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Test: Heritage Audio Britstrip, Channelstrip

14. Juni 2021

Zeitreise ins goldene Studio-Zeitalter

heritage audio britstrip test

Heritage Audio Britstrip, Channelstrip

Heritage Audio Britstrip im AMAZONA.de Test. Das selbstgesteckte Ziel des spanischen Herstellers Heritage Audio ist es, das goldene Zeitalter des Recording zurückzubringen und an die Gegebenheiten der heutigen Studiolandschaft anzupassen. In diesem Zuge hat der spanische Hersteller nun den Britstrip auf den Markt gebracht, ein Kanalzug, der den Sound der legendären, britischen Neve-Pulte ins heimische Studio bringen soll. Ob der Hersteller das Versprechen auch einlösen kann, soll der folgende Testbericht zeigen.

Aufbau und Konzeption des Heritage Audio Britstrip

Heritage-Audio-Britstrip

Heritage-Audio-Britstrip – Frontansicht

Der Heritage Audio Britstrip vereint in einem 19 Zoll Gehäuse auf einer Höheneinheit einen Mikrofonvorverstärker im Stil eines Neve 1073, einen erweiterten 3-Band-Equalizer, ebenfalls basierend auf dem 1073 bzw. 1084, einen Class-A DI-Eingang zum Direkteinspielen von Gitarren und Bässen sowie einen Dioden-Brücken-Kompressor.

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Preamp des Heritage 73JR

Der Preamp entspricht dem hauseigenen 73JR Preamp, der wiederum auf dem in Tonstudiokreisen besonders verehrten Neve 1073 basiert. Er besitzt einen neu designten und exklusiv für Heritage Audio produzierten Eingangsübertrager von Carnhill. Auch der Ausgangsübertrager stammt von Carnhill.

Heritage-Audio-Britstrip Gain Regler

Stufendrehschalter für die Gain-Regelung im Preamp

Der diskrete Class-A Vorverstärker schafft einen Pegelgewinn bzw. Gain von 80 dB, was ihn auch für Bändchen oder andere pegelschwache Mikrofone wie das Shure SM7 prädestiniert. Der Gain lässt sich zwischen 30 dB und 80 dB in 5 dB Schritten regeln. Am Output-Regler lässt sich der Gesamtpegel danach stufenlos abschwächen, so dass der Preamp nach Belieben in die Sättigung gefahren werden kann. Im Line-Modus, bei dem das Signal ebenfalls über den Eingangsübertrager läuft, stehen 40 dB Gain weniger zur Verfügung. Der Preamp des Heritage Audio Britstrip besitzt neben einem 20 dB Pad und einem Phasenumkehrschalter zusätzlich einen Impedanzwahlschalter, der zwischen 1200 und 300 Ohm umschaltet. Die Nutzung des 300 Ohm Settings führt je nach Mikrofon zu unterschiedlichen Ergebnissen. Ältere dynamische Mikrofone klingen dadurch etwas höhenärmer, während Mikrofone mit geringer Impedanz, wie z. B. übertragerlose Kondensator-Mikrofone, 6 dB rauschfreie Verstärkung gewinnen.

Rückseite des Britstrip mit Audioanschlüssen im XLR-Format

Der ebenfalls in Class-A Bauweise ausgeführte DI-Eingang basiert auf einer vor dem Eingangsübertrager liegenden JFET-Schaltung um eine Vintage-Färbung des DI-Signals durch den Übertrager zu ermöglichen. Die DI-Eingangsimpedanz wird mit über 2 Megaohm angegeben, was höher als die üblichen 1 Megaohm ist und einen präsenten Klang für direkteingespielte Gitarren und Bässe verspricht.

3-Band-Equalizer

Der Equalizer ist für meinen Geschmack das absolute Sahnestück des spanischen Kanalzugs britischer Bauart. Er basiert auf einer Mischung des 1073 und seines Nachfolgers, dem Neve 1084, und arbeitet mit passiven Elementen wie Spulen und Widerständen. Heritage Audio hat das Konzept von Rupert Neve jedoch mit der Möglichkeit erweitert, die Low- und High-Shelv-Filter zu sogenannten Bell- bzw. Glockenfiltern umzuschalten. Die Shelving-Filter nutzen die sogenannte Baxandell-Kurve, der schon der Bax-EQ von Dangerous Music seinen Namen verdankt. Charakteristisch für die Baxandell-Kurve ist ein sehr sanfter und breiter Anstieg, bei dem ein weiter Frequenzbereich beeinflusst wird. Das führt auch bei starken Änderungen zu einem eher natürlichen Klang bei minimaler Phasenverzerrung.

