Test: Sennheiser XSW 2-835 Vocal Set, Funkstrecke

4. August 2017

Professionelle Features inklusive

Handsender und Empfänger

Das Sennheiser XSW 2 Vocal Set

Mit dem Sennheiser XSW 2 Vocal Set spricht der renommierte deutsche Hersteller Sänger und Sprecher an, die im Einsteigerbereich neben erstklassigem Sound auch Wert auf professionelle Features wie True-Diversity-Empfang oder externe Antennen legen. Der Handsender ist mit der dynamischen e835-Kapsel ausgestattet. Als Alternative bietet Sennheiser dieses Vocal Set übrigens noch mit einer Kondensatorkapsel an, was dann unter der Bezeichnung Sennheiser XSW 2-865 E-Band Vocal Set erhältlich ist. Wir konzentrieren uns hier auf die Variante mit der dynamischen Kapsel.

Was bekommt der Käufer für sein Geld und lohnen sich die Mehrkosten im Vergleich zum Sennheiser XSW 1 Vocal Set, das wir hier schon vorgestellt haben, soll dabei auch zur Sprache kommen. Der Testbericht des XSW 1 Vocal Sets bei AMAZONA.de ist über diesen Link (hier klicken) zu erreichen.

Preisvergleich

Das Sennheiser XSW 2-835 E-Band Vocal Set mit der dynamischen e835 Kapsel ist für 439,- Euro zu haben. Die Variante mit der e865 Kondensator-Kapsel geht als Sennheiser XSW 2-865 E-Band Vocal Set für 489,- Euro über die Theke. Für das Sennheiser XSW 1-835 E-Band Vocal Set sind 329,- Euro hinzublättern. Das alles sind aktuelle Ladenpreise, Stand August 2017.

Der Lieferumfang

Inhalt der Verpackung

Bereits das Gesamtpaket kann sich sehen lassen. Im elegant gestalteten Umkarton finden sich neben dem Empfänger EM-XSW 2 (mit zwei Antennen), dem Handsender SKM 835-XSW und einigen produktbegleitenden Unterlagen wie zum Beispiel der Bedienungsanleitung auch noch die passende Mikrofonklemme, das Netzteil, zwei AA-Batterien und eine dünne Tasche für den Handsender. Vor allem das 19-Zoll Rack-Montage-Kit zeigt schon deutlich, welche Zielgruppe Sennheiser mit diesem Vocal Set XSW 2-835 im Blick hat. Also Anwender, die mit diesem System zum Beispiel auf Tour gehen wollen und dabei die Vorteile der Rack-Montage zu schätzen wissen.

Das analoge UHF Wireless-System in der vorliegenden Ausführung arbeitet in den Frequenzbereichen 821 – 832 MHz und 863 – 865 MHz. Diese Frequenzen sind in allen EU-Ländern anmelde- und kostenfrei. Nämlich das harmonisierte EU Band mit 863 – 865 MHz und die sogenannte LTE Mittenlücke mit 823 – 832 MHz. Erhältlich ist das Sennheiser XSW 2 Vocal Set auch in anderen Frequenzbändern. Hier ist es sinnvoll, sich schon vor der Anschaffung mit den jeweiligen Bestimmungen der Länder vertraut zu machen, in denen das Vocal Set dann später eingesetzt werden soll.


Ansprechendes Design

Der XS Wireless 2 Empfänger

Die Empfangseinheiten sind in einem robusten Metallgehäuse mit den Abmessungen 200 x 42 x 127 mm (B x H x T) untergebracht. Empfangseinheiten? Da wir es hier mit einem True-Diversity-System zu tun haben, gibt es natürlich zwei separate Empfänger und somit auch zwei einzelne Audiosignale, von denen jeweils das automatisch gewählt wird, was im Betrieb die besseren Empfangsbedingungen aufweist. Ein Hin- und Herschalten zwischen den beiden Audiosignalen ist im übrigen nicht bemerkbar und auch vollkommen geräuschlos. Neben der größeren Audio-Sicherheit ein weiterer Vorteil von True-Diversity-Systemen gegenüber anderen Schaltungen.

