Test: Reloop Tape, mobiles Aufnahmegerät

Klanglich bekommt man, was man erwartet: ein akzeptabel klingendes Signal mit einer Datenrate von 192 kbps oder 320 kbps. Auffälligkeiten gibt es keine, das Reloop Tape macht seine Arbeit einwandfrei und bietet direkt nach Beendigung der Aufnahme das bereits im MP3-Format komprimierte Signal auf dem USB-Speichermedium zur Mitnahme an.
Achtung sei geboten bei rotem Aufleuchten der Peak-Lampe, eigentlich überflüssig dies zu erwähnen. Ein übersteuertes Eingangssignal führt unweigerlich zu digitalen Verzerrungen im Signal. Sollte die LED ab und an aufblinken, ist dies im Signal teils nicht oder nur schwierig zu erkennen, kommt es jedoch regelmäßig vor, wird die Aufnahme später bei der Wiedergabe kratzend klingend, die tieferen Frequenzen beginnen zu matschen, bei Peaks ist eine deutliche Übersteuerung hörbar. Sollte die LED durchgehend rot leuchten, kann man die Aufnahme getrost beenden, denn in diesem Fall wird das Signal absolut unbrauchbar werden.

Wie eine Ampel: Ist es rot, ist das Eingangssignal übersteuert.

Wie eine Ampel: Ist es rot, ist das Eingangssignal übersteuert.

Dies allerdings ist keine Kritik am Reloop Tape, sondern nur die Folge eines Fehlers des Nutzers, den kein Aufnahmegerät ohne Qualitätsverlust kaschieren kann. Solange jedoch die grüne LED leuchtet, ist im wahrsten Sinne des Wortes alles im grünen Bereich, es macht also vorab Sinn, einmal testweise zu schauen, ob das Signal an einer lauten Stelle übersteuern könnte. Hierzu muss die Aufnahme nicht gestartet werden, bereits im angeschalteten und verkabeltem Zustand gibt die Signal/Peak LED hierzu eine visuelle Rückmeldung.

Der Lieferumfang ist für die Funktionen des Tapes ausreichend. Mitgeliefert wird ein Netzkabel für die Stromversorgung samt Adapter für verschiedene Steckdosen, ein Stereo-Cinch auf Mini-Klinke-Kabel und natürlich eine Bedienungsanleitung. Als kleines Highlight liegen, wie bei originalen Audio-Kassetten, mehrere Blanko-Etiketten zur Beschriftung des Tapes bei. Selbstverständlich dient dies eher dem Spaß an der Sache, ich finde es aber als ein ermunterndes Gimmick, mit dem umso mehr noch einmal ein Bezug zu der Zeit der Audio-Kassetten hergestellt wird.

Qualitativ macht das Tape einen guten Eindruck, beeindruckt jedoch auch nicht durch besonders hervorstechende Qualität. Dies und die Tatsache, dass bei der Kassette für eine solche klassischer, nicht besonders stabiler Kunststoff dominiert, seien hinsichtlich des Preises von unter 100,- Euro akzeptabel. Bedauerlicherweise finden sich jedoch auch die Audio-Buchsen aus Kunststoff, was sicherlich für einen häufigeren Einsatz auch außerhalb des Wohnzimmers nicht die durabelste Lösung ist. Dies sei ein kleiner Minuspunkt, hier hätte man gerne auf eine Metallbuchse zurückgreifen können.

Fazit

Das Reloop Tape minimiert Recording auf die absoluten Grundbedürfnisse zugunsten einer schnellen und unproblematischen Aufnahmemöglichkeit. Während tiefergehende Einstellmöglichkeiten hinsichtlich dieser Priorität nicht geboten werden, fehlen auch andere, eigentlich sehr nützliche Funktionen – als Beispiel genannt der Input-Gain-Regler.
Für den reinen Consumer ohne viel Fachwissen ist dies selbstverständlich hilfreich, so kommt er nicht in die Situation, falsche Einstellungen zu tätigen, ganz im Gegenteil, das Reloop Tape gibt hier die Möglichkeit, auf einfachste Weise Musik aufzunehmen mit Rückmeldungen über den Status, die entsprechend in Ampelfarben für jeden verständlich sein dürften.
Qualitativ als Aufnahmesignal erwartet den Nutzer, was er auswählt, ein bereits komprimiertes Signal als MP3-Datei mit einer 192 kbps oder 320 kbps Datenrate. Weiterführende Qualitätsstufen werden aufgrund einer Bedienfreundlichkeit nicht angeboten.