Heritage Audio Britstrip

Innenleben des Heritage Audio Britstrip

Der High-Shelv kann in seiner Ansatzfrequenz zwischen 10, 12 und 16 kHz umgeschaltet werden, was vom Nachfolger des 1073, dem Neve 1084, übernommen wurde. Der Low-Shelv besitzt mit 60, 110 und 220 Hz die gleichen Eckfrequenzen wie 1073 und 1084. Der Mittenfilter bietet die Ansatzfrequenzen 360, 700, 1600, 3200, 4800 und 7200 Hz und kann wie beim Neve 1084 auf eine hohe Filtergüte (Verringerung der Filterbandbreite) umgeschaltet werden. Für ein passives Equalizer-Design ist das ausgesprochen flexibel.

Während moderne aktive Equalizer die einzelnen Frequenzbänder aktiv verstärken oder absenken, kann ein passives Design nur Signalanteile abschwächen und muss im Anschluss den Gesamtpegel wieder erhöhen. Hebt man z. B. die Bässe im Low-Shelv bei 60 Hz an, wird alles oberhalb von 60 Hz im Pegel abgesenkt und der Gesamtpegel danach wieder erhöht, was in der Praxis zu einer Bassanhebung führt. Aus diesem Grund behält der passive Equalizer auch in extremen Einstellungen seinen Headroom und erzeugt stets einen natürlichen, oftmals auch als musikalisch bezeichneten, Klang. Der Equalizer besitzt zusätzlich ein mehrstufiges Low-Cut Filter, dessen Einsatzfrequenzen (50 Hz, 80 Hz, 160 Hz, 300 Hz) auf dem 1073 basieren. Hätte ich einen Wunsch frei, würde ich mir zusätzlich noch das mehrstufige High-Cut-Filter des 1084 wünschen, doch der Platz für Bedienelemente ist auch ohne High-Cut schon sehr knapp bemessen.

Britstrip

Nicht weniger als 33 unterschiedliche Bedienelemente beherbergt das Frontpanel

Successor Kompressor inside

Zu guter Letzt folgt ein Dioden-Brücken-Kompressor, der auf dem preisgekrönten Design des Heritage Audio Successor beruht. Die Besonderheit dieses Buskompressors liegt darin, dass die normalerweise eher gemächlichen Attack- und Release-Zeiten dieses Kompressor-Typs verkürzt werden konnten. Dadurch eignet er sich auch gut für die Aufnahme, das sogenannte Tracking, da für eine unauffällige Verdichtung des Signals kurze Attack- und Release-Zeiten von Vorteil sind. Außerdem besitzt er eine Überblendfunktion, mit deren Hilfe das komprimierte Signal mit dem unkomprimierten Signal gemischt werden kann. Die sogenannte Parallelkompression ist nützlich, um einerseits die Durchsetzungskraft der Pegelspitzen zu erhalten, gleichzeitig aber die leisen Elemente im Pegel zu erhöhen. Sie wird ebenso gern in der Schlagzeug-Bearbeitung im Rock-Pop-Bereich wie auch in der Klassik-Musikproduktion eingesetzt. Die Parallel-Schaltung kann komplett aus dem Signalweg genommen werden.

Heritage Audio Successor

Heritage Audio Successor – Vorbild für den Dioden-Kompressor des Britstrip

Zusätzlich besitzt der Kompressor ein Sidechain-Filter, mit dessen Hilfe das Ansprechverhalten reguliert werden kann. Senkt man z. B. den Bassanteil im Sidechain ab, führt das dazu, dass eine laute Bassdrum den Kompressor nicht unnötig zum Pumpen animiert. Es lassen sich aber auch die Mitten im Sidechain anheben (800 Hz oder 3 kHz) sowie ein Hochpass ab 5 kHz setzen. So kann sehr fein eingestellt werden, auf welche Frequenzanteile der Kompressor besonders reagieren soll, selbst ein einfacher Deesser lässt sich mit dem Kompressor des Heritage Audio Britstrip realisieren. Für rhythmische Effekte wie z. B. Ducking besitzt der Kompressor einen externen Sidechain-Eingang, der auf der Front aktiviert wird. Für die Nutzung im Stereobetrieb lässt sich der Detektorweg des Kompressors sogar mit einem zweiten Britstrip koppeln. Der Equalizer kann im Signal-Routing wahlweise vor oder hinter den Kompressor geschaltet werden. Hier bietet es sich beispielsweise an, eine Bassanhebung erst hinter dem Kompressor zu tätigen, da der Kompressor ansonsten dagegen arbeiten würde. Equalizer und Kompressor lassen sich separat in den Signalweg schalten.

