Test: Mackie SRM Flex Säulenlautsprecher

23. Januar 2020

Jetzt hat auch Mackie einen Säulenlautsprecher

Mackie SRM Flex

Schon beim Einladen in meinen Golf war das Gewicht des verpackten Testobjekts Mackie SRM Flex mehr als erfreulich gering. Ich komme noch aus einer Zeit, in der alleine das Endstufen-Rack nur von mindestens zwei Personen ins Auto geladen werden konnte. Jetzt sind laut Mackie 1300 Watt Peak mit 13 kg zu realisieren. Da bin ich mal gespannt! Die Mackie SRM Flex kommt ordentlich in Styropor und Folie verpackt in einem Karton daher, der im typischen Mackie-Grün gehalten ist und schon einige der Features der Säulen-PA preisgibt.

  • 13 kg Gewicht
  • 1300 Watt Gesamtleistung
  • 6-Kanal Mischer
  • Lo- und Hi-Shelf EQ für die Kanäle 1 und 2
  • drei verschiedene Hall-Effekte
  • drei PA-Voreinstellungen für verschiedene Einsatzszenarien
  • fernbedienbar via Bluetooth
  • Audiowiedergabe via Bluetooth

Also dann, Karton auf

Die Basis Einheit mit 10“ Subwoofer

 

Mischpult und Endstufen wiegen samt Woofer knapp 10 kg

 

Die drei Säulen, Gewicht zusammen etwa 2,1 kg

Durch die drei Elemente kann man die Anlage gut an den Veranstaltungsort anpassen. Lässt man die Anlage mit allen drei Elementen auf dem Boden stehen, ist sie optimal ausgerichtet. Ich meine, die Hochtonlautsprecher befinden sich ein paar Zentimeter über den Köpfen. Kann die Anlage nicht auf den Boden vor der Bühne platziert werden, entfernt man einfach der Höhe entsprechend ein oder zwei Elemente, platziert die SRM Flex auf der Bühne und schon sind die Hochtonlautsprecher wieder auf der richtigen Höhe. Sehr praxisorientiert!

Mackie SRM Flex

Aufbau mit einem Element

Das Zusammenstecken der Elemente ist schnell erledigt, selbsterklärend, und geht leicht von der Hand. Nach dem Gig ist die Säulenanlage ebenso schnell wieder in den mitgelieferten Transporttaschen verstaut.

Zusammengesteckt ist die Mackie SRM Flex ca. 2 m hoch. Mit zwei Elementen 1,47 Meter und mit nur dem einen Lautsprecherelement 0,94 m. Eines der drei Elemente beherbergt die 6x 2“ Hochtonlautsprecher. Diese strahlen den Hochtonbereich in einem horizontalen Winkel von ca. 90 Grad ab. Der vertikale Abstrahlwinkel beträgt ca. 50 Grad. Ab einer Übergangsfrequenz von 600 Hz, mit einem Butterworth 18 dB Filter, übernimmt der 10“ Subwoofer die Wiedergabe.

Eine Schnellstartanleitung ist beigelegt, die eigentliche Bedienungsanleitung kann als PDF von der Herstellerseite papiersparend und damit umweltfreundlich heruntergeladen werden. PDF finde ich eine gute Sache. So habe ich immer alle Bedienungsanleitungen in meinem Smartphone dabei.

Stromkabel rein und anschalten. Alle LEDs leuchten kurz auf zur Funktionskontrolle.

Die Anschlüsse der Mackie SRM Flex

Die Kanäle 1 und 2 sind mit Mikrofonvorverstärkern ohne Phantomspeisung samt Kombibuchse (Klinke/XLR) ausgerüstet und lassen sich per Schalter in der Eingangsimpedanz umschalten, um z.B. eine Gitarre ohne DI-Box direkt mit Klinkenkabel anzuschließen. Hier steht pro Kanal ein „Kuhschwanz-Equalizer“ mit zwei Bändern bei 90 Hz (Low-Shelf) und 6.000 Hz (High-Shelf) bereit, um die Signale zu entzerren.

Hier die Messung der beiden Kanal-EQs – jeweils volle Anhebung bzw. Absenkung

Die Kanäle 3 und 4 besitzen symmetrische Klinkenbuchsen für Line-Signale wie Keyboards oder zusätzliche Mischpulte und können auch mit unsymmetrischen Signalen beschickt werden. Für beide Eingänge steht allerdings nur ein gemeinsamer Lautstärkeregler zur Verfügung.

Die Kanäle 5 und 6 sind als 3,5 mm Stereo-Klinke ausgeführt, um Wiedergabegeräte wie zum Beispiel MP3-Player anzuschließen. Auf diesen beiden Kanälen liegt auch das Signal eines über Bluetooth verbundenen Gerätes an. Das Miniklinken-Signal hat Vorrang vor dem Bluetooth-Signal. Auch für diese beiden Eingänge gibt es einen gemeinsamen Lautstärkeregler.

Wie klingt diese Säulenanlage?

Also mal den CD-Player angeschlossen und genau hinhören. Die Anlage klingt in jedem der drei Modi ausgewogen und sehr neutral. Im oberen Bereich ist der Klang schön transparent und die Stimme klingt sehr natürlich.

Die drei vorgefertigten Main-EQ-Einstellungen sind sehr gut gewählt und in Kombination mit den etwas eingeschränkten 2-Band-Kanal-EQ Einstellungen lässt sich nahezu spielerisch ein guter Sound mit den zur Verfügung stehenden Bordmitteln erstellen.

