht automatisch positive Raumresonanzen aus. Diese kann man aber auch per Hand wieder nachregulieren. Klingt vielversprechend. Da stellt sich natürlich sofort die Frage: Kann man sich nun die Raumakustik sparen?! Das wäre natürlich eine Revolution auf diesem Sektor. Dazu mehr im Praxisteil. Vielleicht soviel dazu, die Raumakustiker werden zumindest nicht arbeitslos.

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  1. Profilbild
    Schorsch

    Die 8350 sind ganz ok. Aber richtig gut sind die 8351A. Das GLM tut seinen Job zuverlässig, kann aber nicht mit FIR Systemen alla Trinnov mithalten. Noch dazu liegt das Gesamtdelay (zumindest bei den 8351A) mit 5msec. ziemlich hoch.

  2. Profilbild
    undertheecho

    Hallo,

    dieser Test kommt wie gerufen. Ich bin gerade schwer am überlegen, welche Abhöre für mich die Richtige ist. Ich habe meine Genelec 8030 BPM verkauft und würde jetzt gern auf die 8050 wechseln. Allerdings schwanke ich zwischen 8050 und den hier Vorgestellten. Wäre eine Alternative sich die 8050 zu kaufen und von der Ersparnis eine Raumeinmessung durch einen Akustikprofi vornehmen zu lassen. Irgendwie vertraue ich dieser automatischen Einmessung nur bedingt, sofern ich selbst noch Anpassungen in der Software vornehmen muss. Für ein Tipp des Autors wäre ich sehr dankbar.

    VG André

    • Profilbild
      Michael Fendt RED

      Hallo André,

      wenn ich die Wahl hätte, zwischen dem GLM und einem Akustiker würde ich den Raum ausmessen lassen und Resonanzen, soweit möglich, eliminieren. Das System ist gut und funktioniert auch, aber ersetzt einen, akustisch gut klingenden/abgestimmten, Raum nicht.

      Wenn du bald umziehen solltest oder musst, wäre das GLM die bessere Wahl.

      Du musst übrigens keine Anpassungen vornehmen, waren aber im Test leicht nötig…um den Sound individuell anzupassen. Die Option zu haben ist jedenfalls gut.

      Ich hoffe, ich konnte dir damit weiter helfen.

      VG
      Michael

      • Profilbild
        undertheecho

        Hallo Michael und Schorsch,

        vielen Dank für die schnelle Beantwortung meiner Frage. Ich lebe in einer Mietwohnung und kann leider keine größeren akustischen Maßnahmen vornehmen. Jedoch möchte ich das maximale an Klang mit den gegebenen Mitteln herausholen, sofern das Budget es zulässt.

        Ich werde mir jetzt ein Angebot eines Akustikers für die Einmessung einholen und dann Vor- und Nachteile beider Varianten gegenüberstellen. Am Ende wird dann entschieden. Aber danke für den Hinweis mit der Software. Ich werde diesen in meine Überlegungen einbeziehen.

        VG André

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          Onkel Sigi RED

          Hallo Andre´,

          wenn Du in einer Mietwohnung lebst, dann spar Dir jede Ausgabe bezüglich Raumakustiker, kein Mensch bezahlt Dir das beim Auszug.

          Mit den Einmessmethoden und Korrektur-Routinen von Genelec erreichst Du sehr viel und die Boxen kannst Du beim Umzug unter die Arme klemmen (na ja, fast……).

          Glaub einem, der schon zwei Studios in Mieträumen hatte………..

          Musikalische Grüße vom diesbezüglich gezeichneten

          Onkel Sigi

          • Profilbild
            undertheecho

            Hallo Onkel Sigi,

            vielen Dank auch für deinen Hinweis.

            Ich habe gestern bei zwei Akustikprofis in Köln angerufen und einen Preis erfragt. Beide konnten verständlicherweise nur ungefähre Angaben machen, da sie den Raum nicht kannten. Aber die Preisangaben übersteigen deutlich mein Budget. Ich werde daher die getesteten Genelec kaufen, da ich auch ein großer Fan des neutralen Genelec-Klangs bin.

            Abschließend habe ich noch eine Frage für deren Beantwortung ich auch sehr dankbar wäre. Ich habe zu diesem Thema bereits viel recherchiert und sehr unterschiedliche Aussagen gefunden.

            Ich produziere vorwiegend elektronische Musik in einem 15m² großen Raum. Bisher hatte ich die Genelec 8030 BPM und war bis auf die Basswiedergabe sehr zufrieden. Sind die Genelec 8350 für diesen Raum zu überdimensioniert oder ist das Verhältnis vom Raumgröße zur Box aus eurer Sicht angemessen.

            VG André

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              maho

              Hallo,

              ich befürchte der 8350 wird ein bissel zu groß für deinen „kompakten“ Raum. Da die Genelecs ohnehin sehr kräftig im Bass sind würde ich maximal einen 6,5″ LS in diesen Raum stellen (resp. 8340). Vllt wäre sogar noch eher 5″ LS + Sub angebracht!? Wobei ich persönlich eher zur ersten Variante greifen würde.

              Wenn du die Möglicheit haben solltest beide Varianten bei dir zu probieren würde ich es unbedingt tun. Ist als Außenstehender vorher schwer zu sagen wie sich LS in einem nicht bekannten Raum verhält…

              LG
              Marcel :)

          • Profilbild
            iggy_pop AHU

            So ist das.
            Wer zur Miete wohnt, wird niemals einen akustisch optimierten Raum sein eigen nennen — das geht nur, wenn man sich das Studio um die Abhöre herum bauen läßt.
            Man kann in jedem Raum arbeiten, wenn man a) seine Abhöre kennt und b) seinen Raum. Alles andere bedeutet, einer Illusion hinterherzujagen und am Ende immer unzufrieden zu sein.
            Eine Einmeßelektronik mag da hilfreich sein, verzerrt aber die Wiedergabe des Mixes, da der Monitor nicht mehr nur abbildet, sondern dem Raum angepaßt wurde. Winkewinke, Linearität.

    • Profilbild
      Schorsch

      Kommt auf deinen Raum an. Wenn du schon eine (sehr) gute Akustik ohne gröbere Ausreißer hast, brauchst du das Einmessfeature nicht. Falls nicht, leistet GLM eine im besten Fall sogar extreme Verbesserung.

  3. Profilbild
    CC

    Wenn der DSP durch den Raum bedingte Resonanzen ausgleicht wird damit nur ein Teil des akustischen Problems behandelt. Es ist z.B. immer noch nicht das Problem behoben, dass einige Frequenzen (vor allem im tiefen Frequenzbereich) zu lange ausklingen (Stichwort RT60 möglichst gleichmäßig unter 300ms). Neben diesen Resonanzen gilt es z.B. auch die Erstreflektionen zu dämpfen/umzuleiten usw.. Auch wenn es Verbesserung bringt, Wunder würde ich von solch einer Technik deshalb nicht erwarten.

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Genelec 8350 APM

Bewertung: 5 SterneBewertung des Autors
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