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Test: PRS MT 15 Amp, Gitarrenverstärker

26. Juli 2018

Klein, schwarz, stark!

PRS MT 15 Titel

Eine Signature-Gitarre besitzt er schon, sogar in zwei Ausführungen und nun bekommt Mark Tremonti, Gitarrist der US-Metaller von Alter Bridge, einen Verstärker aus dem Hause PRS spendiert. Der PRS MT 15 Amp wurde auf der NAMM 2018 vorgestellt und scheint nur auf den ersten Blick ein typischer Bedroom-Amp zu sein, seine kompakten Maße könnten den Betrachter zu dieser Annahme verleiten. Ein weiterer Blick auf die technischen Daten relativiert das Ganze aber dann schnell, denn mit 15 Watt Röhrenpower kann der MT 15 Amp ganz sicher auch bei Gigs bestehen, eine entsprechende Box vorausgesetzt, versteht sich. Wollen wir mal schauen und vor allem hören, was der pechschwarze Metallkasten so alles drauf und drin hat!

PRS MT 15 Amp – Facts & Features

Was er alles drin hat, das kann man fast schon mit dem bloßen Auge erkennen. Die schwarze Blechummantelung, die gut Dreiviertel des Gehäuses ausmacht, ist von allen Seiten mit Löchern zur Belüftung versehen und ermöglicht daher einen guten Blick auf die zwei Trafos und die verbauten Röhren im Innern. Satte sechs Vorstufenröhren stehen für die beiden Kanäle des Amps bereit, dazu zwei des Typs 6L6 für die Endstufe, die eben die nominelle Leistung von 15 Watt liefern. Und sie werden perfekt in Szene gesetzt, denn auf der Platine der Schaltung sitzt sowohl eine Reihe blauer, als auch eine Reihe roter LEDs, die je nach angewähltem Kanal (blau für clean und rot für verzerrt) das Innere des Amps wirkungsvoll beleuchten. Einen praktischen Nutzen hat die Sache aber dennoch für den Benutzer, denn so ist auf große Entfernung jederzeit sichtbar, welcher Kanal gerade aktiviert ist.

Trotz des Metallgehäuses und der Röhrenschaltung bringt der 356 x 204 x 185 mm große PRS MT 15 Amp nur ein Gewicht von etwas über 6 kg auf die Waage, womit der Metallbügel auf der Oberseite beim Transport des Topteils keine Probleme hat. Bevor wir uns mit den Bedienelementen auf der Vorderseite befassen, schauen wir aber noch schnell auf die Rückseite und die dort befindlichen Anschlüsse und Schalter.

PRS MT 15 Amp – Rückseite

PRS MT 15 Amp back

Zunächst wäre da der Anschluss für den Fußschalter, der sich im Lieferumfang befindet und mit dem die beiden Kanäle gewechselt werden. Eine 16 sowie zwei 8 Ohm Buchsen warten auf die Verbindung zu einer Lautsprecherbox, der Hersteller bietet passend zum Tremonti-Top übrigens auch eine passende 1×12″-Box (bestückt mit einem Celestion V-30 Speaker) an.

Nach dem Austausch der Endstufenröhren ist in aller Regel ein Nachjustieren der Röhrenspannung erforderlich, hierzu stehen drei Regler (BIAS Jacks) bereit. Man muss den Verstärker also für diese Prozedur nicht aufschrauben, das nennt man wohl servicefreundlich!

Ein einsamer Kippschalter hat sich hier auf die Rückseite verirrt, er sorgt für die Halbierung der Endstufenleistung auf  7 Watt. Das erhöht die Chance für den Benutzer, auch mal in den Genuss der Endstufensättigung zu gelangen, obwohl selbst 7 Watt noch Hölle laut sein können!

Sehr erfreulich ist die Anwesenheit eines Effektwegs, da verzichtet man doch gerne auf eingebaute Effekte. Davon besitzt der PRS MT 15 Amp nämlich keine, hier kann also das eigene Pedalboard problemlos angeschlossen werden. Den Abschluss auf der Rückseite bildet die Anschlussbuchse für das Netzkabel, das eine mehr als praxisgerechte Länge besitzt.

PRS MT 15 Amp – Frontseite/Bedienpanel

Zwei völlig unabhängig voneinander agierende Kanäle besitzt der MT 15 Amp. Jeder Kanal verfügt über eine eigene Dreiband-Klangregelung mit Bässen, Mitten und Höhen sowie einen eigenen Lautstärkeregler, obligatorisch ist natürlich das Gain-Poti im Zerrkanal zu betrachten. Eine Erweiterung ist noch im Cleanchannel zu finden, dort ist das Treble-Poti als Push-Pull-Variante ausgeführt und sorgt beim Anheben für einen Schub in den Höhen.

Beide Kanäle gemeinsam erhalten einen abschließenden Feinschliff im Sound durch das Presence-Poti, das im Signalfluss kurz vor der Endstufe platziert wurde. Dann gibt es noch drei Schalter zu erwähnen, die beiden Großen ganz links außen dienen für Power- und die Standby-Funktion, der Kleine ganz rechts wiederum dient zum Umschalten der Kanäle, falls der Fußschalter mal aus irgendwelchen Gründen nicht greifbar ist.

Falls die 6,4 kg des Verstärkers mal der Schwerkraft nachgeben sollten, was bei der robusten und sicher auf vier Gummifüßen stehenden Konstruktion eigentlich kaum vorstellbar ist, dann sind zwei Metallbügel links und rechts am Bedienpanel zur Stelle, um die grobsten Stöße abzufangen, falls der Sturz nach vorne geschieht.

Die 10 Potis und drei Schalter hinterlassen einen sehr guten Eindruck. Sicherlich ist es für eine derart große Anzahl an Reglern etwas eng an auf dem Bedienpanel, aber die Komplettausstattung mit den zwei Kanälen erfordert nun mal ihren Platz. Trotzdem lassen sich die Regler gut greifen und die Schalter, ob groß oder klein, rasten knackig und zuverlässig ein. Schüttelreim!

PRS MT 15 Amp – ein Zwischenfazit

Gut verarbeitet und ebenso gut ausgestattet zeigt sich der PRS MT 15 Amp nach dem ersten genauen Check. Um ehrlich zu sein, hätte ich für diesen günstigen Preis eine solch gute Qualität nicht unbedingt erwartet: Zwei unabhängige Kanäle mit Dreiband-Klangregelung, ein Effektweg und eine Powersoak-Schaltung sind Dinge, die man sowohl im Schlafzimmer, aber auch genauso gut im Proberaum oder auf der Bühne gebrauchen kann und die selbst bei deutlich teureren Amps nicht immer selbstverständlich dazugehören. Mehr Schein als Sein? Hören wir rein!

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