Wie lässt sich der Heritage Audio Britstrip im Studio einsetzen?

Der Britstrip ist für ein analoges 19 Zoll Gerät auf einer Höheneinheit recht komplex und vollbesetzt mit Schaltern und Reglern auf begrenztem Raum. Für die Aussteuerung des Pegels gibt es allein drei verschiedene Regler.

Für einen optimalen Signal-Rauschabstand sollte zu Beginn beim Einpegeln der EQ und der Kompressor nicht im Signalweg und der Output voll aufgedreht sein. Es gilt, erst den Preamp allein soweit im Gain zu erhöhen, bis ein ausreichender Signalpegel erreicht ist, ohne dass es zu hörbaren Verzerrungen im Britstrip oder einem nachgeschalteten Gerät kommt. Die Output-Sektion des Britstrip, wahrscheinlich der Ausgangsübertrager, reagiert auf zu hohen Pegel recht unvermittelt mit hörbaren Verzerrungen. Möchte man mehr Sättigungseffekte, muss also der Output ein Stück zurück und der Gain weiter aufgedreht werden. Der Heritage Audio Britstrip bietet dabei eine herrlich breite Spielwiese für kreative Klangforscher. Angefangen bei sauberer Klangverstärkung über subtile Sättigungseffekte bis hin zu hörbarer Verzerrung stehen bei der Aufnahme und auch im Mix alle Wege offen. Etwas hinderlich bei der Bedienung ist die hohe Reglerdichte. Es passiert im Eifer des Gefechts schnell mal, dass ungewollt der falsche Regler verstellt wird. Außerdem lassen sich einige Bezeichnungen wie z. B. die Mittenfrequenzen des EQs nur ablesen, wenn das Gerät genau auf Augenhöhe steht. Es ist also kein Wunder, dass die Kanalzüge, auf denen der Britstrip beruht, früher vertikal und nicht wie hier horizontal angeordnet waren.

Heritage Audio Britstrip

VU-Meter des Britstrip

Ein wenig gewöhnen musste ich mich an das VU-Meter, da ich bei der Aufnahme sonst nur mit Peak-Metern arbeite. Ein VU-Meter arbeitet dagegen relativ träge und zeigt nicht die Pegelspitzen, sondern den Durchschnittspegel an. Das bedeutet in der Praxis, dass man beim Aussteuern den roten Bereich tunlichst meiden und sich eher am mittleren Bereich der Skala orientieren sollte, will man nachfolgende Geräte nicht übersteuern.

Der Heritage Audio Britstrip in der Praxis

Der Britstrip im Studio

Den Praxisteil möchte ich mit einer kurzen Anekdote aus meinen Studienjahren an der SAE beginnen. Es muss etwa 2009 im Rahmen der SAE Alumni Convention gewesen sein, dass der SAE-Gründer Tom Misner einige Vorträge und Workshops abgehalten hat. Für seinen Vortrag hatte er eine Musikproduktion mitgebracht, von der mir ein Produktionsdetail in lebendiger Erinnerung geblieben ist. Er erzählte davon, dass die Spuren über ein altes Neve-Pult aufgenommen wurden und dass alle Spuren im Mischprozess noch ein weiteres Mal durch dieses Pult laufen würden. Er erklärte uns, dass die hochwertigen analogen Bauteile des Neve-Pultes, allen voran die Übertrager, dem Klang seine „digitale“ Härte und Rauheit nehmen würden.

