Test: Phonic Powerpod 1082r, Powermixer

6. Januar 2017

Powermixer mit Vollausstattung für alle?

Der größte Powermixer von Phonic: Powerpod 1082r

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Der Phonic Powerpod 1082r ist ein Dual-Power-Verstärker und Powermixer für Beschallungsaufgaben und Monitoranwendungen. Der Powerpod 1082r ist das größte Modell der Powermixer Serie von Phonic. Die kleinste Ausführung ist der 415rw mit 150 Watt, der Powerpod 1082r liefert schon 2x 400 Watt. Ich habe den Powerpod ausgiebig für euch getestet und wir werden sehen, was in ihm steckt. Das Gewicht liegt bei 18,4 kg und mit den Maßen 471x 285 x 275 mm bewegt es sich im Rahmen des Üblichen bei vergleichbaren Geräten. Mitgeliefert wird natürlich das Netzteil und eine gute, ausführliche Anleitung in Deutsch.

Der Phonic Powerpod 1082r verfügt über neun XLR-Mikrofoneingänge bzw. zwölf TSR-Line-Inputs. Die beiden Endstufenblöcke sollen jeweils 400 Watt RMS an 4 Ohm liefern. Das eingebaute Effektgerät bietet 16 Effektprogramme. Mit dem 8-Band-Equalizer lassen sich Main- und Monitorsignale oder left/right für den üblichen Einsatz anpassen. Der Buchstabe r im Namen des Phonic Powerpod 1082r steht für Record. Über den USB-Port können Dateien abgespielt und im Livebetrieb als WAV-Datei bis 192 Kbp/s, also in Studioqualität, aufgezeichnet werden. Die Verarbeitung macht einen recht soliden Eindruck, die Potis lassen sich sauber drehen und haben eine Mittenrasterung. Dazu später mehr.

Bedienungselemente und Frontaufbau

Von links nach rechts beginnend stehen neun Monoeingänge oder sechs Mono- und drei Stereokanäle zur Verfügung. Somit können bis zu neun Mikrofone an den Powermixer angeschlossen werden. Für Kanal 1 bis 6 kann eine Phantomspannung (48 V) zugeschaltet werden. Über den PAD-Druckknopf kann das Eingangssignal (Line In 3,5 mm) um 25 dB abgesenkt werden. Die Kanäle 1 bis 3 verfügen über einen 3,5 mm Hi-Z-Eingang und die Kanäle 4 bis 5 über Super Hi-Z. Hochohmige Hi-Z Eingänge sind Instrumenteneingänge für hochohmige Instrumente mit magnetischen Tonabnehmern wie E-Gitarre oder E-Bass. Durch die hochohmige Signalanpassung wird der Pegel des Eingangssignal weniger abgeschwächt. Möchte man ein Line-Signal wie zum Beispiel einen CD-Player, Laptop oder ein Drumcomputer anschließen, ist es notwendig, das Eingangssignal abzusenken, was über den PAD-Druckknopf möglich ist.

Zu jedem Kanal gehört die Potisektion mit Höhen (+/-15 dB/12 kHz), Mitten (+/-15 dB), Tiefton(+/-15 dB/80 Hz), Monitor Send, EFX Send, Panorama-Regler und Gain-Regler. Die einzelnen Kanäle besitzen keine Peakmeter und leider auch keine Clip-Anzeigen! Es ist also optisch nicht erkennbar, ob Eingangssignale übersteuern. Das ist nach meiner Meinung das größte Manko des Powerpods!

Nun folgt die AUX In, Tape In und Record Out Sektion. Tape In und Rec Out sind in als Cinch-Format ausgeführt oder wahlweise 3,5 mm Klinke, Aux hingegen mit 6.3 mm Klinke. Sowohl das Tape In als auch das Aux In Signal können über das zugehörige Poti separat an Master und Monitor gesendet werden.

Oben rechts finden wir den Musikplayer mit Aufnahmefunktion via USB, ein kleines Display und vier dazugehörige Druckknöpfe. Daneben befindet sich die Effekteinheit mit zwei Drehpotis zur Effektwahl und zur Time Parametersteuerung. Damit wird die Modulationstiefe auf der Zeitebene des jeweils gewählten Effekts beeinflusst. Ein Schalter zum Aktivieren der Effekte ist erfreulicherweise auch vorhanden.

Die Phantomspeisung am Phonic Powerpod 1082r lässt sich bei Bedarf zuschalten, über Line-Ausgänge (Klinken) können aktive Monitore oder separate Endstufen mit dem Monitorsignal versorgt werden. Über EFX Send lässt sich ein externes Effektgerät in den Signalweg einschleifen.

PWR AMP In, Main Out und Monitor Outputs sind unsymmetrisch. Über ein kleines Poti wird die Abspiellautstärke des Musikplayers geregelt.

Die Endstufen lassen sich in zwei Arbeitsbereichen nutzen: Mode 1 für Stereobetrieb (links/rechts) oder Mode 2 für Monitor/Main. Bedeutet, dass hierbei die halbe Leistung dann für das Monitoring mit beispielsweise Wedges genutzt werden kann and die andere Hälfte (dann mono) für die Beschallung. Die Impedanz der angeschlossenen Lautsprecher/Monitore darf 4 Ohm nicht unterschreiten.

Rückseite

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Auf der Rückseite des Phonic Powerpod 1082r befindet sich lediglich der Power On/Off Schalter, die vier Monitor-Ausgänge als TSR sowie die Buchse für die Stromzufuhr. Der Lüfter arbeitet angenehm leise.

Praxistest

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Getestet habe ich den Phonic Powerpod 1082r Powermixer mit einer zusätzlichen Endstufe Gall Technologie UM225 und 2x Gall Technologie W10 Fullrange PA-Topteilen. Für die Prüfung der Klangqualität nutzte ich einen MB Quart Phone 400 Studiokopfhörer und als Signalquelle den Drumcomputer Arturia DrumBrute, für Audiodateien meinen Laptop.

Als erstes interessierte mich, ob der Limiter das tut, wofür er vorgesehen ist. Um es vorwegzunehmen, er tut es leider nicht. Nach Anschluss des Laptops und entsprechend hoch eingestelltem Line-Pegel, den man am jeweiligen Kanal aufgrund der fehlenden Peakmeter leider nicht erkennen kann, war das Ergebnis sehr ernüchternd. Bei leichten Übersteuerungen scheint der Limiter seine Arbeit noch angemessen zu verrichten. Ein aufmerksames Gehör ist also bei sehr hohem Pegel notwendig, um Schäden an der Technik zu verhindern.

Die Dreiband-Klangregelung funktioniert hingegen wunderbar. Die einzelnen Frequenzbänder lassen sich sauber aussteuern. Jedes Band lässt sich um 12 dB anheben bzw. absenken. Der EFX Send schickt das Signal des jeweiligen Kanals separat in der eingestellten Lautstärke an den Effekt-Prozessor. Dieser kann auch am Effektgerät komplett aktiviert oder abgeschaltet werden. Jeder Kanal kann mit dem Pan-Poti auf die jeweilige Seite eingestellt werden.

Ein recht dickes Minus muss ich leider aussprechen, da die Endstufen ein deutliches Rauschen herausgeben. Bei vollem Pegel ist es allerdings nicht mehr hörbar.

Forum
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    Basicnoise  

    Welcher Kleinmixer besonders in dieser Preisklasse hat denn Channel Peakmeter?
    Ich kenne jetzt nicht all zu viele, aber habe das bei Kleinmixern noch nie gehabt.

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