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Test: Motu BPM

27. Januar 2010

Motu BPM

„Kannste grad mal einen Beat für mich basteln?“

Es ist nicht immer einfach, auf diese Frage angemessen zu reagieren. Wer sich mit Beatboxen oder DAWs im weitesten Sinne beschäftigt, weiß, dass sich eine nicht unbeträchtliche Erfahrung angesammelt haben muss, um einen kreativen Workflow, von der Softwareseite heraus betrachtet, zu offerieren. Akais Konzept der MPCs hat eine feste Position am Markt, vielleicht gerade, weil sich das Konzept nicht weiter entwickelt oder auch nicht weiter entwickeln muss. Dass die Wandler immer noch in 16 Bit Auflösung arbeiten, ist für mich ein Zeichen der Überalterung der Hardware, nicht des Konzeptes, das ich nach wie vor für ein geniales halte. Die 16 Bit Auflösung macht aber auch den Charme der MPC aus. „Never Change a running System.“ Eine Modernisierung dieser Kultgeräte gestaltet sich also schwierig. Nun hat Motu eine Software entwickelt, die das Konzept der MPC in die virtuelle Welt portiert. Man wundert, sich warum noch niemand vorher auf diese Idee gekommen ist, dies so konsequent umzusetzen, wie es Motu vormacht. Leichte Bedienung wie bei einer MPC, mit den Möglichkeiten etwas zu produzieren, ohne eine DAW unbedingt bemühen zu müssen.

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Ob dies gelungen ist, soll Gegenstand dieses Testberichtes sein.

Mich hat es schon gewundert, warum diese Software so wenig beachtet wird, da sie ja schon letztes Jahr auf der Frankfurter Musikmesse 2009 vorgestellt wurde. Sie hätte hierzulande viel mehr Aufmerksamkeit verdient.

Installation

Die Installation verläuft eigentlich ohne Probleme, bis auf die Tatsache, dass bei Auslagerung der 15 GB großen Samplelibrary auf eine externe Festplatte, das Alias, genau so benannt sein muss wie das Original Icon, ansonsten findet BPM die Datei nicht. Der Ilok Dongle, der kostenfrei mitgeliefert wird, enthält die dazu gehörige Lizenz, die jeder, der er einen Ilok-Account besitzt, auf einen anderen Ilok-Dongle verschieben kann. Da dieser etwa 30 Euro kostet, empfinde ich es als ein nette Dreingabe, die mit allen Motu Software-Produkten versendet wird. Die aktuelle Version von BPM ist 1.04 und die Software wurde auf einem Macbook unter 10.6.2 getestet.

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Der erste Eindruck

Die aufwendig gestaltete und stabile Verpackung, wie bei allen Softwareprodukten von Motu, sollte normaler Standard sein, ist es aber häufig leider nicht. Man fühlt sich als Käufer doch durchaus geschätzt, solch eine Hochglanzverpackung zu erhalten. Als BPM angekündigt wurde und die ersten Bilder der Software im Internet kursierten, war nicht allen klar, dass es sich um Software handelt. Dieser Irrtum ist hauptsächlich dem CD-Laufwerk zuzuschreiben, das auf den ersten Bildern zu sehen war. Das Gerücht ging um, dass die Firma Motu eine neue Hardware auf den Markt bringen wird. Hier erlag man dem Irrtum, dass es sich aufgrund der 3 D Werbegrafik um eine neue Hardware handeln soll. Während der Arbeit mit der Software muss ich gestehen, dass ich kaum eine Oberfläche kenne, die so angenehm auf das Auge einwirkt, wie die von BPM. Die silbergraue Oberfläche mit dem Dunkelorange des Bearbeitungsfenster sind ein Augenschmaus. MPC-User dürften sich sofort wohlfühlen, und der schwarze Lederrand vermittelt einen haptischen Eindruck.

