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Test: Shure GLXD16, Gitarrensender

Mit 2,4 GHz auf MHz Niveau?

7. November 2021

Gitarren- bzw. Basssender im 2,4 GHz Bereich gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Insbesondere der preisgünstige Bereich wird mit einer großen Anzahl an Produkten abgedeckt, so dass man glauben könnte, der Markt sei auch hier ausreichend abgedeckt. Warum also geht ein renommierter Hersteller wie Shure hin und bringt ein Sendesystem wie das Shure GLXD16 in eben diesem Frequenzband für einen Ladenpreis von 439,- Euro auf den Markt, der in diesem Frequenzsegment in Sachen Preis eindeutig die Pole-Position einnimmt? Garantiert nicht ohne entsprechend qualitative Hintergedanken! Inwieweit diese Rechnung aufgeht, zeigt dieser Testbericht.

Shure GLXD16 Test

Shure GLXD16 Komponenten

Aufbau und Konzeption des Shure GLXD16

Zunächst einmal, warum wird ein Gitarrensender überhaupt im 2,4 GHz Bereich angesiedelt? Nun, das Konzept hat bekanntermaßen mehrere Vor- und Nachteile. Der unumstritten größte Vorteil liegt in der Tatsache, dass diese Frequenz weltweit ohne jegliche Lizenz verwendet werden kann. Keine eingeschränkte Benutzung in einigen Ländern, keine Lizenzabgaben für die exklusive Nutzung in weniger verwendeten Bändern. Ein weiterer Vorteil ist der durchweg gute Klang, der sich in diesem Frequenzband erreichen lässt, wenngleich der Kompressionsgrad immer noch zu einem hochwertigen Kabel hin variiert.

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Die beiden größten Nachteile hingegen sind die ständige Konkurrenz nahezu sämtlicher Mobiltelefone, die immer noch im meist bevorzugten WLAN 2,4 GHz Band zugange sind und selbst im LTE-Bereich latent nach dieser Frequenz suchen, was zur Folge hat, dass sich Hunderte, ja Tausende Konkurrenten in unmittelbarer Umgebung mit dir um den Übertragungsbereich auf dieser Frequenz prügeln. Nachteil Nummer 2 ist die reduzierte Reichweite, die bekanntermaßen mit zunehmender Sendefrequenz proportional abnimmt und bei günstigen Produkten im 2,4 GHz Bereich gerade einmal an die 10 m Marke heranreicht. Dies ist auch der Grund, warum sich weitere Produkte oberhalb dieser Grenze nicht etablieren konnten, sofern man sich an die gesetzliche vorgeschriebene maximale Sendeleistung hält. Die Kunst liegt also darin, die Vorteile der Frequenz maximal zu nutzen, das Produkt mit zusätzlichen, sinnvollen Features auszustatten und die Nachteile auf ein Minimum zu reduzieren.

Das Shure GLXD16 besteht wie die meisten Gitarrensender aus zwei Einheiten, dem Sender und dem Empfänger, womit wir schon beim ersten Vorteil des Systems sind. Der Empfänger ist gleichzeitig auch ein massiver Bodentuner, dessen großes zweistelliges Display in der Kombination mit einer 13-stelligen LED Kette und zwei Pfeil-LEDs über mehrere Funktionen informiert. Drei weitere LEDs unterhalb der Anzeige informieren über den Eingangspegel, die Mute-Funktion und die Verbindung zum Sender. Über 4 weitere Druckknöpfe lassen sich verschiedene Gruppen vorab auswählen, Tunings bearbeiten und Anzeigemethoden wie zum Beispiel Pfeilanzeige oder Stroboskop auswählen.

Shure GLXD16 Test

Shure GLXD16 Tuner

Das Gehäuse ist extrem massiv ausgelegt und ruht auf eine Gummimatte inkl. zwei kleinen Gummifüßen. Um die Anzeigen und Druckschalter vor der Schuhsohle zu schützen, wurden zwei Erhöhungen rechts und links an den Gehäuseseiten angebracht, in denen sich auch die Empfangsantenne des Systems befindet. Für den Betrieb wird ein 12 V, 400 mA Netzteil mitgeliefert, der Empfänger ist bzgl. seiner Stromversorgung jedoch sehr flexibel aufgestellt und verarbeitet alles zwischen 9 und 15 V und einer Mindeststromstärke von 250 mA, was sich in jedem besseren Floorboard-Multinetzteil finden lassen sollte. Über einen kleinen Schieberegler kann der Tuner bei Bedarf ausgeschaltet werden und auf der gegenüberliegenden Gehäuseseite lässt sich über einen USB-Port bei Bedarf neue Firmware aufspielen.

Kommen wir direkt zu einem Punkt, der zwar auf den ersten Blick nicht so spektakulär erscheint, für mich persönlich aber das absolute Highlight des Empfängers darstellt. Im regulären Betrieb ohne aktivierten Tuner zeigen die ersten sieben LEDs der Tuner-Kette den Ladezustand der Sendeeinheit an. Ich weiß nicht, wie oft ich mir diese an sich recht einfach Lösung an einem Bodenempfänger gewünscht habe. Das Problem ist immer das Gleiche, in der an sich schon extrem angespannten Situation auf der Bühne gibt es plötzlich Aussetzer im Signalfluss, was unter anderem auch an einer leeren Batterie bzw. Akku liegen kann. Ein Blick auf die Ladeanzeige in Kombination mit der RF-Feldstärke-LED und ein Fehlerpunkt ist ausgeschlossen. Kein mühsames Zerren an der Gitarre nebst Gurt, um die nötige Information an der Sendeeinheit ins Blickfeld zu rücken, einfach nur großartig!

