Numark NS4FX - ein neuer 4-Kanal-Controller auf dem Markt!
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Letzte Woche erst angekündigt, derweil schon bei uns daheim und im Test: Der brandneue Numark NS4FX verspricht einiges als Performance DJ-Controller für Serato DJ.
Numark beschreibt den Controller auf der Umverpackung als 4-Kanal DJ Controller mit großzügigen Jog-Wheels von 15 cm Durchmesser, die sogar ein Multicolor-Display besitzen, 6 Quick-Launch-Effekten, die mit zwei Kippschaltern getriggert werden können und 8 Performance-Pads für Cue, Loop, Fader-Cuts und Sampler-Modi.
Mit Maßen von 59,7 cm x 27,4 cm x 6,1 cm (Breite, Tiefe, Höhe) sowie einem Gewicht von gerade mal 3 kg ist der Numark NS4FX bei dem Funktionsumfang immer noch sehr kompakt und ein Leichtgewicht.
Die Oberfäche des DJ-Controllers
Dann wollen wir uns doch mal die Oberfläche vom Numark NS4FX genauer ansehen.
Oben links ysehen wir einen „Layer“-Button. Da es sich um einen 4-Kanal-Controller handelt, ermöglicht der besagte „Layer“-Button, zwischen je zwei Decks umzuschalten. Rechts oben finden wir auf dem einen Trackdeck einen Schalter zur Auswahl der Eingangsquelle. So haben wir die Wahl, ob wir als Input ein Mikrofon- oder aber ein Line-Signal einspeisen. Neben dem Schalter befinden sich zwei Potis, die einerseits zur Lautstärkereglung, anderseits zum besonderen Betonen von wahlweise hohen oder tiefen Frequenzen dienen. Diese Funktion nennt Numark „Tone“.
Mittig angesiedelt befindet sich das bereits erwähnte großzügige Jogwheel mit Display. Das Display zeigt stets an, welches Deck gerade aktiv mit dem Jogwheel gesteuert wird und gibt darunter noch weitere Informationen zum aktuellen Track an, wieviel BPM der Song hat, ob der Keylock aktiv ist, wie viel Zeit vom Song noch übrig ist oder wie lange dieser schon läuft, ob man die Geschwindigkeit schneller oder langsamer einstellen muss, um die Ziel BPM des anderen Tracks zu matchen, die Einstellung des Pitchfaders und die Relation zur BPM in Prozent. Zudem zedigt ein weißer Ring um den Song an, wie lange dieser schon läuft, ein weiterer roter Ring soll die Position des Plattentellers anzeigen.
Neben dem Jogwheel haben wir einen Pitchfader mit einer Länge von ganzen 10 cm und zwei Buttons für den Pitchbend. Diese können mit dem auf der linken Seite angesiedelten Shift-Button aber auch die Pitch-Range oder den Key-Lock einstellen. Diese Lösung finden wir gerade bei solchen Funktionen super, da man sie so nicht aus Versehen verstellen kann. Zudem benötigt man dafür nicht unbedingt dedizierte Buttons auf einem Controller.
Unten werden die Trackdecks des Numark NS4FX von den klassischen Buttons Play/Pause, Cue und Sync, 8 Performance-Pads abgeschlossen, die per Voreinstellung im Cue-Mode sind – jedoch über einzelne Buttons auch in den Auto Loop-, Fader-Cuts- oder Sample-Modi versetzt werden können. Via Shift wird daraus alternativ der Pitch-Play-PNT-, Roll Pro-, Slicer Pro- oder Scratch-Bank-Pro-Modus. Die unteren vier Pads verfügen dabei noch über einen Stutter-Mode, die Möglichkeit zum Anfang des Songs zu springen oder im Track vorzuspulen. Abgerundet werden die Trackdecks des Numark NS4FX von einem Loop-Button und zwei weiteren Buttons, die die Länge des Loops verdoppeln oder halbieren können. Im Shift-Modus kann so auch selber ein Loop via In and Out gesetzt werden. Auf die einzelnen Modi gehen wir in unserem Praxisteil noch ein!
Die Mixer-Sektion des Numark NS4FX besteht aus vier identischen Kanalzügen. Diese setzen sich aus einem Gain-Poti, hier Level genannt, einem 3-Band-Equalizer, der von minus unendlich bis +6 dB geht und bei 0 dB mittig einrastet, einem großen Poti der als bipolares Filter dient, einem Cue-Button und dem 5 cm langen Kanalfader zusammen. In der Mitte finden wir zudem ein großes Poti zum Browsen und mit den daneben angesiedelten Buttons kann der ausgewählte Song dann auf das aktive Deck geladen werden.
Effekt-Sektion am Numark NS4FX
Unter dem Push-Encoder zum Navigieren finden wir die Effekt-Sektion des Controllers. Diese bietet zwei Potis zum Einstellen der Effekte: einmal für das Verhältnis von Dry zu Wet und zum anderen zum Einstellen des Timings der Effekte, hier als „Beats“ betitelt. Ein Tap-Button ermöglicht die manuelle Einstellung für das Timing der Effekte.
