Test: JBL PRX 7 Performance, Aktivboxen

2. Oktober 2015

Filigrane Lautmacher

Das amerikanische Unternehmen JBL besitzt eine über 68-jährige Tradition als Lautsprecher-Hersteller und hat sich seit jeher der Innovation verschrieben, verbunden mit der Liebe zum Detail. In dieser Tradition wurde auch die PRX 700er Serie entwickelt, die sich als aktives PA-System für kleine bis mittlere Beschallungsaufgaben eignet und eine hohe Leistung bei verhältnismäßig geringem Gewicht bietet. Zum Test hier bei Amazona.de hat sich das JBL PRX 7 Performance System eingefunden. Es durfte sich vor allem im Außeneinsatz beweisen und zeigen, welche Power in ihm steckt.

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Ausgepackt

Für mich als Tester war es eine neue Erfahrung, die Testobjekte per Spedition auf einer Europalette geliefert zu bekommen. Zum Vorschein kamen dann zwei aktive Topteile JBL PRX 712, zwei aktive Subwoofer PRX 718XLF und zwei Distanzstangen.

Leistungsstark und straßentauglich

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JBL PRX 712 Innenansicht ohne Frontgrill

Die PRX 712 Topteile sind klassische 2-Wege Aktivlautsprecher und jeweils mit einem 12-Zoll Tieftöner und einem 1,5-Zoll Kompressionstreiber mit ringförmiger Polymermembran für den Hochtonbereich ausgestattet. Zur Erweiterung des Bassbereichs sind sie mit Bassreflexöffnungen versehen. Der maximale Ausgangspegel ist mit 135 dB angegeben, was schon etwas über der theoretischen Schmerzgrenze des menschlichen Gehörs liegt. Der Frequenzgang wird mit 55,7 Hz bis 18,2 kHz bei einer Frequenzgangabweichung von +/-3 dB angegeben, was selbst für einen Studiomonitor kein schlechter Wert wäre. Da die PRX 712 bis 55 Hz herunter reichen, kann bei einer kleinen Sprachbeschallung oder in kleinen Räumen auch mal auf die Subwoofer verzichtet werden.
Die Topteile werden von einer Class D Endstufe mit je 2x 750 Watt angetrieben. Der Endstufe vorgeschaltet werkelt ein DSP, der eine dbx-Typ IV Limiterschaltung sowie zwei schaltbare Equalizer-Presets für Main und Monitor berechnet. Die nominale Abstrahlcharakteristik beträgt 90 Grad horizontal und 50 Grad vertikal. Die Trennfrequenz der Frequenzweiche liegt bei 1,8 kHz.

JBL PRX 712 Topteil/Monitor

JBL PRX 712 Front

Das Gehäuse besteht wie alle anderen Lautsprecher der PRX 700 Serie aus einer Kombination aus 18 mm dickem Multiplexholz an den Seiten und 25 mm dicken Sperrholz oben und unten für eine erhöhte Stabilität. Die Box besitzt strukturstabile Nut-Federverbindungen zwischen den Holzteilen und ist asymmetrisch aufgebaut. Das hilft einerseits, Reflexionen im Boxen-Inneren abzumildern und macht eine liegende Nutzung als Bühnenmonitor möglich.

Monitor-Stellung

Monitor-Stellung

An der Seite befindet sich ein spritzgegossener Griff aus glasfaserverstärktem Nylon. Die Metallgitter vorn bestehen ebenso wie die M10 Aufhängepunkte aus Stahl. Hinter dem Metallgitter befindet sich eine akustisch transparente Gewebeunterlage, um das Eindringen von Sand oder Schmutz zu verhindern. Die Lautsprecher besitzen außen die sogenannte DuraFlex Oberfläche, die sich optisch sehr angenehm präsentiert und den Lautsprecher wirkungsvoll vor Witterungseinflüssen schützt. Die DuraFlex Beschichtung schützt im Gegensatz zu einer Filz-Beschichtung besser vor Feuchtigkeit, hat aber die Tendenz, bei Stößen sichtbare Streifen zurückzubehalten. Diese lassen sich normalerweise abwischen, doch sollte man die Boxen beim Transport möglichst mit einer Schutzhaube abdecken. Ein Topteil ist mit 19,4 kg auch noch problemlos allein handhabbar, doch ein zweiter Griff hätte nicht unbedingt geschadet.
Wie alle JBL-Lautsprecher besitzen die PRX 712 die JBL-eigenen, patentierten Differentialantriebswandler (Differential Drive), die einen erweiterten Frequenzgang und eine hohe Ausgangsleistung bei geringen Verzerrungen ermöglichen.

links gerade - rechts geneigt

links gerade – rechts geneigt

Der Lautsprecher besitzt an der Unterseite zwei Aufnahmen für die Distanzstange. Sie unterscheiden sich im Eintrittswinkel, sodass das Topteil im ersten Loch gerade nach vorn strahlt, während es im zweiten Loch leicht nach vorn geneigt ist. Diese Position bietet sich in Kombination mit einer weit ausgefahrenen Distanzstange an. So ist eine effizientere Nutzung des abgestrahlten Schalls auf die Zuhörerfläche möglich. Der Schall wird nicht über die Zuhörer hinweg abgestrahlt und die Gefahr, dass er an Rück- und Seitenwänden störende Reflexionen erzeugt, wird dadurch minimiert.

Forum
  1. Profilbild
    syntach  

    Sehr viele Infos in sehr angenehmen Sprachstil führt einem die Anlage quasi plastisch vor die Augen bzw Ohren. Danke, wirklich guter sinnvoller Testbericht finde ich.

    • Profilbild
      r.biernat  RED

      Danke für deinen Kommentar,

      es freut mich, dass ich etwas plastisch darstellen konnte, was sich normalerweise nicht so leicht in Worte fassen lässt.

  2. Profilbild
    LittleGizzmo  

    Stimme meinem Vorredner zu… 3 Sterne für den Testbericht als solchen. Beim „Live Test“ vermisse ich ein wenig Infos, wie denn die Band den Sound so fand, die werden sicherlich eine Meinung gehabt haben. Preislich ist das Set gar nicht mal soooooo „teuer“ für das gebotene und dürfte sich bereits öfter im Bestand/Besitz einer Band befinden, die ihre Gage nicht permanent mit Verleihern teilen wollen/müssen. Und JBL kann auch Feingeist, zeigt ja die 7er Serie hier eindrucksvoll, nicht nur JBL-like „Auf die Fresse“ wenns über 80% Output geht. Was mich wundert…am Rande bemerkt…es gibt/gab ja eigentlich auch einen PRX718 „ohne“ XLF,, der soll ja ein paar dB mehr rauskloppen, dafür aber nicht Cinemasubmässig in den „Deep House“ Keller runter können…das Modell ist irgendwie „verschwunden“ …

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      r.biernat  RED

      Danke für die 3 Sterne,

      die Band fand den Sound ebenfalls spitze. Der Schlagzeuger macht auch regelmäßig Veranstaltungen und wollte die Anlage gleich mitnehmen;-)
      Über den Sub ohne XLF hab ich auf die Schnelle nix gefunden, da kann ich nichts zu sagen.

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