Test: Mooer Black Truck, Gitarren Multieffekt Pedal

Mooer Black Truck – in der Praxis

Mooer Black Truck

Beginnen wir mit der SPACE-Engine, in der Echo und Hall zusammen verschmolzen ein recht künstliches, aber vielen Emulationsmaschinen in nichts nachstehendes Klangbild erschaffen. Fakt ist trotzdem: Die Klangfülle erlebt jedoch einen nicht unerheblichen Dämpfer und die Repeats des Echos muten ein wenig blechern an. Kombiniert mit dem Hall resultiert ein recht verwaschenes Klangbild.

Bei den Modulationsfähigkeiten des Mooer Black Truck verhält es sich ein bisschen besser. Flanger und Tremolo des MOD haben zwar auch ganz klaren, künstlichen Emulationscharakter, speziell der Flanger, der bei nicht analogem Ursprung aber zumeist künstlich wirkt – kein Alleinstellungsmerkmal des Black Truck also. Das Tremolo erfüllt seinen Zweck und setzt vor allem bei hoher Colour Akzente.

Der Phaser ist ganz klar die stärkste der drei Modulationen und lässt sich vor allem bei weiter Range und cleanem Kanal recht anmutig an.

Weiter geht es mit dem EQ. Über einen laufenden Loop kann hier nachvollzogen werden, wie sich das Klangbild verwandelt, wenn man den EQ einschaltet, die Mittenfrequenzen herausgenommen hat, sie anschließend reindreht und ein bisschen mit ihnen experimentiert. Fakt ist: Ähnlich wie bei den Modulationen bekommt man hier zwar einen gewissen Standard geboten, aber das Rausnehmen der Mitten offenbart auch eine gewisse Rauschanfälligkeit des Mooer Black Truck.

Der HI-GAIN ist dann in seiner Künstlichkeit so erkennbar, dass man sich nur bedingt vorstellen kann, das so mit auf die Bühne zu nehmen – unter zur Hilfenahme von Preamps eventuell. Überzeugen kann das Klangbild des HI-GAIN jedoch nicht wirklich. Ohne Frage wuchtig, und nicht völlig frei von Dynamik, aber eben erkennbar emuliert. Wer sich für den Sound erwärmen kann – Go for it!

Der OD macht eine weitaus bessere Figur. Der analoge Charakter des Green-Mile-Schaltkreises kommt deutlich durch und mutet dynamisch und natürlich an. Geht doch!

Auch wenn man das Klangbild des Overdrive mit ein bisschen Flanger moduliert wird, bekommt man was geboten. Generell harmonieren OD und Mod sehr genehm miteinander – gefällt!

 

Fazit

Ganz klar: Mooer sucht seine Formel noch, aber das Unternehmen ist auf dem besten Wege, eine feste Bank zu werden. Hier jedoch kann man sich an der allgemeinen Soundqualität stoßen. Speziell was die Space-Engine und der Hi-Gain Motor zu bieten haben, lässt zu wünschen übrig. Aber hier steht auch ein gewisses Preis-Leistungs-Verhältnis im Vordergrund – und das wird mehr als bedient. Für schlappe 270,- Euro bekommt man hier im Grunde ein gesamtes Pedaltrain all-inclusive geliefert. Loop-Switcher, leistungsstarker Overdrive, angemessene Qualität der Modulationen, ein guter EQ und ein Haufen Features und kluge Designelemente – schon beachtlich!

Der Effektweg öffnet dieses Modul auch gegenüber anderen Pedalen und generell raubt der Black Truck nicht allzu viel vom Signal. Rein von den Features wäre ein kleines Master-Panel und eine bessere Reverb-Delay-Enginge wünschenswert, dann würde das noch mal ganz anders aussehen.

Passable Qualität also für einen sehr guten Preis – kompakt, ideal und einfach zu transportieren. Wenn man es beispielsweise weit zum Proberaum hat und die Songs in prinzipieller Form performen und üben können möchte, ist der Mooer Black Truck eine überaus attraktive und praktikable Option.

Plus

  • enorme Vielfalt
  • viele Features
  • integrierter Loop-Switcher
  • sehr guter Overdrive
  • hervorragendes Preis-Leistungs-Verhältnis

Minus

  • enttäuschende Delay-/Reverb-Engine
  • HI-Gain-Engine muss überarbeitet werden
  • allgemein künstlich anmutender Sound

Preis

  • Ladenpreis: 269,- Euro
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