Test: Harley Benton, HBL500WH, E-Gitarre

14. Juni 2011

Harley Benton HBL500

Im heutigen Amazona-Test haben wir es mal wieder mit einem oft kopierten Klassiker zu tun, nämlich dem Les Paul-Modell von Gibson. Auch der Internet Musikalien-Versender Thomann hat selbstverständlich unter dem Namen Harley Benton eine preisgünstige Kopie dieses ewigen Dauerbrenners auf Lager und das natürlich zu einem Bruchteil des Preises, den Gibson für dieses Instrument aufruft. Unter dem Namen HBL500WH präsentiert sich eine in hübschem, glänzenden Weiß lackierte Gitarre, für die man im Original locker das Zehnfache hinlegen müsste. Ob die Qualität auch zehnmal weniger gut ist oder ob man hiermit auch zufriedenstellend musizieren kann, soll unser genauer Test auf Herz und Nieren nun zeigen.

-- Die Harley Benton HBL500WH --

— Die Harley Benton HBL500WH —

Lieferumfang/Verarbeitung

Im Lieferumfang der HBL500WH befindet sich neben einem Inbus-Schlüssel zur Halskorrektur auch ein Kabel, welches allerdings wirklich nur für Notfälle genutzt werden sollte, denn sein dünner Querschnitt beschwört nur all zu leicht Nebengeräusche herauf. Das Instrument selbst ist komplett deckend weiß lackiert und zeigt auf den ersten Blick einige Schwachstellen in Form von Schleifspuren im Finish. Dies betrifft sowohl die Rückseite des Halses, als auch die Kanten des Bodys, welcher aus Erle gefertigt wurde. Aus wie vielen Teilen Holz der Korpus besteht, lässt sich auf Grund der deckenden Lackierung leider nur erahnen, üblich sind in dieser Preisklasse durchaus vierteilige Konstruktionen. Eingerahmt wird der Korpus auf seiner Vorderseite von einem schwarzen Binding, welches beim genaueren Betrachten ebenfalls nicht unbedingt sorgfältig aufgebracht bzw. auflackiert wurde.

Makellos wurde allerdings der Hals in den Body eingeleimt, welcher mit einem Rosewood-Griffbrett, Block-Inlays aus Perlmutt und 22 spielbaren Bünden ausgestattet ist. Sowohl das Griffbrettholz als auch die Bünde sind frei von Mängeln, nichts steht über oder ist etwa scharfkantig. Über das verwendete Tonholz des Halses kann man nur mutmaßen, höchstwahrscheinlich kommt hier wie bei dem berühmten Vorbild aus dem Hause Gibson Mahagoni zum Einsatz. Kritik gibt es hier nur beim Sattel, der zwar mit einer Sattelbreite von 43 mm nicht zu massiv ausfällt, aber allerdings etwas schmaler als das Griffbrett geraten ist, was bedeutet, dass auf beiden Seiten an seiner Position eine Kante zu spüren ist.

Ebenso wie bei dem Gibson-Klassiker präsentiert sich der Steg und das Tailpiece. Beide sind, wie auch die übrige Hardware, gold-verchromt und wirken auf den ersten Blick sehr edel. Beim genaueren Blick allerdings zeigt sich, dass die Chromschicht nur recht dünn aufgetragen wurde und die Resistenz gegenüber aggressiven Handschweiß auf Dauer in Frage gestellt werden muss. Dennoch sind beide Teile sauber in der Decke verankert, welche im übrigen massiv (und nicht wie bei vielen anderen Les Paul-Kopien mit einem Hohlraum) gefertigt wurde.

Klangbeispiele
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