Test: RME Fireface UC

26. Oktober 2009

RME Fireface UC

Die Firewire-Schnittstelle hat ihre Hochzeiten bereits hinter sich gelassen und wird sich über kurz oder lang höchstwahrscheinlich der USB Schnittstelle aus Kostengründen geschlagen geben müssen. Eigentlich schade, denn bislang hat Firewire sowohl bei Audio-Interfaces als auch bei Datenübertragung im Videobereich und als Storage-Anbindung sowohl im Consumer- und Profibereich hervorragend funktioniert. Die Firma RME genießt ihres Zeichens zu Recht ein sehr hohes Ansehen, denn die Produkte sind allesamt unkompliziert, einfach einzusetzen und zuverlässig. Als RME Anwender der ersten Stunde (Digi32) bin ich bisher von jedem Produkt voll überzeugt gewesen. Ob es sich auch beim USB 2.0 Debut so verhält, lesen Sie in diesem Testbericht.
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Um alle Features des Fireface 400/UC nachzulesen, konsultieren Sie bitte das Handbuch, das auf der Herstellerseite herunterladbar ist, sowie unseren Testbericht des Fireface 400. Jedes Feature im Detail zu erklären, ist unserer Meinung nach für einen Internet-Testbericht nicht mehr zeitgemäß und würde auch den Rahmen des Testberichtes sprengen.

Uhh-Ceh

Das Fireface UC wird in einer Karton-Schmuckverpackung ausgeliefert und beinhaltet ein gedrucktes Handbuch, ein externes Netzteil, ein USB-Kabel, ein Toslink-Kabel, eine Kabelpeitsche für die beiden MIDI I/Os sowie natürlich das Fireface UC selbst.

Die Ausstattung des Fireface UC gleicht dem Fireface 400 bis auf die USB-Schnittstelle, die der Firewire-Schnittstelle gewichen ist, fast bis aufs Haar. Die Neutrik Buchsen sehen etwas anders aus, und die übrigen Klinkenbuchsen sind ebenfalls von aktuellerer Bauart.
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Ein- und Ausgänge

Die ersten beiden analogen Eingänge verfügen über Neutrik XLR/Klinken-Kombibuchsen, an die einerseits Mikrofon- als auch Line-Pegel angelegt werden kann. Die analogen Eingänge 3+4 akzeptieren Line- und Instrumentenpegel. Die Aussteuerung kann im Controlpanel und/oder über MIDI-Controller vorgenommen werden. Die analogen Eingänge 4-8 akzeptieren Line-Pegel in drei verschiedenen Abstufungen (+4dBu, -10dBV und Low für schwache Eingangssignale).
Die analogen Ausgänge 1-6 stehen als Klinken, die beiden Ausgänge 7+8 als Stereoklinke zur Verfügung, die auch als kräftiger Kopfhörerausgang genutzt werden kann. Selbstredend sind alle analogen I/Os symmetrisch und unsymmetrisch zu betreiben. Die Symmetrierung erfolgt elektronisch.
Neben den beiden MIDI I/Os ist ein S/PDIF I/O in coaxialer und optischer Ausführung vorgesehen. Den optischen I/O kann man auch als maximal achtkanaligen ADAT Port zusätzlich zu den übrigen Ein- und Ausgängen verwenden. Zwar erfüllt RME mit den Cinch-Anschlüssen die AES3-id Norm, aber für den professionellen Betrieb wäre mir ein echter symmetrischer 110 Ohm AES3 Anschluss, von mir aus auch als SUB-D, lieber. Last but not least gibt es einen echten BNC Wordclock I/O mit schaltbarer Terminierung.
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Das Fireface UC kann auch ohne Computer als Format-Converter, Mixer und für viele andere Anwendungen eingesetzt werden. Man kann die letzte Konfiguration speichern, die beim nächsten Anschalten wieder aufgerufen wird. Es funktionieren dann auch die externen MIDI-Befehle, um es fernzusteuern. Somit ist es mit der nötigen anwenderseitigen Phantasie ein echter Allrounder.

Mit im Lieferumfang enthalten ist die bekannte Mixer-Software TotalMix, mit der alle Funktionen des integrierten DSP-Mischers gesteuert werden können, sowie eine neue Version von Digicheck, einem sehr nützlichen Analyse-Programm mit Spektrum- und Bitanalyser.

Durch die begrenzte Stromversorgung der USB-Spezifikation (max. 2,5 Watt) kann das Fireface UC im Gegensatz zum Fireface 400 nicht Bus-Powered betrieben werden, sondern benötigt immer das externe Netzteil. Die Leistungsaufnahme beträgt etwa 13W, und das UC kann mit Spannungen von 9 bis 20 V Wechselspannung und 9 bis 28 Volt Gleichspannung betrieben werden, was vor allem für den Road- und Field-Betrieb sehr attraktiv ist. Im Rahmen des Tests konnte ich nur den Betrieb im Auto testen, was tadellos funktionierte.