Rückansicht Empfänger

Der Audio-Übertragungsbereich des Sennheiser XSW 2 Systems beträgt 50 bis 16.000 Hz (-3 dB). Insgesamt zwölf Kanäle mit jeweils acht Bänken stehen im UHF-Band zur Verfügung. Informationen über die einzelnen Belegungen sowie die entsprechenden Frequenzzuordnungen – also welche Frequenz in welchem Channel unter welcher Bank zu finden ist – liefert ein mitgeliefertes Beiblatt.

Alles im Blick: das Display am Empfänger

Als Beispiel im Bild: Channel 8, Bank 1 = 825.500 MHz. Das ist sinnvoll zu wissen, will man beispielsweise mit fest definierten Frequenzen arbeiten. Möglich ist auch ein automatischer Suchlauf, der störungsfreie Frequenzen findet und ein manuelles Durchschalten

Zur Stromversorgung ist ein leichtes Steckernetzteil mitgeliefert, das mit einem erfreulich langen Anschlusskabel ausgestattet ist. Eingeschaltet wird der Receiver mit der rot markierten Taste an der Front.

Das sehr gut ablesbare Display informiert in hellen Buchstaben und Ziffern über die wichtigsten Funktionen. Angezeigt werden an zentraler Position neben der eingestellten Frequenz in MHz als größtes Element noch die jeweilige Bank und der eingestellte Kanal. Der Zustand der Batterien im Handsender lässt sich an einem kleinen Icon ablesen. Im linken Bereich des Displays verdeutlichen zwei Balken mit jeweils fünf Stufen die Feldstärke des Funksignals (RF) und die Stärke des Audiosignals (AF). Im rechten Bereich ist abzulesen, welche der beiden Antennen gerade aktiv ist – A oder B, darunter finden sich die Anzeigen der Menüfunktionen TUNE, PRESET und SCAN sowie die Anzeige SYNC.

Vier Tasten und ein Drehregler

Alle Einstellungen lassen sich mit nur vier Tasten erledigen. „Set“ in Kombination mit den beiden Pfeil-Tasten „hoch“ und „runter“ schaltet durch die verschiedenen Menüpunkte und lässt die Einstellungen ändern. Ist die gewünschte Frequenz einmal ausgewählt, werden Sender und Empfänger mit der Taste „Sync“ aufeinander abgestimmt. Mit dem großzügig dimensionierten Drehregler „Volume“ kann die Ausgangslautstärke eingestellt werden. Seitens der Bedienelemente ist dieser Receiver ebenso ausgestattet, wie wir es auch vom Sennheiser XSW 35 kennen. Aber das optische Erscheinungsbild lockt mit einer komplett neuen und modernen Formgebung. Ein Kopfhörerausgang zum Überprüfen der Audioqualität direkt am Receiver ist übrigens nicht vorgesehen.

Zwei Antennen mit BNC-Kupplung

Auf der Rückseite sitzen die beiden kurzen Antennen, die an ihren BNC-Anschlüssen verstellbar gelagert sind und so in die gewünschten Positionen gebracht werden können. Optimal ist hier die leichte V-Position. Und abnehmbar sind sie ja auch, damit sie beim Einbau in das Rack zum Beispiel nach vorne verlegt werden können. Das passende Set zum Ändern der Antennenpositionen muss separat erworben werden.

Hinten finden sich auch die beiden Ausgangsvarianten: Eine symmetrische XLR-Buchse und die unsymmetrische Klinkenbuchse. Mit dem Line/Mic-Umschalter (20 dB) wird die Anpassung an den nachfolgenden Mixer eine Aktivbox geregelt und der kleine Drehregler mit der Bezeichnung SQ stellt die Rauschsperre (Squelch) ein.

Die Rauschsperre mit Pilotton lässt sich je nach Entfernung zwischen Handsender und Empfänger individuell justieren. Hier gilt, je größer die Distanz zwischen Sender und Empfänger, desto schwächer wird das ankommende Nutzsignal am Empfänger. In diesem Fall sollte der Squelch-Regler weniger weit aufgedreht werden, damit das Signal nicht zu früh ausgeblendet wird.