Der Negativpunkt „Preis-Leistungs-Verhältnis“, der unten genannt wird, begründet sich nicht auf deutliche Mängeln beim Reloop Tape, sondern auf der Tatsache, dass der Markt Konkurrenzprodukte bietet, die in einem sehr ähnlichen Preisrahmen liegen. Hier fällt es ein wenig schwer, dem Reloop Tape ein „gut“ zu attestieren, denn die Konkurrenz bietet zu ähnlichem Preis Produkte mit mehr Einstellmöglichkeiten und mehr Funktionalität. Hier kann Reloop mit dem Tape hinsichtlich Preis und entsprechender Leistung einfach nicht mithalten.

Plus

  • unkompliziertes, intuitives Handling
  • ansprechendes Design
  • Thru-Buchse zum Durchschleifen des Signals
  • Netzteil mitgeliefert

Minus

  • Preis-Leistungs-Verhältnis
  • nur Aufnahme in (komprimiertem) MP3-Format
  • keine weiterführenden Einstellmöglichkeiten (z.B. kein Input-Gain)

Preis

  • UVP: 99,- Euro
  • Straßenpreis: 88,- Euro
Forum
  1. Profilbild
    AMAZONA Archiv

    In Zeiten von TB-großen USB-Sticks keine Aufzeichnung als .wav, sondern nur als .mp3?
    Kein Gain-Regler?
    Und das Ganze für 99 EUR?
    Das Preis-Leistungsverhältnis ist mit „grenzwertig“ noch sehr euphemistisch beschrieben….
    Das Design ist ohne Frage nett, aber der Einsatzzweck erschließt sich mir noch nicht ganz.
    Zum Digitalisieren von Vinyl ist es nicht zu gebrauchen, da der verlustbehaftete Mitschnitt ohnehin wegen Start/Ende/Pegel/etc. am Rechner nachbearbeitet werden muss, und dem schnellen Mitschnitt des DJ-Sets steht ja der fehlende Gain-Regler im Weg.
    Vielleicht hatte reloop einfach das Design in der Hinterhand und wussten nicht genau, was sie damit machen sollen. Dabei kommt dann sowas raus.

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      Bolle  RED

      Na, ich muss da mal ein kurzes und gequältes „jain“ mit zuschieben.
      In der Tat erfüllt das Tape seinen Zweck, sowohl für Vinylaufnahmen wie auch für Setaufnahmen.
      Start/Stopp sollte man schon drücken können, auch wenn man den Plattenspieler anwirft, auch ohne endlose Sekunden vorher. Einpegeln kann man auch – mitte vom Track (lauteste Stelle), Gain hoch bis es rot blinkt, Gain ein wenig zurück, fertig aus. Wie auch hier in einem Kommentar schon erwähnt, man braucht nicht unbedingt ein Level-Meter – das findet man auch auf vielen professionellen Mischpulten in den Kanalzügen nicht, auch dort blinkt es nur rot, wenn es zu viel des Guten ist.

      Das gilt übrigens auf für den DJ-Mitschnitt – spielen mit sauberen Pegel am Pult sichert, dass auch die Aufnahme nicht übersteuert.
      So einfach kann es manchmal sein und so einfach wollte Reloop es auch haben.
      Es ist kein Profi-Gerät und kann somit auch nicht die Anforderungen erfüllen.

      Preislich: Nun, Preis-Leistungs-Verhältnis ist als Kritikpunkt genannt, da kann ich nur zustimmen, da bieten andere mehr.

      • Profilbild
        AMAZONA Archiv

        Hallo Johannes.
        Kommt sicherlich immer drauf an, was man mit den Aufnahmen machen möchte.
        Wie ich schon etwas weiter unten schrob, wollte ich mal einige hundert Tapes digitalisieren, und zwar ohne wochenlang einen Rechner zu blockieren.
        Da hab ich mir ein ähnliches Gerät geholt, einmalig auf -5dB gelevelt und dann Aufnahme aktiviert und Seite A angeworfen, Stop, Aufnahme und Seite B usw..
        Am Ende hatte ich halt jeweils ein File pro Kassettenseite, am Rechner eingelesen, normalisiert, geschnitten und die einzelnen Musikstücke gespeichert.
        Ging alles recht reibungslos, aber eben nur, weil ich den Kram als .wav. mitgeschnitten hab.
        Aber was mach ich .mp3, die doch noch (zumindest für mein Klangverständnis) zur Archivierung nachbearbeitet werden müssen?
        Und wenn es „nur“ um den Mitschnitt eines DJ-Sets geht, da nehm ich doch ein iRig-irgendwas für 30 EUR und schneide direkt mit dem iPhone/Pod/Pad mit. Da hab ich es dann auch unkomprimiert…
        Aber vielleicht seh ich auch nicht den Einsatzzweck für das Ding…

