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Test: Mooer Silvereye, Desktop-Verstärker

28. Juni 2018

Ein Zwerg für alles zwischendurch

Mooer Silvereye title

„Ganz niedlich, aber was ist das denn genau?“ So oder zumindest so ähnlich könnte es vielen gehen, die zum ersten Mal den Mooer Silvereye in natura sehen. Die Hochleistungsmaschinerie des chinesischen Herstellers liefert uns pausenlos Neuigkeiten und dieses Mal ist es ein Desktop-Amp, der uns neben dem Verstärken unseres Lieblingsinstruments auch das Anhören unser Lieblingssongs ermöglichen soll. Und das beides gleichzeitig, zudem mit genügend Power für die heimischen vier Wände ausgerüstet und dank Bluetooth sogar ganz ohne Kabel für die Musikberieselung, wenn’s sein muss. Dazu lockt der günstige Preis des Mooer Silvereye von nur wenig über 100,- Euro – also alles Gründe genug, sich das Teil mal für einen Test zu schnappen!

Mooer Silvereye – Facts & Features

Von Marshall oder VOX gibt es solche, nennen wir sie mal „Consumer-Geräte“, ja schon etwas länger, nun zieht als Mooer mit einem eigenen Modell nach. Wenn auch mit einem deutlich kleiner ausgefallenen, der smarte Silvereye besitzt die schreibtischfreundlichen Abmessungen von 292 x 167 x 168 mm bei einem Gewicht von rund 2,5 kg und steht stabil auf seinen vier Gummifüßen. Das Gehäuse wurde rund herum bis auf Ausnahme der Rückseite und der Frontabdeckung mit einem cremefarbenen Tolex-Bezug beklebt – und das ziemlich penibel. Der Überzug schmiegt sich glatt um alle Ecken und Kanten, die allerdings keinerlei Schutz besitzen. Nun ja, einen gelegentlichen Stoß mit der Kaffeetasse oder dem iPhone sollten sie schon überstehen und solch einen kleinen Amp mit auf Tour zu nehmen, ist ohnehin wohl eher unangebracht. Der Clou wäre natürlich noch ein Griff, am besten einer aus dunklem Leder auf der Oberseite gewesen. Das würde nicht nur optisch gut zu dem Vintage-Design des kleinen Kerls passen, sondern auch beim Rangieren zwischen Schlaf- und Wohnzimmer ein paar Vorteile bringen.

Normalerweise widme ich ja dem Beschreiben der Rückseite eines Verstärkers zumindest einen ganzen Absatz, beim Silvereye reichen jedoch ein paar wenige Sätze. Viel zu sehen gibt es dort nämlich nicht, abgesehen vom Netzschalter, dem Anschluss für das mitgelieferte 24-Volt-Netzteil und einer Bassreflexöffnung, die den zwei verbauten 3″ Lautsprechern beim Wiedergeben der Bässe unter die Arme greift. Die beiden Speaker sitzen gut verpackt und geschützt hinter der robusten braunen Frontbespannung und werden von der Endstufe mit 2x 16 Watt Stereosound angeblasen.

Mooer Silvereye rear

— Mooer Silvereye Rückseite —

Mooer Silvereye – Bedienpanel

Jeder, der schon mal Kontakt mit einem Gitarrenverstärker hatte, wird auch beim Silvereye keine Probleme mit der Bedienung bekommen. Den Benutzer erwartet ein übersichtliches Frontpanel, das dem eines „echten“ Gitarrenamps sehr nahe kommt und sich ohne das Studium des beigefügten Handbuchs sofort intuitiv bedienen lässt. Die Regler für Volume, Gain sowie die Dreiband-Klangregelung mit Bässen, Mitten und Höhen beeinflussen das an der Eingangsbuchse anliegende Signal, das Mastervolume-Poti hingegen dient ausschließlich zur Bestimmung der Lautstärke des eingespeisten AUX-Signals. Dafür steht eigens eine AUX-In-Buchse im Consumer-Klinkenformat zur Verfügung, die man aus Gründen der Ästhetik bestimmt auch an der Rückseite hätte unterbringen können.

Kabelloses Streaming? Na klar!

Wer eine kabellose Verbindung bevorzugt, der kann den Silvereye auch über seine eingebaute Bluetooth-Schnittstelle ansprechen: Im Test funktionierte das Synchronisieren mit meinem iPhone reibungslos und im praktischen Betrieb gab es selbst beim Umherlaufen in der Wohnung mit dem Telefon in der Hand keinerlei nennenswerte Aussetzer. Die Bluetooth-Funktion lässt sich über einen Kippschalter hier am Frontpanel an- bzw. ausschalten – den Schalter hätte man, genau so wie auch die AUX-In-Buchse, ganz bestimmt auch an der Rückseite unterbringen können.

Der Metallschalter passt dagegen sehr gut in die Vintage-Optik und er übernimmt gleich drei Funktionen: In der Mittelstellung versetzt er den Verstärker in den Standby-Modus, in den beiden anderen Stellungen fügt er dem AUX-Signal ein vorgefertigtes EQ-Setting hinzu. Die beiden Settings sind als „Live“ und als „DBB“ vom Hersteller bezeichnet, wie unterschiedlich das klingt, werden wir im Praxisteil noch erfahren. Zu guter Letzt sei noch die LED zu erwähnen, die nach dem Anschalten des Silvereye mit dem Power-Schalter auf der Rückseite dauerhaft rot leuchtet.

Schon nach wenigen Sekunden der Beschäftigung mit den Potis und Schaltern am Frontpanel des Silvereye fällt deren gute Qualität positiv auf. Die Regler laufen nicht nur mit einem angenehmen Drehwiderstand auf ihren Achsen, sie sind darüber hinaus auch fest mit dem Gehäuse verschraubt, da wackelt mal gar nichts! Von der gleichen guten Qualität zeigt sich auch der Metallschalter, dem als zentrales Bedienelement wohl eine ziemlich intensive Nutzung bevorsteht.

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