Die Anschlussbuchse für die Stromversorgung besitzt ganz vorbildlich eine Zugentlastung, sodass hier kein abgerutschter Stecker für Fehlfunktionen sorgen könnte.

Der Sennheiser EM-XSW 2 Empfänger macht einen sehr robusten Eindruck. Er ist top verarbeitet und das Ganzmetallgehäuse scheint für den rauen Touring-Einsatz gut gerüstet zu sein.

Mikrofonklemme gehört zum Lieferumfang

Sennheiser SKM 835-XSW

Der Handsender ist ein alter Bekannter. Das gleiche Modell kommt beim Sennheiser XSW 1-835 E-Band Vocal Set zum Einsatz, das wir hier bei AMAZONA.de bereits vor einigen Wochen im Test hatten. Über diesen Link geht’s zum Testbericht. Also kann sich der Anwender auch bei diesem Set wieder über die bewährte e835 Kapsel freuen.

Die bewährte e835 Kapsel

Das Gehäuse der Handfunke mit Nierencharakteristik besteht aus robustem ABS. Wer mit Angeberwissen prahlen möchte, kann sich den ausgeschriebenen Namen dieses Kürzels merken: Acrylnitril-Butadien-Styrol-Copolymere.

Batteriefach

Sind Batterien oder Akkus eingelegt, liegt das dynamische Funkmikrofon ausgewogen in der Hand. Als Energielieferanten habe ich die beiden mitgelieferten AA-Batterien eingesetzt. Dafür muss zunächst am Ende des Schafts ein Teilbereich des Kunststoffgehäuses abgeschraubt werden. Hinter der kleinen Sicherheitsklappe öffnet sich der Zugang zum Batteriefach. Gute und voll geladene Energielieferanten vorausgesetzt, spricht der Hersteller von circa zehn Stunden Betriebszeit. Zum Vorschein kommt nach dem Aufschrauben auch die Anpassung der Sendestärke. Möglich sind hier 0 dB, -10 dB, -20 dB und -30 dB.

Grünes Licht, der Sender ist eingeschaltet

Alles auf Grün: kann losgehen

Eingeschaltet wird der Handsender im unteren Bereich an der kurzen Antenne. Grünes Licht am Schiebeschalter signalisiert Betriebsbereitschaft. Um das Mikrofon aber auch wirklich zu nutzen, muss auch der Mute-Schalter in der entsprechenden Position sein. Mit dem geräuschlos arbeitenden Schalter unterhalb des Displays lässt sich der Handsender stummschalten. Ist hier das grüne Mikrofonsymbol sichtbar, bedeutet das Sendebereitschaft. Wird die rote Fläche mit dem durchgestrichenen Mikrofonsymbol angezeigt, ist das Mikrofon stummgeschaltet.

Display am Handsender, darunter der Mute-Schalter

Kleines Display

Das Display ist nicht beleuchtet. Ablesen lassen sich dort Bank, Kanal, eingestellte Sendefrequenz (numerisch) sowie Batteriezustand in Form von vier möglichen Zuständen, 10 h, 7 h, 3 h und Low Batt. Das Display ist recht klein gehalten, es braucht also einen scharfen Blick, um die eingestellte Frequenz genau ablesen zu können.

Der Handsender arbeitet mit der Richtcharakteristik Niere, was bei der Benutzung mit Bodenmonitoren beachtet werden sollte. Sein Frequenzbereich beträgt 80 bis 16.000 Hz. Nach Abschrauben des stabilen schwarzen Mikrofonkorbs ist die besonders weiche Lagerung der verbauten evolution 835 Kapsel zu sehen.