Hier habe ich einmal die Unterschiede der Einstellungen Music und Speech zur Einstellung live gemessen

Für den Einsatz als DJ-Anlage direkt via Bluetooth oder ohne zwischengeschaltetes Mischpult hätte ich mir ein bisschen mehr Bassbetonung gewünscht. Die Anlage ist durchaus in der Lage, verhältnismäßig tiefe Bässe sauber wiederzugeben und bleibt auch unter Volllast dank Processing stets transparent und sauber.

Mackie gibt den Frequenzgang der Anlage mit 40 Hz bis 20.000 Hz (-3 dB) an und das scheint auch zu stimmen. Leider konnte ich den Frequenzgang nicht aussagekräftig nachprüfen, da mir für diesen Test nur ein akustisch ungünstiger Raum zur Verfügung stand.

Da ich in meiner Eigenschaft als Tontechniker immer mal wieder zu Testzwecken und selbst Optimierung Mehrspurmitschnitte von Live-Events anfertige, habe ich mal eine Aufnahme auf meine MIDAS-Konsole geladen und dann sozusagen den Live-Ernstfall simuliert.

Diese Testaufnahme entstand bei einem Solo-Konzert eines befreundeten Sängers. Als Gesangsmikrofon kam ein DPA d:fine 4088 an einer Shure GLXD Strecke zum Einsatz. Die Gitarre, eine Lakewood M-52 Premium mit L.R. Baggs Anthem Tonabnehmer, ging ebenso über eine Shure GLXD Strecke. Die A/D-Wandlung erfolgte mit einer Midas DL32 24 Bit/48 kHz.

Was jetzt folgt, ist natürlich sehr subjektiv und basiert auf meinen Erfahrungen und letztendlich auf meinem Geschmack.

Die Stimme des Sängers ist in natura sehr schön sonor und dem Ohr schmeichelnd. Am Kanal-EQ musste ich lediglich das High-Shelf-Filter etwas anheben, um die Sprachverständlichkeit zu erhöhen und gleichzeitig bekam die Stimme einen schönen Glanz. Bei der Gitarre war es nötig, das Low-Shelf-Filter etwas abzusenken, um die Gitarre etwas die Wucht aus der Gitarre zu nehmen. Zum Test schaltete ich nun von der EQ-Einstellung „Live“ auf „Music“. Der Klang wurde etwas voller und die Stimme etwas weicher. So konnte ich auch eine höhere Lautstärke fahren, ohne dass es unangenehm wurde.

Der eingebaute Hall-Effekt ist mit seinen drei fixierten Varianten aufgrund der Wiedergabe in Mono (das Ohr hört nun mal mit zwei „Kanälen“) vorsichtig einzusetzen. Wenn man zu viel Hallanteil zumischt, klingt es schnell blechern.

Mackie SRM Flex

Die Mackie SRM Flex ist bequem per App steuerbar

Das alles konnte ich wunderbar mit der App auf meinem Tablet-Rechner via Bluetooth steuern. Also für diese Anwendung ist die SRM Flex sehr zu empfehlen.

Für den nächsten Test der SRM Flex schließe ich mein M32 an die Eingänge 3 und 4 an und lade einen Live-Mitschnitt einer kompletten Band. Als SRM Flex Preset habe ich dieses Mal gleich „Music“ gewählt.

Die Bass-Drum war schön rund zu bekommen, aber am Schluss fehlte etwas der Druck. Snare und Toms konnten sehr schön geformt werden. Bei der Bassgitarre war es ebenso wie bei der Bass-Drum: rund, aber mir nicht wuchtig genug. Die E-Gitarren waren sehr schnell in den Griff zu bekommen und klangen wunderbar durchsichtig und kraftvoll. Bei den Keyboards musste ich wenig eingreifen. Ein wenig Low-Cut bei 80 Hz und die Mitten um 300 Hz mit breitem Q ein wenig rausgezogen, das war es schon. Für die Stimmen gilt das Gleiche wie im vorangegangenen Test mit dem Liedermacher.

Fazit

Mir gefällt die SRM Flex sehr gut. Sie macht eine gute Figur, wenn es darum geht, die Stimme und ein Begleitinstrument in einem Konzert transparent zu übertragen. Das Gewicht lässt es zu, die Anlage auch mal ohne Anstrengung in das 5. Stockwerk zu bringen. Das ist gerade für den alleinreisenden Musiker oder DJ von Vorteil.

Plus

  • geringes Gewicht
  • Fernbedienung und Audio-Streaming via Bluetooth
  • schneller Auf-/Abbau
  • MACKIE-typische robuste Verarbeitung
  • praxisorientierte Bedienung

Minus

  • keine Phantomspeisung für Mikrofone

Preis

  • 999,- Euro
Forum
  1. Profilbild
    kinsast  

    Hmm,

    „Mackie gibt den Frequenzgang der Anlage mit 40 Hz bis 20.000 Hz (-3 dB) an und das scheint auch zu stimmen. Leider konnte ich den Frequenzgang nicht aussagekräftig nachprüfen, da mir für diesen Test nur ein akustisch ungünstiger Raum zur Verfügung stand.“

    Dieses Satzungetüm ist schwierig nachzuvollziehen: der Frequenzband scheint zu stimmen? Woher wissen wir das denn nun, da…’Ich konnte (leider!) den Frequenzgang NICHT (aussagekraeftig ?) nachprüfen…da nur ein akustisch ungünstiger Raum zur Verfuegung stand‘.

    Was kann und soll man mit solchen Aussagen anfangen?

    • Profilbild
      Bernd Lochschmidt  RED

      Du hast recht,
      das habe ich unglücklich formuliert!
      Die Aussage bezieht sich auf die (-3dB)
      die ich nicht Aussagekräftig nachmessen konnte.

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