Es gibt sechs Effekte: HPF, LPF, Flanger, Echo, Reverb und Phaser. Diese können mit Betätigung ihres jeweiligen Buttons ausgewählt werden und dann via Effektpedale für die linke oder rechte Seite aktiviert werden. Entweder via „Hold“ – also durchgehend aktiv – oder nur für die Zeit indem ihr den Schalter gedrückt haltet. Die ausgewählten Effekte blinken, wenn sie aktiv sind, was hier eine weitere visuelle Unterstützung bietet. Wenn man bei einem Effekt wie dem Echo den Kanalfader runterzieht oder mit dem Crossfader auf das andere Deck wechselt, klingt das Echo noch weiter ab. Abgeschlossen wird die Sektion mit zwei fünfteiligen LED-Pegelanzeigen, bei dem die oberste LED weiß aufleuchtet. Dies steht im Kontrast zu den sonst roten LEDs, um zu zeigen, dass das Signal clippt. Dazu hinzu kommen in der Mixersektion Regler zur klassischen Kopfhörereinstellung, Lautstärke und für das Verhältnis zwischen Cue und Master.
Natürlich darf der Crossfader nicht fehlen. An der Vorderseite haben wir Schalter, die den Crossfader dem gewünschten Deck zuweisen. Zudem gibt es auch die Option, den Crossfader zu deaktivieren, falls man nur mit den Kanal-Fadern mixen möchte.
Des Weiteren finden wir auf der Vorderseite des Numark NS4FX noch den Kopfhöreranschluss, wahlweise als 3,5 oder 6,3 mm Klinke, sowie den Eingang für Mikrofon 2 in Form eines 6,3 mm Klinkeanschlusses, dessen Lautstärke über ein extra Poti eingestellt werden kann. Zudem verfügt auch dieser Eingang über die bereits beschriebene „Tone“-Funktionalität.
- Die Vorderseite des Numark NS4FX
- Die Rückseite des Numark NS4FX
Ein Blick auf die Rückseite zeigt noch die letzten Anschlüsse: Neben Netzschalter, USB-B Buchse und Stromanschluss mit Kabelführung finden wir ein paar XLR-Anschlüsse als Main-Out und einen Cinch-Anschluss für den Booth-Out. Dem hinzu kommt ein weiterer 6,3 mm Klinkeanschluss, der die Möglichkeit bietet, ein Mikrofon anzuschließen. Alternativ dazu kann man auch via Cinch-Anschluss ein Line-Signal einspeisen.
Lieferumfang und Inbetriebnahme
Der Paketinhalt bringt neben dem Controller an sich selbstverständlich Strom- und USB-Kabel noch einen User-Guide, Garantieinfos und Serato DJ Lite als Download-Version mit sich. Zusätzlich dazu gibt es einiges an Probeabonnements: 2 Monate SoundSwitch, eine Software zur Steuerung von Licht, 2 Monate Beatport Link, ebenso 2 Monate für Beatsource Link, 3 Monate Soundcloud Go+ und 3 Monate Tidal Premium. Diese Abonnements gelten jedoch alle nur für neue Nutzer:innen. Zudem gibt es noch das Numark Remix Toolkit, Samples und Loops, die man in seine Performance einbauen kann.
Ausgepackt und angeschlossen ist der für Numark NS4FX schnell. Hier können wir sofort sagen, das Gerät fühlt sich super solide an. Die Fader und Potis wirken wertig und haben einen schönen Widerstand. Dem Controller liegen ein paar Numark-Sticker bei, daneben noch eine Anleitung und ein Beiblatt, das zum Download von Serato DJ Lite aufruft. Wenn man die Software startet, wird das Gerät im eigenen Serato-Konto hinterlegt und man kann loslegen. Mit dem großen Browse-Push-Encoder kann man spielend leicht durch seine Playlist navigieren. Wer zwischen Playlists wechseln will, kann dies auch mit einem Drücken des Buttons tun. Beim Gedrückthalten der Shift-Taste während des Browsens kann man zudem noch größere Sprünge durch seine Playlists machen, um so schneller zum gewünschten Song zu finden.
Durch ein Doppelklicken des Load-Buttons wird der aktive Track automatisch auf das andere Deck gedoppelt. Wer sich im Übrigen wundert, ob man die Crossfader-Kurve einstellen kann, den können wir beruhigen, ja das geht! Jedoch geht dies in den Serato-Einstellungen auf dem Rechner und nicht am Gerät selbst. Der Numark NS4FX lädt ein, sich mehr auf den Controller einzulassen als auf den Rechner. Cue-Points kann man ohne Probleme setzen und in der Kombination mit der Shift-Taste zur Not auch löschen.
Wie macht sich der Numark NS4FX in der Praxis?