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          Bolle  RED

          Hallo Andreas,

          nun, zunächst wollte ich nur auf deinen Kommentar eingehen und „klarstellen“, dass dies alles mit dem Tape in der Tat alles möglich ist.

          Bei hunderten von Tapes hätte ich direkt per Pro Tools oder Ableton oder dergleichen aufgenommen, denn dies ermöglich die sofortige Bearbeitung, ohne das vorab von SD oder USB Medium importiert werden muss.
          Aber deine Variante mit einem Aufnahmegerät wäre mit dem Tape problemlos möglich gewewesen.

          WAV vs. MP3 ist denke ich indiskutabel, für den Fall eines DJ-Sets aber, welches (meist) mit 320kbits Tracks gespielt wird und auf 128kbits ohne Bearbeitung veröffentlicht werden soll, muss ich nicht in WAV aufnehmen. Das liegt auf der Hand oder?
          Darauf zielt das Tape aber ab – nicht hingegen auf professionelle Aufnahmemöglichkeiten für Leute, die später unkomprimierte Files noch nachbearbeiten wollen.

          Was das Tape verspricht, das erfüllt es, Preis und nur MP3-Format bleibt als Kritikpunkt stehen.

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            AMAZONA Archiv

            Hi Johannes.
            Sorrxy, ich wollte auch keine Grundsatzdiskussion losbrechen.
            Aber „[..] für den Fall eines DJ-Sets aber, welches (meist) mit 320kbits Tracks gespielt wird und auf 128kbits ohne Bearbeitung veröffentlicht werden soll, muss ich nicht in WAV aufnehmen. Das liegt auf der Hand oder?“ meinst du hoffentlich nicht ernst, oder?
            Dass da eine Digital-Analog-Wandlung + eine Analog-Digital-Wandlung zwischendrin ist, ist dir bewusst, oder? Oder hat das Ding einen digitalen Eingang? :)

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              Bolle  RED

              Hey Andreaz,

              alles entspannt, Diskussionen sind gut und meist auch förderlich. Wenn man natürlich einem Gerät zu Unrecht die Funktionen abspricht, die es nur oder speziell besitzt, ergibt sich natürlich zwangsläufig Diskussionsbedarf.

              Meine Aussage oben meine ich komplett Ernst. Ich lege aber auch keinen Wert auf Diskussionen, ob man nun im Club hört, ob der DJ eine MP3 oder ein WAV-File spielt. Selbst wenn man den Unterschied hören würde, die meisten Clubanlangen sind nicht in der Lage diese Unterschiede wiederzugeben.

              Das Gerät hat keinen digitalen Eingang – wozu auch, ist ja jeder Rec-Out an DJ-Mixern in analoger Form vorhanden. Somit befindet sich im Tape, wie in jedem anderen Rec-Gerät auch, ein AD-Wandler. Aber wo ist dabei das Problem? Diese Wandlung würde auch passiern, wenn das Endergebis ein WAV-File wäre. Die Signalwandlung ansich kann ich also nicht als Kritik ansehen.

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                Betancourt  

                Verstehe ich das denn falsch? Wenn ich eine 320k-Mp3 abspiele (soweit ich weiß ein Viertel der Klanginformation der klassischen Audio-CD), analog aus dem Mixer herausführe, im „Tape“ wieder digitalisiere und dort zwangsläufig nochmal mit 320kbps komprimiere, so habe ich doch dadurch eine zusätzliche (erhebliche) Einschränkung der Audioqualität. Das würde doch entfallen, wenn ich als Wav aufzeichnen könnte? Das ist höchstens insofern unerheblich als die Aufnahme mglw. ohnehin nur als Mp3 zur Verfügung gestellt werden soll.