Sennheiser XSW 2 Vocal Set in der Praxis

Beim Einrichten beziehungsweise bei der Frequenzwahl kann ich mich zwischen den drei genannten Möglichkeiten entscheiden: Scan Mode, Preset Mode, Tune Mode. Ist die gewünschte Frequenz justiert, geht es an die Synchronisation von Handsender und Receiver. Auch das ist schnell erledigt. Dazu wird die Sync-Taste am Handsender gedrückt gehalten und gleichzeitig die blinkende Sync-Taste am Receiver betätigt. Schon tauchen fünf Balken im RF-Bereich des Displays auf und auch die Balkenanzeige für AF reagiert jetzt beim Einsprechen/Singen in die Kapsel. Bei Bedarf lässt sich nun noch die Sendestärke (Sensitivity) verändern – ich belasse die Einstellung auf der 0 dB Position.

Wie schon beim Testbericht der Sennheiser XSW 1 Funkstrecke bestätigt sich auch hier die gute Qualität der eingesetzten e835-Kapsel. Der Klang überzeugt durch brillante Höhen ohne Mulm und ohne besonders ausgeprägten Nahbesprechungseffekt, was für einen durchsetzungsfähigen und knackigen Sound im Mix sorgt. Bewusst provozierte Handgeräusche sind zwar zu hören, halten sich aber dennoch in Grenzen.

Klangliche Einbußen durch ungewollte Popp-Geräusche sind fast ausgeschlossen, was für eine gute Abstimmung von Drahtkorb, eingearbeitetem Schaumstoff und feiner Gaze direkt auf der Kapsel spricht. Apropos Drahtkorb – der ist sehr stabil gearbeitet, was dem Innenleben hervorragenden Schutz bietet.

Im direkten Vergleich mit dem Shure SM58 und dem AKG C7 (Kondensatormikrofon), beides kabelgebundene Mikrofone, schneidet der Sennheiser Handsender gut ab. Der Klang hat hier etwas mehr Transparenz als beim SM58 kommt aber andererseits nicht an das C7 heran. Woran liegt das? Beim Sennheiser sind für meinen Geschmack die S-Laute etwas zu kräftig betont. Das ist sicherlich Geschmackssache und auch immer sehr stark von der Stimme des Benutzers abhängig.

Blick in den Empfänger

Sind 100 Euro Aufpreis gegenüber dem XSW 1 gut investiert?

Klanglich machen die beiden Systeme keinen Unterschied, schließlich sind die Handsender identisch. Es sind die höhere Flexibilität und die größere Kontrolle über die Einstellungen, die für das XSW 2-System sprechen. Dazu kommt die größere Frequenzauswahl mit zwölf anstatt zehn Kanälen beim XSW 1, was sich unterm Strich mit 16 weiteren Frequenzen auszahlt. Werden mit dem XSW 1 Einsteiger angesprochen, bietet die XSW 2-Variante zudem mehr professionelle Features wie beispielsweise das Ganzmetallgehäuse des Receivers und die abnehmbaren Antennen mit BNC-Anschluss, die auch den Rackeinbau ermöglichen. Außerdem liegt hier auch schon das Rack-Montage-Set bei. Für rund 100,- Euro Aufpreis gibt es also eine ganze Menge mehr – nicht zu vergessen die dünne Kunststofftasche für den Handsender.

Fazit

Die Funkstrecke Sennheiser XSW 2-835 E-Band Vocal Set richtet sich mit professionellen Features an ambitionierte Einsteiger in die Mikrofonfunktechnik. True-Diversity, guter Klang, zahlreiche Kontrollmöglichkeiten am Receiver und gute Verarbeitung sind neben den Einbauoptionen in das 19-Zoll Rack starke Argumente für dieses System. Die getestete Variante ist überdies in der EU anmelde- und kostenfrei zu nutzen. Leichte Abstriche müssen leider beim Thema Handgeräusche gemacht werden. Ansonsten ist dies ein gut zu empfehlendes System zu einem fairen Preis.

Plus

  • True-Diversity
  • Klang
  • Kontrollmöglichkeiten
  • Auto-Scan Funktion
  • Receiver mit Ganzmetallgehäuse
  • abnehmbare Antennen
  • Rack-Montage-Set
  • zwölf Kanäle
  • in der EU anmelde- und kostenfrei

Minus

  • leichte Handgeräusche

Preis

  • Ladenpreis: 439,- Euro
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