General User Interface

GUI

GUI

Als erstes fallen natürlich das Bearbeitungsfenster und die 16 Pads ins Auge, die jeweils unterhalb eines Pads einen Sliders für das Panning und rechts vom Pad einen Slider für die Lautstärke beherbergen. Außerdem sind diese mit jeweils einem Mutebutton ausgestattet, einem Solobutton, sowie mit dem Notenname, der getriggert wird.

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Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    Syntharoma

    Ich kann den Autor nur bestätigen. BPM ist eine klasse Software, die einfach rund läuft und einen tollen, fetten Sound bietet. Ich betreibe sie mit einem Triggerfinger, da bleiben kaum Wünsche übrig.
    Klare Kaufempfehlung

  2. Profilbild
    KravenZ

    Also für seinen Preis ist BPM echt gut. Besonders die Soundlibrary ist Klasse. Leute die aber etwas mehr investieren wollen und das totale Groovebox Feeling haben wollen, denen empfehle ich Native Instruments Maschine. Das ist die konsequenteste Umsetzung des Konzepts für den Rechner. Und das Preis/Leistungsverhältnis ist unglaublich.

    • Profilbild
      AMAZONA Archiv

      Ich bin mir nicht sicher, aber man kann bei „Machine“ keine Instrumente einbinden wie bei „BPM“. Somit entfällt für mich der DAW Charachter.
      279 € und 579 € ist doch ein großer Unterschied.
      Die BPM Library klingt einfach unglaublich authentisch. Bai Machine kommt bei mir das Soundmäßig nicht viel Gefühl an. Ich finde den Klang eher kühl. Von den Pads her finde ich auch Padcontrol von Korg wesentlich berührungsempfindlicher als jeden andere Controler. Die Hardware von NI ist mit Sicherheit
      hochwertig, nur für den Preis fehlt mir zuviel. Allerdings kommt man preislich auf ein ähnliches Niveau wenn man sich einen Controler anschafft.

      • Profilbild
        KravenZ

        Wie meinst du das genau mit Instrumente einbinden? Als VST Instrument? Ja das geht mit Maschine in der Tat nicht. Das liegt halt auch am Konzept der Maschine. Möglichst alles soll mit dem Controller bedienbar sein. Ich hoffe trotzdem, dass Native Instruments in Zukunft da irgendwas ändert. Zumindest wäre es super wenn man die Native Instruments eigenen Instrumente einbinden könnte.
        Oder meinst du einfach normal Instrumente intern Laden und spielen? Das geht mit Maschine ohne Probleme. Einfach eins der mitgelieferten Instrumente laden und los gehts.
        Ansteuern externer Synthesizer aber etc. klappt auch wunderbar.

        Zum Sound. Der Klang von BPM ist echt sehr cool. Maschine finde ich aber mindestens genau so gut. Aber die Unterscheiden sich schon ein wenig. Das stimmt. Aber welches jetzt besser ist kann man so direkt nicht sagen finde ich. Aber kühl ist Maschine nicht unbedingt.
        Und im Februar kommt der nächste Patch mit einem MPC60 und SP1200 Vintage Mode. Ich denke da wird es klanglich nochmal richtig interessant.

        Was fehlt dir den bei Maschine so? Ich finde das ist eigentlich alles drin was man braucht, ausser Time-Streching. Für mich etwas unerklärlich wie Native Instruments das nicht von Anfang an rein gemacht hat. Aber sie arbeiten dran.

        Bei Maschine liebe ich es halt auch total, dass ich echt alles mit dem Controller bedienen kann. Ich kann den Monitor ausmachen und fühle mich wie vor einer richtigen GrooveBox. Vom Mausgeklicke hab ich nach vielen Jahren des Musikmachens echt genug :) Es ist einfach ein komplett anderes Gefühlt.

        Aber ich habe irgendwo mal gelesen, dass für BPM auch ein Controller in Arbeit ist. Weiss jemand vielleicht was dazu? Weil dann wäre das wirklich richtig interessant.

