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Test: Korg Grandstage, Stagepiano

14. März 2018

Zurück auf der Bühne

 

Korg Grandstage

Lange Jahre wurde das Thema Stagepiano beim Hersteller Korg fast schon stiefmütterlich behandelt. Mit dem Korg Grandstage meldete sich das Unternehmen aber mit einem Paukenschlag zurück, die Feature-Liste ist groß und die Begeisterung auf der NAMM SHOW 2017 war ebenfalls sehr hoch. Was das Grandstage alles zu bieten hat, erfahrt ihr in unserem Test.

Das Korg Grandstage ist zunächst in zwei Varianten erhältlich: Die große Version mit dem vollen Tastaturumfang von 88 Tasten, alternativ dazu eine kompaktere, aber technisch identische Version mit 73 Tasten. Wer es also etwas kompakter mag, aber dennoch einen großen Funktionsumfang benötigt, kann mit der 73 Tasten Version derzeit rund 120,- Euro sparen. Dazu ist die kleinere Version mit 17 kg auch etwas leichter als die 88 Tasten Version. Diese bringt 20 kg auf die Waage, was aber immer noch ein sehr moderates Gewicht darstellt. Das Gewicht kommt nicht von ungefähr, das Korg Grandstage steckt in einem Gehäuse, das zum großen Teil aus Aluminium besteht, das bringt nun mal Gewicht mit sich, das transportiert werden möchte. Dafür braucht man sich hier absolut keine Gedanken über die Stabilität bzw. den Bühneneinsatz zu machen.

korg grandstage

 

Für unseren Test schickte uns Korg die 88er Version samt zugehörigem Keyboardständer, der gehört automatisch zum Lieferumfang. Dieser macht nicht nur optisch etwas her, auch die Stabilität des Stagepiano-Keyboardständer-Duos ist sehr gut. Die Auflage und damit die Höhe des Spieltisches lässt sich variieren, auch die Neigung ist individuell anpassbar. Leider gibt es den Keyboardständer nur in einer 1-Keyboard-Ausführung, für Live-Keyboarder mit zwei oder mehr Keyboards ist das entsprechend nichts – sofern man seine Keyboards denn übereinander platzieren möchte. Dass man ihn als Kunde automatisch mit bezahlt, ist meiner Meinung nach verbesserungswürdig. Viele Keyboarder besitzen bereits einen Keyboardständer, da muss Korg nicht noch einen draufpacken.

Optisch ist das Korg Grandstage im klassischen Schwarz gehalten, dank der gebürsteten Oberfläche und einem passenden Mix aus glänzenden und matten Oberflächen wirkt das Stagepiano sehr edel. Hinten prangt der Korg Schriftzug, der im aktiven Zustand schön aufleuchtet und zeigt, welcher Hersteller hier zum Einsatz kommt.

korg grandstage

Die Bedienoberfläche ist klar gegliedert und Korg schöpft nahezu die gesamte Fläche für Druckschalter, Drehräder etc. aus. Zentrale Anlaufstelle sind die beiden Soundsektionen Ensemble und Keyboard, die beide mit einem Endlosdrehrad für die Auswahl der Untergruppe (bspw. Grand, Upright, EP RD, EP WL etc.), einem Lautstärkeregler, einem Variationregler durch „Durchfahren“ der einzelnen Soundpresets sowie einem Edit-Button ausgestattet sind. Zusätzlich bieten beide Sektionen ein 128×64 Pixel messendes Display, das die wichtigsten Informationen wie Soundnummer und -name anzeigt.

Mittig befinden sich die 8+8 Favoriten-Taster, über die man auf maximal 64 Speicherplätze für Registrierungen zugreifen kann. 32 sind ab Werk bereits belegt, diese dürfen vom Anwender aber überschrieben werden.

Links der Ensemble-Sektion schließen sich ein 3-Band-Equalizer, eine „Dynamics“-Abteilung sowie der Master-Lautstärkeregler an. Abgeschlossen wird die linke Seite mit Pitchbend- und Modulationsrad.

korg grandstage

Gegenüberliegen, d.h. rechts der Keyboard-Sektion, folgt die Effektsektion, die mit zwei Endlosdrehrädern zur Wahl des Effekts und dessen Intensität sowie einem Time/Tap-Button ausgestattet ist, um gewisse Effekte im Tempo zu synchronisieren.

Drei Buttons folgen, diese sind zuständig für Panel Lock/Exit, System und Transpose.