In der Praxis kann man sagen, dass man mit dem Numark NS4FX vollumfänglich auflegen kann. Das funktioniert so weit auch ohne Probleme. Jedoch gibt es ein paar Punkte, die uns aufgefallen sind, die wir an dieser Stelle anführen möchten. Zum einen befindet sich der Pitchfader in seiner ganzen Großzügigkeit leider doch sehr nah am Jogwheel. Wer also nur den Takt angleichen möchte, dem raten wir, den Scratch-Modus zu deaktivieren und den Takt mit der Hand oben auf dem Jogwheel anzugleichen und nicht an den Seiten, wie beispielsweise bei einem CDJ, da man so zu leicht den Pitchfader verstellen könnte.
Was das Scratchen angeht, ist auch beim Crossfader etwas wenig Platz für die Finger, wenn die Kanalfader unten sind. Da in den meisten Fällen beim Scratchen nur zwei Decks aktiv sind, kann man dabei aber alle Fader, auch die der inaktiven Decks hochziehen, um sich so genügend Platz zu verschaffen. Irgendwie haben wir uns zudem an der Nummerierung der Decks gestört. 3, 1, 2, 4 mag eventuell sinnvoll sein, wenn man hauptsächlich mit den mittig gelegenen Kanälen arbeitet, allerdings wäre die Aufteilung von 1 bis 4 unserer Meinung nach doch angenehmer gewesen. Dabei muss man natürlich sagen, dass dies reine Gewöhnungssache ist.
Die Jogwheels an sich laufen sehr gut, zudem wackeln sie auch nicht. Durch die Größe von 15 cm hat man hier auch wirklich etwas, mit dem man arbeiten kann. Ein Wermutstropfen ist, dass bei den Performance-Pad-Modi ein Teil nur in der Pro-Version von Serato enthalten sind. Die über Shift erreichbaren Modi sind alle Teil der Pro-Version, die man für 9,99 Euro im Monat oder 199,- Euro einmalig erwerben kann. Für die Pitch- and Play-Modi brauch man sogar zusätzlich noch die „Pitch n Time“ Erweiterung, die man für einmalig 40,- Euro oder zusammen mit weiteren Expansions für weitere 9,99 Euro in Monat erwerben kann. Zwar sind dies Funktionen, die nicht jeder braucht, dennoch ist das nochmal ein saftiger Aufpreis.
So bleiben die Modi Cue, Auto Loop, Fader Cut und Sample übrig.
Mit dem Cue-Modus könnt ihr verschiedene Cue-Punkte setzen und diese nach Belieben triggern. Beim Auto-Loop-Modus setzt der Numark NS4FX Loops in der Größe zwischen 1, 2, 4 und 8 Takten. Beim Fader-Cut, der eine Crossfader-Bewegung simulieren soll, hört man einen Gate-Effekt mit unterschiedlichem Timing. Das gilt auch bei diesem Effekt nur für die oberen 4 Pads. Wenn man alle 8 Pads dafür benutzen möchte, benötigt man laut Bedienungsanleitung auch hier Serato DJ Pro. Beim Sample-Modus kann man zusätzliche Samples abfeuern.
Das Auflegen mit dem Numark NS4FX macht auch trotz seiner kompakten Größe Spaß. Positiv zu erwähnen ist das pro Kanal extra vorhandene Filter, so kann man diesen auch gut mit Effekten über den Kippschalter kombinieren. Die Qualität der Effekte ist absolut brauchbar. Durch die einzelnen Buttons kann man hier auch sehr angenehm zwischen Effekten wechseln, ohne dabei mit dem Blick auf seinen Monitor zu lenken. Die Displays in den Jogwheels sind eine angenehme Sache, die zusätzlich den Fokus auf dem Gerät halten. So muss man lediglich für die Track-Auswahl auf den Rechner schauen und auch dabei kann das gesamte Browsen über den Numark NS4FX gesteuert werden.
Für wen eignet sich dieser DJ-Controller?
Die Zielgruppe des Numark NS4FX liegt unserer Einschätzung nach zwischen Anfänger:innen und DJs, die schon etwas länger dabei sind, aber eine kompakte Lösung haben möchten, um auf vier Kanälen komplett mixen zu können. Auch die Anschlüsse auf der Rückseite in XLR- und Cinch-Ausführung geben alle gewünschten Möglichkeiten mit auf den Weg.

Danke für den Test. Wie schon im Fazit geschrieben, mehr für Anfänger und geht auch für Profis. Das Teil macht auf mich den Eindruck, das DJ’s bei der Entwicklung nicht viel zu sagen hatten. Hier wurde der Versuch gestartet was Großes für wenig Geld zu bauen. Z.B. großes Jogwheels aber zu nah am Pitch-Fader…..
Hoffentlich hält mein Denon MC7000 noch Jahre durch. Jetzt könnte man argumentieren, der hat auch 300 Euro mehr gekostet. Aber vegleiche ich beide Controller, ist er vielleicht das 3 fache wert.
Aber auch für den Numark werden sich Käufer finden.