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Test: Miroslav Vitous, String Ensembles 2.0, Orchester-Soundlibrary

Für wen ist die Library geeignet?

Prinzipiell natürlich für jeden, der Streicher in seinem Arrangement benötigt. Ich persönlich würde sie mehr im Bereich Songs und weniger bei Filmmusik einsetzen, da speziell auf dem Gebiet Songwriting sehr saubere und vor allem trockene Streicher benötigt werden. Auch ist sie hervorragend geeignet für ein wenig ältere Systeme, weil die Engine sehr ressourcenschonend mit der Library (oder umgekehrt?) umgeht und der Ladeprozess ein wahres Vergnügen bereitet: In puncto Workflow ein absoluter Gewinner, was einen wirklich sehr dicken Pluspunkt im Vergleich zu anderen Herstellern gibt.

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Konkurrenz

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Ich will hier nicht ein halbes Dutzend andere Hersteller zum Vergleich heranziehen, die es in der Tat gibt. Aber MV String Ensemble begibt sich auf ein sehr hart umkämpftes Terrain bezüglich Qualität und Preisgestaltung. Eine meiner Lieblingslibrarys ist beispielsweise die „Symphonic Orchestra Platinum Complete“ von EastWest für aktuell 799 Euro. Dessen kleiner Bruder heißt Gold Edition, für 470 Euro. Diese ist durchaus vergleichbar mit MV String Ensemble. Aber sie ist nicht nur in Sachen Qualität um einiges besser und authentischer, sondern auch was die Vielfalt angeht. Auch wenn sie nur 16 Bit hat (was ja völlig reicht für Mockups am Computer), bietet sie „zusätzlich“ noch die gesamte Palette eines Orchesters: Percussion, Brass und Woodwinds. Mehr geht nicht. Dazu die typische „Hollywood-Patina“, die bei EastWest selbstredend ist. Daher ist es unabhängig von meinem persönlichen Geschmack eine sehr hohe Messlatte für Miroslav Vitous.

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Fazit

Grundsätzlich fand ich die Miroslav Vitous String Ensembles sehr gut und durchwegs hervorragend produziert. Sound, Klangvielfalt, Artikulationen, Workflow, kurze Ladeprozesse etc., alles völlig OK. Die Anleitung habe ich nicht mal angesehen, dank logischer Patchnamen. Was mich stört ist lediglich der nüchterne und trockene Klang. Mir fehlt da der Biss, natürlicher Raum und die Holz- und Saitengeräusche (Bögen, Fretnoises etc.), was man vielleicht bekommen hätte, wenn man ein paar Mikros mehr verwendet hätte. Und man muss wirklich nicht alles weg retouchieren im Studio und endlos am EQ rumschrauben. Das ist genau der fehlende Funken, der diese Library ein wenig unnatürlich klingen lässt. Die meisten Librarys werden definiert über Superlativen wie klingt „episch“ oder „majestätisch“ oder für die und die Art von Action, Suspense, Kammerspiel und Film, Werbung etc. Sprich, alle haben ihren Charakter & Nische. Das lockt entsprechende Kunden an.

Miroslav Vitous könnte hingegen ein exzellenter Standard für Streicher im Bereich der Pop/Rockproduktion werden. Daher bleibt zu sagen, dass sie eine gute, solide und vor allem eine große Library ist, die seinem Besitzer gute Dienste ohne Engine- und Samplezickereien leisten wird und das über viele Jahre hinweg.

Was man allerdings nicht schönreden kann, ist der ein wenig hoch geratene Preis und die erbarmungslose Konkurrenz. Daher gilt wie immer Hören und Testen vor dem Kauf. Viel Spaß!

Plus

  • solide, zuverlässige Engine
  • schnelle Ladezeiten trotz großer Patches
  • Vielfalt an Artikulationen und Organisation
  • sehr gute Programmierung

Minus

  • extrem clean und trocken editiert
  • Preis ist etwas zu hoch

Preis

  • 649,- Euro
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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    ChrisScore

    Der Test ist ja schön und gut, aber das Wichtigste – der Vergleich mit den alten Vitous-Samples – fehlt leider völlig. Diese waren seinerzeit sensationell und werden auch heute noch von vielen (meiner) Kollegen benutzt. Selten als alleinige Stringlibrary, aber in manchen Fällen passt nichts besser als der seidene, warme Klang der Violinen…oder auch zum Andicken anderer Streicher. Da braucht es nicht immer Hollywood-Pathos für Athmosphäre. Überhaupt hatte Vitous es auf geniale Weise geschafft, trotz damaligem Speichermangel Samples mit Charakter herzustellen…sein Acoustic-Piano mit 16MB klingt m.E. immer noch besser als 80 % der neuesten Sample-Generation (bes. im Mix).
    Mich hätte also interessiert, ob es sich bei den Samples um den gleichen Sound der alten Aufnahmen handelt, und wenn ja, welche Verbesserungen zu erwarten sind etc.

    • Profilbild
      Selcuk Torun  AHU

      Danke für deine Tipps, Chris. Zu deinem Vergleichswunsch mit alten Librarys muss ich sagen, dass ich das natürlich verstehe, aber es wurde genug über MV geschrieben. Man kann nicht aus jedem Test eine Buchbesprechung machen. Ich konzentrierte mich ausschließlich auf diese Library. Weil viele User auch der Ansicht sind, dass es nervt, wenn ein Testbericht aussieht wie ein Manual. Einige hören auch nur die Demos, lesen nur das Fazit oder wollen lieber selbst Hand anlegen und testen. Zudem gibt es noch die verlinkten Hersteller-Seiten die meist üppig informieren.
      LG

      • Profilbild
        ChrisScore

        Hi Selcuk, „Buchbesprechung“ find ich gut ;P
        Ich glaube, ich habe aus einer kleinen Enttäuschung heraus kommentiert…denn ich habe hier bei Amazona sehr wohl schon ausführliche, und – was mir besonders gefällt – ehrliche Berichte gelesen. Ich bin kein Pedant, der jede Artikulation im einzelnen vorgeführt bekommen muss…im Gegenteil. Aber der angesprochene Vergleich mit den alten Samples bzw. deren Klang wären in dem Fall, zumindest für mich, das Wichtigste gewesen. Klar, das kann ich vielleicht auch woanders nachlesen…
        Kritik ist hoffentlich immer konstruktiv….und ich finde es generell schade, wenn sich Fachmagazine den Ansprüchen der User unterwerfen, statt ihre eigenen Vorstellungen von Qualität und Inhalt umzusetzen…(damit ist nicht Amazona gemeint…das nur zum Argument der User)
        Das klingt fast, als wär ich schon 65…dabei bin ich erst 35 :D
        Viele Grüße,
        Chris

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