Alles in allem findet man sich sehr schnell auf der Bedienoberfläche des Korg Grandstage zurecht. Alles ist klar gegliedert und intuitiv gestaltet, ganz so wie es sich für ein Bühneninstrument gehört.

Tastatur und Anschlüsse

Bei beiden Modellen des Grandstage setzt Korg eine RH3-Tastatur ein, die in gleicher Ausführung u.a. im Kronos verbaut ist. Sie ist nicht übermäßig gewichtet und stellt somit eine sehr gute Kombination aus Piano-, E-Piano- und Orgel-Tastatur dar. Letztlich muss man hierüber ja die unterschiedlichsten Sounds spielen, da würde es bei reinen Hammermechanik-Tastaturen schnell anstrengend werden. Das Spielgefühl ist sehr gut und die Tastatur ist sehr gut verarbeitet. Aftertouch bietet die Tastatur des Grandstage nicht.

korg grandstage

Favoriten Buttons

Auf der Vorderseite hat Korg beim Grandstage den Kopfhöreranschluss untergebracht, alle anderen Anschlüsse befinden sich standardgemäß auf der Rückseite des Stagepianos. Hierzu gehören ein symmetrisches XLR-Pärchen samt Ground-Lift-Schalter sowie ein unsymmetrisches Stereo-Pärchen Klinkenbuchsen als alternativer Main-Output, sehr Bühnen-like.

korg grandstage

Drei Pedale lassen sich am Grandstage anschließen, MIDI-Ein- und Ausgang gehört ebenso dazu wie USB-Ports zur Verbindung mit Computern und Speichermedien. Das Netzteil des Stagepianos ist in das Gehäuse integriert, so dass man zum Anschluss ein herkömmliches Kaltgerätekabel benötigt. Dieses gehört natürlich zum Lieferumfang, ebenso wie ein Haltepedal und ein passender Notenständer.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    gutomi  

    Vielen Dank für den Test, dem ich aber in manchen Aussagen widersprechen möchte. „Ansonsten wäre das Stagepiano auch eine äußerst günstige Kronos-Variante.“ Als 2011 der Kronos erschien, war er den anderen Workstations deutlich überlegen, obwohl ein schon damals ziemlich veraltetes Computerherz ihn ihm schlägt. Dennoch werden Premiumpreise verlangt, auch für das neue Grandstage. Dies wird sich wohl erst ändern, wenn es ein Behringer Stagepiano geben wird.

    „Test bestanden und das mit Bravour.“ Ich finde das Interface nicht gelungen, sogar missraten. Jedes Preset belegt die Effekte anders. Mal ist chorus auf dem wheel mal drive, man braucht eine regelrechte Liste dafür. Das macht keinen Spaß. Da ist das noch ältere SV-1 viel besser, leider hat es die uralt Soundengine vom M3.
    Außerdem, wie du ja auch bemerkst, sind wichtige Effekte des Kronos nicht dabei, die aber ein modernes Epiano eben für moderne Musik braucht z.B. reverse delay. Wieso nicht frei zuweisbare Encoder wie beim Kronos, um dort aus den Kronoseffekten auswählen zu können. So bleibe ich wohl bei meinem Kronos, obwohl so etwas wie ein SV-2 mit Kronossounds einfach geiler wäre.

    PS. Was haben die eigentlich geraucht, als sie sich den dazugehörigen Kleiderständer ausdachten ;-)

    • Profilbild
      hejasa  

      ich kann Gutomi nur beipflichten. Im Vergleich zu meinem deutlich preiswerteren MP11 von Kawai sind die Sounds schwachbrüstig und durch die Effekte nur verschönert. Ich bin auch Besitzer eines Kronos, der holt wesentlich mehr aus seinen Pianosamples als das Grandstage. Auch für mich total überteuert. Dabei bin ich überzeugter Korg User, aber dieses Teil ist einfach nicht seinen Preis wert.

  2. Profilbild
    maga

    Mich begeistert seit fast nem halben Jahr das
    Grandstage 73!
    Es setzt sich in der Band super durch und die Tastatur ist sehr gut auf die Sounds abgestimmt. Spielt sich direkter als am Kronos, der die Soundgrundlage bildet.
    Es schlägt mein früheres CP4 in den Kategorien A- und E-Piano deutlich.
    Das Gehäuse ist sehr gut verarbeitet und stabil, internes Netzteil und XLR outs macht professionellen Eindruck.

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