Carnhill-Übertrager in Rot

Bei der Arbeit mit dem Heritage Audio Britstrip habe ich mich zufällig daran erinnert. Um die damalige Aussage von Tom Misner nachzuprüfen, habe ich kurzerhand ein aktuelles Projekt in Logic Pro geöffnet, um die Spuren nach und nach durch den Britstrip zu schicken. Dazu muss jede Spur natürlich in Echtzeit durch den Britstrip geführt und unter Berücksichtigung der dabei entstehenden Latenz auf einer separaten Spur aufgezeichnet werden. Je nach Spurenanzahl und Einstellungszeit pro Spur kann das Prozedere mehrere Stunden dauern. Ob dieser Aufwand lohnt, hängt ein wenig vom anvisierten Klangbild ab.

Durch die Bearbeitung mit dem Britstrip verlieren die Einzelsignale und der Gesamtmix tatsächlich das, was immer wieder mit digitaler Härte assoziiert wird. Die oberen Mitten erklingen im Gesamtmix entspannter und auch das Fundament wird voller und runder. Gleichzeitig werden die Transienten leicht verrundet, was sie einerseits im Mix leichter kontrollierbar macht, andererseits aber auch die Durchsetzungsfähigkeit des Klanges und damit auch die Transparenz negativ beeinflussen kann. Da es nichts umsonst gibt, muss man hier abwägen, welche Klangattribute für das jeweilige Musikstück wichtiger sind. Für viele Signale ist die externe Bearbeitung mit dem Britstrip eine enorme Bereicherung, aber nicht für alle.

Der Sound der alten Neve-Mischpultklassiker im 19 Zoll Gehäuse

Das fette Fundament und das entspannte Obertonspektrum, das sich mit dem Britstrip herausarbeiten lässt, habe ich mit Plug-ins und auch mit weniger hochwertigen analogen Kanalzügen bisher nicht erreichen können. Der Britstrip-Equalizer erinnert mich in dieser Hinsicht eher an einen Massive Passive oder den klassischen Pultec-EQ bzw. dessen Nachbau von Tegeler Audio. Es steckt daher vielleicht mehr in den analogen High-End-Geräten, als mit dem aktuellen Stand der Digital-Technik emuliert werden kann, zumindest bleibt für meinen Geschmack noch Luft nach oben.

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Im Folgenden könnt ihr einige Klangbeispiele hören, die über den Britstrip aufgenommen wurden. Dazu habe ich eine kurze Basslinie mit meinem Sandberg Bass und unterschiedlichen Einstellungen am Britstrip eingespielt. Um einen Vergleich zu ermöglichen, wurde das Signal vorher über eine DI-Box gesplittet und parallel über mein Audiointerface (Motu 828x) aufgezeichnet. Am Britstrip war zuerst nur der Preamp aktiv, dann zusätzlich der Equalizer und im dritten Beispiel auch der Kompressor.

Sandberg Bassline – aufgenommen über Motu 828x als Referenz:

Sandberg Bassline – aufgenommen über Britstrip ohne EQ und ohne Kompressor:

Vergleicht man die Bassspuren bei gleicher Lautstärke miteinander, dann zeigt sich, dass der reine Preamp des Britstrip bei zurückhaltender Nutzung des Gain-Reglers recht neutral und akkurat klingt und sich vom Preamp im Motu 828x hörbar nicht wesentlich unterscheidet. Allenfalls eine leichte Verdichtung des Signals und eine subtile Anhebung der Tiefmitten lassen sich feststellen, ebenso wie ein leichter Crunch bei den lautesten Tönen. Als nächstes wird der Equalizer in den Signalweg geschaltet und darf recht stark zupacken.

Sandberg Bassline – aufgenommen über Britstrip mit EQ: Low-Shelf: 60 Hz +8 dB, Mid: 360 Hz +4 dB, High-Shelf: 10 kHz +8 dB:

Das Low- und Mid-Band verpasst dem DI-Signal ein sattes Fundament und schöne Tiefmitten und die Höhenanhebung sorgt für eine subtile Hervorhebung der Anschlagsgeräusche, die auch in der Wellenform als Betonung der Transienten sichtbar wird.

Wellenform Britstrip

In der Wellenform des Britstrip erkennt man schön die Betonung der feinen Transienten am Anfang der Töne durch das High-Shelving-Filter

Der Kompressor sorgt im nächsten Klangbeispiel für einen gleichmäßigeren Pegel und kann bei langer Attack-Zeit die Anschlaggeräusche noch mehr hervorheben. Die kurze Attack-Zeit mag für einen Opto-Kompressor schnell sein, sie ist aber nicht kurz genug, um die Transienten des E-Basses sicher abzufangen. Bei der Aufnahme würde ich den Kompressoreinsatz daher nicht übertreiben und nur wenige dB Gain-Reduktion zulassen, um die Hüllkurve des Signals nicht zu stark zu beeinflussen.

