Test: Spitfire Audio Sacconi Strings Quartet

Instrumente

Für jedes der vier Instrumente stehen zunächst vier unterschiedliche Kontakt Patches zur Auswahl, Individual und Playable, jeweils zweimal vorhanden. Einmal nur mit den zwei Stereo Mix Varianten, einmal mit allen sechs Mikrofonpositionen zum individuellen Mixen aller Mikrofonpositionen.

Dabei enthält die Individual Version alle 15 Artikulationen, auf Wunsch stehen im Ordner „Individual Brushes“ aber auch  Einzelpatches für jede Artikulation bereit. Das spart ggf. viel Arbeitsspeicher. In einem zweiten Ordner namens „Other brushes“ findet man letztlich die COG (sehr detailliert bearbeitbare Patches) und die Timemachine Patches. Die Playable Version jedes Instruments beinhaltet ein automatische Script, das die Art und Weise des Spielens erkennt und automatisch die passende Artikulationen aktiviert, d.h. harte Anschläge für kurze Noten (Staccato, Spiccato), sanftere Anschläge für Sustain oder Legato Noten.

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Das Hauptfenster der Sacconi Strings ist sehr übersichtlich gestaltet, hier orientiert sich der Hersteller an seinen anderen Librarys. Am unteren Ende des Fensters lässt sich die gewünschte Artikulation auswählen, direkt darüber per Schieberegler der klangliche Eindruck von Close zu Far verändern. Rechts daneben die Regler für Dynamics, Vibrato, Release und Expression, allesamt fernsteuerbar über MIDI Control Change Befehle.

Über die drei Symbole am linken Rand des Fensters kann man zu den detaillierteren Settings wechseln. Hier lassen sich dann alle sechs Mikrofonpositionen individuell zusammenmixen, ebenso wie Einstellungen für Presets, Round Robin und verwendete MIDI CCs vornehmen.

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Über den dritten Reiter kommt man schließlich zur Ostinatum Funktion. Hiermit lassen sich auf die Schnelle ein paar Pattern im vorgegebenem Rhythmus erstellen. Wie Spitfire Audio selbst dazu sagt: Nicht wirklich ein Arpeggiator, nicht wirklich ein Sequencer, einfach eine kleine Inspirationshilfe. Mehr und aber auch nicht weniger ist es dann auch.

Klang

Wie eingangs bereits erwähnt, fokussiert sich Spitfire Audio mit dem Sacconi Streichquartett natürlich auf einen kleinen, möglichst detaillierten Klang von vier Streichern. Damit begibt sich der Hersteller auch in eine Richtung, die meiner Meinung nach deutlich zu unterrepräsentiert ist im Markt der Soundlibrarys. Möchte man nicht auf die trockenen Vienna Symphonic Library Produkte zurückgreifen, bleibt letztlich nicht mehr viel Auswahl für solche Streichquartett Klänge.

Hinzu kommt, dass  ein Streichquartett deutlich schwieriger umzusetzen ist, da jedes der vier Instrumente doch deutlich mehr Ausdruck haben muss, als man es von großen Orchestern her kennt, die Details kommen einfach deutlich mehr zum Vorschein. 80 Mann starke Orchester hat mittlerweile fast jeder auf seinem Rechner und viele der Librarys klingen – natürlich je nach den klanglichen Vorlieben – auch oftmals sehr gut. Bei Streichquartetten gibt es dagegen deutlich weniger Auswahl und das, obwohl ein komplettes Sinfonieorchester in der Regel nur bedingt zu Pop-Musik passt. Vor einige Jahren hätte man dafür noch das örtliche Streichquartett gebucht, heute übernimmt den Job das Hollywood Filmorchester. Dass da klanglich Welten dazwischen liegen, vergessen leider die meisten Produzenten.

Alle 15 Artikulationen auf einen Blick

Alle 15 Artikulationen auf einen Blick

Klangbeispiele
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