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          AMAZONA Archiv

          VST Instrumente kann man nicht einbinden, aber dafür alle Motu Samplelibrary Motu Produkte und alle UVI Soundcards, also Retroorgans, Synthanthology, FX-treme Plugsound pro usw. Das fehlt mir bei Machine. Mit sicherheit ist es eine tolle Sache nur noch an der Hardware zu arbeiten, ohne Bildschirm, aber NI arbeitet jetzt noch an Dingen, die BPM schon seit einem Jahr anbietet. Mit einem guten Controler für BPM kommt man im Endeffekt auf eine ähnliches Preisniveau. Daher habe ich auch geschrieben, das alle mal wieder die Qual der Wahl haben. Ich mag den Sound von BPM halt lieber.

          • Profilbild
            KravenZ

            Das mit den Instrumenten hört sich echt super an. Also wenn Motu dann mal einen extra Controller dafür raushaut dann wird das Teil für mich auch interessant. NI hat mit seiner Sampler und Synthie Sammlung echt ein dickes Potential, wenn die das nur in Maschine irgendwie integireren würden. Naja ich hoffe mal, dass die es in Zukunft wirklich machen :)

  3. Profilbild
    KArl HEinz

    Wofür gibt’s denn die 3 Minuse beim Soundbrowser? Für die fehlende Undo-Funktion, oder hab ich da was überlesen?
    Und was ist mit „Grundsätzlich besitzen die Effekte eine deutlich andere Qualität als die der MPCs.“ gemeint? Ist die Qualität besser oder schlechter?
    Danke.

    • Profilbild
      AMAZONA Archiv

      Wenn man einen Sound eingeladen hat und ihn, aus welchen gründen auch immer rausgekickt hat, muss man irgendwie halt wieder lange suchen, um ihn wieder zu finden. Das nervt etwas. Das ist aber auch alles was irgendwie stört, weil man ansonsten von der Software ständig verwöhnt wird, was den Workflow angeht. Die Effekt klingen natürlich tausend mal besser als die der MPC. Vielleicht hätte ich das nochmal deutlich schreiben sollen. Sorry !

  4. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    Das Update 1.05 ist da. Ein pfiffiger Arpeggiator im Rack und erweiterte Slicingfunktion im BPM Sampler.
    Was will man mehr:-)
    Super !

  5. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    ….und Padpresets für AKai MPD 16 bzw 32 und Padkontrol von Korg.

  6. Profilbild
    El Blindo

    Kann BPM wirklich nur HipHop, oder ist es auch für andere genre interessant? Es gab doch da noch ein Library Update.
    Ich brauche nämlich für Auftragsarbeiten von Pop Drums, über weichspühl Drum and Bass Kits bis Rock so ziemlich alles.
    Maschiene ist mir irgendwie zu teuer.
    LG

    • Profilbild
      AMAZONA Archiv

      Es ist ja nun so, das mehr oder weniger in allen Mainstream Produktionen Drumcomputer zum Einsatz kommen. BPM hat Sounds sehr akustisch klingende Sounds und kann somit als Genreübergreifend bezeichnet werden. Das Update 1.5 beinhaltet eine große Sammlung von legendären Drummaschinen. Mit BPM kann du deine Drumssounds für alles zurecht Layern. Es beinhaltet aber keine Akustischen Drumsets. Ich selbst gebrauche es sehr häufig, weil Kunden der rein akustische Drumssound nie fett genug ist. Ich ersetzt es dann entweder komplett mit BPM oder unterlege das Kit mit Sounds von BPM. Da die Software sehr gut zu bedienen ist, hast du auch einen sehr guten Workflow. Der Kauf ist auf jeden fall kein Fehlgriff und Hiphop mache ich selbst gar nicht.

      • Profilbild
        El Blindo

        Dank dir für die schnelle Antwort. Das klingt ja schonmal sehr gut.
        Dann werde ich mir das doch nochmal überlegen. Denn der Preis ist ja schon recht atraktiv und bisher gehörtes klingt sehr fett.
        LG

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