Grundsätzlich ist das Fireface UC am Mac als auch am PC zu betreiben. Möchte man zwischen den Plattformen wechseln, muss man aber vorher sicherstellen, dass die korrekte Firmware (Software auf der Hardware des Fireface) aktiviert ist. Das UC darf dabei nicht mit dem Rechner verbunden sein. Per Doppelklick auf den frontseitigen Encoder schaltet man zwischen den beiden Firmwares um.

Ein Kaskadieren des Fireface UC ist ebenso wie beim 400 möglich. Bis zu drei Geräte können gleichzeitig betrieben werden, müssen aber per Wordclock synchronisiert werden. Das Fireface UC benötigt in jedem Fall pro Instanz einen USB-Bus. Der Betrieb von drei UCs an einem Bus über einen Hub funktioniert laut RME nicht.

Installation

Die Installation erfolgte ohne Probleme. Man schaltet zuerst das Fireface an, schließt es dann an den USB-Port an und verweist – wie bei Windows üblich – auf den Treiber. Wie immer sollte man die aktuellen Treiber und die aktuelle Firmware von der RME-Seite benutzen.

Control Panel

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Forum
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    cher  

    Beim RME muß man aufpassen: Für die weit verbreitete Hammerfall z.B. gibt es keine 64-bit Treiber. Man soll wieder Geld ausgeben, obwohl alles funzt… :o(

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    o.lucas  

    Firewire ist aber weder tot noch stirbt es aus, was die aktuelle Entwicklung z.B- bei Apple beweist. Dort war die Firewire Schnittstelle nur kurzfristig von der Bildfläche verschwunden und ist nun wieder mit an Board. (selbst bei den „kleinen“ Rechnern)
    Schön, dass USB mittlerweile wohl auch klappt, was aber nix dran ändert, dass fast alle momentan professionell genutzten Mehrkanalinterfaces FW Basiert sind….dennoch Respekt für die offensichtlich gelungene Leistung von RME.

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    Paul Tunyogi-Csapo  

    Man sollte aber auch nicht verschweigen das man nach circa einem Jahr gebrauch die FF 400 zur Reparatur bringen muss, weil Kanäle ausfallen. Das trifft auch für für die Motu mk3 Serie zu.
    Fällt ja noch in die Garantiezeit. Also alles ist entspannt und wird anstandslos ersetzt.

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      t.walter  AHU

      Richtig, das war bei den ersten FF400 der Fall. allerdings werden beim neuen FF-UC andere Neutrik-Armaturen eingesetzt, was darauf hoffen lässt, dass dieser Fehler hier nicht mehr auftritt. Ich habe ja beide im Vergleich hier und die Buchsen sind aus einer anderen Serie.
      Das hätte aber jeder anderen Firma auch passieren können, im Endeffekt sind alle von den Zulieferern abhängig.

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    guenethmob

    Im Text wird auf einen Testbericht des Fireface 400, anscheinend auch hier auf Amazona.de, verwiesen.
    Leider kann ich diesen nicht finden.
    Hilfreich wäre ein direkter Link im Artikel.

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    El Blindo

    Ich habe mir jetzt auch ein UC gekauft und finde es sehr gut. Allein die Tatsache, dass der Netzstecker etwas wackelig im Gerät steckt, macht mich etwas stutzig. Ist das bei diesem Gerät normal, oder sollte ich es reklamieren?

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      t.walter  AHU

      Das ist ein Niedervolt-Hohlstecker. Normalerweise sitzt der recht fest. Zusätzlich kann er über die Drahtschlinge zugentlastet werden.

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        El Blindo

        Hmmmm… Er sitzt zwar in dem Sinne fest, sodass ich ihn nicht so einfach herausziehen kann, doch lässt er sich in alle Richtungen hin und her wackeln.

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    giorbino

    Habe nach dem FF 400 diverse andere Firewire-Interfaces (Focusrite Saffire, Motu 4pre, Echo Audiofire) besessen, keines hatte die klangliche Qualität des RME FF 400 (ok, das Echo war nahe dran!), bis jetzt:
    Habe mir das RME FF UC gekauft und habe endlich wieder die Wandlerqualität, die ich so vermisst habe, Latenzen sind SEHR gering, geringer als bei dem Firewire-basiertem FF 400, das Gerät wird auch längst nicht so heiss wie das FF 400, alles in allem ein wunderbares USB-Audiointerface mit kristallklarem Sound. Bin sehr zufrieden!
    und ja, die Kabel sitzen etwas locker…

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    pytrel  

    Tolles interface aber das system „ein regler für alles“ hatte ich auch an meinen Motu Avb und das hat mich immer genervt. Seit dem ich das Audient id22 probiert habe gibt es kein in zurück mehr und das obwohl das Rme eine stufe besser ist in fast allen belangen doch ich mag nichtmehr diese fummelige mini Pottis für die wichtigste function. Dieser Laustärkeregler und extra Regler für Kopfhörer am Audient…. ahhh das ist wie Rotwein (oder sowas) da klingt es schon allein dadurch gut genug

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