Sandberg Bassline – aufgenommen über Britstrip mit EQ: Low-Shelf: 60 Hz +8 dB, Mid: 360 Hz +4 dB, High-Shelf: 10 kHz +8dB + Kompressor: Ratio 2:1, Attack: Slow, Release: 300 ms:

Bass alleine macht auch nicht glücklich, daher habe ich meine Westerngitarre rausgeholt und dazu ein paar Akkorde eingespielt. Um die Aufgabe etwas schwieriger zu gestalten und eine Vergleichsmöglichkeit zu schaffen, habe ich meine beiden R1-Bändchenmikrofone von SE-Electronics herausgeholt, übereinander platziert und einmal über den Britstrip sowie zum Vergleich über meinen dbx 376 Röhren-Channelstrip aufgenommen. Der Vergleich hinkt natürlich etwas, da beide Mikrofone nicht an der gleichen Stelle sein können und daher ein etwas unterschiedliches Klangbild einfangen. Einen Mikrofonsplitter hatte ich leider nicht zur Hand.

Offbeat-Gitarre – aufgenommen über dbx 376:

Offbeat-Gitarre – aufgenommen über Britstrip:

Westerngitarren-Picking – aufgenommen über dbx 376:

Westerngitarren-Picking – aufgenommen über Britstrip:

Während ich den dbx 376 schon voll aufdrehen muss, um bei gezupfter Gitarre auf ausreichend Pegel zu kommen, hat der Britstrip immer noch Pegelreserven. Es fällt auf, dass der Britstrip bei dieser hohen Verstärkung hörbar weniger rauscht als mein dbx 376. Auch klingt die Gitarre über den Britstrip kompakter mit griffigeren Mitten, auch wenn die leicht unterschiedliche Positionierung der Mikrofone meines Achtens hier einen höheren Einfluss hat. Je weiter man am Britstrip den linearen Verstärkungsbereich hinter sich lässt, desto mehr punktet der Britstrip mit einer subtilen Signalverdichtung und Anreicherung mit harmonischen Obertönen, die der dbx 376 trotz der verbauten Röhre nicht besitzt. Zugegeben spielt der Britstrip auch in einer ganz anderen Preisliga.

Zum Abschluss noch eine kurze Songidee, die mir beim Erstellen der Klangbeispiele kam: (Bass und Akustikgitarre über Britstrip eingespielt, E-Gitarre per Britstrip-DI direkt eingespielt und mit Amped Roots von ML-Soundlab verzerrt, Drums: Logic Drummer) – viel Spaß beim Hören!

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Fazit

Der Heritage Audio Britstrip bringt den Klangmythos der legendären Neve Pulte der 1970er-Jahre ins moderne Studio des 21. Jahrhunderts. Und das, ohne sein Haus oder eine Niere verkaufen zu müssen. Er glänzt ebenso als Mikrofonvorverstärker und hochwertige DI-Box wie als Klangveredler im Mix, bietet mit 80 dB Vorverstärkungsreserven bis zum Abwinken und besitzt einen Equalizer, der trotz oder gerade wegen seiner für heutige Verhältnisse eingeschränkten Funktionsweise stets zu musikalischen Ergebnissen führt. Die Kirsche auf der Sahne bildet der integrierte Opto-Kompressor des Britstrips, der auf dem preisgekrönten Successor basiert. Heritage Audio ist es mit dem Britstrip gelungen, den seidigen High-End-Sound der legendären Neve-Pulte ins 21. Jahrhundert zu transferieren. Da kommen selbst die besten Software-Emulationen klanglich nicht mit – Mission geglückt!

Plus

  • Preamp, DI-Box, Equalizer und Kompressor in einem
  • Ein- und Ausgangsübertrager von Carnhill
  • alle Eingänge laufen über den Eingangsübertrager
  • 80 dB Gain
  • geringes Rauschen
  • seidiger, extrem musikalischer Equalizer
  • Opto-Kompressor mit kurzer Attackzeit
  • subtile Klangverbesserung für alle Signale

Minus

  • Beschriftung teilweise schlecht ablesbar

Preis

  • 2.459,- Euro
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Klangbeispiele
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