Test: Native Instruments REAKTOR PRISM

16. Dezember 2010

REAKTOR PRISM

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Mit dem Update von REAKTOR auf die Version 5.5 haben zwei neue Klangmodule Einzug in den modularen Baukasten erhalten: Additive und Modale Synthese. Während NATIVE INSTRUMENTS mit LAZERBASS ein fertig spielbares Ensemble mitlieferte, muss ein Instrument auf Basis modaler Synthese entweder selber entworfen oder aber in Form von PRISM gekauft werden. PRISM läuft auch unter dem kostenlosen REAKTOR PLAYER und kann somit einzeln als Klangerzeuger erworben werden.

REAKTOR PRISM

REAKTOR PRISM

Modale Synthese

Die Modale Synthese ist in Form von Physical Modeling seit Jahren bekannt.
NATIVE INSTRUMENTS erklärt, die modale Synthese nicht zum Imitieren von natürlichen Instrumenten zu verwenden. Vielmehr gehe man neue Wege, um ungehörte, lebendige Sounds zu erschaffen. Ein Exciter generiert Impulse und/oder kontinuierliche Noise-Signale. Diese werden durch mehrere resonierende Bandpass-Filter geschickt, woraus am Ausgang mehr oder weniger viele Teiltöne zu einem Klang verschmelzen, ähnlich der Additiven Synthese. Durch verschiedene Controller steuert man den weiteren Klangverlauf. So gibt es mehrere LFOs, Modulationshüllkurven, Feedbackschleifen, weitere Filter und Effekte wie Amp Simulator, ein 8-poliges Filter, Flanger, Stereo Delay und Reverb.

PRISM

Positiv fällt die Oberfläche auf, sie wirkt durchdacht und klar strukturiert. Alle Bedienelemente haben Platz gefunden und lassen ein schnelles Eingreifen in das Klanggeschehen zu. Bei Mitbewerbern wie ABSYNTH oder AAS String Studio und Co. wechselt man häufiger die Seiten, um alle Funktionen zu erreichen.

Im linken oberen Teil findet sich der eigentlich Exciter nebst Hüllkurven. Diese warten mit zweifachem Decay auf. Der Breakpoint Level zwischen den beiden Decay-Werten lässt sich einstellen. Hier kann auch der Einfluss von Anschlagsstärke oder Tonhöhe der Tastatur Einfluss auf das Verhalten der Exciter Hüllkurve nehmen.

In der Exciter Sektion können grundlegend Impuls und Noise als anregende Elemente gewählt werden, diese werden durch Hi- und Lo-Cut Filter mit jeweils eigener Resonanz geschickt, bevor sie in den Exciter Hüllkurven landen.
Durch die ausgefuchsten Feedbackmöglichkeiten von PRISM entstehen interessante Klangverläufe. Um diese zu manipulieren, findet man nötiges Werkzeug ebenfalls hier, beispielsweise den orangefarbenen Feedbackregler oder rechts daneben die EXT Funktion. Hier wird zwischen polyphonem Feedback einzelner Voices und einer monophonen Feedback-Summe hin- oder hergeregelt, um unterschiedliche Feedback-Schleifen aufzurufen.

Die LFO Sektion nebenan bietet umfangreiche Möglichkeiten der Modulation. Unter anderem kann mittels Pitch Tracking die LFO Rate tonhöhenabhängig schwanken. Pro Stimme steht ein eigener LFO mit zwei Zielen zur Verfügung. Die eigentliche Klangformung von Impuls und Noise erfolgt durch die Exciter-Hüllkurven bzw. den LFO und die Modulations-Hüllkurven. Was und wie stark etwas durch Letztere beeinflusst wird, regelt der Bereich Envelope Amount im rechten Teil.

Der Kern von PRISM

Der Kern von PRISM

Das Herzstück von PRISM ist die Modal Bank. Hier trifft das Exciter Signal auf die klanggebenden Teiltöne. In vier Sektionen kann das Signal bearbeitet werden: RATIO, DECAY, Amplitudes und Ringmodulation. Während RATIO das Verhältnis der Teiltöne zueinander regelt, kann DECAY die Abklingdauer der Bandpassfilter beeinflussen. Amplitudes verhält sich in diesem Fall wie ein Filter und lässt sich in Hochpass, Tiefpass und Flankensteilheit steuern. Zu guter Letzt kann aus den erzeugten Signalen eine Ringmodulation erzeugt werden.
Das große Display in der Sektion zeigt den jeweils zuletzt gespielten Ton an. Zu sehen ist dabei das Verhältnis der Teiltöne im Spektrum sowie deren Amplitude.

Forum
  1. Avatar
    AMAZONA Archiv

    Seit heute gibt es eine kleine gratis Version von Prism (Micro Prism)

    Und für alle registrierten Prism Nutzer gibt es ein gratis Update mit neuen Presets und einer Effektversion von Prism.

    Die Effektversion scheint wirklich nett zu sein!

    Cheers
    Dennis

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