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                  AMAZONA Archiv

                  Yep. Siehst du richtig.
                  Erneute Wandlung und erneute Komprimierung sind verlustbehaftet.
                  Aber da sich dieses Gerät eh an eine Zielgruppe wendet, denen das leidlich egal ist (sprich: Der schnelle Mitschnitt zwischendurch), ist das sicherlich zu vernachlässigen.
                  Das Symphonieorchester aus Prag solltest du mit diesem Gerät aber nicht mastern :)

                  • Profilbild
                    TobyB  RED

                    Hallo Andreaz,

                    das Reloop werden die geneigten Liebhaber des Prager Symphonie Orchester sicher verschmähen, in diesen Kreisen der aufzeichnenden Klassikkonzertbesucher wird anderes aufgefahren, es muss nur in den Detlef(Henkeltasche für ihn) oder in die Clutch(für sie) passen. Unter was Adäquatem wie HiMD oder nem HiRes Fieldrecorder geht da nichts. Mit der Dynamik klassischer Musik, ist dieser Kandidat vermutlich überfordert.

                    Grüße

                  • Profilbild
                    Betancourt  

                    Ja, das stimmt sicherlich. Ich war nur irritiert zu lesen, da man ja ohnehin tendenziell Mp3 mitschneide, sei es dann auch egal, in welchem Format das geschehe.

                    • Profilbild
                      AMAZONA Archiv

                      Wie bereits geschrieben: Es kommt immer auf den Anwendungszweck an. Wer eh alles direkt in mp3 mitschneidet oder spätestens im nächsten Schritt ohne Editierung in mp3 wandelt, der ist mit diesem Gerät gut bedient.

  2. Profilbild
    Bernd-Michael Land  

    Grundsätzlich ein guter Ansatz, nur das drin, was man braucht, kein überflüssiger Schnickschnack.
    In der heutigen Zeit kein wav, sondern nur mp3 Format anzubieten, finde ich allerdings ziemlich schwach.
    Ein Display braucht man nicht, aber bei alten Cassettenrecordern gabs immer eine kleine (analoge) Aussteuerungsanzeige und ein Blick auf die Cassette hat gezeigt, wie lange man noch Aufnehmen kann. Wären das Teil denn mit ein paar LEDs so viel teurer geworden?

    • Profilbild
      AMAZONA Archiv

      Die Reduzierung aufs Notwendigste ist in der Tat löblich, aber hier halt schlecht umgesetzt.
      Ich habe mir vor etlichen Jahren mal so eine kleine Box geholt, um hier nebenbei ein paar hundert Audiocassetten zu digitalisieren.
      Leider habe ich das Ding gerade verliehen, daher kann ich den Hersteller und den Modellnamen gerade nicht liefern.
      Es war auch so eine Box, hatte einen USB-Anschluss als Speicher, einen Gainregler, leider auch nur eine LED, die Übersteuerungen angezeigt hat, aber dazu die Wahlmöglichkeit, zwischen .wav und .mp3 auszuwählen.
      Wenn ich mich recht erinnere, hab ich das Ding etwa 2005 gekauft, und zwar für 50 EUR.
      Der Sound war wirklich OK, gerade für so noisiges Material wie Audiokassetten :)
      Und nun gibt es 10 Jahre später ein ähnliches Gerät mit weniger Features, dafür schöneres Design für den doppelten Preis?
      Ich versteh das nicht…..

      • Profilbild
        Joghurt  AHU

        Ich vestehe deine Bemerkungen nicht: das geteste Gerät hat doch rein gar nichts mit dem Digitalisieren von Audiocasetten zu tun, sondern sieht nur wie eine solche aus.

        • Profilbild
          AMAZONA Archiv

          Ich hab jetzt keine Ahnung, was du meinst:
          Das hier vorgestellte Gerät digitalisiert alles (leider nur in mp3), was analog an den Cinch-Buchsen anliegt.
          Das Gerät, das ich besitze sieht fast genauso aus, hat den gleichen Formfaktor, nur einige Features mehr.
          Darauf wollte ich hinaus.
          Was man damit aufnimmt (oder digitalisiert, wie ich es genannt habe) ist letztendlich wurscht.

  3. Profilbild
    Bloom  

    Ich findes es nicht schlecht und ist schnell eingesetzt, wobei ich mir immer noch die einfache Aufnahmemöglichkeit bei VirtualDJ Pro lobe. Bei normalen Mixer Einsatz muß man etwas mehr verkabeln, also wieder das Master oder BoothSignal zurückführen, so das bei diesem Einsatz immer das reloopTape verwende. Einfach und praktisch.

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