Test: Native Instruments, Damage, Sound-Effects

25. Januar 2012

NI Damage SFX

DAMAGE klingt für ein Musikinstrument schon böse, also erwartete ich auch etwas „Böses“. Ich hatte mir einige Demoloops schon vorher auf der Website angehört und war sehr angetan von der Komplexität der Loops. Da ich Samplelogics Morphestra schon in der Library des Kontakt habe, konnte ich mir schon denken, wie dies beim Native Instruments DAMAGE umgesetzt wurde.

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Das Installieren des KONTAKT Instruments von Native Instruments war wie gewohnt einfach und wie immer sehr lang. Wieder einmal werden ca. 30GB SOUNDS & LOOPS auf meinen Datenträger geschaufelt.

Damage ist ein Instrument für den Native Instruments Kontakt Player (V.5), also wird er auch dort aufgerufen und verwaltet.
Ähnlich dem Konzept vom MORPHESTRA (Verweis am Ende des Tests), besteht der Klang aus meist mehreren Sample-Loops, welche abhängig vom Keysplitting der Tastatur, Anschlagsstärke, Aftertouch und weiteren Modulationsmöglichkeiten abgespielt werden.

Dass hier der Kontakt Player als Basisklangerzeuger hergenommen wurde, liegt an der unglaublich großen Anzahl von Manipulationsmöglichkeiten der einzelnen Samples bzw. Loops. Kontakt ist ja in der Lage, für jedes Layer (man kann mehrere Layer zu einem Multilayer machen) Effekte, Loop Start- und Endpunkte, Mischungsverhältnis und Arpeggiatoren einzustellen.

Die Firma Heavyocity hat sich nun daran gemacht, Sounds aus dem sog. Industrial Bereich zu sampeln und weiterzuverarbeiten. Alles, was mechanisch, metallisch und ein bisschen fremd klingt, wurde hergenommen. Nicht nur kurze impulsartige Sounds, sondern auch lange mit Hall und Nebengeräuschen wurden verwendet.

Des weiteren wurden aus der normalen „Instrumentenwelt“ auch Bässe, Bassdrums, Toms, Snares, Pauken uns vieles mehr eingebaut.
Die eigentliche Arbeit ist dann, wieder alles so zusammenzubauen, dass daraus ein brauchbarer LOOP entsteht, der einfach auf einer Taste liegend abgefeuert werden kann.

Wenn man sich die Demos anhört (ohne zu wissen, was da läuft), dann denkt man, dass hier viel programmiert wurde. Man denkt sich „Wow, wie aufwendig produziert! …“

Dass es aber vielleicht nur ein Loop aus einem Plug-in ist, bei dem nur eine einzige Taste gedrückt wurde, kommt einem eher abwegig vor.

Die Loops laufen synchron zum Timing des Hostsequencers. Über die Tastatur verteilt, mal 5 verschiedene Loops auf einer Taste, mal nur ein einzelner dezenter Klang. Im richtigen Timing angetriggert und wieder losgelassen oder durchlaufen lassen ist das Geheimnis. Durch verschiedene Kombinationen von Loops und den Effekten lassen sich unzählige Varianten erzeugen.

Natürlich lassen sich die Sounds/Samples auch einzeln spielen und können in ein Arrangement integriert werden.

Wem die Sequenzen (welche ja u.a. mit dem Arpeggiator des Kontakts erstellt wurden) nicht gefallen, der kann hier per Drag & Drop die Sequenz vom Player auf eine eigene MIDI-Spur ziehen und hat dann die Möglichkeit, die Noten nach Belieben zu verändern.

Klangbeispiele
Forum
  1. Profilbild
    red captain

    Was im Test gar nicht erwähnt wird: alle Loops sind sämtlich im 4/4-Takt, es gibt leider überhaupt keine „ungeraden“, noch erstaunlicher darüberhinaus, dass es im 4er-Takt dann nicht mal triolisches Material gibt.

    Aber natürlich sind die Loops ohnehin nur etwas für Skizzen, grobe Mockups oder Low-Budget-Produktionen.

    Nicht unerwähnt sollte bleiben, dass die von Hand spielbaren Instrumente alle eine enorm hohe Qualität aufweisen. Zwar sind die Artikulationen gelegentlich begrenzt, was drin ist ist aber wirklcih 1a.

    Das Raum-Werkzeug ist ebenfalls nicht von schlechten Eltern und erspart häufig die Platzierung via Altiverb, meist kann man ganz auf externen Hall verzichten.

    In der Summe für Filmkomponisten, die ihre Loops gerne von Hand programmieren und noch cineastischen Impact suchen eine sehr gute Library. Wer alleine auf Loops baut, muss sich damit abfinden, dass er fortan sehr geradlinig unterwegs ist. Die Möglichkeit, Einzelelemte der Loops neu zu kombinieren wertet es jedoch noch mal ein wenig auf.

    Knappe 3 Sterne.

    PS: die Library ist von Heavyocity und nicht von Native Instruments, das sieht in der Titelzeile anders aus. Letztere vertreiben das Produkt nur (ebenfalls). Die Library gibt es seit kurzem auch auf der Hersteller-Seite als Download (also bei http://www.heavyocity.com/ ).

    • Profilbild
      studio-kiel  

      dafür liegen alle samples der phrasen/loops einzeln und ohne effekt vor, so dass man alles den eigenen bedürfnissen anpassen kann. UND das produkt ist eine „kooperation“ von NI und Heavyocity. darum darf heavyocity das produkt auch nicht verbilligt in ihren sales anbieten (quelle: heavyocity)

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