Shure GLXD16 Test

Shure GLXD16 Sender

Die Sendeeinheit

Der Sender des Shure GLXD16 Systems steht in Sachen massiver Ausführung tatsächlich in nichts nach. Ein massives Metallgehäuse in Kombination mit einer sehr stabilen Halteklammer sorgen für jede Menge Vertrauen und dürften auch einen Sturz nach den unbeabsichtigten Abrutschen vom Gurt überstehen. Eine weitere Besonderheit ist die Verwendung eines Akkus, der laut Herstellerangaben alles in den Schatten stellt, was ich bisher an Betriebsdauer kennengelernt habe. Bei maximaler Aufladung, die je nach verwendetem Ladestrom bis zu 4 Stunden dauern kann, lässt sich das System unter optimalen Bedingungen bis zu 11,5 Stunden betreiben, sprich 5 Shows zu je 2 Stunden Performance sollten kein Problem sein.

Geladen wir der Sender über einen USB-Port entweder über das mitgelieferte Netzteil oder aber über ein reguläres Mobiltelefon-Netzteil. Eine einzelne, dreifarbige LED informiert nicht nur ebenfalls über den Ladezustand (grün = alles gut, rot ein = ca. 1 Std. Reserve, rot blinkend = weniger als 30 Minuten), sie informiert auch über eventuelle Verbindungssuche und eventuelle Sperren. Während des Ladens informiert diese LED ebenfalls über den Fortschritt des Aufladens. Schlecht ist immer nur die Farbe Gelb in blinkendem Zustand, da dies immer auf einen defekten Akku hinweist. Verbunden wird der Sender zum Instrument hin wie immer in dieser Leistungsklasse mit einem knapp 80 cm langen Mini-XLR/Klinkenkabel, das ein hauseigenes Produkt von hoher Qualität ist. Die verwendete Sendeantenne ist zur besseren Sendeleistung in einer zylinderförmigen Ausstülpung verbaut und hat ungefähr die gleichen Abmessungen wie der Schraubaufsatz des Mini-XLR-Kabels.

Shure GLXD16 Test

Shure GLXD16 Sender Aufsicht

Das Shure GLXD16 in der Praxis

Vor der Verwendung des Shure GLXD16 sollte man sich ggf. noch einmal die Besonderheiten der 2,4 GHz Sender vor Augen führen. Zum einen tun sich 2,4 GHz Sender im Vergleich zu ihren MHz Konkurrenten etwas schwerer, massive Bauten wie Wände zu durchdringen, zum anderen haben sie auf freiem Feld und in großen Hallen den Nachteil der etwas geringeren Reichweite, da es weniger bzw. keine Reflektionsflächen gibt. Mit diesen Gesichtspunkten im Hinterkopf hatte das Shure System einen deutlich größeren Puffer in meinem Kopf, was die Reichweite des Systems angeht, als ich es zum Beispiel bei MHz-Systemen ansetze.

Wie sich jedoch herausstellte, sollte mein Puffer überhaupt nicht in Anspruch genommen werden. Das System lieferte den mit Abstand besten Wert, den ich bisher bei einem 2,4 GHz Sender erreichen konnte. Die vom Hersteller genannten 40 m unter optimalen Bedingungen konnte ich nicht ganz erreichen, während jedoch 30 m und mehr kein Problem darstellten, was fast den Abmessungen der beiden großen Wacken Open-Air-Bühnen entspricht. Wie gesagt, es geht nur um die räumlichen Abmessungen, inwieweit das System dem starken Bühnenfunk solcher Bühnen trotzen kann, hätte ich erst im Sommer kommenden Jahres in 2022 testen können, bei dem ich unter anderem auf der Wacken Bühne spielen werde.

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Auch bei der Durchdringung von Wänden waren die Werte des Shure GLXD16 hervorragend, Trotz einer KS- und einer zusätzlichen Rigips-Wand, schaffte das System immer noch knapp 20 m, ein Wert, der weit über dem Durchschnitt liegt. Klanglich war frequenztechnisch kein Unterschied zu einem hochwertigen, in diesem Fall Cordial Kabel wahrnehmbar, allerdings war auch hier der Kompressionsgrad etwas höher als bei einem Kabel, was den Vorteil eines strafferen, dichteren Sounds hat, aber zu Lasten der Dynamikstufen geht. Wie immer in diesem Bereich, es gibt kein besser oder schlechter, lediglich Geschmäcker.

Das Gitarrenkabel gestaltet sich mit 80 cm wahrlich sehr lang und lässt auch eine sehr hohe Positionierung des Senders am Gitarrengurt zu. Wer den Sender etwas tiefer platziert, sollte das Kabel 1 bis 2 Mal um den hintern Gitarrenpin herumlegen, da das Kabel sonst auch gerne einmal in Kniehöhe baumelt und in der Performance behindert.

Shure GLXD16 Test

Shure GLXD16 Zubehör

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Fazit

Mit dem Shure GLXD16 hat der amerikanische Hersteller den aktuell wohl besten 2,4 GHz Gitarren/Bass-Sender in seinem Portfolio. Verarbeitung, Konzept, Reichweite und Detaillösungen wie das Ablesen des Ladezustands des Senders an der Bodeneinheit liegen in der absoluten Oberliga für Tuner-Gitarrensender-Kombinationen. Wer auch der Suche nach einem sehr kompakten, aber leistungsstarken Gitarrensender für das Floorboard ist, sollte das Produkt unbedingt einmal antesten.

Plus

  • Klang
  • Verarbeitung
  • Reichweite
  • Detaillösungen

Preis

  • 439,- Euro
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